"Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht"...

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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"Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht"...

Beitragvon abstract » Sa 18. Nov 2017, 13:10

Hallo ihr!

Angeregt durch Ibacs Thema mit den Kontakten eröffne ich diesen Strang, da ich mich frage, mit welchen Erwartungen und Absichten HSP ins HSP-Forum gehen. Dazu habe ich eine Reihe von Dingen, die mir aufgefallen sind mal gesammelt und fände es interessant darüber zu spekulieren, welche Zusammenhänge dahinterstehen könnte. Dieser Strang kann ruhig als reines Meinungsäußern oder kleine Umfrage verstanden werden, muss ja nicht alles bis ins letzte Detail weiterdiskutiert oder begründet werden, kann aber.
Brainstorming dazu:
Grundsätzlich sieht man immer wieder Aussagen wie "Austausch wollen", "Gleichgesinnte finden", "Tipps erhalten", "Wem geht es auch so?"….
Die Forschung hat ergeben, dass Frauen in allerlei Lebensfragen eher als Männer dazu tendieren, Gleichgesinnte finden zu wollen, die ähnliche Probleme haben und das Gruppengefühl für eine angenehme Stimmung sorgt.
Männer hingegen sind eher an Problemlösung orientiert und brauchen dieses soziale Zusammengehöringkeitsgefühl weniger als Frauen.

Stimmt meine Beobachtung, dass unter HS-Betroffenen eher Frauen und Gruppen und Foren gehen, dieses Thema eher Frauen anzieht?

Lösen sich Probleme tatsächlich, sofern ein muckeliges Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht, trotz der Erkenntnis, dass HSP untereinander doch sehr verschieden sind?

Noch ein Beispiel, keine Tatsache nur meine persönliche Wahrnehmung: Ich habe mir eine zufällig gewählte Gruppe von Neuanmeldung aus einem bestimmten Zeitfenster, in dem die Neuvorstellungen zeitlich nahe beieinanderliegen herausgenommen und angesehen. Dabei fielen die oben genannten Schlagworte ins Gewicht, sowie Selbstbeschreibungen: späterkannte HSP, Asperger, Hochbegabung, Alter zwischen Mitte 30 und 40, Kinderwunschthema, Probleme mit Freundschaftsknüpfung und Nicht-HS-Partner, besonders tiefsinnig und Oberflächlichkeit hassend, zerstückelter Lebenslauf, wechselnde Arbeitsplätze. Das sind alles Schnittmengen und Ähnlichkeiten, die doch angeblich so dringlich gewünscht werden?

Eigentlich müssten sich diese Forenmitglieder hier doch rege untereinander austauschen, erstens, da es dazu hier ja viele spannenden Themen gibt, an die man anknüpfen könnte und zweitens, da ähnliche Neue sich auch gerade angemeldet haben. Es folgen jedoch eher eigene Threads, anstatt sich den Ähnlichkeiten anderer Neuankömmlinge anzuschließen. Wo wird also der tiefsinnige Austauschwunsch praktiziert, geht das via PN? Oder ist es doch eine Form von Passivität, erstmal sein Ding zu machen und abzuwarten, bis jemand anderes etwas dazu schreibt? Oder dann doch Desinteresse, da man anderer Texte anderer ähnlicher Foristen gar nicht liest? Zudem frage ich mich, ob diese oben genannten Begriffe gerade wieder mit einem Modethema zusammenhängen könnten, hat mal wieder jemand ein Buch über Autismus, HS und HB geschrieben, das Menschen im Alter von Mitte 30 bis Mitte 40 ansprechen soll.

Ich persönlich brauche diese Ähnlichkeiten nicht unbedingt (habe ich noch nie gebraucht, um mich wohlzufühlen), da mein Augenmerk momentan auf der Diskussion um HSP als Konstrukt selbst liegt. Dennoch bereichert es mich sehr, wenn man zusammen mit Gleichgesinnten dieses Thema, vielleicht auch weitere, vertiefen und diskutieren kann und es stört mich, wenn Themen generell in Richtung Harmonie-über alles gleichgemacht und glattgebügelt werden sollen, da es mich weder gedanklich noch emotional nicht weiterbringt. Zudem freue ich mich sehr auf das HSP-Treffen morgen und es ist mir egal, ob es da Ähnlichkeiten zwischen den Teilnehmenden gibt. Das lasse ich auf mich zukommen und ist spannend.

Bin gespannt auf eure Meinungen, Spekulationen, Gedanken, Ideen…

Schonmal schönes Wochenende!
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Bahamut » Sa 18. Nov 2017, 13:35

Ich denke, dass das keine HSP spezifische Sache ist, dass man Gesellschaft sucht.
Der Mensch ist generell betrachtet jemand, der soziale Kontakte benötigt um sich zugehörig zu fühlen.
Das gilt natürlich nicht für alle knapp 7 Milliarden Menschen auf der Welt aber durchschnittlich betrachtet trifft das wohl auf die Mehrheit zu.

Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass nur wenige Leute gern allein bzw. einsam sind und sich deshalb z.B. auch nach einer gescheiterten Beziehung sofort wieder in das nächste Abenteuer stürzen nur um eben nicht allein sein zu müssen. Manche Menschen können das einfach nicht (allein sein) wohingegen andere wiederum alleine glücklich sind.

Ich persönlich gehöre da eher zur zweiten Kategorie.
In meiner Jugend war ich viel unterwegs und da kam es dann auch schon mal vor, dass man am Wochenende mal mit 20-30 Leuten unterwegs gewesen ist.
Im Laufe der Zeit habe ich dann aber bemerkt, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat und wenn man da irgendwie in ein Fettnäpfchen tritt dann kann es ganz schnell zu Problemen und Anfeindungen kommen. Sei es, weil man ein sensibles Thema anspricht oder weil jemand eifersüchtig, neidisch auf den anderen ist etc.
Da kann es dann mal ganz schnell zu sinnlosen Streitereien kommen oder man wird ungewollt in Probleme anderer verwickelt die mit dem Erscheinen der Polizei enden.
Für mich ist schnell klar geworden, dass ich auf sowas sehr gut verzichten kann.

Bei mir ist es so, dass ich schon seit meiner Kindheit ein Alleingänger gewesen bin. Ich hatte nie wahnsinnig viele echte Freunde auf die man sich wirklich verlassen konnte aber die die ich hatte waren verlässlich. Das hat mir aber immer gereicht und ich war nicht darauf aus, mich in den Mittelpunkt zu stellen. Das war mir immer viel zu stressig, weshalb ich immer nur im Hintergrund geblieben bin. Auch heutzutage bin ich zufriedener wenn ich niemanden um mich herum habe. Ich habe dadurch meine Freiheiten, keine Pflichten gegenüber jemanden und muss mich auch nirgendwo für etwas rechtfertigen.

Allerdings ist es bei mir auch so, dass viele Menschen um mich herum Stress bedeuten würde. Dieser Stress würde dazu führen, dass ich sehr schnell müde und ausgelaugt bin und mich dann so oder so zurückziehen müsste um wieder Kraft zu Tanken. Das merke ich selbst auch bei längeren Gesprächen. Egal ob das Gespräche innerhalb der Familie sind oder außerhalb.

Ob sich jetzt durch ein Zusammentun Probleme lösen ist schwer zu beantworten. Natürlich kann es klappen wenn man eine verständnisvolle Person trifft die eventuell sogar ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie man selbst. Denn das führt ja immer dazu, dass man sich besser in den anderen hineinversetzen kann und somit erfahrungsgemäß auch Ratschläge geben kann, die dem anderen helfen KÖNNTEN, da sie einem selbst auch geholfen haben. Ich sehe das so, dass man sich schon mit so vielen neutralen Personen wie möglich unterhalten sollte um verschiedene Ansichten und Perspektiven bekommen zu können. Was man dann letztendlich mit diesen Ansichten macht bleibt einem ja selbst überlassen.

Zum Rest deines Beitrages bzw. deiner Fragen kann ich wenig schreiben, da ich ja erst seit ein paar Tagen hier bin und mir somit noch keine Meinung diesbezüglich bilden konnte.
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon abstract » Sa 18. Nov 2017, 14:01

Zusatz: Zu der genannten Gruppe gehört auch noch der "vielbegabte Scannertyp", den man auch anstelle von (evt. unerkannter) Hochbegabung einbeziehen kann. Insofern glaube ich, dass aufgrund diesen ganzen Überschneidungen und Ähnlichkeiten der letzten Zeit vielleicht wieder ein neues Buch erschienen ist, der diese Mischtypen veranlasst, in ein Forum zu gehen.
*wuff* Riecht nach Modethema oder sowas.
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Ibac » So 19. Nov 2017, 16:59

Hier angemeldet hatte ich mich, um Bekannte/ Freunde zu finden, denn ich bin schon immer eher ein Eigenbrödler gewesen und wenn es das Internet nicht gäbe, hätte ich gar keine Freunde. Zwar habe ich beruflich viel mit anderen zu tun, aber da ich mich auch gerne mal zurückziehe, werden im Real Life selten wirklich dauerhafte Kontakte daraus. Nun ist es nicht so, dass ich wahnsinnig viele Probleme hätte, bei denen mit Freunde helfen müssten oder mich unterstützen müssten. Also ich komme grundsätzlich mit meinem Leben ganz gut alleine klar; ich ärgere mich vielleicht mal über einen unfreundlichen Kollegen oder ich muss mal eine Überstunde machen, komme dadurch nicht zum Einkaufen und könnte es gebrauchen, dass jemand mal noch schnell in den Laden huscht und für mich was abends kauft. Aber das sind ja keine weltbewegenden Probleme, das sind eher Kleinigkeiten.

Ich mag es allerdings nicht, wenn viele Menschen um mich herum sind. Deswegen gehe ich nicht gerne zu Partys oder in Gaststätten und unterscheide mich vom Mainstream meines Alters. Ich esse lieber mit jemandem im Auto als mich bei McDonalds ins Restaurant zu setzen. Ich arbeite auch lieber für mich alleine als im Team. Ich würde nicht sagen, dass es mich dolle stresst, aber es ist unangenehm. Mir ist es manchmal auch schon zu anstrengend, dann abends nochmal außer Haus zu gehen. Daher ist es für mich ganz praktisch, dass mein einziger Freund im gleichen Wohngebiet wohnt. :)

Und ich muss zugeben, dass ich mich in den anderen HSPs etwas getäuscht habe, weil ich dachte, die sind doch bestimmt auch alle so wie ich - stimmt aber gar nicht. Also mein Stubenhocker-Ich-Will-Nicht-Raus-Gen haben eben doch nicht alle anderen HSPs und damit hatte ich vielleicht hier anfangs auch eine falsche Erwartung und war vor den Kopf gestoßen, dass andere HSPs 1. teilweise sehr aktiv sind (was ich bei HSP gar nicht erwartet hätte und mit mir Langweiler nichts anfangen können) und 2. manchma gar keine Kontakte suchen, weil die genug haben oder keine wollen.

Man darf halt nicht immer von sich auf andere schließen. Trotzdem bleibt der Wunsch, andere kennenzulernen, mit denen man auf einer Wellenlänge ist. Das muss keine absolute Ähnlichkeit bedeuten.

abstract hat geschrieben:Zusatz: Zu der genannten Gruppe gehört auch noch der "vielbegabte Scannertyp", den man auch anstelle von (evt. unerkannter) Hochbegabung einbeziehen kann. Insofern glaube ich, dass aufgrund diesen ganzen Überschneidungen und Ähnlichkeiten der letzten Zeit vielleicht wieder ein neues Buch erschienen ist, der diese Mischtypen veranlasst, in ein Forum zu gehen.
*wuff* Riecht nach Modethema oder sowas.

Ich habe keine Ahnung, was der Scanner-Typ ist. Bei mir ist der Scanner ein Bürogerät :) Dass es viele unterschiedliche Typen gibt, stimmt eben leider. Und man verhält sich manchmal nicht so, wie das andere erwarten. Um mal den Besserwisser heraushängen zu lassen :P ich bin auch laut IQ-Test hochbegabt, aber andere erwarten dann oft einen wissenschaftliche Interessierten mit Muse und Interesse für Kunst. Dass ich gerne einfach nur vorm Fernseher hocke und das anschaue, was halt so nachmittags oder abends läuft und absolut keine Lust auf Museum und Co. habe, ist dann wieder ungewöhnlich. Auch habe ich mal bewusst andere Hochbegabte kennenlernen wollen und hatte dann oft den Eindruck, dass die einen unterbuttern wollten und komisch reagierten, wenn man dem Klischee nicht entspricht. Denn eigentlich bin ich eine faule Socke, die ihre Talente dafür nutzt, mit wenig Aufwand viel zu erreichen und wenn dann andere kommen mit "aber du könntest doch..." dann ist das eher anstregend. Mein bester Kumpel hat einen Hauptschulabschluss und es bringt mir viel mehr, mit ihm einfach etwas herumzublödeln als mit irgendwem hochtrabende Diskussionen zu führen.

Also ich brauche anderen nicht, um Probleme zu lösen. Ich wünsche mir Gesellschaft eher, um eine gute Zeit miteinander zu haben, das Gefühl zu haben, dass jemand da ist. Ich habe durchaus die Suchfunktionn hier benutzt :) und anderen angeschrieben, aber viel ist noch nicht entstanden (wird vielleicht noch...).
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Puck » Mo 20. Nov 2017, 10:36

abstract hat geschrieben:Die Forschung hat ergeben, dass Frauen in allerlei Lebensfragen eher als Männer dazu tendieren, Gleichgesinnte finden zu wollen, die ähnliche Probleme haben und das Gruppengefühl für eine angenehme Stimmung sorgt.
Männer hingegen sind eher an Problemlösung orientiert und brauchen dieses soziale Zusammengehöringkeitsgefühl weniger als Frauen.

Stimmt meine Beobachtung, dass unter HS-Betroffenen eher Frauen und Gruppen und Foren gehen, dieses Thema eher Frauen anzieht?

Dieses Forum ist ein Forum von Frauen für Frauen, ohne Wertung aber darauf lässt sichs runterbrechen.
"Hochsensibilität" ist eine (ultra-)weibliche Thematik.
Für die meisten Frauen Heimspiel, für die meisten Männer Neuland.
Meine persönliche Vermutung: die Lernerfahrung (Begreifen, nicht nur Infosammlung) ist für die Mehrzahl Männer deutlich grösser - für die meisten Frauen im Vergleich dazu eher marginal, was ich wiederum mit der konservativen Ausrichtung und indirekten Förderung patriarchal geprägter Verhaltensweisen in Verbindung bringe.
Daraus ergibt sich auch der Duktus bzw. der eingeforderte Duktus.

Tips kann ich keine geben.
Beobachtungen hab ich auch gemacht, Modethemen und aktuelle Literatur hatte ich bisher noch gar nicht bedacht, danke für den Hinweis.
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Vennezia » Mo 20. Nov 2017, 14:35

Ich bin auch noch nicht so lange hier und finde diesen Strang sehr interessant.

Ich kann mir schon vorstellen, dass dieses Thema generell eher Frauen anzieht. Weshalb das so ist, dazu habe ich nur eine ganz vage und eigene Theorie.. Ich denke, zum Teil ist es anerzogen! Frauen sind das schwache Geschlecht und Männer eben das starke Geschlecht. Das impliziert für mich, dass Frauen die mit diesen Glaubenssätzen aufgewachsen sind, einen viel einfacheren Zugang zu ihren Emotionen und "Schwächen" haben, als ein Mann.

Meine Motivation hier in's Forum zu kommen war übrigens kein Buch. Diese lese ich erst jetzt, seit ich von meiner Hochsensibilität weiß, bzw. endlich selbst daran glauben kann, dass es so ist. Ich habe viele Jahre immer wieder um das Thema herumgeeiert und mich dafür interessiert, aber ich war nicht sicher, ob das wirklich auf mich zutrifft. Inzwischen weiß ich es und allein das macht mir seitdem in meinem Leben vieles sehr viel leichter zu verstehen.

Ich bin also hierher gekommen, weil ich einen riesengroßen Wissensdurst hatte. Was bedeutet es, eine HSP zu sein? Welche meiner Verhaltensmuster kann ich mir dadurch erklären und wie kann ich damit umgehen? Fragen über Fragen, die den Strang hier sprengen würden. Ich habe selbst ein wenig geschrieben, habe mich teils still durch viele Themen gelesen, hier und da mit diskutiert wenn mich ein Thema angesprochen hat, bzw. ich eigene Erfahrungen beisteuern konnte, oder Fragen dazu hatte.
Die Tatsache, dass hier im Vergleich zu anderen Foren der Umgangston sehr bedacht und wertschätzend ist, ist mir dann erst aufgefallen, als ich tatsächlich hier war. Der Wunsch, auf Gleichgesinnte zu treffen war sicher auch ein Punkt hierher zu kommen, aber in erster Linie um meinen Wissensdurst zu stillen. Wobei das für mich auch gern ein HSP-Treffen mit persönlichem Kontakt hätte sein können, bei dem man sich über das Thema HS austauschen kann.

Was ich hier allerdings selbst erlebt habe und wo ich mich selbst gar nicht rausnehmen möchte (bzw. mich selbst schon dabei ertappt habe) ist, dass hier im Forum vielleicht teilweise zu sehr und zu vehement auf einen freundlichen Ton geachtet wird. Bzw. darauf, alles nett in Watte zu verpacken, um das Gegenüber bloß nicht zu verletzen. Tut es dann doch jemand (also ein Thema nicht in Watte packen, aber trotzdem sachlich diskutierend), wird draufgehauen und darauf aufmerksam gemacht, dass das hier ein HSP-Forum ist. Nun denn, das aber nur am Rande. Wie gesagt, dabei habe ich mich selbst auch schon ertappt.

Interessantes Thema :-)
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon DesdiNova87 » Mo 20. Nov 2017, 19:42

Puck hat geschrieben:Dieses Forum ist ein Forum von Frauen für Frauen, ohne Wertung aber darauf lässt sichs runterbrechen.
"Hochsensibilität" ist eine (ultra-)weibliche Thematik.
Für die meisten Frauen Heimspiel, für die meisten Männer Neuland.


Ich habe das bisher überhaupt nicht so wahrgenommen. Ich fühle mich hier als Mann nicht fehl am Platz und es sind doch auch viele andere Männer hier.

Foren von Frauen für Frauen sind aus meiner Sicht Foren wie z.B. gofeminin.

Hochsensibilität is auch keine (ultra-)weibliche Thematik. Es gibt speziell Literatur auch für Männer zum Thema; die allermeisten Bücher behandeln aber sowohl hochsensible Männer als auch hochsensible Frauen.
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Puck » Mo 20. Nov 2017, 21:56

DesdiNova87 hat geschrieben:Ich habe das bisher überhaupt nicht so wahrgenommen. Ich fühle mich hier als Mann nicht fehl am Platz und es sind doch auch viele andere Männer hier.

Wer sagt denn, dass Du fehl am Platz bist?
Ich schrieb vom Gegenteil - als aufgeschlossener Mann kann man stark profitieren.
Es geht auch nicht um die Quantität.

Sich intensiv und ausgiebig mit Gefühlen, Gefühlswarnehmung auseinanderzusetzen; jeden Gedanken, jede Kleinigkeit ewig hin und her zu wenden sind also nicht mit weiblich assoziiert?
Inhalt Fotothread, Musikthreads...alles männlich?
Animositäten und Aggression unterschwellig spürbar machen, Kommunikation vor allem zwischen den Zeilen, direkte Konfrontation und Meinungsäusserung meiden bzw. die Fähigkeit dazu missen, gefühlsbetonte Duktus auch männlich assoziiert?
Aufsätze über Liebeskummer, winzige Kränkungen, Gefühlschaos etc. etc. männlich?

Meine Aussagen beziehen sich nicht aufs biologische Geschlecht und sind auch nicht wertend.

Ich wage auch zu behaupten, dass wenn man von der Oder aus Richtung Ural wandert der Anteil Männer die das Thema HS überhaupt erstmal ein wenig für voll nehmen, ziemlich zügig abnimmt.
Und in einigen meiner früheren Soziotope wäre HS auch ganz klar einfach nur "Muschi-Bullshit".

Edit:
Ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass Mann Hochsensibel auch wunderbar als Masche nutzen kann um mal eine zu verräumen?
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon DesdiNova87 » Mo 20. Nov 2017, 22:20

Bisher hat niemand insinuiert, dass ich hier fehl am Platz bin, bis zu deiner Einschätzung, es sei hier ein Forum von Frauen für Frauen. Ich teile diese Meinung nicht, und ich fühle mich auch nicht falsch hier.

Ich sehe auch nicht, warum Musik- oder Fotothreads mit einer geschlechterspezifischen Assoziation verknüpft sein sollen. Ich bin aktiver Musiker und ich fotografiere auch gerne. Das hat doch nichts mit meinem Geschlecht zu tun.

Ich denke deine recht eingeengte Sichtweise ergibt sich aus deiner Sozialisation und subjektiver Lebenserfahrung.

Schon das Wort "Muschi-Bullshit", welches ich ehrlich gesagt schrecklich finde, verleitet mich zu dieser Annahme. Nur weil ein paar Hohlköpfe so denken muss man es sich ja nicht für sich übernehmen oder sich davon beeinflussen lassen.
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Re: "Gleichgesinnte finden", "Austausch", "Tipps erwünscht".

Beitragvon Puck » Mo 20. Nov 2017, 22:34

Na dann is ja gut.
Ja, liegt wohl an MEINER eingeengten Sichtweise.
Lass Dich doch nicht verunsichern! _läch_
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