2 Phänomene möchte ich beschreiben, weil mir plötzlich wie Schuppen von den Augen fällt, dass sie mit der HS in Verbindung stehen könnten. Ich wüsste gerne, wer das ähnlich erlebt und wie ihr den Zusammenhang zu HS seht:
1. Phänomen: Seit Kindesbeinen imitiere ich andere Leute und sorge damit für Spass und Gelächter. Auch habe ich im Laien-Theater gespielt und hier tauchte die Imitations-Gabe auch auf. Das war so: ich wusste nie, wie ich die Rolle mit Leben füllen sollte (also aus mir selbst heraus fällt es mir schwer, eine Rolle auszustatten). Deshalb habe ich mir irgendwann angewöhnt, den Regisseur zu fragen: "Spiel mal vor, wie Du die Person haben willst!". Er hats mir vorgespielt und dann habe ich sein Spiel einfach 1:1 imitiert und das klappte. Ich hatte die Rolle dann komplett auf dem Schirm und alle Details aus seinem Spiel kopiert. Andere Schauspieler machten es anders und ich konnte nie verstehen, warum sie nicht diesen "einfachsten Weg" wählten.
2. Phänomen: Wenn ich viel Zeit mit jemanden verbringe, fange ich an, dieser Person zu ähneln. Mir ist das nie aufgefallen, bis mir meine Schwester (als wir Kinder waren) eines Tages sagte: "Seitdem Du von den Ferien mit Deiner Freundin Camilla wieder da bist, redest Du genauso wie sie - stell das ab, das nervt." Ich war ziemlich perplex. Denn weder hatte ich es absichtlich getan, noch wusste ich, wie ich es willentlich wieder ablegen soll. Es WAR einfach so, dass ich plötzlich Camillas Tonfall, ihre Vokabeln und einige Eigenheiten (Gesten/Mimik) übernommen hatte. Zurzeit date ich jemanden und merke, wie ich seine Art, eine krause Schnute zu ziehen und seinen Tonfall und seinen Gang übernehme - das ist irgendwas zwischen witzig und erschreckend?
Ich frage mich, ob das mit mangelnder Abgrenzung zu tun hat (also zu sehr beim andern sein und ihn komplett in sich aufzusaugen und darüber die eigene Erscheinung zu vergessen). Ich weiss manchmal garnicht mehr genau, wie ICH eigentlich handeln und reagieren würde und konstruiere mir dann eine Reaktion die zu dem passt, was ich für mein ICH halte. Aber es kommt nicht aus dem Bauch.
Manchmal mache ich mir Sorgen, dass ich nie mit jemandem mein Leben verbringen können werde, weil ich mich verliere und dann sein Leben lebe. Die oben geschilderten Phänomene sind also nicht das eigentliche Problem, sondern vielleicht nur eine Weise, wie sich der Wesenszug der mangelnden Abgrenzung und der umfassenden Beobachtung äußern kann.
Haltet ihr das für plausibel?
Wie geht es Euch damit?
Imitiert ihr auch Leute?
Wie stellt ihr das ab?
Über Antworten würd ich mich sehr freuen.
Eure Tootsie-Nachäfferin




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