besondere Umstände Entspannung überhaupt herzustellen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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besondere Umstände Entspannung überhaupt herzustellen

Beitragvon sanfte_Wellness » So 9. Okt 2011, 04:25

Hallo!

Seit einiger Zeit ist mir klar, dass ich intensiver meinen Stress-Quellen auf den Grund gehen muss und das auch gerne tuen möchte, um einen insgesamten sowie gesundheitlichen Ideal- bzw. einfach besseren Zustand herzustellen.

Hierfür ist Ruhe, Zeit für mich, mal fern von allen Geräuschen, Manipulationen, Suggestionen, Aufregern usw. Vieles konnte ich schon so bewirken, dass eine gewisse Ruhe automatisch hergestellt ist. Kopf und Herz und schließlich mein Gemüt brauchen aber mehr Sicherheit um mich herum, mehr Aufmerksamkeit, mehr Ruhe. Die ich selbst auch ein bischen herstellen muss.
Genau das ist in gewisserweise das Problem. Ich muss anderen Menschen sagen, dass ich jetzt 10 Minuten (müsste eigentlich vom Gefühl her zeitlich unbegrenzt sein) für mich ALLEIN brauche, um mich wieder fassen, sammeln zu können und schauen, dass alles wieder ín mir aufgeräumt wird _grin_ _yessa_ Mittlerweile dient es auch dazu, mein Herzklopfen zu beruhigen - mit Autogenem Training.

Manche Menschen habe große Probleme damit, wenn ich sage, ich brauche so und soviel Zeit mal ganz für mich alleine _nüxweiss_ Ich habe neulich jemand am Telefon versucht klar zu machen, dass bei uns bitte nicht so oft angerufen werden soll. Nicht gesagt habe ich, dass damit auch von der Person nicht die ganzen Probleme hier tonnenweise hier abgeladen werden (werden auch nicht abgeladen, es sind ewige und dem Anschein nach unlösbare emotionale Probleme).

Mein Problem ist, dass ich gerne für die Person da sein möchte, das sie sich nicht zurückgewiesen fühlt usw. aber das ist das Problem, sie fühlt sich zurückgewiesen, wenn ich sage, sie soll nicht so oft anrufen. Also muss ich halt di eTechnik ausstecken immer mal wieder fü r ne Weile - was ich allerdings am liebsten ganz und für immer und zwar für alles und jeden tun würde. Im ganzen Haus.

Für Entspannung für mich sorgn zu wollen, heißt für mich auch, Mitleid mit den Leuten zu bekommen, die ich dem Anschein nach zurückweise. Mitleid kann auch ein ziemlich nagendes Gefühl sein. Ich habe schon als Kind tiefgreifende Mitleidsgefühle für andere Menschen gehabt. Mitleid kann dann auch noch mal zu einem grundsätzlichen moralischen Lebensthema ausarten, was dann widerum Angst bei mir erzeugt, dass ich wesentliche Menschen in meiner Umgebung vielleicht verlieren könnte. Was dann wiederum den Teufelskreis erzeugt, dass ich mich diesen Menschen er-gebe, ihnen was tue, mich mit ihnen treffe, mir ihre Problem anhöre. Ich versuche zwar, rationale Distanz zu wahren, um mein Herz zu schützen, aber letzendlich geht das Gehörte ja doch auch alles auch aufs Gemüt. Grad, wenn ich auch immer versuche möchte, die Probleme zu lösen oder Sorgen und Angst der Person zu nehmen..Meine HInweise auf BEratungsstellen, HIlfseinrichtungen ignoriert sie, sie ist sich sicher, dort nicht das zu finden, was sie sucht bzw. was sie zur Klärung des Problems bräuchte. Sclimm ist, dass die schlimmsten emotionalen Problemversursacher und Belaster aus meiner eigenen (Herkunfts-) Familie stammen, was die Tragweite der emotionalen Belastung noch schlimmer macht. Hier dann zu sagen, dass ich mich lösen soll ist demnch verdammt schwierig, weil es automatisch den beschriebenen Teufelskreis auslöst. Ich stelle fest, dass dieser TEufelskreis einen ziemlichen emotonalen Knoten um mein Herz schnürt, was so nicht gut ist.Stur die Distanz dann aufzubauen tut mir widerum auch schlecht, weil ich eben nicht stur bin. Ich meine, ich kann schon auch ehrgeizig sein und zielstrebig aber stur im Gefühl weniger. Da will ich aus meinem Herzen keine M*grube machen.

Der bei mir abgespeicherte Duktus ist, dass man immer was zu tun haben muss. Und auf dem Sofa liegen, ist ja auch sowas wie ein abfälliges Schimpfwort geworden "liegt den ganzen Tag auf dem Sofa" - Floskel. Und das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich mal nur Ruhe und Stille habe, rührt vielleicht auch daher.

Dann schicke ich diesen Beitrag mal los. Tschüss mal und viele liebe Grüße sanfte_wellness _hello_
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Re: besondere Umstände Entspannung überhaupt herzustellen

Beitragvon DrKatZe » So 9. Okt 2011, 09:23

Ruhe zu brauchen und sich diese einzufordern ist ein natürliches menschliches Bedürfnis. Wir brauchen Ruhephasen, um zu erholen, zu verarbeiten, abzulegen und neue Kraft zu tanken. Nicht nur Schlaf gibt uns diese Erholung. Auch am Tage ist es notwendig, sich SELBST diese Ruhe einzugestehen und sie sich SELBST auch einzufordern. DAS DARFST DU! Schließlich geht es dabei ja um deine eigene Gesundheit. Die steht vor allen anderen an erster Stelle.

In deinem Post ist mir eines aufgefallen, was anders formuliert, bei dem Gegenüber vielleicht "besser" ankommen könnte.

"sie fühlt sich zurückgewiesen, wenn ich sage, sie soll nicht so oft anrufen."

Ich nehme an, sie fühlt sich zurückgewiesen, weil sie in der Aussage versteht, dass sie unerwünscht ist und etwas falsch gemacht hat. Würde zu ihr stattdessen etwas gesagt werden wie: "Ich rufe dich an, wenn ich mich auf unser Telefonat richtig konzentrieren und mit voller Aufmerksamkeit da sein kann." könnte sie es unter Umständen so verstehen, dass du in diesem Moment "nur einfach" keine Zeit hast. Bzw. wenn du von dir sprichst in der "Ich-Form" und sagst, wie es dir geht, dann bekommt dein Gegenüber die Chance dich zu verstehen ohne sich selbst angegriffen oder falsch zu fühlen. Du kannst dann in diesem Fall entscheiden, wann du bereit bist, dich ihrer Sorgen anzunehmen, wann du genug Energie aufbringen kannst für sie.

Ich nehme an, dass du die Person, um die es dir geht, nicht grundsätzlich ablehnst, sondern dass es zeitlich und kräftemäßig für dich nur unpassend ist, wenn sie anruft und deine ganze Aufmerksamkeit einfordert. Ich finde, du kannst ihr ruhig sagen, dass es in diesem Moment nicht passt und du sie gern später am Tage zurückrufst. Das muss gehen. Nicht immer hat man ein Ohr für jemanden in dem Moment, wenn es der andere gern einfordern möchte. Das ist ok so.

Natürlich ist es ungewöhnlich für das Gegenüber, wenn es plötzlich anders läuft als bisher gewohnt. Aber schließlich hat das gegenüber viel mehr von dir als Zuhörer, wenn du fit und bereit bist, zuzuhören und das selbst entscheiden kannst.

Verstehst du, wie ich das meine?

Eine Situation so gut es geht (also nicht überspitzt) positiv zu bewerten, bzw. die Potentiale die eine noch so im ersten Moment negativ anmutende Situation hat, zu erkennen ist nicht einfach. Ich lerne das selbst auch grad sehr ausgiebig und stoße noch regelmäßig an meine engen Grenzen. Dennoch denke ich, dass es MIR gut tun kann, wenn ich versuche so an etwas heranzugehen. Das stärkt mein Selbstwertgefühl, mich auf mich verlassen zu dürfen, richtig zu sein wie ich bin und dem Gegenüber zeigt es, dass auch es nicht falsch am Platz ist, sondern die Situation anders bewertet wird, nicht aber die Person.

Ich hoffe, ich kauderwelsche dir hier nicht was utopisch Klingendes vor. icon_redface Ich denke nur, dass es einem selbst so einiges erleichtern kann.

Fakt ist:
Du bst dein Hirte und hast jedes Recht, über dich, deinen Gemütszustand und den Einsatz DEINER Energie zu entscheiden. Niemand anderes. Es kommt schließlich darauf an, wie man damit umgeht. _knüddel_
Gib mir Kraft, zu verändern, was ich verändern kann, und die Gelassenheit, geschehen zu lassen, was ich nicht verändern kann, und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden. .Seneca.

Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Aber ich bin nicht verantwortlich für das, was du verstehst.
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Re: besondere Umstände Entspannung überhaupt herzustellen

Beitragvon sanfte_Wellness » So 9. Okt 2011, 17:34

Hallo DrKaTze,

vielen Dank für deine ausführliche und einfühlsame Antwort. Ja, da kann ich dir in allem nur zustimmen und Recht geben und meine Gesundheit und Entspannung müssen vorgehen. Und ja, hm, da hätte ich wohl besser formulieren können! Ich werde das das nächste Mal schon so machen, dass ich dann sage, ich rufe später an, denn ja, du hast recht, die Person lehne ich nicht grundsätzlich ab!

Du schriebst:

Auch am Tage ist es notwendig, sich SELBST diese Ruhe einzugestehen und sie sich SELBST auch einzufordern

Das ist ein Punkt, den ich intensiver noch angehen möchte. Ich bin dabei, auch unterwegs, wenn es irgendwie möglich ist, ein bischen Autogenes Training anzuwenden, dass sich meine Arme und Beine und mein Nacken immer wieder entwas lockern können und es ist erstaunlich, wie ich dann merke, wie an- und verspannt ich eigentlich schon wieder war! Wie ich meine Halsmuskulatur anspanne, die Schultern nach oben ziehe, der Bauch sich verspannt und alles irgendwie nach oben zieht und alles sich verspannt ...

Hatte neulich einen interessanten Satz gelesen: dass der Mensch Stress gerne mit dem Bauch festhält...vielleicht kann ich da ein grundsätzlich e Entspannung fördern.

Und heute habe ich gelesen und mir vorgenommen, abends einen kleinen Tagesplan für den nächsten Tag zu machen und zwar: nicht zuviel, wie ich das gerne tue, Pufferzeiten einplanen, alle zwei Stunden eine kleine Pause oder ein gewisses Innehalten einplanen, Bauchatmung, Durchschnaufen..hm, freue ich mich schon drauf, das heute Abend zu machen..

Natürlich ist es ungewöhnlich für das Gegenüber, wenn es plötzlich anders läuft als bisher gewohnt

Ja, und das es anders laufen wird als bisher, nälich gesünder, stress freier und im positven HSP-Sinne, dafür sorge ich und ich werde alle nach und nach schonend darauf vorbereiten.

Danke nochmal ! Liebe Grüße sanfte_wellness _flöwer_ _biggrin_ _biggthump_up _hello_
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