Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film/ TV

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Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film/ TV

Beitragvon herzblut » Mo 18. Jul 2011, 21:05

..und wie es sich anfühlt, wenn man kaputtes wieder zusammenfügen kann!

Hallo Ihr Lieben,

kennt das noch wer - in diesen Action Filmen, bei denen hunderte Austos zu Schrott gefahren werden,
Möbel, Geschirr brechen - oder ganze Wohnungseinrichtungen zerstört werden. Wenn in Supermärkten
sinnlos Lebensmittel fallen und zerbrechen und was weiß ich noch alles kaputt geht - konnte ich noch nie hingucken _nüxweiss_ big_cry2

Auch im privaten, ich rege mich zwar nie im Nachhinein auf, aber wenn etwas herunterfällt und zerbricht, hinterlässt das oft ein schales Gefühl bei mir -
schlimm finde ich, wenn Leute aus Wut z.B. Handys gegen die Wand werfen oder sonst etwas kaputt machen?

Nun habe ich aber für mich herausgefunden, wie schön es ist, wenn man Sachen wieder herstellen kann, ganz alte oder einzigartige - auch bei Kleidungsstücken liebe ich es, zu sehen, wie ich Flecken herausbekomme oder mit Hilfe von Nadel und Faden Dinge wieder "zum Leben erwecke"!

Wie geht es euch mit heil und kaputt?

Lieben Gruß, herzblut
„Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen.“
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Siggi » Mo 18. Jul 2011, 23:03

Ich liebe es irgendetwas zu reparieren, egal was. Ob es jetzt ein alter Radio, eine Kaffeemaschine, oder auch nur eine aufgegangene Nahrt an einem Handschuh ist. Ich versuche es zu reparieren und weiter zu verwenden. Oft klappte es auch ganz gut. In wenigen Fällen war es danach aber auch ganz kaputt. Aber wenn ich es geschafft habe es zu reparieren, war ich immer sehr glücklich. Gerade auch dort wo logisches Denken vorraussetzung dafür war wie z.B einen Schaltplan zu einem elktrischen Gerät nachvollziehen um den Fehler zu finden finde ich immer sehr spannend.

Wenn jemand mutwillig etwas kaputt macht, sei es sein eigenes oder gar etwas femdes oder Allgemeingut, kann ich es meißt nicht verstehen. Ich sehe dabei immer vor mir, wie lange jemand dafür gebraucht hat um es zu schaffen, und dann wird es enfach so zerstört. Da steigt auch manchmal Wut in mir auf.
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Lavendele » Di 19. Jul 2011, 07:48

Hallo Ihr Lieben!

ich mag solche Filme auch nicht, wo sinnlose Zerstörung stattfindet. Im realen Leben geht natürlich schonmal etwas kaputt besonders wenn 2 Kids noch im Haushalt sind und hier immer " der Bär tobt" _grin_ . Das macht hier natürlich keiner mutwillig- das passiert eben. Trotzdem bin ich dann immer ein wenig traurig, weil sämtliche Dinge die ich gekauft habe oder geschenkt bekommen habe, da hänge ich dran, weil für mich immer eine kleine Geschichte dranhängt und ich alle Dinge mit viel Liebe ausgesucht habe. Mein Vater hat für alles einen Spezialkleber und er kriegt es meistens so hin, dass man es nicht sieht. _yessa_ Reparierte Dinge, denen man es ansieht mag ich nicht und dann trenne ich mich auch davon..dann denke ich- gut dieses Teil möchte nicht mehr bei mir bleiben- das macht es dann einfacher für mich.Dass ich für materielle Dinge Liebe empfinde ist mir jetzt erst richtig bewußt, es war ja schon immer so- allerdings bin ich da oft auf Unverständnis gestoßen und ich habs für mich behalten.

Stichwort Kleidungsstücke. Manchmal bekommt man ja reduzierte Kleidungsstücke mit kleinen Mängeln und da freue ich mich dann, wenn ich das wieder hinbekomme.
Vorgestern habe ich mir noch ein paar weiße Blusen, die vergilbt waren gebatikt, sie sehen nun wunderschön aus und haben einen individuellen Touch.
So ist das Leben" , sagte der Clown und malte sich
mit Tränen in den Augen, ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Hamlet » Di 19. Jul 2011, 10:22

Sinnlose Zerstörungswut finde ich furchtbar! Während eines Filmes sage ich mir immer, dass dies alles Kulissen sind. Da hilft.

Mir kam plötzlich eine Erfahrung in den Sinn. Als Teenager war Ordnung halten nicht so meine Stärke. Und der damalige Freund meiner Mutter hat vor meinen Augen den gesamten Schrankinhalt meines Kleiderschrankes ausgeschüttet. Das war schon grausam und entfachte große Wut.

Mein Talent liegt eher im unabsichtlichen kaputt machen und dann bin ich sehr traurig. Außerdem mag ich es nicht, wenn meine Kleidung ein Loch hat oder arg schmutzig wird. Ich habe sogar extra Kleidung für den Urlaub. Und eine Zweitbrille…die Trage ich beim Sport, Umzug, Urlaub…usw. immer dort wo die Möglichkeit besteht, dass meine Lieblingsbrille Schaden erleiden könnte.

Liebe Grüße,
Hamlet
"Als ich jünger war, konnte ich mich an alles erinnern, egal ob es wirklich passiert war oder nicht."
Mark Twain

"Und ich wär hier so gerne zu Hause,denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.
Doch ich werde hier nie so zu Hause sein,wie die Freunde der Realität"
Funny van Dannen
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Zeitreisender » Di 19. Jul 2011, 17:27

Hallo herzblut,

die Zerstörung in den Filmen gehört wohl einfach zu unserer Zeit, in der alles Dagewesene beim nächsten Mal übertroffen werden muss, um die Zuschauerzahlen zu sichern. Höher, schneller, teuerer, brutaler, kaputter.

Es gehört wohl eine Art Voyeurismus beim Zuschauer dazu, sich diese blinde Zerstörungswut anzusehen, denn im eigenen Leben ist es eher unwahrscheinlich so überdimensional den negativen Folgen von emotionalen Entgleisungen fröhnen zu können. Da haben im Forum vermutlich mehr Menschen eine leichte Aversion im Blut, als die weniger sensiblen.
In meinem Leben unterscheide ich zwischen Gebrauchsgegenständen und Seelendekoration. Wenn ersteres zu Bruch geht versuche ich zu flicken. Wenn es unbefriedigend geflickt ist geht es den Weg allen irdischens. Unabhängig davon, wer der unglückselige Verursacher war, mit Absicht war es nicht, also Verzeihen und weg damit. Materialismus pur, aber ich denke, da wird sich in den kommenden Jahren ein Wertewandel vollziehen.

Bei Kunstgegenständen und Antiquitäten bin ich schon empfindsamer, daher habe ich im Laufe des Lebens gelernt für andere mit zu denken, um zu schützen, was die Zeit überdauern sollte. Nötigenfalls würde ich aber auch hier reparieren, weil es mir gut tut zu erhalten. In diesen Fällen scheue ich auch nicht davor zurück einen Fachmann zu beauftragen, so es mit meiner Vernunft, meiner Geldbörse und meiner Treue zu geliebten Dingen vereinbar ist.

Bei jeder Reanimation von defekten Umgebungsfüllern jubelt in mir die Kreativität, weil es oftmals nicht mit Tesafilm und Uhu getan ist. Reindenken mag ich, und ich nehme die Herausforderung immer ersteinmal an. Aufgeben muss ich erst, wenn ein Artefakt der Vergänglichkeit nach zehn Jahren immer noch auf die Wiederherstellung wartet. Dann war es nicht wichtig genug. Und bei dieser Denkweise halte ich mich immer noch für normal, denn egal wie wir sind, die Natur will uns so.

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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon liberata » Di 19. Jul 2011, 17:43

Oh, ich freue mich auch immer tierisch, wenn ich etwas Kaputtgegangenes reparieren konnte. Mir sind alte Sachen sowieso viel lieber als neu gekaufte. Alte Dinge haben einfach mehr Seele.

Zeitreisender hat geschrieben:Höher, schneller, teuerer, brutaler, kaputter.


Traurig, aber wahr. Das gehört zu unserer Wegwerfgesellschaft dazu. Wenn schon alltägliche Haushaltsgeräte mit geplantem "Verfallsdatum" (geplante Obsoleszenz) gebaut werden, ist der Schritt hin zum mutwilligen Zerstören ja nicht so groß.


(Das Wort Seelendekoration muss ich mir merken!)
Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Nicky » Mi 20. Jul 2011, 14:38

Hallo Herzblut,

ich weiß genau was du meinst. Ich bin oft total geknickt wenn etwas kaputt geht. Schon alleine das Geräusch wenn etwas zerbricht oder abreißt usw. geht mir teilweise extrem unter die Haut. Ich freue mich dann oft wie ein kleines Kind wenn ich weiß, dass es jemanden gibt, der mir das Teil wieder reparieren kann.
Wenn im Fernsehen etwas kaputt geht, dann leide ich oft still mit den Darstellern weil ich mich so gut in sie hineinversetzen kann.
Manchmal nervt mich diese Eigenschaft, aber es gehört nunmal zu mir- und abstellen kann ich das leider nicht.

Liebe Grüße

Nicky
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In jedem von uns steckt die Macht, sein Leben so zu gestalten wie man es sich wünscht!
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Jamania » Do 21. Jul 2011, 11:56

Mir geht sehr viel kaputt icon_redface, ich bin oft fahrig und überfordert, dann passiert es.
Mal mit Dingen, an denen ich hänge, mal mit mir egal-Zeug.
Aber daher habe ich eine eher distanzierte Beziehung zu den meisten Sachen. Sie sind Gebrauchsgegenstände, ersetzbar und vor so was wie richtig schönen, mir wertvoll erscheinenden Dingen habe ich oft zu viel Respekt als das ich mich ihnen nähere, weil eben... _nüxweiss_

Mutwillige Zerstörung im Film kann ich nicht ausstehen, wobei ich es dramaturgisch durchaus einsehe und es mich da nicht kneift, wenn es passiert.
Bei Action und hau-drauf Filmen kommt es einfach nur noch als weiterer Negativfaktor dazu, da ich das ganze Konzept sowieso nicht mag und alle Effekte, die dazu gehören wie Hysterie, Krach, schnelle Bildfolgen sowieso aggressiv und überreizend auf mich wirken. Da ist die Zerstörungsorgie oft nur noch die Krönung.
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Viola cornuta » Do 21. Jul 2011, 13:13

Ich oute mich auch als Reparaturfan. Alte, gepflegte Dinge sind schöner und haltbarer als Plastikmist.

Diese Einstellung läuft nur leider dem Kapitalismus zuwider, der Menschen zu dieser Wegwerfmentalität erzieht, da er davon abhängig ist. Leider, weil diese Erziehung manchen Menschen diese Denkweise schwer macht.

Der Trend geht aber in Richtung Reparatur und Beständigkeit, allein wenn man sich eine Zeitschriftenauslage anschaut, wieviele "Landleben" und ähnliche Sachen da liegen.

Eine romantisierte Vorstellung von Beständigkeit, die eben auch die Reparatur und Wertschätzung alter Dinge beinhaltet, ist der letzte Schrei.

Ich denke über kurz oder lang wird sich das auch in Filmen zeigen...da frage ich mich schon länger wann dieser Trend denn ankommt.

Zu meiner Einstellung bezüglich Gewalt Dingen gegenüber:
Unnötige Gewalt in Filmen und in der Realität mag ich nicht, egal ob sie Sachen beschädigt oder Lebewesen.

Auf der anderen Seite regt es mich nicht wirklich auf wenn mir was unwiderbringlich kaputt geht, es ist nur ein Ding. Priorität haben für mich immer Lebewesen, und wenn es erforderlich ist, ein Ding kaputt zu machen um ein Lebewesen zu schützen, dann weine ich dem Ding keine Träne nach.
Funktion geht für mich auch vor Unversehrtheit (bei Dingen, wohlgemerkt!), wie man an einigen meiner Blumentöpfe sieht, die teilweise Villeroy und Boch Erbstücke oder, wie eine Deckelvase, Knochenporzellan sind, was sie nicht davor bewahrt hat, ein Drainage Loch in den Boden zu bekommen.
Würde ich nicht wieder tun, Porzellan ist auch mit einem Keramikbohrer sauschwer durchzubekommen. Das ist aber auch der einzige Grund.
Schade ums Porzellan? Nö, jetzt erfüllt es einen Zweck.

Um Dinge zweckdienlich zu machen scheue ich auch vor brachialer Gewalt und Lärm nicht zurück.

Unnötiges Zerstören regt mich aber sehr auf...jedes Mal wieder.

Lustigerweise greift dabei auch mein "Fantasyfilter", der dafür sorgt daß ich mir ohne Probleme Fantasyfilme mit Gewalt ansehen kann, je unrealistischer desto besser.
In Fantasyfilmen stört es mich nicht wenn Dinge zerstört werden, sie sind ja nur Kulisse :-)
In realistischen Filmen ist es wahrscheinlich die Abbildung von etwas das so oder so ähnlich bereits geschehen ist.

Lieben Gruß!
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Re: Das Gefühl dabei, wenn Sachen kaputtgehen - auch im Film

Beitragvon Sensi » Do 21. Jul 2011, 15:59

Mir ist kürzlich meine geliebte Kaffeetasse runtergefallen; ich hatte sie schon sehr lange und sie war handgetöpfert (ich liebe Getöpfertes);
zuerst habe ich mich total geärgert; aber was nützt es?
Ich habe es mir dann bewußt gemacht, dass ich mich lange an ihr erfreut habe, war dankbar dafür und konnte meine Anhaftung loslassen.

Inzwischen habe ich ne neue (auch getöpferte) Kaffeetasse, an der ich mich nun erfreue.

Liebe Grüße
Sensi
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