Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon monchichi » Fr 3. Mär 2017, 16:31

... hallo an alle!

Ja, der Frühling kommt langsam und bei mir steigt die "Panik" auf.
Nein, so schlimm ist es nicht, aber ich habe doch schon ein etwas mulmiges Gefühl wenn ich an den Sommer denke.
Warum?
Wir haben hier ringsum Nachbarn. Und von früh bis spät Geräusche über Geräusche. Autotürgeknalle, Rasenmäher, Kindergeschrei, Hundegebelle, Rauchgestank vom Grillen und so weiter. Ach ja, und nicht zu vergessen: Die Nachbarin mit ihrer täglich frisch gewaschenen Wäsche mit übertriebenem Weichspüler-Chemie Gestank der zu meinem Balkon und in meine Fenster zieht.
Das fröhliche Getue nervt mich ebenso.
Zudem die Hitze und die Sonne, die ich im allgemeinen schlecht vertrage und das die Sonne erst so spät untergeht, mag ich nicht.
Ja, es ist schön wenn im Frühling die Natur wieder anfängt zu blühen etc. . Aber alles drumherum nervt mich und macht mich regelrecht krank bzw. verstärkt alle meine Symptome (bin chronisch erkrankt + hochsensibel - tolles Duo).
Wir hatten dieses Jahr nicht mal mehr einen schönen Winter. Schneeflocken und Stille. Das gibt es nicht mehr. Leider.
Erzählen darf man das niemanden, sonst wird man ausgelacht oder es wird wegen Unverständnis der Kopf geschüttelt.

Ich sehne mich nach Ruhe, viel Natur.
Da komme ich gleich in's Träumen - Cornwall oder Schottland wäre mein Traum.
Abgelegens Cottage mit schönem, wildgewachsenem Garten und viele Tiere.
Naja, träumen darf man ja noch und kostet zum Glück (noch) nichts.


Wie fühlt ihr euch so kurz vor dem Frühling/Sommer?
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon Miss Marple » Fr 3. Mär 2017, 18:58

Hallo...
Bei mir ist es anders...ich bin das grau in grau soooo leid..warte sehnsüchtig auf jeden Sonnenstrahl...
Dann muss ich raus..Garten..pflanzen...
Winter liebe ich auch...mit Schnee und kalt...aber so was gibt es hier im Norden ja kaum noch...gefühlt haben wir hier ein halbes Jahr ( minimum) nassen kalten Herbst... Dann noch ein viertel Jahr nassen Frühling...

Geht mir momentan sehr auf das Gemüt..

LG
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon free thinker » Mo 6. Mär 2017, 21:07

Hallo monchichi,

keine Sorge, Du bist nicht allein! Ich kann deine "Panik" gut verstehen, mir selbst graut es ebenso, wenn auch weniger vor dem Frühling, sondern mehr vor dem unausweichlich kommenden Hochsommer. Aber der Frühling ist ja gewissermaßen eine Hinleitung zum Sommer.

Meine ganz persönlichen Lieblings-Jahreszeiten sind Winter und Herbst. Die eisige Kälte, der hellblaue Himmel, das fallende Laub, die Gemütlichkeit beim Betreten eines geheizten Raumes nach einem Spaziergang draußen, ich mag es einfach. Ich sehe es aber genau wie du, der diesjährige Winter war einfach zu warm und frustrierend kurz.

Dem Frühjahr stehe ich ambivalent gegenüber. Auf der einen Seite die Natur, die langsam wieder zum Leben erwacht, die zwitschernden Vögel und das erste neue Laub an den Bäumen. Auf der anderen Seite wird es wieder warm und die Gräser sprühen all ihre Allergene in die Luft (ich reagiere leider stark allergisch auf fast alles was blüht).

Nun, der Sommer und ich, wir stehen leider seit jeher auf Kriegsfuß miteinander. Neben der Geräuschbelastung durch überall offen stehende Türen und Fenster bei den Nachbarn, die du schon geschildert hast, und bedingt dadurch angehörte Privatgespräche stören mich vor allem die Temperaturen. Alles über 21 Grad ist mir leider viel zu warm. Zu warm zum Schlafen, zu warm zum Denken, zu warm zum Entspannen. Über 26 Grad ist es bei mir mehr eine Art dauerhafter Dämmerzustand, wahrscheinlich bedingt durch den Schlafmangel, der erst vorbei geht, wenn es endlich wieder kälter wird.

Und bedingt durch die Hitze unangenehmer Schweiß auf der Haut und die Gerüche bei den Mitmenschen, besonders "angenehm" bei längeren Zugfahrten. Nun ja, ich brauche es nicht weiter auszuführen.
Doch, eine Sache fällt mir noch ein: Kurze und kürzeste Kleidung, vor allem bei Personen männlichen Geschlechts, die sich doch bitte lieber ein Shirt in ihrer Größe gekauft hätten und nicht die Version mit einem ach so lustigen Spruch wie "Bier formte diesen schönen Körper" in XXS um auch wirklich viel des Erwähnten zu zeigen.

Oh oh, entschuldigt, ich schreibe mich anscheinend in Rage.

Wie dem auch sei monchichi, schön, dass jemand diesen Thread eröffnet hat. Ich kann nur hoffen, dass der Sommer diesen Jahres genauso kurz wird wie dieses klägliche Etwas, das kaum Winter zu nennen war.

Damit wünsche ich noch einen schönen Abend,
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon adele » Di 7. Mär 2017, 07:32

bei mir scheint alles anders zu sein als bei den obigen schreibern, denn ich warte sehnsüchtig auf wärme und viel sonne u. rausgehen können.
ich hab rheuma u. ich fühle mich dann viel besser.
als neulich so schlimmer sturm z.b. war.... wußte ich morgens nicht mit meinem rheuma, wie ich vom bett zum WC hinkommen soll.
sonne und wärme, ich freu mich auf euch und kommt doch bitte schon bald.
adele
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon Muntje » Di 7. Mär 2017, 11:25

Adele, Du sprichst mir aus dem Herzen…

Offenbar bin ich sogar zur falschen Zeit am falschen Ort der Welt geboren:
Das Graue, das Kalte, das Kahle – ist es nicht entsetzlich? Hat es nicht etwas Gespenstisches, wenn die Bäume ihre Äste nur wie dürre Ärmchen winken lassen, wenn jede Farbe fehlt, weil auch die Menschen nur noch grau oder schwarz gekleidet mit Hüten tief ins Gesicht gezogen durch die Gegend schleichen?
Dem entgegengesetzt die kräftigen Blütenfarben, die streichelnde Wärme auf der Haut, das Kinderlachen, die singenden Vögel, die lange vor dem Menschen schon erkannten, wann das Licht zunimmt und die Dunkelheit besiegt ist.

All das, was über Herbst und Winter beschrieben wurde, ist pures Gift für jemanden wie mich. Nun aber, im Frühjahr, im kommenden Sommer erst recht, bedeutet das Dasein Hinauswandern, bedeutet es Spiel und Sport im Freien, mit vielen anderen Menschen zusammen sein, die in Häusern nur zu treffen das Gefühl der Freiheit nicht zu ersetzen vermag.

Was kümmern mich da unpassende Kleidung, unangenehme Gerüche oder Gespräche, die ich nicht hören möchte? Ist es im Herbst oder Winter denn besser? Die muffigen Mäntel in öffentlichen Verkehrsmitteln, die Odeurs nach mottenpulvrigen Sweatshirts, die nur gelüftet aber nicht gewaschen schienen. Die – ich schrieb es bereits – dunklen, traurigen Farben der Winterkleidung, die Aggressivität der Passanten ob der steten Triste und Nacktheit der Natur.

Ganz zu schweigen von den körperlichen Beschwerden, denn auch meine Knochen versagen bei Kälte ihren Dienst. Bei Hitze hingegen schnurren sie, auch wenn diese Freude von mir egoistische Züge aufweisen mögen.

Ach, Sommer! Die farbenfrohe, lebendige Zeit!

Und hier habe ich mich anscheinend weniger in Rage, als vielmehr in Enthusiasmus geschrieben. Gut, dass wir verschieden sind, sonst wäre die Welt langweilig.

Alles Liebe für euch von

Muntje
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.
(Antoine de Saint-Exupery - Le Petit Prince)
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon rene261 » Di 7. Mär 2017, 22:11

Hallo,

auch ich kann mich nur muntje, adele und miss marple anschließen: Endlich Frühling! Endlich wieder rausgehen (nicht das mich der Winter daran hindert, aber bei Sonne und Wärme macht´s mehr Spaß). Im Garten freue ich mich über jeden Frühblüher, und es kribbelt mich schon in den Fingern, endlich wieder zu Pflanzen und zu gestalten.

Noch schöner ist natürlich der Sommer:
Wärme liebe ich, endlich ohne Jacke und in kurzen Klamotten raus, ans/ins Wasser, Eis essen.
Und in der Stadt wieder Menschen treffen finde ich auch gut - so ganz einsam muss ich es nicht haben.

Im Winter muss ich aufpassen dass ich nicht in irgendwelche Depressionen rutsche, da reicht schon der Lichtmangel.

LG René
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon Fronco » Do 9. Mär 2017, 21:03

Ich bin auch total ein Sonnenkind.

Möglicherweise reagiere ich als HS besonders wetterfühlig, und auch in die positive Richtung, wenn die Sonne so schön scheint, bin ich VOLLER Energie!

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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon Nachtkerze » Sa 11. Mär 2017, 13:04

Meine Jahreszeiten sind auch eindeutig der Frühling und der Sommer.
Ja, die Sonne und das Mehr an Licht gibt mir auch Energie. Im Moment spüre ich richtig, wie ich wieder aufblühe.
Da ich den Sommer viel Energie für Aktivitäten habe, kann ich mich ab September aber auch auf die ruhigeren Monate freuen, um wieder mehr bei mir zu sein. Allerdings komme ich im Winter ganz schlecht mit dem fehlenden Licht klar. Das schlägt mir sehr auf die Stimmung und ich bin ein ganz anderer Mensch. Mein Graus wäre es ja, in Skandinavien zu leben, wo der dunkle Winter so lange ist...
Im Frühjahr freue ich auch auf meine Gartenarbeit. Da kann ich entspannen.
Viele Grüße Nachtkerze big_haekeln
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon monchichi » Do 16. Mär 2017, 18:04

Hallo und danke für eure Antworten!

Erstaunt mich wirklich, das die meisten von euch den Sommer nicht erwarten können.

Natürlich finde ich es auch sehr, sehr schön wenn im Frühjahr die ersten Blümchen erwachen und auch die Bäume wieder ihre Blätter bekommen. Ja und ich erfreue mich auch an dem Vogelgezwitscher, da ich Vögel sehr liebe.
ABER ich weiß genau, dass dann der Sommer nicht mehr weit ist und dieses Gefühl der "Panik" überkommt mich dann doch sehr und überwiegt.
Ich glaube, wenn ich irgendwo wohnen würde, so ganz alleine, nur Natur um mich herum, dann wäre dieses "Panik" - Gefühl auch nicht so stark anwesend.
Mir geht es vor allem um den Lärmpegel, den die Menschen um mich herum verursachen.

Heute war ein kleiner Vorgeschmack: über 20 Grad und der Lärmpegel war fast unerträglich.

Ich habe das Gefühl, die Menschen drehen total am Rad so bald es etwas wärmer ist und die Sonne scheint.
Die Medien heizen das dann noch mit an und wenn man dann jemanden erklärt, das man den Sommer nicht so mag, trifft man nur auf Unverständnis.


@free thinker:

Deine Antwort spricht mir aus der Seele. Ich weiß genau was du meinst und auch ich ertrage keine Temperaturen über 21 Grad. Die hochsommerlicher Hitze macht mich völlig fertig. Oh, mir graut es davor!!

Der letzte Sommer war eigentlich nicht wirklich heiß. 2015 war es ganz schlimm. Ich glaube, wir hatten hier 6 Wochen lang fast 40 Grad. Puh. Ich kann nur hoffen, das der diesjährige Sommer nicht so heiß wird.
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Re: Der Frühling kommt langsam aber sicher...

Beitragvon Nachtkerze » Fr 17. Mär 2017, 10:40

Hallo monchichi,
mein Sohn (auch HS) und ebenso mein Mann kommen auch mit Wärme bzw. Hitze gar nicht klar. 2015 waren wir 10 Tage am Gardasee bei täglich mindestens 35° C. Die beiden haben richtig gelitten und reden heute noch davon, wie heiß es da war. Mir wurde erst dort richtig klar, wie unterschiedlich man hoheTemperaturen empfindet. Sonst fahren wir eher an die Nordsee bzw. wenn es hier mal so heiß ist, gehen die beiden möglichst nicht vor die Tür. Wenn ich Wasser zum Abkühlen habe z.b. Schwimmbad, Meer, See, finde ich Hitze okay. Ich glaube, jemand anderes kann dieses unangenehme Gefühl kaum nachvollziehen, v.a. wenn er sich generell nicht gut in andere reinversetzen kann...
Viele Grüße Nachtkerze big_haekeln
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