Liebe Anke,
ja, diese Problematik kenne ich zu gut und es ist ein Teufelskreis.
Man weiß nicht so richtig, wie man sich selbst einordnen soll. Man möchte helfen, aber auch nicht aufdringlich sein und solche Geschichten beschäftigen mich z.T. rund um die Uhr, ich träume dann davon und tut mir nicht gut.
Jetzt erzähl ich mal eine Geschichte von mir und meinem langjährigen Bekannten/Freund.
Er hatte mir immer sehr viel tatkräftig geholfen und auch zugehört, als es mir sehr schlecht ging.
Als er eine Krise mit seiner Partnerin hatte, hat er mich fast täglich mehrmals angerufen und um meinen Rat gebeten. Ich habe es gemacht und eine zeitlang ging auch alles gut, nur irgendwann bedrängten mich seine Anrufe, er wollte Bestätigungen seiner Entscheidungen, die ich nicht immer so mittragen konnte und habe ihm das auch gesagt, worauf er natürlich sauer war, aber trotzdem immer wieder angerufen hat und ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Er rief ständig an und ich habe mich dann verweigert, bin nicht mehr ans Telefon....
Auf dem AB war dann, "geh doch mal ans Telefon, Du mußt doch da sein" usw.
Das war dann zuviel für mich und ich habe ihm gesagt, dass ich mich nicht mehr zu seinen Problemen äußern werde.
Inzwischen ist Ruhe eingekehrt und die ca. halbjährlichen Telefonate sind ganz nett, aber, wenn er wieder zu seinen Partnerschaftsproblemen überschwenken will, dann sage ich ihm, dass ich mich der Stimme enthalte.
Er hat seinen Blickwinkel und ich eben meinen und keiner ist falsch oder richtig, nur eben anders und genau da liegt der Grund, warum ich über niemanden urteilen will. Das muß jeder für sich entscheiden.
Inzwischen bin ich soweit, dass ich mein Leben als das WICHTIGSTE betrachte und Gönner meiner SELBST bin.
Das klingt sehr egoistisch, aber ich bin es nur ein wenig und das ist gut so.
Für mich habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich selbst sein muß, mit allen Ecken, Kanten und Unzulänglichkeiten, mich akzeptieren in meiner Art.....
und siehe da, die Umwelt verändert sich, respektiert mich und meine Bedürfnisse mehr.
Es ist phantastisch und fast unglaublich, aber es ist so.
Ich bin nicht sehr christlich, aber steht nicht in der Bibel: "Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst"
Deshalb fangt an, Euch genauso zu lieben, wie Euere Nächsten.
Nicht mehr, was wir ja ständig meinen, tun zu müssen.
Hier verweise ich noch auf meine lyrischen Ergüsse vom Herbst 2011, da habe ich begonnen, mich selbst wahrhaftig wahrzunehmen.
http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/viewtopic.php?nxu=11590502nx46300&f=9&t=727&p=16752&hilit=+lyrik#p16752
Anke, beginne, Dich als Mensch, Person, Indiviuum ganz ganz wichtig zu nehmen. Wir müssen nicht so leben, wie die anderen uns gerne hätten. Dann sind wir nämlich Opfer!
Sei stark und gehe Deinen eigenen persönlich Weg.
Und noch was, jeder kommt alleine auf die Welt und jeder geht auch alleine. Wir kleinen Menschen können gar nichts verändern, verhindern oder bewirken.
Die letzten Tage habe ich sehr viel über diese Thematik nachgedacht und mir gesagt. Alles kommt so, wie es kommt und ich kann nichts daran ändern, was nicht heißen soll, dass man gar nichts tut. Nein, ich mache meinen Kram und bewältige mein Pensum, aber mehr geht eben nicht.
Im Gegenteil, ich lebe bewußter, freudiger und positiver, genieße jeden Augenblick meines Daseins.
Geht es besser?
Und diesen Weg will ich weitergehen.....
Liebe Grüsse
kopfchaos