Freunde

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Freunde

Beitragvon Jenni » Di 31. Jan 2012, 01:51

Mich würde einfach mal interessieren welche Rolle andere Menschen, nicht blutsverwandte in eurem Leben spielen?
Fällt es euch schwer Kontakte zu knüpfen, zu Vertrauen usw.?
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Re: Freunde

Beitragvon Ratte » Di 31. Jan 2012, 12:41

Hallo, Jenni!
Mir persönlich fällt es eher schwer, wobei ich denke, dass es an meiner leider sehr ausgeprägten Schüchternheit liegt. Natürlich ist aber auch meine Hochsensibilität der Grund dafür, weil ich mich dadurch viel verletzlicher fühle als ein "normaler" Mensch und immer mehr zurück gezogen habe. Wie du vielleicht schon bemerkt hast, gibt es auch unter uns HSPs unzählige verschiedene "Typen" - einigen ist es ein Anliegen, vielen Menschen zu helfen, für andere da zu sein, zuzuhören, etc. - oft sogar auf eine aufopfernde Art und Weise. Andere sind durch Menschen so sehr enttäuscht und verletzt worden, dass es schwer für sie ist, überhaupt noch jemandem zu vertrauen. Und zwischen diesen beiden "Extremen" gibt es unzählige Möglichkeiten. Ich finde, gerade das ist das Spannende an Hochsensibilität - weil jeder von uns ein Individuum ist, macht sie sich bei jedem auf eine fast komplett andere Art und Weise bemerkbar. Das steht meiner Meinung nach in einem echt krassen Gegensatz zu unserer fast schon gleich geschalteten, uniformierten Gesellschaft. Kein Wunder also, dass wir es nicht gerade einfach haben im Leben...

Früher habe ich Menschen immer beneidet, die keine HSPs sind - eben aus dem Grund, dass diese scheinbar leichter Kontakte knüpfen können. Aber wenn man diese "Freundschaften" genauer betrachtet, kann man oft feststellen, wie oberflächlich diese sind. Darum habe ich lieber ein paar wirklich gute Freunde um mich, für die ich die Hand ins Feuer legen würde (und umgekehrt), als mehrere oberflächliche "Kumpels", mit denen man sich vielleicht sogar nur mittels Smalltalk verständigen und kaum tiefsinnige Gespräche führen kann.
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Re: Freunde

Beitragvon florianS » Di 31. Jan 2012, 13:43

Hallo Jenni, hallo Ratte,

mir fällt es relativ leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen, mich für andere zu interessieren und zuzuhören. Allerdings giebt es dann eine Schwelle, die für mich schwieriger zu überwinden ist, wenn es persönlicher wird, ich von mir mehr zeigen muss, dann kommt die Befürchtung verletzt zu werden. Durch meine hohe Sensibilität spüre ich jede Nuance in der Reaktion des Anderen, bin dann leicht zu verunsichern, interpretiere dann vielleicht meine Warnehmung falsch.... Dann ziehe ich mich schnell wieder zurück, es wird mir dann zu kompliziert bzw. zu anstrengend. In der Zuhörerrolle bin ich dann sicherer aber auch einsamer.

Treffe ich zufällig auch auf einen HSP, dann wird die Sache in der Regel einfacher. Hier spüre ich oft eine Verständigung und ein Verständnis, ohne viel zu sagen.
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Re: Freunde

Beitragvon Libelle » Di 31. Jan 2012, 17:15

Hallo ihr Lieben!

Ich kann gut verstehen, was ihr beschreibt. Bei mir ist es auch sehr stimmungsabhängig. Mal fällt es mir sehr leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen, dann wieder bin ich sehr verschlossen.
Leider hat es sich im Laufe der Zeit auch so entwickelt, dass ich mich immer weiter abgekapselt habe und noch weniger auf andere Menschen einlasse. Ich denke, das hängt auch damit zusammen, dass ich so oft enttäuscht wurde. Ich weiß jetzt aber woran das lag. Ich denke nämlich, dass ich zu viel von meinen Mitmenschen erwartet habe. Ich habe gleich das tiefsinnige, ruhige Gespräch gesucht und habe Menschen für ihr Handeln immer sehr schnell verurteilt (der Perfektionist in mir). Small-Talk fällt mir auch manchmal sehr schwer. Wahrscheinlich auch mit dem Hintergrund, dass mir das zu oberflächlich und einfach lästig ist. Trotzdem glaube ich, dass es ein sehr wichtiger Schritt ist, um eine Vertrauensbasis zu einem normal Sensiblen zu schaffen.
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Re: Freunde

Beitragvon bumblebee » Di 31. Jan 2012, 21:49

Hi, bei mir kommt das immer drauf an, wie mein erster Eindruck bei den Personen ist und wie treffend bzw falsch dieser ist. Zum Beispiel gehe ich nämlich gerne auf Menschen zu, wo ich das Gefühl habe, dass wir uns gut verstehen könnten und von den ersten Rückmeldereaktionen erfahre ich für mich, ob ich da weiter dranbleiben oder lieber einen Rückzieher machen möchte. Ich bin zwar auch ein Mensch, der ausreichend Ruhe und Zeit für sich braucht, aber ich genieße auch das Gesellschaftsleben und bin ziemlich neugierig, was neue Menschen betrifft. Meistens brauche ich aber eine Zeit, bis ich mich verbal an diese Person herantraue. Vorher beobachte ich sie eingehend. Somit weiß ich, wie die Menschen ticken und kann ihnen so ein wenig mit meiner Verhaltensweise entgegenkommen, wenn es zb Kollegen sind oder bevor eine Verletzung eintreten kann, einen anderen Freundeskreis ersuchen. In meinem neuen Kollegium habe ich unter meinen liebsten ca 4 Monate gebraucht, bis ich mich ganz so gezeigt hab, wie ich bin und mehr von meinem Leben verraten habe. Kollegen die mir nicht ganz geheuer sind, denken bis heute noch, dass ich auf den Mund gefallen bin, weil ich denen verschlossen bleibe, aber das ist mir wurscht. Ich war früher auch offener, hab mich voll und ganz gezeigt, wie ich bin und wurde dadurch oft verletzt. Ich hatte sowieso schon immer eine gewisse Grundschüchternheit, es war schon immer auch aufregend, mich preiszugeben als Kind, aber ich wollte freundschaftlich sein. Mich hat das Leben somit gelehrt, dass einen gewissen Bedacht in seinen Vorhaben immer bei sich tragen sollte. Aber damit man nicht ganz für sich alleine zurückkippt und den Kontakt zu anderen verliert, den man sich ja auch irgendwie ein wenig ersehnt, sollte man immer mal wieder den Mut ausprobieren, sich zu öffnen. Und wenn dies eine Zeit lang dauert. Dadurch habe ich wieder erfahren können, dass es auch liebe Menschen gibt, die mich so nehmen wie ich bin. Und das wird bei euch auch so sein :) Risiken gehören halt zum Leben dazu.
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Re: Freunde

Beitragvon felidae » Mi 1. Feb 2012, 11:25

Kontakte knüpfen an sich fällt mir nicht schwer. Bei den meisten bleibt es aber auch bei "Kontakt", weil ich mit der Art vieler Menschen nicht klarkomme.

Es gibt und gab schon recht viele Menschen, die zu mir mehr Kontakt suchen oder mich als Freundin bezeichnen. Das sind aber meist Menschen, denen ich etwas gebe, sie mir aber nicht. Da kann bei mir kein Gefühl von Freundschaft aufkommen. Freundschaft ist geben und bekommen. Ich habe seit 9 bzw. 6 Jahren zwei Freundinnen. Die sind alles was ich brauche. Da kann ich "ich" sein. Ohne wenn und aber. Obwohl wir alle total verschieden sind, verschieden mit den Dingen umgehen, verschiedene Ansichten haben, etc. Aber jede nimmt die Persönlichkeit des anderen ernst und berücksichtigt diese. Niemand verlangt oder fordert etwas vom anderen, jeder gibt, jeder bekommt. Alles ist ausgewogen durch die Akzeptanz des Charakters jeder einzelnen.
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Re: Freunde

Beitragvon RainerBu » Mi 1. Feb 2012, 19:30

Jenni hat geschrieben:Mich würde einfach mal interessieren welche Rolle andere Menschen, nicht blutsverwandte in eurem Leben spielen?
Fällt es euch schwer Kontakte zu knüpfen, zu Vertrauen usw.?




also echte Freunde das ist generell sehr schwer ..aus mehreren Gründen wohl ...

ich hab eigentlich auch keine .Würd ich auch gern etwas ändern .

Aber allein die Zeit ...da HSP brauch ich nach Job ja oft erstmal etwas Ruhe ...dann die Hausarbeit usw...

am Wochenende nicht da oder Freundin hier .Wochenendfernbeziehung . Vor 3 Jahren im Internet "gefunden".

Ohne sie wäre da so gut wie niemand und ich wär auch irgendwo verzweifelt .

Denn ganz abgeschnitten will man auch als HSP nicht sein . Zu viel Trubel aber auch nicht ..die Schwellen sind eben schneller erreicht .

Ich habe 3 ältere Geschwister und eine Mutter aber nur auf dem Papier . Wie meine Freundin sagt , werd ich sie nie erreichen .
Sie sind alle recht daneben irgendwo . Psychisch nicht gesund . Teils wirklich krank , teils machen sie es sich anscheinend aber auch in der Rolle bequem .
Ich hatte oder habe familiär also nie jemanden . Schöne Erinnerungen an früher gibts daher auch nicht .
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Re: Freunde

Beitragvon Lucine » So 4. Mär 2012, 16:11

Hallo,
auch ich gehöre zu denen, die schnell mit anderen Menschen ins Gespräch kommen aber sich wieder zurückziehen. Ich habe wenige – dafür sehr gute und langjährige – Freunde, die leider alle weit weg von mir wohnen. In meinem aktuellen Wohnort kenne ich zwar viele Leute, mit denen ich Zeit verbringe, teilweise sind es nette Arbeitskollegen oder Menschen die ich von meiner ehrenamtlichen Tätigkeit kenne. Leider habe ich habe – außerhalb des gemeinsamen Interessenfeldes – keine Gemeinsamkeiten mit diesen Leuten. Ich fühle mich hier etwas isoliert, da ich zwar theoretisch mit diesen Menschen auch privat Zeit verbringen könnte, es aber meist oberflächliche Gespräche und Parties sind. Bei tiefergehenden Gesprächen klinken diese Leute sich leider aus, bzw. sagen das Übliche wie „Ich mache mir zu viele Gedanken“ oder „Ich bin zu empfindlich“ oder ich solle „doch mal Spaß“ haben oder vermitteln mir das Gefühl, ich würde sie "runteruiehen"
Ich bin ein sehr ernster Mensch, was vermutlich abschreckend auf viele andere wirkt. Einerseits macht mich das traurig, andererseits bin ich auch froh, dass ich mich nicht verstelle, bzw. das Gefühle habe, mich verstellen zu müssen. Zuhause habe ich meine beiden Katzen-Mitbewohner. Die haben mir zum Glück noch nie gesagt, dass ich zu viel nachdenke oder sie runterziehe _flöwer_
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Re: Freunde

Beitragvon sensitivity2012 » So 4. Mär 2012, 23:04

Hallo :)

Ich komme schwer mit Menschen ins Gespräch- ich mag Menschen nicht. Weil sie nicht so denken und fühlen wie ich, vermutlich. Weil mich diese ganze Mainstreamk**** und das ganze Gerede so tierisch auf den Keks geht. Weil sie (für mich) falsche Werte haben :-/ Und weil ich immer denke, sie mögen mich nicht, "weil ich anders bin"... außerdem wurde ich schon oft enttäuscht, was es mir auch noch schwerer macht :-/
~In der Welt läuft soviel Schief, weil die Dummen immer so sicher sind und die Gescheiten immer Zweifel haben.~ (Bertrand Russell)
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