Heulen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Heulen

Beitragvon Barbara » Di 27. Sep 2011, 13:51

So, nun texte ich euch gleich mal zu in meiner Freude euch gefunden zu haben!

Eines meiner größten Probleme ist die ewige Heulerei. Wollte fragen, ob das jemand von euch in der Forum kennt, und vielleicht einen Rat hat, wie man damit umgehen, oder es sogar vermeiden kann.
Bei mir gibt es eine Art Schalter. Dieser legt sich um, wenn mir jemand etwas " vorsetzt". Ich hab bisher leider noch nicht heraus gefunden, was der Trigger ist. Es kommt ganz oft bei Aussagen meines Vaters vor- oder auch im Job. Viele Mitmenschen schütteln mit dem Kopf, sehen in den " Aussagen" nichts Schlimmes.. und schon gar keinen Grund zum Heulen. Darum werde ich auch oft als " konfliktscheu" abgetan. Mir ist dies oft sehr peinlich, aber ich kann es in dem Moment auch nicht beeinflussen- und es kann sich Tage hinziehen. Immer wieder kommt es hoch und der " Wasserfall" startet. In meinen letzten Jobs war ich sogar immer wieder mal krank gemeldet deswegen.( offiziell hatte ich Migräne- die sich dann tatsächlich oft noch drauf setzt)
Es fühlt sich an, wie eine schlimme Verletzung, nimmt mir die Luft.

Im Moment arbeite ich nicht ( meine letzten beiden Stellungen habe ich nicht verlängert- weil ich es nicht ausgehalten habe dort - hatte ständig das Gefühl in einer Prüfungssituation zu stehen... ständig in Beobachtung von den Kolleginnen, von denen ich meinte, jeden Gedanken lesen zu können)
Durch meinen " Perfektionismus" und meine "sensible Ader" mache ich meinen Job eigentlich recht gut ( bin Erzieherin) und die Kinder lieben mich. Aber die Kollegen- es gibt SO viele Neider. Und dann ständig die Migräne, die mich einholt!
Dazu kommt, dass ich so eine genaue Vorstellung von meiner Arbeit habe, dass ich " Ungerechtigkeiten" oder " Fehler" ( aus meiner Sicht)von Kolleginnen ganz schlecht ab kann. Eine der vielen Ärzte sagte mir mal in einem Gespräch: " Ist doch völlig egal, ob Kinder nun ihr Frühstück aus der Bäckertüte oder von einem Teller essen- das sagt doch nicht über die Qualität der Arbeit aus"- Für mich aber schon, denn Kinder sollten doch auch ein wenig " Kultur" vermittelt bekommen- und dazu gehört für mich ein schön gedeckter und sauberer Tisch. ( ja.. mein Perfektionismus wieder!)
Auf jeden Fall habe ich nun wieder ein Stellenangebot. Es ist eine Einrichtung, in die ich schon lange einsteigen möchte. Aber die Ängste sind halt wieder da!
Vielleicht könnt ihr mich verstehen, oder hab Ähnliches erlebt. Bin für jeden Rat dankbar!


LG Barbara
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Re: Heulen

Beitragvon Lavendele » Di 27. Sep 2011, 14:35

Liebe Barbara!

ja ich kenne das auch, dass ich bei der geringsten Kleinigkeit weine...früher fand ich das schlimm, heute weine ich, wenn mir danach ist ungeachtet dessen ob andere das nachvollziehen können...ich sag ja auch nicht zu den anderen, ich kann nicht nachvollziehen,dass ihr nicht weint oder wie auch immer.

Aufhorchen läßt mich allerdings, dass Du sehr emotional reagierst, wenn dein Vater etwas sagt, vielleicht solltest Du da mal etwas genauer hinsehen.
Tja der Perfektionismus...ich fürchte Dein Arzt hat nicht ganz unrecht mit dem was er sagt...hier und da mal 5 grade sein lassen-nicht bei allem,doch wird es Dir auf Dauer besser damit gehen.

Alles Liebe für Dich
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Re: Heulen

Beitragvon Andromeda » Di 27. Sep 2011, 14:46

Hallo, liebe Barbara,

es tut mir zwar Leid, dass ich keinen Super-Duper-Tipp für Dich habe, aber es tut soooooooo gut, nicht alleine zu sein.

Ich bin sehr spirituell unterwegs. Hab zig Bücher, Einweihungen und sowas gelesen/gemacht.

Nach vielen Infos, soll es zu mehr "Umstellungsproblemen" kommen, da die Welt und die Menschen auf ihr sich verändern.
Naturkatastrophen und Aufstände bei denen, die sich nie getraut haben (siehe die arabischen Länder! Europa! Die Wahl in Baden Württemberg usw. sowie das Wetter).

Und wir Zart Besaiteten spüren N O C H mehr.
Ich weiss nicht, ob ich recht habe, will es also nicht BEHAUPTEN, aber diese Erklärung hilft mir manchmal (manchmal.....).

Ich kann es riechen, wenn ich in einen Raum komme und dort wurde zuvor gestritten (es beißt in der Nase).
Ich kann die Aura von Bäumen (machmal auch die der Menschen) sehen. Ich spüre es, wenn ich mit der geistigen Welt in Kontakt komme und kann Menschen oftmals von Schmerzen befreien (Migräne!!! Klappt prima).

Mir wurde gesagt, man spürt es, wenn ICH in den Raum trete.

Tja...........aber was sollen wir mit so etwas anfangen?........... einen Preis gibt´s dafür nicht. Und Geld würde ich für eine "Heil-Session" auch nicht nehmen.....

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch eine spezielle Aufgabe hier auf diesem Planeten haben.
Und sei es nur durch unsere bloße Anwesenheit!!!!

Das, was Du über die Kinder sagst ist schön: Sie lieben Dich!!!!
Ich kann auch am besten mit Kindern oder alten Menschen. Ich wollte auch mal in einem Hospitz arbeiten, weil ich an positives Verhältnis zum Tod habe (wir können gar nicht sterben! Wir gehen nur auf die andere Seite des Schleiers).

Umgib Dich mit Kindern! Sie haben einen "unverdorbenen Geist"! Sie sind "von Haus aus" grundehrlich:
Oh, wie finde ich es schön, in dieser Ehrlichkeit "zu baden"!
Jedesmal im Kindergarten (wenn ich meine Tochter abhole), geht es mir wieder besser, wenn ich zuvor einen miesen Tag hatte.

Das was Du von Arbeitskollegen berichtest,.....ich kann ein Lied davon singen.
Ich war Mobbing-Opfer... Betete jeden Morgen morgen, ich möge einen entspannten Tag haben. Eine Chef war ein jähzorniger Geselle, der mich ständig zum Heulen brachte (vor der gesamten Belegschaft). Ich bekam Mathehausaufgaben von ihm, weil er wußte, ich habe mit Mathe so gar nichts am Hut. Dabei war ich als Grafikerin dort angestellt. Ich mochte auch nicht kontern....

Nimm eine Stelle Deiner Wahl. Wenn es unangenehm wird, dann gehtst Du wieder! Oder "Du lässt Dich gehen".
Als ich als arbeitsfähig von meiner Reha entlassen wurde, nahm ich mir vor, wenn ich nochmal Bewerbungen schreiben muß (an Betriebe, die so gar nicht passten), schreibe ich "trotz meiner MS-Erkrankung, gebe ich mir Mühe, beste Ergebnisse zu erziehlen..." da will mich eh keiner.
Bis jetzt musste ich noch keine Bewerbung schreiben, da ich (seit fast ´nem Jahr) krankgeschrieben bin.

Ich benötige meine Inseln am Tag, wo ich mich ganz zurückziehen kann (ich liebe die Einsamkeit).
Wenn es mal zu turbulent daheim zugeht, setze ich mich auch mal ins Auto: Dort ist es klein, fast eng UND STILL (ich fahre nicht damit, "häng nur so ab dadrin").
Ich spreche auch manchmal Mantras. Dann konzentriere ich mich nur auf den Text und die Peripherie ist "ausgeschaltet".

Nur halt so blöde unvorbereiteten Situationen habe ich keineswegs im Griff.
Früher habe ich auf meinen Kopf eingeschlagen oder diesen gegen die Wand gedonnert oder meinen Hals zerkratzt, vor Ohnmacht und Wut darüber.

Als Teenie bis Anfang 30 hatte ich ganz fiese Bulemie. Ich kotzte schon Blut. Dann machte ich eine spirituelle Erfahrung, die Bulemie war vergessen und ich zog aus dem Haus meines Ex-Mannes mit meinen Kindern aus. Es ging mir sofort richtig gut. Sich endlich nach seinem eigenen Bedürfnis richten! Die Ehe war ziemlich mies.

Zack! Ganz viel Text von mir (wieder mal typisch- knick-knack _grin_ )

Ich denke, wir sollten uns selbst ganz oft eine Liebeserklärung machen und stolz darauf sein, dass wir so sind, wie wir sind. Sture Oberflächlichkeit ist das Gegenteil davon. Da ist es bei uns kuscheliger, oder?

Ich habe, wie man an meinem Beitrag liest, auch noch nicht den goldenen Pfad gefunden, aber ich liebe mich und freue mich, dass es mir gut geht. Ich konzentriere mich darauf, mich nicht zu überfordern, denn dann ist es mit der Selbstliebe erstmal vorbei.

Man hat mir mal den Tipp gegeben, in eine Tüte zu atmen, wenn´s heiss her geht. .....aber mit einer vorgeschnallten Tüte rumlaufen supercool .

Wenn ich vorangekommen bin, werde ich hier reinposten.

So! Genug!

Dir einen sonnigen Tag!

Alles L I E B E,
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Re: Heulen

Beitragvon pegasus73 » Di 27. Sep 2011, 19:07

hallo barbara ...... _flöwer_

erst mal finde ich es super das du so ein draht zu den kids hast , die spüren das nämlich ....sie sind unvoreingenommen..wo andere an kindern rumbaggern müßen und die kids kommen ganz allein zu dir..kommt mir bekannt vor..schmunzel

zu deinem problem.....wenn du merkst das wieder alle dämme brechen weil es dich so überwältigen will....im grunde sag ich immer zu mir LASS LAUFEN ! _flöwer_ ich verstehe das es im job echt scheisse ist..ok. mein tip ich habe entspannungsmusik ...die ich höre ich mag gern naturgeräusche hören mag halt die natur ..und es entspannt mich halt ich bin ein hsm/hss es ist manchmal recht übel damit aber ich lerne grade damit umzugehen...durch die musik bin ich meine emotionen sehr nahe,aber kann das auch kontrollieren....ich gehe dann in die bauchatmung und werde ruhig. evt. könnten deine tränen kommen aber in der verbindung mit musik hälst du es auf weil du mit der bauchatmung beschäftigt bist.

wenn du in der situation bist wie mit deinem vater ,den kollegen (blöden KÜHE ) ....atme TIEF DURCH ...erinner dich an die musik somit kommst du in die kontrolle (es wird nicht unbedingt gleich gelingen,mit der zeit) hab vertrauen zu dir.du bist stärker als du glaubst.und die die tränchen zicken weil se nicht rausdürfen ;-) ....und du hast gewonnen..verbiete dir nich das weinen (heulen is doch n scheiss wort für uns hsm) ...es ist wichtig für unsere besonderen merkmalen und emotionen...nur haushalte damit,in besonderen situationen bei deinem dad und im job.....ich denke es sind dinge die mit deinem papa geklärt weden müßen die in dir sind versuch das mit ihm zu besprechen oder ......drück im das buch elaine n. aron in die hand um ein bessere verständniss für dich zu haben!
und nehme diesen wunschjob an .....was soll dir passieren ? füge taste dich an den neuen kollegen heran ...öffne dich aba sei beobachtend denn du hast die gabe zu füheln wer es mit dir gut meint oder nicht...wenn der neid kommt lasse sie teilhaben an dem wissen was du hast.....und wenn mache ein spruch (es ist schwer , aber du glaubst nicht wie befreiend das sein kann! )

ich wünsch dir viel glück ! freüde

ich hab keine ahnung ob ich dir damit helfen konnte und wenn GEBE NICHT AUF .....dazu sind wir alle zu besonders. _flöwer_
wusstest du,dass diejenigen ,die wirklich stark zu sein scheinen ,in wahrheit am empfindlichsten sind.
wusstest du , dass diejenigen , die all ihre zeit damit verbringen ,andere zu helfen ,manchmal selber jemand brauchen ,der ihnen hilft?
wusstest du ,dass drei der schwierigsten dinge die man sagen kann, ich liebe dich ,es tut mir leid, und hilf mir ! ...........sind ?
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Re: Heulen

Beitragvon Joey » Mi 28. Sep 2011, 10:44

Liebe Barbara,

auch ich bin nahe am Wasser gebaut. Oft kommen mir auch aus Ärger, Wut oder Hilflosigkeit die Tränen. Ich sage dann, dass es mir sehr peinlich ist, ich es aber nicht abstellen kann. Es ist ein ehrliches Zeichen, dass mir die Situation nicht egal ist und dass die Menschen mir wichtig sind. Das kann man den Leuten auch so sagen.

Ich brauche jeden Tag eine Zeit für mich alleine, in der ich Zeit habe solche negativen Erfahrungen zu reflektieren, hin und her zu winden, von allen Seiten zu betrachten, Alternativen in Gedanken durchzuspielen und laut und heftig zu weinen. big_cry2 Danach geht es mir etwas besser.

Wenn es sehr heftig ist, atme ich ruhig in den Bauch, konzentriere mich auf mein Herz und halte evtl. die Hände auf diesen Bereich. Das hilft mir.


Ich habe gehört, dass Neid und Zickenkrieg das Arbeitsklima in vielen Kindergärten belasten. Ich wünschte, ich hätte als Kind sensible Erzieherinnen gehabt.
Zum Glück habe ich für meine Kinder eine Kita mit ganz wunderbaren Menschen gefunden. Es gibt also auch andere, die gute Arbeit zu schätzen wissen. Als neue Kollegin würde ich mich erst einmal mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen zurückhalten. Danach kann man ganz vorsichtig Ideen einbringen Als sensible Person weißt du sicher, wie man das geschickt anstellt, dass sich der andere nicht kritisiert oder überfahren fühlt. Wenn die Vorschläge nicht auf Akzeptanz stoßen, muss man das auch ertragen können. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse und daraus entstehend eine andere Prioritätenliste.

Liebe Grüße
Joey
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Re: Heulen

Beitragvon engel0421 » Mi 28. Sep 2011, 11:01

Liebe Barbara,
mit dem Weinen kann ich Dir wohl nicht helfen,da es bei mir abtrainiert bzw. blockiert ist.Aber ich kann mir vorstellen,daß es vielleicht auch nur ein Zeichen der Hilflosigkeit,Wut oder des Nicht verstanden werdens bei Dir ist.
Ich würde den Wunsch nach einem sauberen,schön gedeckten Tisch nicht mal als Perfektionismus bewerten.Sondern eher als tiefen Wunsch nach Stabilität,Sicherheit und Geborgenheit,die Du den Kindern vermitteln möchtest.Vielleicht auch aus der eigenen Erfahrung heraus.
Kinder sind offene Seelen.Und sie spüren,wer ein großes Herz hat.Normalos verstehen das aber nicht.Sie sind oft neidisch und DU spürst das eben.In solchen Fällen sage ich immer einen Satz " Ich stehe nicht mehr zur Verfügung".Meist kommt dann eine innere Ruhe über mich und dann weiß ich,daß da Gefühle in mir waren,die nichts mit mir zu tun haben sondern ich bloß mal wieder "Antenne" gespielt habe.
Wenn Du dieses Stellenangebot bekommen hast,welches Du schon lange wolltest,dann SOLL es so sein.
Angst ist leider eine absolut hemmende und blockierende Emotion..Liebe ist viel schöner.
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Re: Heulen

Beitragvon Sunine » Mi 28. Sep 2011, 13:59

Damals passierte es öfters,dass ich zb zuhause bei manchen Konflikten sofort weinen musste. Oft hies es dann „Das ist kein Grund um zu weinen.” oder „Warum fängst du jetzt an zu heulen?" Natürlich gibt es immernoch die ein oder andere Situation wo meine Augen feucht werden, versuch das weinen aber so sehr es mir möglich ist zu unterbinden was natürlich nicht immer funktioniert. Irgendwie staut sich dann die Emotion so sehr in mir, dass mein Kopf heiß wird und zu dröhnen beginnt. Daraus können Kopfschmerzen entstehen, richtig weinen tu ich dann erst wenn ich alleine für mich bin. Es gab auch schon Wochen wo ich jeden Tag geweint hab wenn ich alleine war. Da man nicht getröstet werden kann fühlt man sich einsam. Heute würde ich nie jemanden dazu raten auchin dieses Extrem über zu gehen. Tränen sind für einige zwar was Privates aber es schmerzt wenn keiner da ist der dich tröstet weil keiner durch das Verstecken deiner Gefühle überhaupt mitbekommt, dass du traurig bist und zwar so sehr, dass du Trost brauchst.
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Re: Heulen

Beitragvon Nicky » Mi 28. Sep 2011, 17:08

Hallo Barbara,

wenn ich mit einer Situation überfordert bin-besonders wenn Wut im Spiel ist, die ich nicht ausleben kann-ist es bei mir auch oft so dass ich anfange zu weinen.
Das ist dann wie ein Ventil für meine Emotionen. Meistens geht es mir danach besser.

Aber in deinem Fall klingt das schon ziemlich heftig.
Hast du schonmal in Erwägung gezogen, einen Therapeuten aufzusuchen? Ich meine, ich weiß ja, dass die HS oftmals sehr belastend sein kann. Aber sie wird oft auch noch durch sehr versteckte psychische Dinge verstärkt. Ich bin seit einem Jahr in Therapie, und habe dadurch gelernt, mit vielen Dingen besser umgehen zu können. Mittlerweile ist es auch so, dass die HS für mich erträglicher geworden ist seit ich die Therapie mache, weil ich mich selbst besser verstehe.
Dabei ist es unerheblich, ob du HSP bist oder nicht. Wenn man sich selbst besser kennenlernt, hilft das oft schon ein ganzes Stück weiter!

Lass dich bitte von deinen Ängsten nicht davon abhalten, einen guten Job anzunehmen! Sondern versuche herauszufinden, was der Auslöser deiner Ängste ist! Lass dich nicht von deinen Ängsten beherrschen, sondern versuche deine Ängste zu beherrschen!

Ich wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüße

Nicky
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Re: Heulen

Beitragvon Barbara » Mi 28. Sep 2011, 17:15

das mit dem Therapeuten steht bei mir noch in Frage, habe den Rat schon bekommen. Ich hatte vor Jahren aber schon mal 50 Sitzungen gemacht, die gar nichts bewegt hatten. Aber vielleicht hat auch die Therapeutin nicht gepasst.
Ich hab nur Bedenken, dass mal wieder versucht wird, mich " umzuformen" damit ich " ins System" passe- das will ich eigentlich gar nicht- möchte nur in manchen Dingen etwas mutiger werden und erkunden was der Trigger für meine "Heulerei" ist. Und natürlich lernen, wie ich es vermeiden oder umlenken kann.

Soviel ich weiß darf man 5 Probesitzungen machen- vielleicht sollte ich das einfach mal versuchen.

Danke

Barbara
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Re: Heulen

Beitragvon Sarina » Mi 28. Sep 2011, 18:41

Hallo Barbara,

deine Angst vor "es soll wieder nur versucht werden mich umzuformen damit ich ins System passe" kann ich gut nachvollziehen, die hatte ich auch. Und bei einem Termin bei einer Verhaltenstherapeutin, habe ich genau diese Frage gestellt. Nämlich ob das eine Verhaltenstherapie bedeuten würde. Ich wurde ziemlich verständnislos angeschaut _läch_

Naja wieder mal Unverständnis in meine Richtung, war ja nichts neues, da war mir schon klar, das wird nichts. Erst Recht aber als ich unter Tränen eine recht frische Erinnerung aus meiner Kindheit erzählte, an der ich arbeiten wolle und rausfinden wollte, ob da noch mehr ist, da ich das an meinem Verhalten spüren würde. Da bekam ich die Antwort: na wenn sie das ihr ganzes Leben nicht belastet hat, dann sollten wir da vielleicht lieber nicht weiter dran rühren _bash_

Ich verstand die Welt nicht mehr und hab mir dann ne Traumatherapeutin gesucht. Das sagte ich nur 3 Sätze und sie blickte direkt dahinter, sagte mir auf den Kopf zu, was sie denken würde was mit passiert ist in der Kindheit, ohne das ich das überhaupt gesagt hatte, denn das traute ich mich nicht. Inzwischen machen wir auch hin und wieder Gesprächstherapie aber das was mir niemand mal richtig erklären konnte, es wurde nämlich immer nur gesagt: DU musst dich verändern, du kannst nicht die anderen verändern.
Für mich hieß das Klartext: pass dich an wie die anderen/die Allgemeinheit dich haben wollen, damit sie mit dir besser/leichter umgehen können, eben so wie die anderen wollen und nicht du selber und genau das hatte ich lange genug gemacht. Ich wollte ja endlich ich sein und werden.

Inzwischen hab ich verstanden was damit gemeint ist, ja es geht darum sich selbst zu verändern aber eben in dem man lernt, so zu sein wie man ist und zwar ohne Angst, sondern das zu sagen was man denkt, sich wehren, eben nicht kusch still zu sein, in Tränen auszubrechen, weg zu laufen, hinnehmen um weiter lieb gehabt zu werden (denn dem ist nicht so wenn man kuscht, ist für andere nur bequem) wenn sich jemand frech, fordernd, übergriffig, bestimmend, abwertend etc.pp. verhält, sondern eben sachlich, ruhig aber bestimmt, mit der inneren Überzeugung die dahinter steht, seine Meinung zu sagen und zu sich selbst stehen. Aber eben auch gelassen zu reagieren wenn andere mit der eigenen Meinung nichts anfangen können, akzeptieren, jeder muss seine Erfahrungen selbst machen. Auch lernen kontern zu können, wir üben das in Gesprächen, ich nehme dann die Position eines Menschen ein (und umgekehrt), mit dem ich Probleme habe, weil ich mich nicht wehren kann, nicht NEIN sagen kann.

Vieles an meinem Verhalten beruht auf alten Mustern und Glaubenssätzen aus meiner Kindheit, die Angst im Elternhaus vor Schimpfe oder Repressalien wenn man sich nicht so verhält wie es erwünscht ist und da für da war, die Eltern glücklich zu machen und nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte. Rebellisch war ich immer schon, wenn es gar nicht mehr ging, ließ es auch auf Wortgefechte ankommen aber durchsetzen konnte ich mich so gut wie nie, wurde nicht ernst genommen oder einfach überhört und man ging munter weiter so mit mir um und ich gab wieder klein bei, brachte ja nix, ich war es ja nicht wert das man mir zu hörte. Nun entwickel ich langsam die innere Stärke, dass ich es wert bin und vieles kann, wo ich immer dachte, du kannst gar nix, jeder kann alles besser als du.

Nur wenn man selbst innerlich fest zu etwas steht aber auch gleichzeitig zu seinen Fehlern steht, ja das hab ich falsch gesehen, denn auch das ist nicht einfach, keiner ist perfekt und darf Fehler machen, nur dann kann man das auch nach außen tragen und wird gehört und ernst genommen. Nicht immer, natürlich nicht, wäre zu viel verlangt aber alleine das ich es jetzt geschafft habe ernst genommen zu werden, dafür das ich fest dazu stehe, dass ich nun ne längere Auszeit brauche und ich mit viel Verständnis meiner Ärztin weiter krank geschrieben worden bin und nicht wie in früheren Jahren gar nciht erst den Anlauf genommen hätte und mich einfach weiter zum Job geschleppt hätte, aus Angst hören zu müssen ich wär ja gar nicht krank, würde ja soooo gut und frisch aussehen und wieso müde, ich bin auch immer müde, das schaffen sie schon. Vor ein paar Monaten hätte ich nur ein schlechtes Gewissen gehabt und mich gar nciht getraut. Das ist für mich ein riesen Erfolg, ich steh damit zu mir und dem was ich gerade brauche um wieder Kraft zu tanken. Das schlechte Gewissen dem Arbeitgeber gegenüber, daran arbeite ich bis ich wieder hin muss, dann schaffe ich da auch ncht durch meine Körperhaltung zu vermitteln, ich war gar nciht krank, hab das absichtlich gemacht und kommen wieder doofe Sprüche, werde ich es schaffen zu kontern, das können meine Thera und ich im nächsten Gespräch schon mal üben _läch_

Zu dem Heulen, ich sag lieber weinen, ja mir kommen auch oft die Tränen, wenn ich gerührt bin, wenn man mich versteht, wenn ich etwas schönes berührendes sehe oder lese, bei bestimmten Filmen oder Musik. Wenn Menschen mich spontan und ehrlich in den Arm nehmen weil es aus dem Herzen kommt, dann stehen mir auch die Tränen in den Augen. Richtig schluchzen kann ich aber nur wenn ich alleine bin _läch_ Das hatte ich immer schon und ich persönlich mag es sehr, wenn Menschen das nicht verstecken, zeigt es doch das sie tiefe Empfindungen haben, für mich ist das ein Zeichen von Stärke dazu zu stehen und nicht von Schwäche. Nur wenn Menschen gemein zu mir sind, dann würde ich nie nie weinen, dann mach ich das zu Hause für mich alleine, denn das würde ich damit zeigen das ich verletzt bin und dafür bin ich zu viel ausgelacht worden in meiner Kindheit. Mein Gesicht drückt dann wohl für andere beleidigt sein aus, da ist es dann wieder, dieses nciht bemerken, was ich umgekehrt sofort bemerke und darauf eingehe _nüxweiss_

lieben Gruß, oh ist das lang geworden
Sarina
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