Hochsensibel in Köln!

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Hochsensibel in Köln!

Beitragvon MadamePetite » Fr 10. Nov 2017, 18:25

Guten Abend ihr Lieben, hallo liebe HSP-Rheinländer, Kölner ...

in der Forumssuche habe ich kein Thema gefunden, was mein Anliegen betrifft, deswegen erstelle ich einfach mal ein neues. Vielleicht mögen es die Admins verschieben! 647&/

Es geht in meinem Text hier um Großstädte, im besonderen um Köln.

Seit 6 Jahren lebe ich in Köln, bin mit großer Euphorie dort hingezogen und war von Anfang an ganz angetan von dem Zusammenhalt hier in Köln, dem Zeitgeist, Flair und auch von den Menschen. Ich bin in einem ländlichen Dorf in Hessen aufgewachsen. Da herrscht ein ganz anderes Feeling. Auf einmal war für mich so viel Inspiration, Buntes, Kulturelles, locker-lässige Leute da. Als HSP spürte/spüre ich diese positive Energie, die in dieser Stadt schwirrt. Es ist ein großes Miteinander, das wirklich echt ist (und nicht nur in den berühmt-berüchtigten Liedern besungen wird). Und hier habe ich auch meinen lieben Freund gefunden, den ich nicht mehr missen möchte.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Stadt für mich immer voller wird und die negativen Dinge (Gestank, Dreck, Lärm, Köln wird immer voller, fehlende Natur) mich immer mehr beeinträchtigen und stören. Allmählich hat sich die Euphorie des Umzugs (neue Stadt, neues zu entdecken) gelegt und ich bin sehr oft genervt. Ohne Kopfhörer halte ich es in der Straßenbahn ganz schlecht aus.

Nun zum eigentlichen: Seit einigen Tagen bin ich total durch den Wind. Unser Vermieter hat uns angerufen und mitgeteilt, dass er unsere Mietwohnung verkaufen will. Noch ist natürlich nichts passiert, allerdings bin ich sehr durcheinander. Dass wir in den nächsten Wochen/Monaten eine neue Wohnung suchen müssen, ist uns klar. Wir wollen uns nicht darauf verlassen, dass der neue Eigentümer keinen Eigenbedarf anmeldet und wollen parallel suchen.

Dass mein Freund und ich die Wohnung, in der wir seit 4 Jahren leben, gefunden haben, war großes Glück. Es ist eine Dachwohnung mit viel Holz und viel Licht, sehr hohen Decken ... genau das Richtige für mich als HSP. Niemand trampelt auf meinem Kopf rum. Die Gegend ist ruhig, wir haben uns angefreundet mit den Nachbarn unter uns. Hier ist mein Rückzugsort, in die Wohnung habe ich mich verliebt mit ihrem Charme. Ich habe sie mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, alles harmoniert für mich. Meine große Sorge ist, dass die neue Wohnung in Köln das nicht hat, ich mir Sorgen um mein Ruhebedürfnis machen muss.

Auch stelle ich mir die Frage, ob es nicht besser ist, ländlicher zu ziehen.

Wie empfindet ihr die umliegenden Stadtteile, Speckgürtel? Welche Städte, Dörfer sind "schön", also auch für eine HSP in dem Sinne "schön", lebenswert, wo kann man sich wohlfühlen als HSP, ohne das Gefühl zu haben, abgeschieden zu sein? Wo ist die Anbindung nach Köln gut?

In Köln halten mich die positiven Menschen, das kulturelle Angebot, die Kneipen und Restaurants, im ländlichen Gebiet ist es die Ruhe, die Nähe zur Natur. Aber was ist mit den Menschen? Mein Freund und ich sind Mitte 30 und kinderlos, reisen gern ...

Ich freue mich auf eure Antworten und Meinungen zu dem Thema und hoffe, die Menschen von euch, die auf dem Land leben, fühlen sich nicht angegriffen von meinem Text.

Vielleicht sind ja ein paar HSP-Kölner dabei, die mich verstehen und antworten.

Viele Grüße und einen schönen Start ins Wochenende!
Madame Petite
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Re: Hochsensibel in Köln!

Beitragvon Nina83 » Sa 11. Nov 2017, 05:14

Die eigene Wohnung hat mir auch riesig dabei geholfen, besser mit meiner Hochsensibilität zurechtzukommen.
Es braucht einfach einen Ort, wo man auch zur Ruhe kommen kann.
Das muss auch bei mir nicht auf dem Land sein, sondern eben auch Ruhe vor den Gefühlen anderer Menschen.
Stressige Nachbarn oder Eltern/Partner/Mitbewohner können mich total aus dem Gleichgewicht bringen.

Ich wohne auch in der Nähe von Köln.
Inzwischen alleine in Frechen, vorher noch bei meinen Eltern in Pulheim.
Die Randgebiete von Köln kann ich wirklich empfehlen. Meine Schwester wohnt nun auch in Pulheim, vorher direkt in Köln. Das war für sie und ihren Freund aber Stress pur. Um zur Uni, zu ihren Arbeitsplatz zu kommen optimal (Fußweg/Straßenbahn), aber sobald man das Auto benutzen musste, stand sie ständig im Stau.
Ständig Parkplatzprobleme, die zuständigen Ämter oft hoffnungslos überlaufen, usw.
Mitten in der Stadt zu wohnen wäre auch für mich nichts. Auf dem Land zu leben aber genauso wenig.
Ich will halt auch Kino, shoppen, Museen, Restaurants, kulturelles Angebot, Freizeitpark, Bowling oder mit anderen Dingen meine Freizeit verbringen. Auf dem Land wäre es mir zu öde und meistens muss man riesige Strecken fahren, wenn man bestimmte Dinge kaufen möchte.....
In den Randgebieten zu wohnen verbindet diese beiden Vorteile.
In Frechen habe ich einen Supermarkt direkt vor der Tür, es ist eine ruhige Gegend (sprich: nette Nachbarn, keine Verbrechen, nicht der Großstadtlärm, aber ich habe eine Hauptstraße vor der Tür. Meine Wohnung ist aber ein Neubau, gut isolierte Fenster, absolut ruhig, außer ich öffne das Fenster.)
In Hürth, den Nebenort ist gleich ein Kino. Hinter meinen Haus die Straßenbahn, die auch direkt in die Kölner Innenstadt führt. Die Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften ist auch nicht weit. In Marsdorf (Gewerbegebiet) gibt es Media Markt, Möbelhäuser, Elektrogeschäfte, usw.
Kurz: Alles was ich brauche befindet sich in unmittelbarer Nähe. Stau hält sich in Grenzen, nicht so schlimm, wie in Köln selbst.

Einziger Haken ist das die Wohnungen nicht unbedingt billig sind. Großstädte und die Umgebungen sind ein sehr teures Pflaster. Meine Eltern wollen nun nach Hoheneiche ziehen, ein Dorf in der Nähe von Eschwege. Im tiefsten Hessen, also zurück in die Heimat. Mein Vater geht in Ruhestand und möchte keine Miete mehr zahlen. Und das Haus meiner verstorbenen Großeltern steht ansonsten leer.
Die Nähe zu meiner Familie war auch immer ein großer Pluspunkt.
Jedenfalls hätten meine Eltern ja ein großes Haus. Aber da es in Hoheneiche steht, hat es einen Wert von ca. 90.000€. Könnte man dieses Haus umsetzen und nach Köln verfrachten, würde der Wert auf über 250.000€ steigen. Auf dem Land lebt es sich auf jeden Fall billiger.
Ich weiß auch nicht, wie das mit der Gesundheit meiner Eltern weitergeht. Hier in Köln und Umgebung gibt es ja für alles die richtigen Spezialisten und Ärzte. Ländliche Gebiete haben hier auch das Problem, das oft die richtigen Spezialisten fehlen......
Und die Wohnungssuche in Köln und Umgebung ist der absolute Horror. Da wünsche ich euch jetzt schon viel Geduld und Glück.
Ohne die Hilfe meines Vaters würde ich wohl heute noch eine Wohnung suchen oder in einer Bruchbude wohnen, wo mir die Decke auf den Kopf fällt. Ich hatte lange Zeiten der Arbeitslosigkeit, habe jetzt nur einen Mindestjob. Nicht gerade gute Karten, um eine Wohnung zu bekommen. Mein Vater hat aber gut verdient und sich mit in den Mietvertrag einschreiben lassen, als "Sicherheit".
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Re: Hochsensibel in Köln!

Beitragvon shumway » Sa 11. Nov 2017, 09:34

Hallo,


ich selbst wohne in Bensberg. Ist wohl schon eher erweiterter Speckgürtel, aber dementsprechend auch noch was ruhiger. Ich fühle mich hier richtig wohl! Wirklich ruhig und trotzdem alles da was man braucht. Selbst ein ganz vernünftiges Kino für die Ortsgröße gibts hier. Wenn mans mag ist man in ein paar Minuten im Mediterana, der Königsforst liegt um die Ecke, ich bin in fünf Minuten auf der A4, und wenn ich nach Köln rein möchte setze ich mich in die 1 und stehe in einer halben Stunde am Neumarkt. Aber es ist halt wirklich ruhig - um acht werden die Bürgersteige hochgeklappt ;). Mir gefällts , bin aber auch der Meinung grün>grau. Die Rechtsreihnische Seite gefällt mir aber generell besser - auch wenn das für "richtige Kölner" ja gar nicht geht. Refrath ist ebenfalls sehr schön und ein Stückchen näher an Köln dran. Liegt auch an der Strecke der 1. Aber wo Licht, da ist auch Schatten. Wenn man linksreihnisch arbeitet, kann das schon nervig sein. Denn wenn man mit dem Auto fährt muss man - wie sehr viele andere auch- über den Rhein! Kann den Tag manchmal unnötig in die Länge ziehen...

Liebe Grüße
shumway
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Re: Hochsensibel in Köln!

Beitragvon MadamePetite » So 12. Nov 2017, 15:14

Danke für eure Antworten. _Mij_

Von Frechen und Bergisch Gladbach habe ich schon gehört, dass es dort schön sein soll. Bergisch Gladbach bzw. das rechtsrheinische Gebiet kommt für meinen Freund und mich leider allerdings nicht in Frage, weil ich ewig pendeln müsste (ich arbeite in Ossendorf) und mein Freund noch weiter weg ist von Freunden und Familie. Hinzu kommt, dass ich mein Auto verkauft habe und nur noch mit der Bahn unterwegs bin. Mein Freund hat gar keinen Führerschein. Alles in allem sind es über 60 Minuten Pendelei, die ich nicht aufbringen möchte. Die Gruselgeschichten von den ewigen Staus höre ich oft genug von meinen Kollegen.

Dazu muss ich sagen, dass meine Arbeitsstelle der reinste Horror ist (Großraumbüro, kaltes Betriebsklima, strenge Hierarchien, Machtgehabe) und die Pendelei wahrscheinlich ein Riesen Verstärker für mich wäre. Im Moment pendele ich 40 Minuten innerstädtisch. Das ist ok, mehr kann und will ich mir allerdings nicht zumuten.

Frechen wäre da schon eher etwas bzw. wäre besser, von dort zur Arbeitsstelle zu kommen.

Wie geht es euch mit der vollen Stadt? Empfindet ihr es auch als Last? Und kennt ihr das, wenn man durch einen Ort geht und in sich spürt, dass er nicht stimmig für einen ist?

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich euch
MadamePetite
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Re: Hochsensibel in Köln!

Beitragvon Libellchen » Di 14. Nov 2017, 19:26

Hallo MadamePetite,

ich kann Frechen auch nur empfehlen. Nina83 hat ja schon einiges geschrieben. Außerdem hat Frechen ein Hallenbad, ein Freibad, Sportstadion, Kino, Theater etc.

Man kann ruhig wohnen und doch zentral. Natürlich kommt es darauf an, wo man wohnt. Es gibt es viele Stadtteile, nicht alle sind verkehrsgünstig.

Frechen-Königsdorf ist der größte Stadtteil, aber eher ruhig, mit S-Bahn-Anschluß. Man ist in 10 Minuten am Kölner Hauptbahnhof. Alles Geschäfte des täglichen Bedarfs sind vorhanden. Beliebt ist auch der Königsdorfer Wald.

Es wurde hier viel gebaut und viele Kölner sind nach Frechen gezogen, da es doch noch etwas preiswerter als Köln ist. Inzwischen haben sich sehr viele kleine und mittelständische aber auch große Unternehmen hier angesiedelt. Vielleicht findest du hier einen besseren Arbeitsplatz.

Köln-Weiden ist auch zu empfehlen und auch nicht ganz so teuer. Die Bahn fährt auch in die Kölner Innenstadt. Mittelpunkt ist das Einkaufzentrum.

Hürth mit seinen Stadtteilen hat auch viel zu bieten. Aber hier kommt es auf die Lage an, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Köln möchte. Hürth-Efferen ist sehr beliebt.

Schau einfach mal, was für euch gut zu erreichen ist.
Viel Erfolg bei der Suche.
Liebe Grüße
Libellchen
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