ja schrieb:
Die „soziale fellpflege“,
also inhaltlich völlig unbedeutend (wetter, fussball und co), allerdings nonverbal umso wichtiger da wohlwollen und freude am kontakt transportiert wird

"soziales Schmiermittel" sagte mir mal jemand und von da an habe ich es tatsächlich anders sehen können.
Es geht gar nicht um Inhalt, genau, sondern um die Beziehungen zu Menschen und die müssen nun wirklich nicht alle tief und wahrhaftig sein, im Gegenteil, die Angemessenheit von Situation und Verhalten hat für mich mittlerweile höchste Priorität.
Und da eröffnet sich ein wunderbares Potenzial, wenn man sich die Fertigkeiten erwirbt, denn auch oberflächliche Situationen sind vielschichtig und komplex - oder können es sein, wenn man an die Details geht.
Man kann Stimmungen beeinflussen, Blockaden lösen, Menschen miteinbeziehen, ihnen einen Einstieg ermöglichen - und das alles auf einer Ebene, auf der es nichts oder wenig zu verlieren gibt, da wo alle gleich sind und Abweichungen noch nicht zum Stigma führen. schönes Wetter - schlechtes Wetter...
Das war jetzt begeisterte Theorie.
Ich bin einfach nur schlecht im smalltalk.
Bzw. funktioniere ich ganz gut im öffentlichen Raum, habe keine Probleme Menschen anzusprechen, sie um was zu bitten.
Vor einer Geburtstagsparty dagegen graut es mir.
Familienfeiern - bloß nicht!
Essen gehen im geselligen Kollegenkreis - Hilfe!
Nachtrag nach der Überlegung warum eigentlich diese Grenze:
Ich vermute, dass ich den Übergang vom smalltalk zu privatem, tieferem Denk-, Sprechgut nicht hinbekomme.
Da versagen bei mir die Messinstrumente, wieviel Tiefe und eigenes zur lockeren Oberfläche kommen dürfen, sollen, können.
Was ist angemessen bei Leuten, die ich kenne, die was von mir wissen, wo Wetter und schlechter Straßenbelag dann doch zu wenig an Thema ist.
Bin ich zu abweisend, gebe ich Dinge preis, nur um der Harmonie willen - hmmm..., schwierig
ja schrieb:
„schutzschild“,
als schutz gegen verbalen „briefkasten-tanten-missbrauch“ und dem vermeiden energie in fremde lebensgeschichten zu stecken
Das hätte ich jetzt gar nicht zum Thema "smalltalk" gezählt, eher ganz periphär den smalltalk als evtl. eine der möglichen Strategien zur Abgrenzung von Energievampiren anerkannt.
Aber mir persönlich wäre da der Angriff mit smalltalk zu anstrengend, ich bin da eher der Mauer-hochzieh oder sich-umdreh-Typ.
Dabei dämmert mir, dass ich den smalltalk mittlerweile ein wenig zu verklären scheine.
Oder ist das vielleicht gar kein smalltalk, wenn ich 2 Menschen miteinander reden höre, die sich auf banalstem Niveau womöglich über das Leben anderer ellenlang auslassen und ich denke nur: was bringt sowas?