HSP und Zahnarztbesuch

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon sanfte_Wellness » Do 6. Okt 2011, 13:57

Hallo zusammen! _hello_

Sicherlich ist das kein ausschließliches HSP-Thema aber vielleicht ein Thema besonders für HSPs? _hüüh_ _gruebel_

Besuche beim Zahnarzt fallen mir grundsätzlich sehr schwer, ich glaube, dem liegt unter anderem auch ein nicht verarbeitetes und chronifiziertes Angstthema aus der Kindheit zu Grunde.

Für mich fangen die Probleme an beim Betreten der Zahnarztpraxis, wenn die ganzen Desinfektionsgerüche mich schon fast am umhauen sind. Während ich das hier schreibe, sind die Bilder meines Erst-Zahnarztes aus der Kindheit, seine Praxis und alles drum und dran sehr präsent, deutlich und lebendig vor meinem inneren geistigen Auge.

Der Gummigeruch der Handschuhe des Zahnarztes sind auch sehr unangenehm für mich, da kann es mich schon mal würgen, wäre das Problem nicht, das Würgegefühle Panikattacken in mir auslösen KÖNNTEN. Ich habe sie mittlerweile gut im Griff, seit ich angefangen habe, mich immer besser kennenzulernen und meine Gefühle zu respektieren und ernst zu nehmen (war ein langer Weg, nur ich allein konnte mir helfen, niemandem fiel meine HSP auf).

Vieleicht ist es ein interessantes Thema für euch und regt euch zur aktiven Teilnahme an...falls dem so sei, sage ich bis dahin mal "Tschüss!" zusammen _flöwer_ _hello_

PS: ich war baff, als ich die Themen hier in diesem Forens-Block durchgegangen bin!! Soviele ähnliche Gedanken hatte ich bereits ebenfalls!! Z.B. sowas wie ein Faden fürs Danke sagen..und ob Second-hand-Kleidung schlechte Energie bringt usw machaugenauf WOW, super 1güt

Schüss ma sanfte_wellness alien9 _läch_
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon DrKatZe » Do 6. Okt 2011, 17:29

Au weia! Voll ins Schwarze. Mit dem Thema Zahnarzt rennst du bei mir offene Türen ein.

Bisher hatte ich richtig Schiss vor jedem Zahnarztbesuch, selbst vor der Kontrolle. Schließlich hätte ja immer was festgestellt werden können.

Als Kind hatte ich sehr bald schlechte Zähne mit vielen Kariesstellen, die tief in die Zähne ragten. Die mussten also alle behandelt werden. Wie eine Behandlung aussieht, weiß hier sicherlich jeder.

BOOOOHHRRRREEEEENNNN!!!!!

Tja, als Kind noch im Wachstum, wenige Jahre nach der Wende, gab der Zahnarzt noch keine Betäubungsspritze. All die tiefen Löcher wurden ohne Betäubung "behandelt". Ich habe wie am Spieß geschriehen, die Hände des Arztes aus meinem Mund geschlagen, gestrampelt, gezittert und geheult. Stets blieben die Schwestern und der Arzt selbst freundlich zu mir aber auch sehr bestimmt in der Durchführung und Beendigung der Sitzungen. Schreckliche Erinnerungen, kann ich euch sagen! Die Erinnerung an die Schmerzen ist die prägnanteste, wobei ich eingestehe, dass die Erinnerung und das tatsächliche Empfinden zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Jedenfalls war es vor knapp 1,5 Jahren soweit. Eine der größten Amalgam-Plomben, die mir in der Kindheit eben unter den beschriebenen schmerz- und angstvollen Erlebnissen eingesetzt wurde, musste raus. Darunter habe sich Karies gebildet und eine Krone müsse nun statt dessen dort drauf. Ich wäre beim Verlassen der Zahnarztpraxis fast zusammengebrochen. Zu Hause angekommen ließ ich die Tränen dann laufen, vor lauter Angst vor dem was da auf mich zukommen würde. Und all das bei einem recht neuen Arzt, zu dem ich erst vor Kurzem gewechselt war.

Dieser Termin kam also. Natürlich geschah alles unter Betäubung, die der Arzt auch wirklich gut setzte. Eine Woche vor dem Termin war ich fast nur noch ein Häufchen Elend. Nach dem 1. Termin war ich mehr als erleichtert. Das Gröbste war überstanden. Schließlich kam die Krone, alles gut. Nun knapp ein Jahr später muckt der gleiche Zahn wieder. Und der Zahnarzt, der mich behandelte ist nicht mehr in der Praxis tätig, statt dessen sein grober Kollege, zu dem ich unter keinen Umständen gehen wollte.

Kurzerhand beschloss ich, zu meinem ehemaligen sehr guten Zahnarzt zurückzugehen und den weiteren Fahrweg in Kauf zu nehmen.

Neue Mitteilung:

WURZELKANALBEHANDLUNG!!!

Oh je!!! Ich hätte mir vor Angst in die Hose machen können. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich schon 1000 Horrorgeschichten über besagte Behandlung gelesen. Furchtbar! Meinem wieder neuen Zahnarzt teilte ich meine Angst mit und er fing mich sowas von wertschätzend und beruhigend auf. Angst hatte ich dennoch. Als der Termin kam, wäre ich in der Praxis auf dem Stuhl auch fast in Tränen ausgebrochen. Das hat der Doc wohl gemerkt. Er ging so prima auf mich ein und beschrieb alles, was er machte und wartete auf mein Zeichen, dass er weiter machen könne. Alles lief wie am Schnürchen, schmerzlos trotz dicker Entzündung in der Wurzel. Klasse!

Er ist der erste und einzige Zahnarzt, der es mit seiner tollen empathischen Art geschafft hat, dass ich nun (fast) angstfrei zu ihm gehen kann. Ist ein ganz neues Lebensgefühl. Entlastend. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Gib mir Kraft, zu verändern, was ich verändern kann, und die Gelassenheit, geschehen zu lassen, was ich nicht verändern kann, und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden. .Seneca.

Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Aber ich bin nicht verantwortlich für das, was du verstehst.
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon Willow » Do 6. Okt 2011, 17:52

Hm Zahnarztbesuche machen mir ehrlich gesagt gar nichts aus. Ich finde sie einfach nur lästig weil man für nichts und wieder nichts Zeit vertrödelt.
Man muss aber auch dazu sagen, dass ich noch nie in meinem Leben irgend ein Loch im Zahn hatte. Die einzigen Unannehmlichkeiten für mich waren bisher einige Milchzähne, die gezogen werden mussten, weil sie nicht von selber rausfallen wollten. (Den letzten hatte ich mit 18 noch!) Ich verbringe normalerweise mehr Zeit mit warten als tatsächlich beim Arzt drinnen weil der nur kurz alles durchschaut und mich wieder heim schickt. Von daher gehe ich schon mit dem beruhigenden Wissen da hin, dass es nur wieder langweilig wird. Ich hab keine Ahnung was passiert, wenn man bei mir doch mal was Unangenehmes machen muss. _nüxweiss_

Normalerweise hasse ich Arztbesuche generell weil ich es gar nicht leiden kann wenn mich fremde Leute anfassen. Frauenarzt ist bei mir der Horror. Die Frau ist furchtbar nett, und tut mir ja auch nichts, aber trotzdem ist mir immer ganz schlecht wenn ich da hin muss.
Mit den Gerüchen komme ich ganz gut klar. Vermutlich zum Teil weil ich selber im Labor rumwurschtel und die dummen Handschuhe selber tragen muss.
Just because you're paranoid doesn't mean that there isn't an invisible demon about to eat your face. (Harry Dresden, Wizard)

Macht mal das Licht leiser, ist so heiß hier!
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon Sarina » Do 6. Okt 2011, 18:26

Zahnarzt big_ohnmacht

eine never ending Story bei mir und das würde echt den Rahmen sprengen wenn ich alles über unendlich viele Jahre erzählen würde.

Daher so kurz wie möglich, als 10jährige musste auch ein Milchzahn gezogen werden der bombenfest saß, aber der Neue darunter drückte und Schmerzen verursachte. Zahnarzt sehr lieb, alles erklärt, er verstand meine kindliche Angst und Unsicherheit. Tja und dennoch hat er mich belogen, er sagte den Stich der Spritze spürst du, wird ein wenig weh tun und pieksen aber dafür wirst du nicht merken, wenn ich den Zahn ziehe. Ist ja auch eigentlich alles völlig logisch aber bei mir ist eh immer alles anders rum als bei den meisten anderen.
Die Spritze merkte ich also gar nicht und fand das toll, beruhigte mich ja schon mal, dann konnte das Ziehen ja nicht so schlimm sein. Pustekuchen, das Ziehen hat grausam weh getan und da es ja nicht sein kann was ICH spürte (und das sollte ich noch oft in meinem Leben erleben), musste ich dann anhören das ich spinne und es könne ja gar nicht weh getan haben und ich solle mich mal nicht so anstellen, obwohl ich weinte und vor Schmerzen schrieh. _bash_

Dazwischen die Kronen, die vielen Wurzelbehandlungen trotz Kronen und alle Zähne gingen dennoch kaputt trotz Kronen und die Schmerzen dabei trotz Spritzen. Einmal musste sogar der Trigiminusnerv beteubt werden, damit überhaut der Zahn berührt werden konnte und dann gezogen.

Nee mein Erleben was Zahnarzt betrifft ist Horror und mein persönlicher Albtraum. Der letzte Zahnarzt war zwar dermaßen einfühlsam, hat mich endlich mal ernst genommen und mir dann auch mal wahrheitsgemäß erklärt, dass es eben Menschen gibt wo nichts hilft, wo auch keine Wurzelbehandlung etwas bringt, wo die Zähne eben nicht dadurch gerettet werden können, dennoch trau ich mich nicht dahin. Das wird wohl erst dann wieder gehen, wenn Schmerzen eintreten und es gar nicht mehr anders geht. Ich kann mich da selber auch serh gut verstehen _läch_ denn irgendwann liegen die eigenen Nerven völlig blank, wenn da nie wirklich was richtig auf Dauer geklappt hat.

Hätte man mir die Zähne die schon alle Kronen hatten gleich gezogen, wären mir viele Schmerzen erspart geblieben und vor allem die vielen Behandlungen mit Nerv töten und ziehen, Wurzelbehandlungen, Abschleifen und die eben immer größer gewordene Angst und Panik was Zahnarzt betrifft.

Puh sorry, ich sag ja mein persönliches Albtraumthema.

lieben Gruß
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon sanfte_Wellness » Do 6. Okt 2011, 18:46

Hallo!

Aufrichtiges Mitfühlen und Bedauern an alle Zahnarzt-Leidende. Und die, die die Probleme gar nicht so kennen: bewunder und weiter so _grin_

Keine Spritze beim Bohren wäre der Horror für mich als Kind gewesen. Mittlerweile habe auch ich einen guten Zahnarzt, bei dem ich schon mal ohne Betäubung was machen lassen kann - aber immer mit Handzeichen, und nur, wenn es NICHT wehtut. _yessa_

Ohne Bohren, wie kann man das aushalten?? _hüüh_ _nüxweiss_

Manchmal kann es wohl wirklich das Beste sein, lieber gleich ein Gebiss, als ewige Zahnarzt-Prozedur. Irgendwann wird bei mir auch ne Krone fällig sein....davor habe ich schon jetzt Horror. Ich werde es rausziehen, so lange es geht! _yessa_

Grüße sanfte_wellness 1alie wub _yessa_
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon sanfte_Wellness » Fr 11. Nov 2011, 17:26

Also - jahrelang hatte ich wohl eine "Dentophobie" ´, eine Zahnbehandlungsphobie. wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Zahnbehandlungsphobie, die ich dank des gefundenen Zahnarztes und auch durch meine eigenen Bemühungen evtl. in eine Zahnbehandlungsangst umwandeln konnte. Ich bin aber doch aber immer froh, wenn ich nicht hin muss. Eine Krone wird irgendwann anstehen..oh je, ich mag gar nicht darüber nachdenken. big_cry2
Mal wieder nachschauen lassen könnte evtl. auch nicht schaden. Allerdings ist meinem Zahnarzt aufgefallen, dass ich schon immer sehr früh merken würde, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist. Ich komme quasi schon beim "das Gras wachsen hören", heißt, ich komme, bevor es akut wird mit echten Problemen, während ich das Problem am Zahn ím Ansatz bereits in seinem ganzen Ausmaß erspüre!

Jedes leichten Ziepen kann mich außerdem nervös machen und die Zahnbehandlungsphobie, die fast in Panikattacke mündet hochholen. Ich habe gelernt damit umzugehen - irgendwie - aber Herzrasen, Panik das ist schon noch alles da, nur wie ich damit umgehe, ist entscheidend und variiert je nach Grad meiner emotionalen Verfassung.

Im Zahnarzt-Angst - Forum - Chat war ich auch einmal. Ich empfand es als sehr heilsam und spannend mit anderen Ängstlichen zu reden. Dabei konnte ich Manchen sogar beruhigen - und fand meines dann schon weniger schlimm..

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub _hello_
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon Zero-11 » Fr 11. Nov 2011, 22:55

Ah da hab ich was s_032 echt schlimm sowas:

http://www.zahnarztluegen.de/filme-und-videos/
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon sanfte_Wellness » Sa 12. Nov 2011, 12:06

Toll, danke für den Link, zero-11! Kann mir das Video gerade nicht anschauen..aber das Buch dazu finde ich interessant... _10_


Auch das mit dem Titel Zahnprobleme im Zusammenhang mit körerlichen und seelischen Problemen


_hello_ Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub dänce
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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon Rhodesian Ridgeback » Sa 12. Nov 2011, 18:25

Hallo Allerseits,

ich gehe regelmäßig 2 mal im Jahr zum Zahnarzt, was aber nicht heißt, dass ich gerne dahin gehe. Ich gehe, weil ich es für mich mache und nicht für den Zahnarzt.

ich stehe dann unter Strom, wenn eine größere Behandlung angesagt ist. Was ich überhaupt nicht ab kann, ist Kälte. Im Mund bin ich sehr kälteempfindlich.

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Unsere Hochsensibilität ist wie ein Präzisionswerkzeug, das beeindruckend leistungsfähig ist in der Wahrnehmung und im kreativen Output. Doch leider ist es ein Werkzeug, für das wir keine Gebrauchsanweisung erhalten haben und das wir versuchen zu verstehen durch Versuch und Irrtum

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Re: HSP und Zahnarztbesuch

Beitragvon Violet » Sa 12. Nov 2011, 19:48

Man mag es kaum glauben, aber ich gehe supergerne zum Zahnarzt. _grin_ Erstens habe ich gute Zähne, da ist meist nie was dran zu machen und zweitens ist mein Zahnarzt ein superlustiger und netter Kerl. Da fühlt man sich wie zu Hause. Ich habe echt kein Problem damit, zum Zahnarzt zu gehen. Ich freue mich immer schon richtig drauf, zumal ich auch meine 10 Euro meistens wieder bekomme. _10_

Meine beste Freundin allerdings hat eine richtige Zahnarzt- Phobie. Sie meint, eine Bahandlung (auch nur Nachgucken) wäre nur unter Narkose möglich und das kann sie sich nicht leisten. Sie hat ein Trauma aus der Kindheit und geht deswegen nie mehr zum Zahnarzt und hat sogar schon einige Zähne raus deswegen. Ich weiß auch nicht, wie ich ihr da helfen kann. Sie würde nämlich nicht mal zu meinem tollen Zahnarzt gehen. _help_

Wo ich selbst allerdings niemals hingehen würde, ist ein(e) Frauenarzt/ Frauenärztin! *grusel* Das ist unmöglich und undenkbar für mich. _flöp_
Violet
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