Kommunikation

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Kommunikation

Beitragvon Siggi » Sa 21. Jan 2012, 10:44

Hallo zusammen

ich schaffe es nicht, anderen zu sagen wenn mich etwas sehr bedrückt oder belastet. Letzte Woche ist mir das nochmals ganz massiv bewusst geworden, da ich meinen besten Freund damit vor den Kopf gestossen habe. Er hat sich deshalb auch Gedanken gemacht, und dachte er hätte etwas falsch gemacht, was gar nicht der Fall war. (Es ging um mein Verliebtsein in jemanden.) Ich war so mit meinem "Problem" beschäftigt, und wollte für mich alleine sein, und dachte meinerseits er weiss doch was mit mir los ist, er weis doch sowieso was ich denke und fühle. Das habe ich einfach angenommen. Für andere nicht so enge Freunde muss das noch verworrener wirken, wenn er es schon falsch interpretiert. Wir haben es zum Glück wieder aufgeklärt, aber das hat mir schwer zu denken gegeben. Müssen wir vielleicht einfach nur mehr miteinander reden und kommunizieren, damit wir besser verstanden werden ? Setzen wir zu viel Einfühlungsvermögen von anderen voraus, weil wir selber glauben wir wüssten wie andere denken und fühlen ? Aber können wir das wirklich ? Mich würde interessieren wie ihr das seht oder vielleicht auch schon einmal erlebt habt.

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Re: Kommunikation

Beitragvon ellen71 » Sa 21. Jan 2012, 12:08

Ich hatte auch lange Zeiten der Sprachlosigkeit.
Als HSP schleppt man Probleme gerne lange Zeit mit sich herum.
Ich habe dagegen noch kein Rezept gefunden.
Wünsche allen eine frohe Osterzeit!
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Re: Kommunikation

Beitragvon felidae » Sa 21. Jan 2012, 16:44

Das ist nun kein Phänomen, das nur HSP betrifft....

Die Annahme, daß andere doch wissen müssten, wie es einem geht und warum, ist weit verbreitet. Grad unter engen Freunden und in Partnerschaften. Aus dieser Annahme entstehen so viele Mißverständnisse und auch Trennungen die unnötig wären, wenn man einfach nur sagen würde, wie es einem grad geht und warum.

Ich habe aber auch eine große Hemmschwelle was reden angeht. Also schreibe ich (SMS, Mail, etc.). Das paßt nicht jedem, weil andere lieber reden. Aber auch da versuche ich zu erklären, dass ich das so nicht kann. Meist finden wir dann den Mittelweg, ich schreibe zuerst auf, was ich denke, fühle, wie es mir geht und der andere sucht dann das persönliche Gespräch. Wenn darüber erstmal der Anfang gemacht ist, dann geht es auch meist mit dem reden.

Es dauert seine Zeit bis man es gelernt hat und es ist nicht einfach. Weil man auch immer wieder trotzdem nicht verstanden wird. Aber bei einigen Menschen hat es das Verhältnis wesentlich verbessern und intensivieren können. Und das ist die Hauptsache. Ich brauche nicht viele Freunde, sondern welche, die mich verstehen oder akzeptieren wie ich bin und mit denen man einen Weg findet, auch wenn man unterschiedlich ist !
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Re: Kommunikation

Beitragvon Vani » So 22. Jan 2012, 21:56

Mh, vielleicht ist es ganz einfach ... Man sagt einfach nur "mich bedrückt was, aber ich kann noch nicht darüber reden" .... vielleicht ist man dann schon einen Schritt weiter?

Wenn man nicht darüber reden mag oder kann - warum ist es so? Fürchtet man etwas?

Ist es nicht sinnvoll etwas auszusprechen... um es auch zu "bekommen" - vielleicht ein paar ´tröstende Worte z. B., die einen daraufhin weiterbringen können. Andere Sichtweisen können sehr, sehr hilfreich sein.

Ich kann aus meinen letzteren Erfahrungen nur dazu raten - es auszusprechen, wenn einen etwas bedrückt. Es wirkt sehr befreiend und wie gesagt - die Reaktionen können einen weiterbringen.

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Re: Kommunikation

Beitragvon bumblebee » So 22. Jan 2012, 22:40

Zu deinen Fragen: Nicht jeder setzt zuviel Einfühlungsvermögen anderen voraus. Zb gibt es HSP, die nie oder eine lange Zeit keine (oder sogar eine gegenteilige Person erfahren durften/mussten, bei der sie sich aufgehoben und verstanden fühlen, -somit zunächst immer erst misstrauisch und für sich reserviert sind. Ich hab im Laufe meiner Zeit gemerkt, dass man mir mit meinen Gedankengängen nicht immer folgen kann und meine von mir geäußerten Wehwehchen wurden von Autoritätspersonen immer als harmlos und wenig wichtig eingestuft. Deshalb habe ich verlernt, meinen Kummer auszudrücken. Ich denke dabei von selbst schon, dass ich mich zu wichtig nehme. Dabei sind wir hsp natürlich schon beeinträchtigt, was somatische Dinge durch die Psyche und eben unsere Emotionen betrifft. Nur kann das in dem Ausmaß nochnichtmal jeder Mediziner richtig einschätzen. Von daher gebe ich dir den Tipp, was deinen Kummer betrifft, ihn vielleicht etwas umzuformulieren. Zb, wenn du weltschmerz verspürst, zu sagen, dass du gerade einem blöden Tief verfallen bist und Aufmunterung brauchst. Das kennen die Nichthsp nämlich auch und dann werden sie sich bemühen, dich aufzuheitern. Und allein diesen Bemühungen wegen, kannst du versuchen zu lernen, dich daran zu erfreuen, denn du hast somit tolle Freunde, wie dein Freund, der dir zuhört.

Was deine Frage betrifft, ob wir wissen können, was andere denken und fühlen, beantworte ich auf das "wissen" bezogen mit nein. Denn wir können nur wissen, was wissenschaftlich belegt ist oder was wir aus an persönlicher Erkenntnis aus Erfahrungen gezogen haben. Persönliche Erfahrung und allgemeine Wissenschaft decken sich aber nicht gleichauf mit anderen Köpfen. Eine Ahnung können wir haben, sogar ziemlich gute mitunter. Wer über ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und Empathie verfügt und dem sozialen Miteinander nicht gänzlich aus dem Wege geht, der wird gut erahnen können, meiner Meinung nach, was in anderen vorgeht und ich hatte auch oft nicht unrecht. (Man muss noch aufpassen mit negativer Selbstprophezeihung!) Aber gänzlich wissen sich einige Menschen auf dieser Welt noch nicht mal selbst. Wobei man sich auch fortan verändert. Gedanken können morgen anders sein. Usw..
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Re: Kommunikation

Beitragvon ja » Mo 23. Jan 2012, 11:07

Hallo ihrs,


nun „schleiche“ ich schon eine weile um dein thema siggi
und mag nun auch meinen sermon dazu geben.

Ich halte dies für ein für menschen mit hs essentiell wichtiges thema! Schlicht weil es so eine menge raum für missverständnisse, interpretationen und übertragungen gibt.

Vorneweg: ich will überhaupt nicht das irgendwer (ob mit oder ohne hs) mich „durchleuchtet“. Ich habe ein recht auf mein sein!
Und da ich dies jedem zugestehe, will ich genauso wenig wissen was das innere eines anderen menschen ist.
Klar stehen mir aufgrund meiner hs eine fülle an informationen zur verfügung, was mich in erster linie jedoch gemahnt achtsam damit zu sein.

Ich denke genau das ist dann auch der punkt – ich will eine „kultur der achtsamkeit“, raum in dem es schlicht nicht notwendig ist sich gehemmt fühlen zu müsen dinge anzusprechen.

Persönlich gehe ich den weg, wenn ich eine hemmung spüre (was oft der fall ist) schaue ich mir diese an sich an und versuche sie zu ergründen.




Herzliche Grüße,
ja.
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Re: Kommunikation

Beitragvon Siggi » Mi 25. Jan 2012, 21:00

Ich danke euch allen für eure Meinungen und die Gedankenanregungen dazu.
Das sehr hifreich verschiedene Meinungen dazu zu hören !

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