Mathematik und Hochsensibilität

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon sanfte_Wellness » Mi 7. Dez 2011, 06:49

Hallu zusammen!

Schon der Thread - Titel ....da zieht sich bei mir alles zusammen...brrrrr....das beißt sich für mich.....aber ich stehe darüber und poste es. Vielleicht geht es jemandem ähnlich? Oder wie ist der Zugang zu Mathe bei anderen Hochsensiblen?
Ich trage ein Mathe-Trauma aus früheren Schultagen mit mir herum, konnte aber in der neuesten Zeit erkennen, dass ich damals einfach selbst- bzw. eigenständiger in meinen Gedanken hätte sein müssen, da bei mir Verständnis-Potential vorhanden ist, wie ich nun als Erwachsene feststelle. In der jüngsten Zeit habe ich recherchiert, ob es eine gewisse Dyskalkulie gewesen sein konnte, was ich aber nicht bestätigen konnte oder kann. Es ist nicht Dyskalkulie, ich verstehe Zusammenhänge, wenn ich mich auf eine bestimmte Verständnisebene begebe, deren Zugang ich damals nicht fand, bzw. ich fand bzw. hatte das Bewusstsein nicht, diesen Zugang zu finden oder mir zu nehmen _gruebel_ _nüxweiss_ und ich wurde nach dahingehend auch nicht gefördert, ich war in der Angelegenheit völlig alleingelassen.

Ich empfand mich damals als extrem schüchtern und wie in einem Nebel. Die Dinge geschahen um mich herum, und in dieses Szenario war ich einfach hineingesetzt. _gruebel_ _nüxweiss_ wub _yessa_

Ich denke immer, dass ich als Kind stark Minderwertigkeitskomplexe hatte oder null Selbstbewusstsein, in meinen jüngsten Überlegungen tendiere ich aber auch nach da hin, dass ich als Kind vermutlich einzig aus Gefühl bestand...hm, ich meine vermutlich, dass ich als Kind einfach nur hochsensibel war, was sowieso niemand erkannt hat, auch nicht die Lehrer. Ich meine, dass man mich eher immer nur problematisch wahrgenommen hat, manche - auch Erwachsene - mochten mich auch einfach nicht oder konnten nichts mit mir anfangen...bei Manchen..fühlt sich der Kontakt für mich derart hoch - oder höchstsensibel für mich an - dass ich Mühe habe, mich auch nur eine Sekunde mit der Person zu unterhalten oder mich allein in einem Raum mit ihr zu befinden, es ist dann, als ob ich rein nur emotional die ganze Person erfasse...und schon allein vor dem fliehen möchte..

Selstsam, ich wollte doch über Mathematik reden.... _gruebel_ _grin_ Aber ich schicke das Thema mal raus...und ich werde dann ergänzen, bzw. weitermachen... _yessa_

Liebe Grüße sanfte_wellness _magic_ alien9 1büssi wub
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Siggi » Mi 7. Dez 2011, 19:46

Hallo

tut mir leid aber für mich passt Mathe und HSP perfekt zusammen. Das sind logisch strukturierte Abläufe. Ich denke das ist vielleicht Veranlagung. Was mich daran stört, ist eher die Kombination Gerechtigkeitssinn und Mathe. Wenn es z.B. Abrechnungen zu machen sind, bleibt es meißt an mir hängen. So nach dem Motto, das kannst Du doch so gut... Ich mach mir dann Gedanken alles möglichst genau für den Einzelnen umzulegen, woandere sagen würden das lohnt sich nicht, da machen wir eine Pauschale für jeden Einzelnen. Aber wenn ich es dann nicht genau mache, daß wirklich kein Cent übrig bleibt, dann find ich doch keine Ruhe...
Also Mathe ist definitiv kein Problem für mich.

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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Eule » Mi 7. Dez 2011, 20:27

Hallo,

Mathe war mein Lieblingsfach und meine Lieblingszahlen waren und sind die Primzahlen.

Liebe Eulengrüße
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Florian » Do 8. Dez 2011, 15:57

Mathe ist mein Lieblingsfach wub
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Gretchen » Do 8. Dez 2011, 17:29

Hallo - sanfte_Wellness - ,

für mich klingt deine Beschreibung sehr nach Hochsensibilität.
HS ist ja keine Prägung der Persönlichkeit und darum ist der Begriff "hochsensible Person" leider sehr irreführend gewählt.
Eine hoch sensible Person kann sich im Laufe des Lebens entwickeln hat aber ihre Ursache in Lebensangst. (und ist insofern wieder abtrainierbar und "heilbar" außer bei z.B. Blinden und Gehörlosen)
Ein hoch sensibler Körper hingegen und das ist, worum es sich im eigentlichen Sinne bei dem HS - Phänomen handelt, ist ein Körper, der ohne eigenes Zutun, also bereits vor der Bildung des "Ich", bevor eine Persönlichkeit entsteht, mit hochsensibler Reizaufnahme und Reizreaktion ausgestattet ist.
Das sind Babys, die bei jedem Geräusch aufschrecken und wie am Spieß schreien, wenn man sie mit zu kalten Händen berührt. Es sind Kinder, die nicht gern im Sand spielen, weil der Sand die Haut zu einer Reaktion reizt, es sind Kinder, die nicht gern im Meer baden, weil das Wasser meist viel zu kalt für den sensiblen Wärmehaushalt der kindlichen Haut ist.
Und es sind Kinder, die wie du offensichtlich im Mathematikunterricht die Gefühlswelt nicht abstellen können und daher dem rationalen Matheunterricht nur sehr schwer folgen.
Sie können durchaus begabt für Mathematik sein, dafür brauchen sie aber eine ausreichend warme, sauerstoffdurchlüftete, vollkommen stille Umgebung.
Da der angeborene HS - Körper dem Fühlen immer unabwendbar den Vorrang gibt.
Z.b. ein "störender, unangenehmer" Geruch im Klassenzimmer genügt dem HS -Körper vollkommen in der Bewältigung dieser üblen Warhnehmung aufzugehen, da ist kein Rankommen mehr an Mathe!

Du könntest versuchen über die Befragung deiner Eltern Rückschlüsse zu ziehen, wie du als Baby reagiert hast. Obwohl ich von Selbstdiagnose dringend abrate.
Ein Neurologe kann das mit wenigen Untersuchungen zweifelsfrei feststellen.

Aus meiner nunmehr dreißig Jahre andauernden Beschäftigung mit HS kann ich sagen, dass ich noch keinen HS kennegelernt habe, der Mathematik etwas abgewinnen konnte.
Ich gehe davon aus, dass Methematikfreunde, die sich für HS halten - ohne Jemanden angreifen zu wollen, einfach nur als EInladung zum Hinschauen - Menschen sind, die aufgrund ihrer Lebensangst eine erweiterte Sensibilität als Schutzmechanismus ausgebildet haben. Mathematik ist eines der "sichersten" Varianten im Recht zu bleiben und einen sicheren Urgrund aufzubauen, auf dem es sich einspruchsfrei und sicher leben lässt, weil das ein Bereich ist, indem die gefühlte Lebenangst nicht zum Tragen kommen kann, denn eins plus eins ist nach Adam Riese immer zwei und so sicher, wie das Amen in der Kirche.
Mathematik ist ein Weg sich in Sicherheit zu wägen.
Für einen HS - Körper ist das aber nicht nötig, Sicherheit zu erstreben, denn sein HS - Körper ist der beste Garant zum Überleben.
Echte HS - Menschen sind nicht ängstlich im Gegenteil, sie neigen zu Übermut und Fahrlässigkeit aus der Sicht eines "Normalos", denn sie leben von Anfang an in der Sicherheit ihrer eigenen Wahrnehmung, die zehnmal höher ist als die eines Anderen.
Daran gewöhnt neigen sie sich zu überschätzen.

frdl. Gruß

p.s. als Abgrenzung zum AD(H)S - Kind, welches ebenfalls Schwierigkeiten im Mathematikunterricht haben kann ist zu beobachten, dass AD(H)S - Kinder, wenn sie mehr als üblich mit Reizüberflutung konfrontiert werden also laufender Fernseher, viele Außengeräusche und eine hohe Anforderung an die gewählte Aufgabe, diese viel besser bewältigen. AD(H)S kann als Gegenpart zur HS "gewertet" werden.
AD(H)S - Kindern ist oft "langweilig" - HS - Kindern ist NIE langweilig, weil ihre Sinne vollkommen ausgefüllt sind mit dem, was gerade erscheint.
...und diese blinkenden Dinger hier am "Wegesrand" sind von HS - Menschen nicht zu ertragen, wäre das ein "echtes" HS - Forum, gäbe es hier keine Farben und keine Blinkdinger....zwinker.....
Gretchen
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Eule » Do 8. Dez 2011, 20:51

Gretchen hat geschrieben:
Aus meiner nunmehr dreißig Jahre andauernden Beschäftigung mit HS kann ich sagen, dass ich noch keinen HS kennegelernt habe, der Mathematik etwas abgewinnen konnte.
Ich gehe davon aus, dass Methematikfreunde, die sich für HS halten - ohne Jemanden angreifen zu wollen, einfach nur als EInladung zum Hinschauen - Menschen sind, die aufgrund ihrer Lebensangst eine erweiterte Sensibilität als Schutzmechanismus ausgebildet haben. Mathematik ist eines der "sichersten" Varianten im Recht zu bleiben und einen sicheren Urgrund aufzubauen, auf dem es sich einspruchsfrei und sicher leben lässt, weil das ein Bereich ist, indem die gefühlte Lebenangst nicht zum Tragen kommen kann, denn eins plus eins ist nach Adam Riese immer zwei und so sicher, wie das Amen in der Kirche.


Hallo Gretchen,

ich kann deine Aussagen nicht nachvollziehen. Das Leben ist kein Zahlenspiel. Es gibt viele Situation, wo Freude an Zahlen (oder warum nicht an Sprachen oder sonst ein Talent) nicht weiterhilft.

Es hilft sicher gut rechnen zu können, wenn man sein Haushaltsgeld einteilt oder überlegt, ob man sich eine größere Anschaffung leisten kann.

Da du auf 30 Jahre Erfahrung verweist wäre es interessant zu wissen, ob du einen professionellen Beruf ausübst, der dir Kenntnisse gebracht hat oder ob es sich um 30 Jahre Lebenserfahrung handelt. Letztlich ist alles sehr individuell.

LG Eule
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon SumOne » Do 8. Dez 2011, 22:22

Gretchen hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass Methematikfreunde, die sich für HS halten - ohne Jemanden angreifen zu wollen, einfach nur als EInladung zum Hinschauen - Menschen sind, die aufgrund ihrer Lebensangst eine erweiterte Sensibilität als Schutzmechanismus ausgebildet haben. Mathematik ist eines der "sichersten" Varianten im Recht zu bleiben und einen sicheren Urgrund aufzubauen, auf dem es sich einspruchsfrei und sicher leben lässt, weil das ein Bereich ist, indem die gefühlte Lebenangst nicht zum Tragen kommen kann, denn eins plus eins ist nach Adam Riese immer zwei und so sicher, wie das Amen in der Kirche.
Mathematik ist ein Weg sich in Sicherheit zu wägen.
Für einen HS - Körper ist das aber nicht nötig, Sicherheit zu erstreben, denn sein HS - Körper ist der beste Garant zum Überleben.
Echte HS - Menschen sind nicht ängstlich im Gegenteil, sie neigen zu Übermut und Fahrlässigkeit aus der Sicht eines "Normalos", denn sie leben von Anfang an in der Sicherheit ihrer eigenen Wahrnehmung, die zehnmal höher ist als die eines Anderen.
Daran gewöhnt neigen sie sich zu überschätzen.

Hallo Gretchen. Vorneweg: ich bin mit Leib und Seele HS und ich habe nie ein Problem mit Mathe gehabt.
Deine Sicht, dass kein HS Mathematik mag kann ich grundlegend nicht nachvollziehen. Ich befasse mich aber noch nicht "30 Jahre" damit. Aber auch, wenn ich das täte, würde ich vorsichtig mit solchen Äußerungen machen, ausser Du hast Dich wissenschaftlich damit befasst oder kennst Studien dazu.
Grundlegend sehe ich keinen Grund warum HS Mathe immer lieben oder hassen sollten. Ich denke, es hängt ganz von der speziellen Ausprägung der HS eines Menschens ab, ob er/sie mit Mathe etwas anfangen kann oder nicht.

Und überhaupt: Mathe und Musik sind sich sehr nahe, der Zugang ist nur ein anderer. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass alle HS Musik lieben oder hassen (ich würde erwarten, dass viele HS Musik lieben, aber zum Beispiel nicht wagen zu behaupten, dass sie das mehr tun, als nichtHSP)... _schf_
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Ratte » Do 8. Dez 2011, 23:40

Ich für meinen Teil finde, dass Mathe und HSP nichts miteinander zu tun haben.
Es ist vielmehr so, dass Menschen, die logisch denken können, gut in Mathe sind und für Menschen, die das nicht können, Mathe ein böhmisches Dorf bleibt.
Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass man HSP durch eine mathematische Begabung definieren kann. Mit der Musik ist es auch so eine Sache, es gibt da ja die Klassik-Liebhaber, die Musik oft nur auf Noten reduzieren und auf der anderen Seite diejenigen, die denken, für Musik braucht man mehr Gefühl als theroretisches Wissen. Meines Wissens streiten sich beite Parteien immer noch darum, wer Recht hat.
Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es sowohl logisch denkende als auch eher gefühlsbetonte HSP gibt... natürlich ist jede HSP in erster Linie gefühlsbetont, aber die Logiker unter uns können mehr mit Mathe anfangen als die, die eher kreativ als logisch denken. Trotzdem glaube ich, dass es unter den HSP weniger Logiker gibt, als in der durchschnittlichen Bevölkerung (hier oft Nicht-HSP genannt...)
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Gretchen » Fr 9. Dez 2011, 13:42

Hallo SumOne,

du schriebst:

"Und überhaupt: Mathe und Musik sind sich sehr nahe, der Zugang ist nur ein anderer."

leider nein, der Zugang zu Mathematik und Musik ist derselbe.
Ich empfehle hierzu das Buch:

http://www.amazon.de/Das-wohltemperierte-Gehirn-Musik-entsteht/dp/382741122X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1323430177&sr=8-1

Beides sind "Eigenschaften" des Verstandes und wirken in ihm.

Musik hören wird erlernt, ein Baby hört keine Musik, es lernt Musik hören so wie es auch Verdauung "lernt".

HS ist keine Eigenschaft, die entwickelt wird.
HS "hat" ein Kind bereits im Mutterleib.

p.s. ich verstehe, dass du meinst man "sollte" vorsichtig sein mit Pauschalaussagen, nur gilt das nicht für meine Aussagen hinsichtlich Mathematik oder Musik, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, was Mathematik im Gehirn "macht" und was Musik im Gehirn "macht". Wir können hierbei den Pfad der Spekulationen verlassen.
Ich betone hier nocheinmal, dass kein Kleindkind aus natürlicher Hinwendung eine Vorliebe für Mathematik hat, diese Vorliebe entsteht erst beim Erlernen der Mathematik und dem Erleben von Sicherheit.
Wer einen unsicherern Urgrund hat, weil er entweder ererbter Weise von ängstlichem Wesen ist oder aber als Kleinkind sehr viel Unsicherheit erlebte, der "verliebt" sich in die Mathematik, ohne dieses "Verlieben" funktionieren die Vernetzungen im Gehirn nicht. Sie werden einzig durch Begeisterung "geschaffen".

frdl. Gruß
Gretchen
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Re: Mathematik und Hochsensibilität

Beitragvon Eule » Fr 9. Dez 2011, 18:06

Hallo Gretchen,

da du eine starke Behauptung aufgestellt hast würde ich mich freuen, wenn du nicht nur den Beitrag von SumOne beantwortest sondern alles.

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