ich hatte ja schon damit gedroht, hier 1000 Fragen zu stellen!
Mich interessiert wirklich brennend, ob man als HSP das geborene Mobbingopfer ist.
Die Schleife zu diesem Thema habe ich gezogen, weil ich darüber nachgedacht habe, was aus mir eine Person mit leichten Verbitterungstendenzen gemacht haben könnte.
Eine wichtige Erfahrung scheint Mobbing zu sein. Ich bin 3-4x Opfer von Mobbing geworden und das hat im Nachhinein - wenn ich tief in mich gehe - für große Selbstsicherheitsprobleme gesorgt hat.
Bei mir geht es z.B. um das Thema Job:
In meiner Wahrnehmung war ich immer ein freundlicher, liebevoller Mensch. U.a. während meiner Lehrzeit bin ich von einer leitenden Mitarbeiterin sehr stark gemobbt worden und ich war völlig hilflos. Ganz krass fand ich es auch in einem späteren Job. Ich wurde eingestellt und bin freundlich und offen angetreten zu meinem ersten Arbeitstag, habe versucht mit meinen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen und bin extrem abgeblitzt. Hinter meinem Rücken wurde getuschelt (z.B. über meine völlig normalen Klamotten) und in der Mittagspause geschwiegen. Auch noch mehr Freundlichkeit hat nichts bewirkt. Nach 6 Wochen habe ich unter einem Vorwand gekündigt. Ich muss dazu sagen, dass ich Frau unter ausschließlich Frauen war. Man hat mir schon öfter gesagt, dass Frauen unter sich total viel Neid, Eifersucht und sowas verspüren. Ich habe sowas alles nicht und vielleicht bin ich zu naiv und kann mir deshalb nicht vorstellen, dass es bei anderen Frauen anders ist?
Die Frage für mich ist: WARUM war ich ihr Opfer? Ist man als (junge) HSP zu nett? zu vertrauensselig? zu hübsch? bietet man durch die Freundlichkeit den Nährboden für Menschen die ihren Frust an einem ablassen wollen?
Bis heute fällt es mir unheimlich schwer, mich gegen Leute zu wehren, die sich dauerhaft in meinem Umfeld aufhalten. Bei Fremden ist das kein Problem, aber bei Nachbarn, Familienangehörigen (damit sind nicht Kinder und Mann gemeint) oder Leute aus dem Bekanntenkreis stehe ich völlig unfähig und verunsichert davor und schaue mir ewig lange an, wie sie mich z.B. "schlecht" behandeln. Wenn mich dann irgendwann die Wut so überkommt, dass ich einen Cut mache, leide ich anschließend noch endlos lange vor mich hin, weil ich mich frage, ob ich nicht übertrieben reagiert habe, was die anderen wohl jetzt über mich denken und reden, wie ich den Leuten jemals wieder unter die Augen treten soll...
Ist es einfach Stress weil man seine kleine heile Welt braucht und nun auf unbestimmte Zeit in einer sehr unangenehmen Situation steckt?
Ich denke, mit einem größeren Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein hätte man doch wohl schon allein durch die entsprechende Ausstrahlung Mobbing verhindert? Oder vielleicht mit Arroganz? (Mir fällt generell auf, dass, wenn ich ausnahmsweise mal versuche arrogant zu sein, die Leute plötzlich total nett und schon fast anbiedernd werden. Das ist doch total verrückt, oder? Wenn man nett ist, wird man schlecht behandelt, ist man arrogant, wird man interessant???)
Meinen Mitmenschen scheint es da anders zu gehen. Die scheinen einfach so zu sein, wie sie sind um wem es nicht gefällt, der hat halt Pech gehabt. Die können sich sofort wehren und es wird ihnen nicht übel genommen, sondern bringt ihnen Respekt ein. Bei mir klappt das nicht. Wenn ich mich wehre, bin ich zickig und schwierig, wehre ich mich nicht, werde ich anscheinend nicht ernst genommen. Was denn nun?
Ich bekomme so langsam den Eindruck, dass man als HSP einfach unentspannt rüberkommt (ist man ja wohl auch). Ist man nett, dann ist man vielleicht zu nett. Und wenn man sich lange nicht wehrt, bekommen die anderen den Eindruck, man ist ein Schaf. Wenn dieses Schaf dann irgendwann wütend rumblökt, sind alle erstaunt, warum es denn plötzlich so unangemessen reagiert.
Ach Menno... das ist alles so kompliziert...
Hier gibt es bestimmt wieder kluge Antworten auf meine erschreckend verworrenen (wobei in Wahrheit alles noch viiiiel komplizierter ist ;-) ) Gedanken und Fragen. Das würde mich natürlich sehr freuen.
Lieben Gruß und schon mal Danke im voraus
apfelschnitz
