Mich würde doch sehr interessieren, ob noch andere Forenmitglieder Psychopharmaka nehmen. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: ich sage nicht, dass man die Hochsensibilität mit Psychopharmaka behandeln müsste oder sollte!
Bei mir bestehen mehrere schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen und insbesondere die bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung) in Verbindung mit eine stark ausgeprägten ADHS vom Typ Unaufmerksam machen eine Medikation mit Psychopharmaka zwingend erforderlich.
Mehrfach war ich Patient auf einer geschlossenen psychiatrischen Station eines Krankenhauses, viele Jahre habe ich auch Psychotherapie gemacht, mich intensiv mit den psychosozialen Anteilen meiner Erkrankung auseinandergesetzt, mich in Selbsthilfeforen herumgetrieben und bin in exponierter Stellung öffentlich für die Endstigmatisierung psychischer Krankheiten eingetreten.
Meine Hochsensibilität ist dabei ein Teil meiner Wahrnehmung. Im Grunde könnte man sagen, dass meine Verarbeitungszentren für Eindrücke und Stimmungen nicht die Rechenleistung haben, um all das zu ordnen und zu verarbeiten, was ich über den Tag so aufnehme. Der Schaden ist dabei leider auch so stark biologisch, dass ich nur mit Psychopharmaka leistungsfähig bin. Aufgrund meines Krankheitsverlaufes scheint es so zu sein, als würde ich für den Rest meines Leben Psychopharmaka einnehmen müssen.
Mein Eindruck aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist, dass Menschen mit psychischen Problemen oder einer psychiatrischen Erkrankung häufig auch einen hochsensiblen Wahrnehmungsstil besitzen.
Euer Feedback und Gedanken dazu würde mich sehr interessieren!

