Nimm hier noch jemand Psychopharmaka?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Nimm hier noch jemand Psychopharmaka?

Beitragvon Maverick » Di 4. Okt 2011, 12:01

Hallo in die Runde!

Mich würde doch sehr interessieren, ob noch andere Forenmitglieder Psychopharmaka nehmen. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: ich sage nicht, dass man die Hochsensibilität mit Psychopharmaka behandeln müsste oder sollte!

Bei mir bestehen mehrere schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen und insbesondere die bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung) in Verbindung mit eine stark ausgeprägten ADHS vom Typ Unaufmerksam machen eine Medikation mit Psychopharmaka zwingend erforderlich.

Mehrfach war ich Patient auf einer geschlossenen psychiatrischen Station eines Krankenhauses, viele Jahre habe ich auch Psychotherapie gemacht, mich intensiv mit den psychosozialen Anteilen meiner Erkrankung auseinandergesetzt, mich in Selbsthilfeforen herumgetrieben und bin in exponierter Stellung öffentlich für die Endstigmatisierung psychischer Krankheiten eingetreten.

Meine Hochsensibilität ist dabei ein Teil meiner Wahrnehmung. Im Grunde könnte man sagen, dass meine Verarbeitungszentren für Eindrücke und Stimmungen nicht die Rechenleistung haben, um all das zu ordnen und zu verarbeiten, was ich über den Tag so aufnehme. Der Schaden ist dabei leider auch so stark biologisch, dass ich nur mit Psychopharmaka leistungsfähig bin. Aufgrund meines Krankheitsverlaufes scheint es so zu sein, als würde ich für den Rest meines Leben Psychopharmaka einnehmen müssen.

Mein Eindruck aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist, dass Menschen mit psychischen Problemen oder einer psychiatrischen Erkrankung häufig auch einen hochsensiblen Wahrnehmungsstil besitzen.

Euer Feedback und Gedanken dazu würde mich sehr interessieren!

danke2
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Re: Nimm hier noch jemand Psychopharmaka?

Beitragvon Sensi » Di 4. Okt 2011, 15:11

Hi Maverick,

ich nehme aufgrund einer etwas zurückliegenden schweren Krise seitdem ein sogen. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI genannt) und werde das auch weiterhin nehmen.
Ansonsten habe ich für "Notfälle" auch noch Lorazepam, was angslösend wirkt.
Das nehme ich also nur hin und wieder, weil es abhängig machen kann.

LG
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Re: Nimm hier noch jemand Psychopharmaka?

Beitragvon Andromeda » Di 4. Okt 2011, 18:42

Hallo Maverick!

Ich nehme Doxepin (100mg). Vorher Citalopran, hab ich aber nicht vertragen... außerdem macht das frigide................

Da ich desöfteren suizidale Gedanken habe (wenn ich überlastet bin und kein Land mehr sehe und mir alles zuviel wird) icon_redface
bin ich froh, dass ich das Zeug nehme. Wer weiss, ob ich mich nicht doch mal getraut hätte, da ich bereists für ca. 20 Minuten auf`m Hocker stand......

Eine gute Bekannte hat auch, wie ich, MS. Gerstern erfuhr ich, dass sie die gleichen "Ausraster" hat, wie ich......und eben HS ist.

Es erschreckt mich auf eine Weise. Auf der anderen frage ich mich, ob HS allgemein MS-"gefährdet" oder sich andere fiese Krankheiten anlachen. Meine Freundin (HS) hat Fibromyalgie...
Halt!!! Ich meine das deshalb, weil wir ja sehr oft überlastet sind. Ich wurde in meiner Kindheit IMMER krank, wenn´s zuviel wurde: Neurodermitis, diverse Hörstürze, Darmverschlingung....was vergessen?....achja, Migräne war auch schon ein paar mal dabei...

Ist es also sehr gesundheitsgefährdet, wenn gerade wir gestresst sind und das über einen langen Zeitraum??? Herzinfark kommt ja auch von Stress usw.

Auch wenn es verboten ist: Hätte ich nicht mal die Möglichkeit, Wald und Wiese zu rauchen, möchte ich nicht wissen, was SONST noch passiert _ill_
Das ist meine zuflucht am Abend, wenn alles schläft....ich bin entspannt und gut gelaunt.

Einen schönen Abend Euch allen!

Alles L I E B E,
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Re: Nimm hier noch jemand Psychopharmaka?

Beitragvon Maverick » Di 4. Okt 2011, 18:55

Danke für eure Antworten.

Wenn ich aufzählen würde, was ich schon alles genommen habe oder nehmen musste, das wäre eine lange Liste. Aus allen Stoffklassen der Psychopharmaka wäre etwas dabei. Ohne diese Psychopharmaka wäre ich definitiv nicht lebensfähig. Aktuell nehme ich Lithium, Zyprexa und Ritalin. Das Lithium zur Phasenprophylaxe meiner extremen Stimmungsschwankungen, das Zyprexa als Antipsychotikum, Unterstützung für das Lithium und zum einschlafen, so wie das Ritalin, zur Reizfilterung, Umsetzen von Vorhaben, Konzentration, Aufmerksamkeit, Reduzierung sozialer Ängste und besserem Widerstand gegen Reizüberflutung und emotionaler Überlastung.

Ich denke das Menschen mit einer sehr empfindlichen und offenen Wahrnehmung häufiger soziale Probleme, psychische Erkrankungen und Probleme haben als der Durchschnitt. Cannabis habe ich früher viel geraucht aber da ist Ritalin für mich die bessere Lösung. Ich kenne sehr viele Menschen, die HS sind und psychisch Krank sind, in unterschiedlicher Ausprägung. HS scheint dabei ein Puzzelstück zu sein.

Nicht alle HS sind aber krank oder werden krank. Wie sie das anstellen und was genau sie davor bewahrt, wäre interessant zu wissen.
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