Hallo liebes Forum,
je mehr ich mich mit dem Thema HSP beschäftige, um so mehr fallen mir Eigenheiten bei mir auf, die ich zwar schon lange kenne, aber bisher nicht einordnen konnte. Mich würde also interessieren, ob das folgende Phänomen der HSP zugeordnet werden kann:
Ich habe als Student mal an einem Versuch teilgenommen, bei dem ich an einer Universitätsklinik eine "objektive Audiometrie" bekommen sollte. Das Prinzip dabei ist (soweit ich mich erinnern kann), dass man Einschränkungen des Gehörs nicht nur subjektiv wahrnehmen kann (klassischer Hörtest), sondern auch von außen messen kann (z.B. für kleine Kinder, Tiere oder Menschen im Koma). Dabei werden Messelektroden in der Nähe des Ohres außen an der Haut angebracht und erfassen elektrische Signale aus dem Ohrbereich. Wenn der Körper ganz entspannt ist und die Halsmuskeln in dem Bereich nicht aktiv sind, dann zeigen sich vom Ohr/Gehör wahrgenommene Töne/Geräusche in minimalen elektrischen Signalen außen am Ohr. Wenn also ein ganzes Frequenzband an Tönen über Kopfhörer abgespielt wird, erkennt man, ob das Ohr in jedem Bereich dieses Frequenzbandes mit elektrischen Signalen reagiert und kann auf Hörstörungen schließen.
Jedenfalls sollte das bei mir gemacht werden, um anderen Studenten das Untersuchungsprinzip vorzuführen. Ich wurde in einen dunklen, warmen und schallisolierten Raum gelegt und sollte zunächst 10 Minuten liegen, bevor die Messung gestartet wurde, damit meine Muskeln ihre Grundanspannung verlieren und das Mess-Signal nicht überlagern. Nach rund 15 Minuten bin ich schläfrig geworden und war für meine Verhältnisse absolut entspannt. Nach 40 Minuten kam der Arzt herein und sagte mir, die Messung könnte nicht durchgeführt werden, weil meine Muskeln sich einfach nicht entspannen, sie wären sogar in höchstem Maße aktiv, unabhängig von akustischen Reizen. Das wäre in seiner beruflichen Laufbahn in 15 Jahren noch nie vorgekommen und spätestens nach 20 Minuten wäre bei JEDEM anderen Probanden die Grundspannung und -aktivität der Muskeln weg.
Nun muss ich sagen, dass ich zwar eigentlich das Gefühl hatte, entspannt zu sein, aber ich weiß, dass ich praktisch den ganzen Tag "hochtourig" laufe, das heißt, meine Körper und mein Geist arbeiten ständig und immer vor sich hin. Das wirkt sich natürlich auch auf meine gesamte Muskulatur aus. Ist das ein Symptom der HSP? Ein typisches? Hat so was ähnliches hier noch jemand, außer ich?
Jetzt frage ich mich, wie spezifisch diese nicht nachlassende Muskelanspannung für HSP ist. Vielleicht ist das sogar eine mögliche Untersuchungsform, ein diagnostisches Indiz für eine HSP??
Übrigens zeigt sich bei mir auch bei der Untersuchung der Herzratenvariabilität, dass ich ein Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem habe. Mein Sympathikus ist zu dominant. Der steuert ja die Aktivität, Anspannung und "Flucht-Tendenz". Passt also insgesamt ins Bild. Wobei ich komischerweise von anderen Menschen im Alltag als sehr ausgeglichen und "in mir selbst ruhend" beschrieben werde. Dieser "Stress-Aspekt" könnte also tatsächlich auch durch die ständige Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt kommen.
Liebe Grüße
Christian


. Kennst Du das auch?