Worüber ich nachdenken musste:
Vorgestellt wurde dein Thema als "komische Macke"

, und dieses problembehaftete habe ich eigentlich nicht darin gesehen, sondern eher eine Weiterentwicklung, eine Schärfung von Sinnen, die auch auf Inhaltliches und unterschwellige Manipulationsversuche reagieren, regelrecht anschlagen, weil eben darauf sensibilisiert.
Mouh hat geschrieben:Ich bin aber ein Mensch, der sehr bewusst überall hinhört und somit kommt das eher seltener vor, dass ich was "übermerke".
Ja, das meine ich, obwohl ich ironischerweise nur sehr wenig mitbekomme, wenn Geräusche sich mischen.
Daher spielen die Medien für mich auch da eine große Rolle als Feind, weil Berieselung im öffentlichen Raum mich einfach behindert.
Ich verstehe einen anderen kaum, wenn im Hintergrund das Radio läuft.
In Bereichen, auf die Aufmerksamkeit gerichtet ist, entsteht einfach eine feinere Wahrnehmung.
Wir schulen uns sehr genau, das zu erkennen und zu vermeiden, was uns nicht guttut.
Ich glaube, bei mir kam es sogar gar nicht mal im bewussten Denken und dann im Formulieren an als es schon lange da war, aber als es dann dort war, wo ich die Verbindungen und Wechselwirkungen für mein Fühlen und Reagieren offen gelegt hatte, war es auch nicht mehr umzukehren.
Manchmal denke ich auch, ich habe eben zuviel Ruhe und deswegen kann ich Manches nicht mehr so gut ab, aber das ist auch nur so eine Theorie. Früher konnte ich in anderem Rahmen - im Büro, zu Besuch bei Freunden, überall, was eben nicht Zuhause ist - solche Stimmen gut ertragen
Auch da erkenne ich mich wieder!
Ich glaube auch, dass es so ist, denn was ich vorher schrieb resultiert darin, für sich selbst diese Situation zu ändern, dadurch wird der Kontrast zwischen Wohlfühlatmosphäre und dem Nervenden noch größer.
Und was das Außen angeht: Früher habe ich mir sehr viel mehr zugemutet, weil der Respekt vor dem Außen im Verhältnis zu meinen Bedürfnissen immens war.
Da spielte für mich keine Rolle, was ich wollte, ich wusste es noch nicht mal, war mit den Fühlern immer nur im Außen.
Das hat sich geändert und die Frage, die ich mir irgendwann (und jetzt bei deinem Thema wieder) stellte war: welche Gründe gibt es, sich da eine Toleranz oder dickere Haut zuzulegen?
Und die Antwort: eigentlich keine.
Die akustische Reizüberflutung ist zwar ein Merkmal unserer Zeit, aber sie ist nichts, dass ich gutheißen muss.
Sie ist auch nichts, dass ich zwecks Zusammengehörigkeitsgefühl auf mich nehmen wollte.
Es gibt die Möglichkeit, für sich selber An- und Ausknöpfe, laut und leiser zu drücken, für sich sicheres zu konsumieren, es evtl. langsam auszuweiten oder einzuschränken und mit Lesen oder anderen Tätigkeiten abzuwechseln oder zu ersetzen.
Im eigenen Tempo und auf die eigenen Bedürfnisse hin arbeitend.
Mit so einer Motivation sehe ich für mich nicht den Aspekt des Verlustes, sondern eher ein sich neu erschließen, eine erweiterte Medienkompetenz.
Draußen gibt es ebenfalls Möglichkeiten: Gastronomie, Mode für eher jugendliche Konsumenten hat generell einen höheren Lärmpegel, was auch verständlich ist.
Es fällt mir nicht schwer, sie zu meiden.
Anderes in dem die Berieselung mir unerträglich ist, meide ich beim nächsten Mal, ich habe auch schon gefragt, ob Musik leiser gestellt werden konnte oder in Supermärkten die laute, wirklich penetrante Werbung nicht weggelassen werden konnte.
Ist aber eher ein Ventil für mich, als dass ich da einen Kampf gegen die gerechte Sache führe.
Grundsätzlich finde ich es ein Merkmal der Reife, dass nicht mehr wahllos alles konsumiert und unterbewusst in den Kopf fließen kann, sondern dass es da Kategorien gibt, die nicht mehr gehen.
Bei mir finde ich sie genau richtig.
Ich will nur nicht zur Moralistin werden, die sich da überlegen fühlt und den ganzen Schund, den andere sich antun, anprangert, denn ich habe nichts gegen oberflächliche Unterhaltung oder leichte Kost, über die wieder andere nur den Kopf schütteln würden.
Aber das gelingt mir nicht so gut
