Telefonieren ist für mich so eine Sache. Es ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung und schon gar nicht um Kontakt zu halten. Mit meinen engsten, liebsten und vertrautesten Menschen mag das ja noch gehen. Dann sind auch Stundentelefonate durchaus drin. Aber wenn es nicht sein muss, dann verzichte ich sehr gern darauf.
Zum Telefonieren muss ich mich regelmäßig überwinden.
Noch nie mochte ich es, mich telefonisch bei fremden Leuten, Firmen etc vorzustellen. Lieber wollte ich persönlich vorbei gehen und von Angesicht zu Angesicht mit den Menschen sprechen.
Heute gibt es die Möglichkeit des e-mailens. Was für eine tolle Erfindung! Das ist genau mein Ding. Beim Schreiben habe ich die Möglichkeit meine Gedanken in Fom zu bringen, sie zu sortieren und die Worte so aneinander zu reihen, dass sie Sinn ergeben. Ich kann mich vollkommen auf meine Finger, die Tastatur, das Denken und den daraus entstehenden Text konzentrieren. Auf nichts anderes als auf mich muss ich achten. Ähnlich wie jetzt hier und beim Tagebuch schreiben oder literarische Ergüsse produzieren.
Telefonieren strengt mich an. Ich kann mein Gegenüber nicht sehen, muss ihn ausschließlich hören. Ich kann nichts nebenbei machen, weil ich so hoch konzentriert sein muss. Oft verliere ich den Faden, wenn mein Gegenhörer viel und lange spricht. Wenn es dann auch noch ums Philosophieren, Analysieren und Probleme wälzen geht, bin ich nach jedem Telefonat erstmal so überspannt und gereizt, dass ich mich am Liebsten in einen völlig reizarmen Raum zurück ziehen möchte.
Allerdings habe ich das auch erst vor Kurzem so begriffen, also die Hintergründe, warum ich nicht gern telefoniere. Alles im Rahmen meiner Selbsterkundung und HSP.
Wie geht es euch mit dem Telefonieren? Ist das für euch die ideale Möglichkeit der Kontaktanbahnung und -pflege? Zieht ihr E-Mailen, Briefe oder Karten schreiben vor?

