„unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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„unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon ja » Do 24. Mär 2011, 14:58

Hallo meine lieblings-expertenrunde!



Heute kreisen meine gedanken um die auswirkungen die eine unerkannte hs so hat/ haben kann.
Meine überlegung ist die, da eine hs den menschen bereits mehrere jahre (die ursprungs-diskussion angeboren oder trauma, nehme ich nun mal aussenvor) begleitet und man ja stets versucht ist das eigene erleben als allgemein gültig zu nehmen, gleichzeitig jedoch permanent andere verhaltensweisen von der umwelt gespiegelt bekommt, eröffnet sich eine „erlebnis-differenz“ und daraus resultierend eine rückwirkung auf das eigene verhalten.
Und genau darum geht es mir.

Was meint ihr, welche sind (indirekte) auswirkungen der hs?


Ich „sammele“ die, welche mir direkt einfallen:


vertrauensschwierigkeiten,
im speziellen gestörtes selbstvertrauen
und daraus resultierende scham für eigenes empfinden/verhalten

körperlich oder seelische krankheiten
Kompensationsfunktion (zur bearbeitung des erlebten)

soziale einsamkeit
rückzug als möglichkeit verletzungen zu minimieren








wie immer gilt,
bitte ergänzt oder korrigiert mich oder so...



_gruebel_
ja.
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Eule » Do 24. Mär 2011, 15:19

Liebe ja,

mir hat es seit Kindheitstagen das Gefühl beschert, anders und manchmal ausgeschlossen, nicht "richtig" zu sein. Das war besonders in der Jugend quälend, ich wollte dazu gehören und habe zeitgleich an der Einsamkeit gelitten. Das Alter hat mir hier gut geholfen und auch die vielen Informationen, ein buntes Paket. Heute stehe ich zu mir, egal was passiert. Die einzige Person, der ich es recht machen mag, bin ich selbst.

Lieber Eulengruß
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Mohnblume » Do 24. Mär 2011, 15:25

Hallo Ja,

für mich ist "Verbundenheit" mit Anderen ein großes Thema - wann fühle ich mich verbunden, wann sind meine Beziehungen "gefüllt" ?
Das ist glaub ich eine Qualität des "mich öffnens", des "mich einlassens" - und dazu gehört Vertrauen. Also nicht einfach blind, sondern ein Gefühl, da darf und kann ich mich zeigen, da werde ich angenommen.
Also letztendlich doch eine Art Abhängigkeit von meinem Umfeld - die aber wohl jeder hat - mit den einen fühlt man sich wohl, mit anderen gar nicht.

Lieben Gruß,
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Lesley » Do 24. Mär 2011, 22:31

Liebe Eule,

Eule hat geschrieben:mir hat es seit Kindheitstagen das Gefühl beschert, anders und manchmal ausgeschlossen, nicht "richtig" zu sein. Das war besonders in der Jugend quälend, ich wollte dazu gehören und habe zeitgleich an der Einsamkeit gelitten.


ganz genauso ging es mir auch bevor ich wusste, dass ich HSP bin.

Lieben Gruß
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Sarina » Fr 25. Mär 2011, 02:09

schämen für eigenes Empfinden und Verhalten, großes Thema bei mir
eine Art Abhängigkeit vom persönlichen Umfeld, davon hängt zu oft mein eigenes Wohlgefühl oder eben das Gegenteil ab.

Das Gefühl anders, ausgeschlossen zu sein, trotz für andere wohlmeinender Gemeinschaft, sich selbst aber unverstanden, einsam fühlen mit dem eigenen "sosein", da setzt dann wieder das Schamgefühl ein, nicht zu genügen oder auch ein zuviel zu sein.

Durch die HS Erkenntnis kann ich inzwischen besser benennen was mir gut tut und was nicht, innerlich dazu stehen, zu mir zu stehen, darin übe ich mich. Dennoch wenn jeder zu sich selbst steht, führt auch das zu Verletzungen, macht es nicht einfach wenn man gleichzeitig auch andere in ihrem "sosein" akzeptieren und respektieren möchte.

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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Viola cornuta » Fr 25. Mär 2011, 11:08

Liebe Ja,

zu Deiner Aufzählung fallen mir eigentlich nur noch Ergänzungen und Details ein:

Die Unfähigkeit bis zum Unwillen, sich auf andere einzulassen (aka die Menschen sind doof/die Welt ist schlecht).

Die Verwunderung, daß andere Menschen keine Rücksicht auf eigene Bedürfnisse nehmen, obwohl man diese in den eigenen Augen laut und deutlich kommuniziert.

Unverständnis für verbale und körperliche Gewalt und Rohheit.

Missverständnisse, wenn man auf gefühle Äusserungen reagiert statt auf verbalisierte (*kicher* mein Spitzname in der Grundschule war "Hexe", weil ich den Mitschülern und Lehrern manchmal geantwortet habe bevor sie gefragt haben).

Suchen von Ersatz für emotionale Nähe, der nicht überfordert: Pflanzen, Haustiere o.ä.

Anderer Umgang mit körperlicher Nähe, was für andere normal ist ist für manche HSP schon zuviel (ich mag zum Beispiel keinen unnötigen Körperkontakt mit fremden, und auch mit

Freunden in einem sehr viel geringeren Maße als "normal" ist. Umarmungen sind mir meistens viel zu viel und stressen mich total).

Sozialer Ausschluss: HS sind nun mal "komisch", das führt gerade zu Schulzeiten gerne mal zur Distanzierung der nicht-HS.

Ich denke die ganzen Auswirkungen der unerkannten HS lassen sich auf die Diskrepanz zwischen eigenem und fremdem Erleben und Wahrnehmen zurückführen. Man denkt daß jeder die Welt so sieht wie man selbst sie sieht und wundert sich wie andere Menschen trotzdem "so komisch" handeln können.

Vieles davon löst sich auf wenn man weiss woran es liegt, denn dann versteht man daß die meisten Menschen tatsächlich nicht anders können (und sucht sich HS Freunde*g*).
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon ja » Sa 26. Mär 2011, 11:33

Hallo ihr lieben,


na da kann ich euch fast bei jedem satz zustimmen,
schon erstaunlich wieviel einfluss (positiv und negativ) die hs immer hat.



Grüsschens,
ja.
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Hamlet » Sa 26. Mär 2011, 20:04

Sarina hat geschrieben:Das Gefühl anders, ausgeschlossen zu sein, trotz für andere wohlmeinender Gemeinschaft, sich selbst aber unverstanden, einsam fühlen mit dem eigenen "sosein", da setzt dann wieder das Schamgefühl ein, nicht zu genügen oder auch ein zuviel zu sein.

Durch die HS Erkenntnis kann ich inzwischen besser benennen was mir gut tut und was nicht, innerlich dazu stehen, zu mir zu stehen, darin übe ich mich. Dennoch wenn jeder zu sich selbst steht, führt auch das zu Verletzungen, macht es nicht einfach wenn man gleichzeitig auch andere in ihrem "sosein" akzeptieren und respektieren möchte.

Sarina


Danke Sarina. Du hättest es nicht besser zusammenfassen können!!!!

Ich verstehe jetzt viele Situationen aus meiner Vergangenheit besser und fühle mich im Augenblick "richtig".
In diesem Forum habe ich endlich Menschen gefunden, die auch so sind wie ich und mich verstehen. Durch euch fühle ich mich nicht mehr allein. Es gibt manchmal Situationen, da zweifel ich wieder an mir. Aber dann Stelle ich mir die lieben Menschen in diesem Forum vor...wie ihr auch jeden Tag raus in die Welt geht...ähnliche Probleme habt... das gibt mir Kraft... Danke.

Liebe Grüße,
Hamlet
"Als ich jünger war, konnte ich mich an alles erinnern, egal ob es wirklich passiert war oder nicht."
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"Und ich wär hier so gerne zu Hause,denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.
Doch ich werde hier nie so zu Hause sein,wie die Freunde der Realität"
Funny van Dannen
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Lesley » So 27. Mär 2011, 19:58

Liebe Viola,

Viola cornuta hat geschrieben:Die Unfähigkeit bis zum Unwillen, sich auf andere einzulassen (aka die Menschen sind doof/die Welt ist schlecht).


Dem stimme ich zu.


Suchen von Ersatz für emotionale Nähe, der nicht überfordert: Pflanzen, Haustiere o.ä.


Ich mag Tiere, weil sie einfach immer ehrlich sind - im Gegensatz zu Menschen.


Anderer Umgang mit körperlicher Nähe, was für andere normal ist ist für manche HSP schon zuviel (ich mag zum Beispiel keinen unnötigen Körperkontakt mit fremden, und auch mit

Freunden in einem sehr viel geringeren Maße als "normal" ist. Umarmungen sind mir meistens viel zu viel und stressen mich total).


Geht mir genauso.

Lieben Gruß
Lesley
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Re: „unerkannte hs“ - auswirkungen ?

Beitragvon Jojo » Mo 26. Mär 2012, 22:10

"soziale einsamkeit
rückzug als möglichkeit verletzungen zu minimieren"

Mensch... Schon wieder so eine interessante Frage!
Ob man das für alle hs behaupten kann, weiß ich nicht aber ich glaube,
Soziale Vereinsamung kann schnell passieren.
Zum einen wegen der Anstrengung die es bedeutet die Stimmungen und Gefühle der Anderen
Immer eins zu eins mit und abzukriegen und zum anderen wegen dem Lustverlust sich auf Menschen einzulassen die einen am Ede doch nicht wirklich verstehe ( auch wenn Sie sich bemühen).
Ich wüsste gern ob das Bedürfnis verstanden zu werden einfach zu tiefst menschlich ist oder
ob es von der Verletzung herrührt (als hs umsomehr) schon früh nichtverstanden worden zu sein.
Ich für meinen Teil, würde gerne auf dieses "verstanden werden wollen" verzichten! Das würde vieles leichter machen.

Ich könnte mir vorstellen das Menschen mit hs zu Haut und Lungenproblemen neigen könnten.
Das sind ja unsere Kontaktorgane und irgendwie haben wir ja wie ein zuviel oder/und zu intensiven Kontakt zu unserer Umwelt.

Liebe Grüße
Jojo

PS: ich hoffe das Lesen war keine Zumutung - meine Rechtschreibung und Interpunktion sind eine
Katastrophe. Sorry!
Jojo
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