Ich behaupte mal, dass das nicht so ist.
Es wurde uns jahrelang eingeimpft, dass wir introvertiert seien. - Auch bei mir war das so.
Warum ich als introvertiert betrachtet werde, ist schnell erklärt:
wenn ich in einer Gesprächsrunde bin, rede ich wenig bis gar nicht.
Warum?
- Weil unter den Mitgliedern der Gruppe keine HSP sind
- Weil mich das Thema nervt oder langweilt
- Weil einige meinen, sie müssen sich brüllend unterhalten. Da mitzubrüllen hab ich keine Lust.
- Weil manche aggressiv argumentieren, andere niederquatschen, nicht ausreden lassen usw.
Das hat für mich nichts mit Gesprächskultur zu tun.
Wäre es eine Gesprächsrunde mit Menschen, die wissen, wie man sich angemessen und höflich unterhält, die auch mal den anderen ausreden lassen, die aufmerksam zuhören (manche können das gar nicht!), die den anderen Teilnehmern persönliche Wertschätzung zukommen lassen (!) und nicht zuletzt ein Thema, wo ich auch gerne mitreden möchte, dann würde das ganz anders verlaufen.
Dann würde ich mich mit sämtlichen Kräften einbringen, ich würde reden wie ein sprudelnder Quell!
Ich hatte nie ein Problem, auch vor einer größeren Menschenmenge zu sprechen. Ich kann gut Vorträge halten, ich kann auch Menschen humorvoll unterhalten.
Aber das Publikum muss halt das richtige sein ...

Solange 80 % der Menschheit Non-HSP sind, werden wir weiterhin in die Introvertierten-Ecke gedrängt.
