Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ablegen?

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Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ablegen?

Beitragvon sanfte_Wellness » Fr 23. Dez 2011, 08:31

Hallo zusammen!

Sind HSPs dazu vorbestimmt, mehr Verantwortung zu tragen als andere, ganz einfach, weil sie mehr sehen, spüren und wahrnehmen? Wieviele der eigenen Prioriäten und Prinzipien sind hausgemacht? Wieviele davon sind sinnvoll? Welche davon belasten eher?

Wie finde ich gedankliche und emotionale Wege mich von diesen (selbst?) auferlegten Prioriäten, Prinzipien oder Moralvorstellungen (wenn sie mich belasten) zu lösen?

Wann lege ich mir selbst Prinzipien, Prioritäten und Moralvorstellungen auf und wann nehme ich sie automatisch von außen aufgegeben auf und wie lerne ich beides zu unterscheiden und Sinnvolles von Sinnlosen zu trennen und mich schließlich davon zu lösen?

Wieviel Druck und Belastendes kann einem auferlegt sein und wie löse ich es?

Was können einem selbst oder von anderen auferlegte Prinzipien und Prioriäten bzw. Handlungen nach eigener oder fremder Moralvorstellungen sein?

Ein bischen hadere ich z.B. mit dem auferlegten Sozialdenken und - verhalten - das vermutlich gar nicht nötig wäre, dass man es mir auferlegt, denn vielleicht würde ich auch ohne mich wie gewünscht verhalten? Z.B. dass einer Frau mit Kinderwagen beim Einstieg in den Bus geholfen wird. Muss aber dann wirklich immer ich als Erste aufstehen, während andere nicht nur nicht helfen, sondern auch noch auf dem für Personen mit Kinderwagen bereitsgestellten Platz einfach sitzenbleiben? _hüüh_

Fragende Grüße sanfte:_wellness 1alie wub
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon oase » Fr 23. Dez 2011, 17:17

sorry
Ich bin ein Mensch, und alles andere ist relativ.
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon SumOne » So 25. Dez 2011, 22:05

Uijuijui, war das ne Frage?...!...? _hello_
Mit solchen Fragen habe ich mich in meiner Jugend viel beschäftigt. Heutzutage entscheide ich sowas aus der Situation heraus (aufstehen oder nicht) und evtl quälendes Gewissen hab ich wenn nir noch kurz... Eben weil ich da schon so oft ohne echtem Ergebnis drüber nachgedacht habe.
Spannender finde ich die Frage nach Prioritäten. Das ist für mich noch relativ frisch und ergebnisoffen. Mit Job, Frau, Kind und neuerdings Haus muss ich jeden Tag entscheiden, was ich an diesem Tag NiCHT tue. Das ist jeden Tag ein bisschen sterben. Ich glaube das unterscheidet HSP von nichtHSP, weil letztere sich eher treiben lassen und nicht so offen für das Abwägen sind.
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon Nicky » Do 29. Dez 2011, 15:27

Ich glaube das unterscheidet HSP von nichtHSP, weil letztere sich eher treiben lassen und nicht so offen für das Abwägen sind.


Hallo ihr Lieben,

dazu kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich auch eher aus dem Bauch heraus entscheide als abzuwägen.
Wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl höre, so hab ich die Erfahrung gemacht, dann war die Entscheidung meistens falsch.
Außerdem habe ich für mich selbst festgestellt, dass ich unruhig und nervös werde wenn ich zu viel abwäge.
Wenn ich mich habe treiben lassen, dann sind mir die besten Dinge passiert. Aber sobald ich mir wieder habe reinquatschen lassen, und dann auch wieder anfing abzuwägen bin ich in eine Abwärtsspirale reingerutscht.
Das nur mal so am Rande... _grin_

Liebe Grüße

Nicky
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon sanfte_Wellness » Do 29. Dez 2011, 17:33

Hi zusammen,

schön, dass doch einige Antworten zusammengekommen sind, sonst hätte wohl ich sorry sagen müssen icon_redface supercool

Mir geht es darum, mich weitestgehend von Druck zu befreien, der entweder bewusst oder unbewusst in mir oder mir auferlegt lastet.

Im Alltag ist bewusstes Abwägen in gewisserweise auch bei mir an der Tagesordnung. Da kann sich in mir oft ein riesiges Szenario in mir abspielen, in dem sich Gefühle, Emotionen und beides im Zusammenhang von ethisch-moralischer bzw. sozialer Gedanken _help_ gegeneinander abwägen. Außenstehende kriegen davon nichts mit! Die sind in der Regel schon mit einem einzigen Wort oder Satz überfordert, der nicht den üblichen unüberlegten fast automatisch ausgesprochenen Standard-Floskeln und - Verhaltensweisen entspricht (Ausnahmen bestätigen die Regel), wo ich dann einen irritierten Blick bzw. ein Alien-gefühl ernten kann.

Gedanklich und emotional kann ich noch einer Begebenheit nachhängen, die längst vorbei sind. Noch heute kann ich wütend auf Begebenheiten sein, die schon lange zurück liegen, aber ebenso auch peinlich berührt, beschämt usw. Das kann auch nerven und anstrengend sein und mir selbst gegenüber ein Alien-Gefühl verschaffen.

Einmal mich für ein bestimmtes Verhalten entschieden, wird mir das im Laufe der Zeit zu starr..es ändert sich irgendwann...

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon SumOne » Do 29. Dez 2011, 18:09

sanfte_Wellness hat geschrieben:Im Alltag ist bewusstes Abwägen in gewisserweise auch bei mir an der Tagesordnung. Da kann sich in mir oft ein riesiges Szenario in mir abspielen, in dem sich Gefühle, Emotionen und beides im Zusammenhang von ethisch-moralischer bzw. sozialer Gedanken _help_ gegeneinander abwägen. Außenstehende kriegen davon nichts mit! Die sind in der Regel schon mit einem einzigen Wort oder Satz überfordert, der nicht den üblichen unüberlegten fast automatisch ausgesprochenen Standard-Floskeln und - Verhaltensweisen entspricht (Ausnahmen bestätigen die Regel), wo ich dann einen irritierten Blick bzw. ein Alien-gefühl ernten

ich häts nicht besser sagen können. geht mir ganz genau so... _10_

Zum thema bauchgefühl: falls damit Intuition gemeint ist, dann habe ich das auch und mache das auch so. aber mit bauchgefuehl ist bei mir nicht spontaneität gemeint. die gibt es bei mir nicht. bei mir will alles durchdacht sein... guckstduhier
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon Benostel » Fr 30. Dez 2011, 11:15

Ich bin immer wieder überrascht über was sich ein HSP alles Gedanken macht....
Da ich ja diesen großen Anteil HSS in mir trage, habe ich zwar auch alle Eigenschaften des HSP´s in mir
aber mein HSS gibt mir keine Zeit darüber nachzudenken.

Zu Deinem Beispiel, mit dem Kinderwagen im Bus!
Ich springe sofort auf und helfe, ohne abzuwägen, ich ärger mich nicht darüber, das kein Anderer es sieht, sondern freue mich, wie ein Keks, das ich helfen konnte!

Ich glaube, das zieht sich durch mein Leben, immer positiv und mit Freude so intensiv zu leben, wie es meine Beiden Seiten erlauben. Ich trage hohe Moralvorstellungen in mir, ich helfe gern und wo es geht, ohne wenn und aber, ich höre gern zu, manchmal ist es nervig aber der Respekt verlangt es. Wenn zum Beispiel meine Oma, mir ein 10-mal von ihrer Knie-OP erzählt, wem soll sie es sonst erzählen, die Nicht-HSP´s reagieren gereizt!

Ich springe gern Leute an und habe meinen Spaß mit Fremden.
Die Kassiererin an der Kasse, der Tankwart, irgendein lustiger Spruch fällt mir immer ein...für Außenstehende (Freunde) ist das sehr anstrengend, weil ich voller Quatsch und Übermut...ich denke, das dies aber eindeutig dem HSS zu zuschreiben ist!

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag! 1büssi
Alles Liebe
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon Benostel » Fr 30. Dez 2011, 11:40

Mir ist gerade noch ein schönes Beispiel eingefallen.

Unsere Postfrau kommt tgl. zu uns, klar sie ist ja die Postfrau! _grin_
Vor ein paar Wochen, war es bitterkalt und ich hatte gerade den Tee fertig.
Da habe ich ihr einen Thermobecher Tee und einen Keks in die Hand gedrückt, sie war sehr überrascht und hat sich sehr gefreut.
Ich sehe unsere Empathi und den permanenten Willen zum Helfen als eine Gabe in dieser schnellen Zeit, wo jeder nur an sich denkt!
Es macht mir Spaß, gerade Nicht-HSP´s mit meiner Freundlichkeit zu überraschen... es gibt mir viel!
Und ich möchte diese Eigenschaft auch nicht ablegen denn das macht mich doch aus! _angel_
Alles Liebe
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon Benostel » Fr 30. Dez 2011, 12:03

HaHa, Antwort Nummer 3, ich sollte die Geduld aufbringen, mir vorher alles genau durchzulesen!!!!

Druck und Auferlegtes von Außen! Ein sehr spannendes Thema, bei dem ich sehr gründlich nachdenke und mit dem ich regelmäßig meine Probleme habe. Mit Druck komme ich als HSP sehr schlecht zurecht, ich werde schnell gereizt und merke die Überforderung deutlich. In diesem Moment verschaffe ich mir Zeit.
Nun kommt das Zweite Problem zum Tragen, der HSP denkt sehr sachlich darüber nach, während der HSS überhaupt nicht darüber nachdenken will und ständig dazwischen plappert! Er ist der Ansicht, das überhaupt keine Probleme vorhanden sind. Dann fangen sie an zu streiten!
Das ist der Engel und der Teufel auf meinen Schultern, und sie können endlos streiten und ich sitze dazwischen und bekomme Kopfschmerzen.
Oftmals gewinnt der HSS und wir stellen uns den Druck der Außenwelt... wie sagt mein Teufel (HSS) immer?
Wir ziehen es durch, ohne Rücksicht auf Verluste...was passiert aber mit dem HSP?
Er ist beleidigt und zieht sich zurück. Oft bringt mich der HSS an meine Grenzen und ich sacke zusammen, schon allein, weil diese ganze Streiterei mir den letzten Nerv raubt. An den Grenzen angekommen, falle ich dann in ein tiefes Loch und finde den HSP wieder, der sich übergangen fühlt und ich habe ihm Gegenüber ein schlechtes Gewissen...

Nun bin ich ein wenig abgewichen vom Thema aber der HSS wird vom Druck und den Anforderungen der Außenwelt stimuliert, er ist süchtig nach intensiven Gefühlsregungen und dem Gefühl immer über meine Verhältnisse zu leben, er sieht in jeder Stimulation, die Chance noch intensiver zu leben....

Von daher verbietet er mir, Druck und Auferlegtes, auch wenn es mir nicht gefällt oder schadet abzuwenden.
Der HSP, geht dabei völlig unter.... eine Lösung für diese Problem habe ich noch nicht gefunden, deshalb der Gang zum Profi.
Alles Liebe
Doro
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Re: Wie die Last auferlegter Prioritäten und Prinzipen ableg

Beitragvon sanfte_Wellness » Fr 30. Dez 2011, 13:35

Hallo SumOne!

Danke für den facebook-Link! _yessa_ Ich denke, ich verfüge auch über eine gewisse Inuition. Vermutlich ist mein Gefühl, dass ich als überängstlich bzw. übervorsichtig bei mir bezeichne, auch so etwas wie Intuition, dieses oder jenes lieber oder lieber nicht zu tun.

Hallo Benostel,

Ich bin immer wieder überrascht über was sich ein HSP alles Gedanken macht....
Da ich ja diesen großen Anteil HSS in mir trage, habe ich zwar auch alle Eigenschaften des HSP´s in mir
aber mein HSS gibt mir keine Zeit darüber nachzudenken.


Ich kenne so Momente auch, dass ich schneller agierte, als dass ich darüber nachdachte, dass war in einer Zeit, in der ich nichts über meine besonderen Anlagen und Eigenschaften wusste, oft verstand ich mich selbst nicht - aber ich habe schöne und lebensfreudig synästhetisch bunte Gefühle, wenn ich mich an die wenn auch nicht immer leicht gewesene Zeit zurückdenke, was ein gutes Zeichen ist.

Das schneller Agieren als darüber nachdenken, hat mich oft in einen stressigen und reizüberfluteten Zustand versetzt, den ich aber irgendwie als normal einordnete oder ich zog mich unbewusst zurück. Eigentlich war ich auch als Kind / Jugendliche viel allein. Manchmal wurde ich als "Stubenhockerin" bezeichnet, was mir weh tat - den eigentlich suchte ich mir diesen Zusatand nicht allein aus! Und ich erinnere mich an Momente, wo ich stark unter das Alleinsein litt - während ich alleine sein zu anderen Zeiten aber auch genießen konnte.

Benostel - ich finde es schön, dass du so spontan sein kannst! Ja, das kann / konnte ich auch - ich habe mir das aber abgewöhnt irgendwie - aber trotzdem bin ich einfach in den Augen anderer oft noch besonders und andres reagierender als Andere - und manchmal fühle ich mich selbst so, denn oft geht jedes mal oben beschriebenes Abwägen hervor, bsonders in der letzten Zeit - da ich keine Lust auf die Anstrengung mehr habe, die unerwartete Freude anderer - und meine Rechtfertigung dazu z.B. "warum ich denn so sozial bin und den Keks rausbringe" usw nicht mehr aushalten möchte.

Ich empfinde es als emotinale Verausgabung - und möchte mittlerweile lieber einen gewissen roten Faden in meieinem Tun verfolgen - denn, wie auch in einem anderen Thread beschrieben, ist auch bei mir Vielseitigkeit ein enormes Thema bei mir (von Ellen 71 glaube ich) - Sowohl in der emotionalen Verausgabung als auch in meiner Vielseitigkeit möchte ich nun einen gewissen roten Faden verfolgen.
Es ist mir einfach zu anstrengend geworden sozial positives Verahlten, das für die Meisten außerhalb von Stsandard und deshalb als besonders angesehen wird nicht mehr aushalten. Und auch mein Unverständnis darüber nicht. Und ich möchte mich auch nicht mehr als Alien fühlen. Da wäge ich ab und möchte meine Emotionen etwas kanalisieren. Das ist im Prinzip auch anstrendend, den mein Wesen ist ja eigentlich ganz offen und unterliegt keinem genormten Standard.

Auferlegte Prinzipien könnten vielleicht noch sein sich Standards untergeordnet zu sein, wie, dass man ab einem bestimmten Alter einen Mann, Kinder haben muss, eine bestimmte Art von Arbeit, ein bestimmtes Verahlten, bestimmte Kleidung usw.

Puh, liebe Grüße sanfte_wellness big_knuddel
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