Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung/Downshifting?

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung/Downshifting?

Beitragvon Sonnenblume31 » Fr 6. Jul 2018, 12:29

Hallo an alle,

ich arbeite seit 4,5 Jahren nach dem Studium als Elternzeitvertretung und da meine Kollegin wieder zurückkommt, darf ich nochmal bleiben, jedoch nur mit 50%.
Ich bin mir im Moment noch nicht ganz sicher was ich machen soll. Es gibt hier wieder Vor- und Nachteile. So bekomme ich die Chance mich beruflich durch eine Weiterbildung etc. nochmal zu verändern und einen Brotjob zu haben. Andererseits zahle ich ja dann kaum Rentenbeiträge und weiss nicht, ob das Geld für Fixkosten etc. ausreicht. Da ich kein Konsumtyp bin, wäre es eine interessante Erfahrung, vermutlich werde ich danach gar nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen. Schon 8h am Tag mag ich nicht im Büro sitzen und mir fehlt Abwechslung und zudem bin ich unterfordert.

Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung und wie meisstert ihr das? Wie viele Stunden arbeitet ihr und sind 50% vielleicht doch zu wenig?

lg sonnenblume
Sonnenblume31
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Re: Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung/Downshifti

Beitragvon Rakete » Fr 6. Jul 2018, 13:16

Hi Sonnenblume,

ich machte mal ein halbes Jahr 4tagewoche, das war rückblickend eine gute Zeit.

Rente hin oder her, was nutzt es wenn Du vorher schon am Ende bist? Du lebst jetzt.
BTW, ich hab meine Lebensversicherung gekündigt und versuche lieber meine
Schulden fürs Haus zu tilgen.

Ob 50% reichen kann ich in Deinem Fall nicht sagen, ich weiß ja nicht wie viel
Du brauchst, bzw. was Du sonst noch für Verpflichtungen hast.

Mein Traum derzeit ist wieder 4tagewoche zu machen, so 28 Stunden.
Und vielleicht noch ein Monat unbezahlt, oder 2 mit 50%.
Und ein Sabbatjahr schwebt uns auch vor.
Ich kann noch lange genug arbeiten gehen.

Momentan sind mir 40 Stunden einfach zu viel, ich bekomme nur schwer noch
was auf die Reihe, geschweige nach mir zu schauen, oder sich mal um Freunde
zu kümmern. Oder sogar was lustiges zu machen.
So vergeht Tag für Tag, und man wartet nur darauf endlich ins Bett zu dürfen.
Was bringt einem der ganze Quatsch wenn man keine Zeit für nix hat?
Sich immer nur überfordert und gleichzeitig unterfordert fühlt?

Und, es muss ja nicht für immer sein! Probiers aus ob das gut ist, ändern kann
man das noch immer. Man kann nicht alles planen.

Maik
The intuitive mind is a sacred gift and the rational mind is a faithful servant. We have created a society that honors the servant and has forgotten the gift.
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Re: Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung/Downshifti

Beitragvon Zirkuskind » Fr 13. Jul 2018, 15:21

Hallo Sonnenblume 31, ich bin ganz neu :-) und muss mich gleich noch vorstellen. Ich finde das Thema aber so spannend, dass ich trotzdem antworten wollte. Ich habe vor 4 Jahren auf 25 Stunden reduziert. Das sollte gar nicht langfristig sein, sondern nur eine kurzfristige Entlastung. Und trotzdem bin ich dabei geblieben, weil es mir so gut getan hat. Mittlerweile fühlt es sich für mich ganz normal an. Und es entspricht meiner natürlichen Belastungsgrenze.

Lieben Gruß, Zirkuskind
To operate within the matrix of power is not the same as to replicate uncritically relations of domination.
Judith Butler
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Re: Habt ihr Erfahrung mit Arbeitszeitreduzierung/Downshifti

Beitragvon Source » Fr 13. Jul 2018, 16:56

Hallo Sonnenblume,

nachdem ich einen Teil meiner Aufgaben im Job zurückgegeben hatte und deshalb nur noch 25 Stunden in der Woche arbeiten konnte stand ich vor einiger Zeit vor einer ähnlichen Frage: Was mache ich jetzt mit der vielen Freizeit? Schnell wurde deutlich, dass ich nicht ausgelastet war und mich langweilte. Auch mein Freund wies mich darauf hin, weil ich öfter gereizt und nicht wirklich glücklich mit meiner Situation war. Über kurz oder lang hätte ich wieder eine volle Stelle bei meinem damaligen Arbeitgeber haben können. Ich habe mich jedoch dazu entschlossen, ein Masterstudiengang zu absolvieren.Das war sicherlich die beste Lösung für mich und hat mich persönlich ein großes Stück weiter gebracht. Der Verzicht auf einen Teil meines Gehaltes habe ich nie als Problem empfunden, weil ich vorher schon wenig konsumiert habe und daher auf nichts verzichten musste. Und die Abwechslung zwischen Job und Studium habe ich als große Bereicherung empfunden. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht, meine Praxiserfahrungen mit theoretischem Wissen zusammenzubringen. Allerdings weiß ich auch, dass ein solches Switchen nicht jedermanns Sache ist. Deswegen würde ich nicht per se dazu raten, es gleichzutun.
Ich wünsch dir auf jeden Fall, dass du dir für dich beste Lösung findest.

Liebe Grüße
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