Es gab Zeiten, damals, nachdem ich aus Dortmund geflüchtet bin, dem Wahnsinn nahe und der Trunksucht verfallen, da stand noch die Scheidung von A. ins Haus, und ich war hineingeworfen in diese Riesenmetropole Hamburg, allein‘ auf weiter Flur. Das war das erste Mal, dass ich total alleine war und niemand mir meine Entscheidungen abnahm. Ja, es war die Hölle.
Ich kam damals in Bergedorf an. Bin mit dem Taxi hingefahren und habe mich lange nicht vom Fleck getraut, und so konnte dann R., bei der ich untergekommen war, mit mir anstellen, was sie wollte.
Etwas später hatte ich mich mit R. verkracht und kam mit B. zusammen, die ich in meiner Dorfwirtschaft in Sasel, wo dann wohnte kennengelernt hatte. Noch ein wenig später hatte ich meinen „Tiefsten Punkt“ bei der Sauferei, und endlich begann der lange Marsch zum Trockenwerden.
Nur, und jetzt kommt es: 7 Jahre Trockenheit sind nicht gleichbedeutend damit, dass jetzt auch der Kopf gesund ist. Viele Verhaltensweisen, die ich zuvor hatte waren jetzt nur klarer akzentuiert, z.B. das „sich einen Kopf machen“. Immer, wenn irgendein Schiet auftauchte, bedeutete das: 3 Tage Kopfkino, heutzutage mit Tinnitus. Früher platzten dann ja meine Hände auf und noch früher hatte ich Magenschmerzen, deshalb hatte ich mich ja auch auf Magenbitter eingesoffen.
Kopfkino, jooo, hatte ich laaaange mit zu kämpfen, ja eigentlich heute auch noch, nur dass ich heutzutage einige Denktechniken entwickelt habe, das es nicht gar zu schlimm wird. Standarts entwickeln, sage ich dazu. Wen ich z.B. etwas vorhabe, so eilen meine Gedanken auch schon in die Zukunft, und ich muss mich zügeln, und mir immerfort sagen: Das alles ganz anders komme wird, wenn ich erstmal dort angekommen bin, in dieser potentiellen Zukunft. Und das Kopfkino, wenn ich es abwenden will, wird es noch stärker; also sage ich mir: „Ich muss es auch aushalten können !“ Und dann ist es schon gar nicht mehr so unerträglich. Wie auch der Tinnitus umso unerträglicher ist, wenn ich dagegen ankämpfe. Dann habe ich mich auch noch mit Wu-Wei beschäftigt, aber darüber demnächst mehr.

