Wozu die Quälerei?
Immer, wenn ich so ein geistiges Tief habe, versuche ich, die Sache ganz anders aufzudröseln, nach der Auschluss-Methode.
Ich frage mich: was möchte ich NICHT in meinem Leben?
Dann gehe ich im Geiste alles durch, was ich NICHT will.
Da fällt dann automatisch schon einiges weg.
Dann bleibt eine Restmenge, die teile ich auf in das, was ich UNBEDINGT will.
Was übrig bleibt, ist dann das Undefinierte, Unklare, wo ich mir noch nicht sicher bin, wo ich hin und her schwanke.
Oft hilft es auch, alles zu visualisieren. Ich mache das auf zwei Arten: ich habe einerseits ein dickes Notizbuch, in das ich alles aufschreibe, was mir wichtig ist. Das ist eine Mischung aus guten Vorsätzen, Einkaufsliste, Lebensweisheiten etc.
Andererseits habe ich eine große Pinwand im Flur, eine Magnettafel, die ich beschreiben kann und mit Notizzetteln bepflastern kann.
Diese Pinwand habe ich mir in drei Bereiche gegliedert. Mein gesamter Gehirn-Inhalt befindet sich sichtbar auf der Wand. Das verschafft mir einen tollen Überblick.
Ganz wichtige Ziele hängen da, gute Ideen, Sprüche, Bilder, Fotos, Zeitungsausschnitte usw.
Das hilft mir sehr. Kein Mensch kann sich alles, was für ihn wichtig ist, auf Knopfdruck ins Gedächtnis holen. Daher ist das Aufschreiben bzw. visuelle Fixieren sehr hilfreich.
Nur mal so als Tipp.

Wenn du die wesentlichen Dinge immer vor Augen hast, kannst du deine Ziele auch besser erreichen.
Du kannst Teilbereiche abarbeiten, neue Impulse einfließen lassen, Unbewährtes verwerfen.
Ich schreibe mir z. B. auch auf, wenn ich etwas aus meiner Liste streiche, und mit der Begründung, warum ich das tat. - Das vergisst man nämlich auch schnell und hinterher geht die Grübelei wieder los: warum hab ich mich damals eigentlich so und so entschieden?