Thema Kinder *Freude und Sorgen* von HS Eltern

alles, was sonst nirgends reinpasst!

Moderatoren: ja, Eule, winterrose, Anke

Thema Kinder *Freude und Sorgen* von HS Eltern

Beitragvon Tammika » So 20. Mär 2011, 15:37

Hallo ihr Lieben,

ich eröffne heute einmal ein neues Thread, zum Thema Kinder von uns HS Eltern. Mit Sorgen, Nöten aber auch Freuden, die wir empfinden.

Wie die meisten wissen, habe ich einen wundervollen Sohn im Alter von 13 Jahren. Er ist sozusagen mein Ein und Alles.

Wie mein Sohn damals vor über 13,5 Jahren auf die Welt kam hatte ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl so etwas wie eine Familie zu haben. Ich wollte immer alles besser machen und nicht zulassen, dass ihm geschieht was mir widerfahren ist und dass er immer glücklich ist. Manchmal habe ich das Gefühl hier versagt zu haben, kennt ihr das auch?

Durch das was in den letzten zwei Jahren bei uns abgegangen ist, hat er leider sehr viel mit erlebt, sei es das Scheitern meiner Ehe und dass ich mich im letzten Jahr habe gehen lassen. Mein Sohn ist seinem Alter auch einiges voraus.

Mein heftiger Alkoholkonsum in dieser Zeit blieb ihm nicht verborgen. Ich schäme mich heute für so manche Dinge und habe manchmal auch das Gefühl nicht alles gegeben zu haben um ihn zu beschützen. Wenn ich so ein Resüme` ziehe hätte ich zum Beispiel während meiner Ehe bzw. schon vorher die Notbremse ziehen müssen. Mein Exmann konnte meinen Sohn nie so annehmen wie er ist bzw. ihm Wärme geben die er benötigt. Wenn wir zum Beispiel gekuschelt haben (mein Sohn und ich) gab es oft einen doofen Spruch. Am Ende war es so, dass wenn wir gekuschelt haben und mein Sohn bemerkte, dass mein Exmann kam ist er sofort aufgesprungen. Ich kann die Zeit allerdings nicht mehr zurück drehen und versuche nun einen Weg zu finden alles wieder einigermassen ins Lot zu bringen.

Mich plagt zum Beispiel auch häufig ein schlechtes Gewissen weil ich soviel arbeite und oft auch extrem mit mir selbst beschäftigt war.

Nun haben wir aktuell ziemliche Probleme in der Schule. Mein Sohn ist in der 7. Klasse Gymnasium und das letzte Halbjahreszeugnis war eine Katastrophe. Wir haben viele Gespräche geführt und er weiß, dass er einfach zu wenig getan hat für die Schule. Da ich arbeite kann ich natürlich auch nicht immer kontrollieren ob er jetzt genug dafür tut. Manchmal plagt mich echt das schlechte Gewissen.

Heute präsentierte er mir eine glatte Sechs in Mathe. Aber nur weil ich zum 10. Mal nach dem Ergebnis der Klausur gefragt habe. Ergebnis war wieder einmal Diskussion und Tränen. Zum Glück kam überraschend in dem Moment mein Stern und sein Sohn , wir haben einen langen Spaziergang mit Victor (meinem Hund) und den Kindern unternommen und jetzt sind die Wogen geglättet.

Dass er in Französisch erhebliche Probleme hat war mir bewußt aber nicht mit Mathe. Warum habe ich das nicht bemerkt? Ich weiß aus eigener Erfahrung wenn du den Anschluß in Mathe verpaßt hast, holst du das so schnell nicht mehr auf. Ich werde mich jetzt erstmal um eine Nachhilfe kümmern, weil ich selbst steige bei den Aufgaben auch nicht mehr durch.

Wie geht es euch mit euren Kindern bzw. was habt ihr erlebt mit Sorgen, Nöten, Problemen aber auch Freuden. Macht ihr euch auch soviel Gedanken?

Liebe Grüße

Eure Tammi
***************************************************************************************
Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln...
Dalai Lama XIV.
eig. Tanchu Dhondup
geistliches Oberhaupt der tibet. Buddhisten, 1989
Benutzeravatar
Tammika
Hero Member
 
Beiträge: 563
Registriert: Di 7. Dez 2010, 18:46
Wohnort: 38100

Re: Thema Kinder *Freude und Sorgen* von HS Eltern

Beitragvon klatschmoon » Sa 26. Mär 2011, 18:10

Hallo,

wie heißt der Spruch: "Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein umso mehr." _grin_

Damals, in meiner phantastischen Vorstellung von einer Familie glaubte ich daran für meine Kinder die allerbeste
Mutter zu sein die mit so viel Gefühl und Verständnis, ja mit Geduld und Liebe ausgestattet ist.
Und dann kam mein erstes Kind auf die Welt, allein die Geburt dauerte fast zwei Tage, sodass ich mit meinen Kräften
sichtlich am Ende war. Auch war ich mit dem Neugeborenen ziemlich auf mich allein gestellt, keine nahen Verwandten in der Nähe, keine Freunde und der Vater des Kindes sichtlich überfordert.
Ich war sozusagen die ersten 2,5 Jahre alleinerziehend und wenn eine Zeit mich so dermaßen geschlaucht hat, dann genau diese. Im ersten Jahr gab ich mir unendlich Mühe und versuchte alle Ungereimtheiten auszugleichen, indem ich im Besonderen um das Wohl meiner Tochter bemüht war. Als ich meinen jetzigen Mann kennen lernte, erlebte ich zum ersten Mal wieder MICH und meine Bedürfnisse. Kurze Zeit später erwartete mich mein zweites Kind und so kam ich, kaum dass ich mich von den ersten schweren Babyjahren erholt hatte, in die nächste Babypause.
Mein Sohn ist bereits 20 Monate alt, schafft es jedoch immer noch nicht uns eine Nacht (bzw. mich, da ich so einen leichten Schlaf habe und freiwillig gehe - Lärm, Geschrei ist für mich unerträglich) komplett durchschlafen zu lassen... Ich hoffe ja, dass er endlich mal länger schläft - Tagsüber holt er das nämlich überhaupt nicht auf.
Auch wenn er so süß und anhänglich ist - bei ihm bin ich mir 100% sicher, dass er ein HS-Kind ist - so kann er mitunter auch ziemlich anstrengend sein und meine Tochter fordert mich ebenso, also von vielen Pausen am Tag kann ich leider nur träumen ...
Wobei das ja noch erträglich ist, doch wenn es dann überhand nimmt, z. B. waren meine Kinds die letzten drei Wochen krank (erst Erkältung, dann im Anschluss Magen-Darm-Infektion - und mich hatte es auch noch erwischt), dann geht man nur noch auf dem "Zahnfleisch" - man schleppt sich bis zur Genesung herum.

Mir fehlen hier Großeltern, die mal schnell einspringen können und dieses Zeitmanagment schafft mich am Meisten, vorallem, wenn die Kids zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Dinge tun (müssen oder wollen). Z.B., wenn mein Sohn vor 13 Uhr müde ist und ich ihn hinlege, aber um 12.30 Uhr meine Tochter vom Kiga abholen muss ... usw, usf, ...
Es schlaucht.
Dann bin da ja auch noch ich, obwohl ich so viel Zeit für mich bräuchte häng ich mich lieber in den Haushalt rein und putze wie eine Verrückte. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Ordnung das Chaos in meiner Seele kaschiert.

Ich als Mutter erlebe mich teilweise zwiegespalten. Auf der einen Seite sehr umsorgend, konsequent, verlässlich und liebend und auf der anderen Seite aber auch teils zu empfindsam (gegenüber Lautstärke, Wutausbrüchen (Frustrationen meiner Kinder, wenn etwas nicht klappt oder sie nicht erhalten) und Gerüchen (Windeln oder Erbrochenes)), Launen abhängig, teils zu fordernd (da ich für mich selbst sehr hohe Ziele stecke) und Harmonie-süchtig.
Besonders mein hohes Schlafdefizit macht mir zu schaffen - zumal ich auch nicht immer dann schlafen will oder kann, wenn meine Kinder in ihren Betten liegen ... Weil ich einfach mal malen, im Internet surfen oder mich sonst wie austoben will - vor allem das Träumen benötige ich um zu neuer Kraft zu gelangen - neuen Mut und neuen Optimismus in mein Leben einzubeziehen.
Mein Mann entlastet mich am Wochenende so gut er kann, wobei auch er viele Freiräume für sich benötigt.
Deshalb freuen wir uns zur Zeit auf unseren baldigen kinderfreien Urlaub und darauf, wenn in ein paar Jahren die Eltern meines Mannes in unsere Nähe ziehen werden. Dann werden auch wir hoffentlich etwas mehr Freiräume und flexiblere Zeiteinteilungen haben (das ist bisher bei Terminen stets ein enormes Problem).

Ja, so geht es mir im Moment mit dem Muttersein. ;)

Lieben Gruß

Klatschmoon
Benutzeravatar
klatschmoon
Neuling
 
Beiträge: 3
Registriert: Sa 26. Mär 2011, 10:11

Re: Thema Kinder *Freude und Sorgen* von HS Eltern

Beitragvon Viola cornuta » Sa 26. Mär 2011, 23:35

..und da soll noch jemand sagen Mutter sein kein Beruf...es ist eine Berufung!


Ich hatte nur kurze Zeit erfahrung mit "meinem" Kind, als ich mich um meinen Bruder gekümmert habe (von kurz nach der Geburt bis c.a. 11). Er ist definitivst ein HSP Kind.

Da er sehr zart und lieb war (was der junge Mann heute bestimmt nicht hören wollen wird), und auch genauso viel Ruhe braucht wie ich, haben wir das irgendwie hingewurschtelt. Er hat sich als Kind durch Singen sehr gut beruhigen lassen, und ich hatte die Geduld bzw die Stimmausdauer das zu tun. Wir haben viel zusammen gemalt und gebastelt, Gedichte gelernt, Blumen gesammelt, Gemüse gezogen.

Überfordert hat mich der Rest, die kranke Mutter, der despotische Vater (kam spät von der Arbeit und hat herumgeschrien warum denn nicht aufgeräumt sei und das Essen nicht gekocht und was ich mir denn anmaßen würde seinen Sohn zu erziehen), die Tatsache daß Lehrer in der Schule trotz guter Noten auf Hausaufgaben machen bestehen (ich glaub ich war die einzige Einserschülerin der Geschichte mit so vielen Klassenbucheinträgen und Briefen nach Hause *g*), später dann, als mein Vater ausgezogen war, noch neben Schule, Mutter und Bruder ein Job, damit wir uns über Wasser halten konnten.

Ich denke ich habe deswegen eher verklärte Vorstellungen von Kindern, einfach weil mein Bruder für mich eine Art Ruhepol war, ein Grund die ganze Arbeit zu machen und nicht mal kurz zum Jugendamt zu gehen. Die kinderspezifischen Sachen fand ich nicht so schlimm, klar, auch anstrengend, aber es ist eine Sache wenn ein Kind das gutartig ist und nichts dafür kann anstrengend ist wenn nebenher jemand der sehr wohl was dafür kann und die Wahl hat anstrengend ist, und jemand der nichts dafür kann, sich weigert, Hilfe in Anspruch zu nehmen, es "geht ja auch so", sprich, durch meine Arbeit. Im Vergleich war Kinderbetreuung echt angenehm...
und Kinder haben die mir niemand wegnehmen kann, meinen Freund zuhause haben der ruhig und liebevoll ist und für den Gewalt etwas ekelhaftes ist, für ein paar Jahre Halbtags arbeiten (mit Putzhilfe!!) und eigener Garten mit vielen Pfützen in denen sich die Kleinen dreckig machen können sind gerade meine naive Vorstellung von perfektem, geruhsamem Leben ;-).
Benutzeravatar
Viola cornuta
Gold Member
 
Beiträge: 475
Registriert: Mo 28. Feb 2011, 14:41



Ähnliche Beiträge


Zurück zu Off topic

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron