Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung..?!

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Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung..?!

Beitragvon herzblut » Sa 23. Jul 2011, 17:22

Hallo Ihr,
ich war heute vormittag beim Bäcker - und musste da leider das Titelblatt der Bildzeitung erblicken _hüüh_
mir schossen sofort die Tränen in die Augen _panik_ - so schreckliche Bilder, soviel Blut!

Muss das sein? Wer geilt sich daran auf, wie verarbeiten Menschen solche Bilder?

Ich habe den Eindruck, dass hier zwischen Fiction und real Life nicht mehr unterschieden werden kann - was vermutlich
von Medien wie der Bildzeitung gewollt und durch die allgemeine Verrohung und Verblödung auch eingefordert wird?

" +Bilder des Grauens+ Bilder des Grauens+ Bilder des Grauens+ " heißt es dort reißerisch, mehr auf Seite 7.. _hüüh_

Und in den Medien habe ich gehört, dass der Attentäter begeisterter WOW ( World of Warcraft) - zu deutsch Warcraft: Kriegshandwerk
Spieler ist, nach jedem Schuß gejubelt haben soll? Hat das miteinander zu tun? Ist das nicht wie ewig am Rennautosimulator zu sitzen, irgendwann will man seine "Fähigkeiten und Fertigkeiten" im echten Leben austesten? Wer spielt überhaupt solche Spiele?

In welche Perversion driftet die Menschheit bloß?

ich bin traurig und erschüttert - und der meinung, man sollte soclhe menschen nicht auf Kosten der Steuerzahler inhaftieren, sondern
hier mittels der Todesstrafe als letztem Mittel wieder die Verhältnismäßigkeiten angleichen!

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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon Sarina » Sa 23. Jul 2011, 17:52

es ist schrecklich was da passiert ist, wollte heute morgen auch schon was einstellen aber konnte irgendwie nicht.

Die Bildzeitung ist für mich kein Maßstab und Gsd sehe ich die so gut wie nie. Woher wollen die überhaupt wissen ob der jedesmal gelacht hat, waren die mal wieder dabei? grumel

Dennoch ist es furchtbar genug und macht mal wieder fassungslos, so viele Menschen die unschuldig betroffen sind.

Zu WOW, man kann nicht alles auf solche Spiele schieben, das wäre zu einfach. Mein jüngerer Sohn spielt das auch, sagt aber selber darüber, es ist ein fiktives Spiel und hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Er ist 21 und trifft seine Entscheidungen selbst, ich hoffe er weiß wovon er redet, zumindest hat er des öfteren die Gilden gewechselt, wenn da Spieler bei waren, die ihm zu drastisch waren und die Sache zu ernst nahmen.

lieben Gruß
Sarina, die an Morfie denkt die im Urlaub ist aber in Norwegen wohnt
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon liberata » Sa 23. Jul 2011, 18:30

Hallo,

ich denke auch, es ist zu kurz gegriffen, wenn man "solche Spiele" verteufelt. Ich persönlich brauche sie nicht, aber wenn jemand gern damit spielt, warum nicht, WENN der Spieler sich bewusst ist, dass es sich um ein Spiel handelt.

Das Problem der Verwischung der Grenzen von Spiel und Realität ist, denke ich, viel größer. Es geht ja schon mit dem Fernsehprogramm los. Diese ganzen Nachmittagssendungen auf den privaten Sendern tun ja oft so, als seien sie echt bzw. nach echten Fällen gedreht. Im Radio kam einmal ein Bericht, dass sich ein Verband von Richtern beschwert habe, dass immer häufiger in Gerichtsverhandlungen Leute einfach mitten in die Verhandlung hinein rufen, so wie sie es halt im Fernsehen in diversen Gerichtsshows gesehen haben und annehmen, das wäre Usus.

Ich glaube nicht, dass Jugendliche, die viel Freizeit vor diesen Spielen verbringen, automatisch zu potentiellen Amokläufern werden. Sarinas Sohn z.B. klingt doch ganz vernünftig. Die wenigen Einzelfälle (obwohl wenig relativ ist, denn jeder einzelne ist schon einer zu viel), in denen jemand sich durch so ein Ballerspiel hat "inspirieren" lassen, sind, denke ich, Menschen, bei denen einiges im Leben schief gelaufen ist. Das Computerspiel war da vielleicht nur der Tropfen, der das Fass hat überlaufen lassen.

Gegen ein Verbot von solchen Spielen hätte ich allerdings nichts einzuwenden. Obwohl damit dann ja die Gefahr besteht, dass diese Spiele dadurch noch interessanter werden. Der Reiz der Verbotenen...


Zur Todesstrafe: Ich bin der Meinung, wenn ich jemanden töte, weil er jemanden getötet hat, dann stelle ich mich auf die gleiche Stufe. Das Argument, dass Steuergelder für so jemanden zu schade sind, kann ich aber auch nachvollziehen.

Ein schwieriges Thema.
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon herzblut » Sa 23. Jul 2011, 19:43


Zur Todesstrafe: Ich bin der Meinung, wenn ich jemanden töte, weil er jemanden getötet hat, dann stelle ich mich auf die gleiche Stufe. Das Argument, dass Steuergelder für so jemanden zu schade sind, kann ich aber auch nachvollziehen.


Mir geht es hierbei nicht um Geld, sondern um Irrsinn - wer so etwas getan hat, hat auf dieser Welt meines Erachtens seinen Platz verwirkt - ebenso wie kinder"fickende" Kindsmörder - es muss einfach wieder ein Maß gefunden werden, wann etwas nicht mehr vergeben werden kann, so dass diese Menschen im Vorfeld über die Konsequenzen für sich selbst im Klaren sein müssen.
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon Siggi » Sa 23. Jul 2011, 22:10

Wer wirklich mitreden will sollte sich mal soi ein Spiel selber ansehen, am besten mit einer virtuellen Brille. Ich glaube kaum, daß man da noch zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Ich hab einmal vor sehr langer Zeit das Spiel "Doom" bei einem bekannten gesehen. Obwohl die Grtafik damals noch sehr schlecht war, habe ich danach nicht sonderlich gut geschlafen. Ich würde diese Spiele verbieten, genauso wie airguns oder softguns.

Zur Todesstrafe:

Wir sollten bedenken, daß der Tod oder die Todesstrafe eine unumkehrliche Tatsache darstellen. Wer entscheidet über Leben und Tod ? Wo ist die Grenze, reichen Indizien ??? Es giubt immer wieder Fälle von Unschuldig verurteilten, sei des durch Manipulation der Tatsachen oder durch sehr unglückliche Umstände. Ich möchte nicht darüber entscheiden müssen. Denn wie fühlt sich ein Richter oder der Henker, wenn er erfährt, daß der FALSCHE gerichtet wurde ?
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon Zeitreisender » Sa 23. Jul 2011, 22:16

Liebe Mitfühlenden,

die Art der Boulevardpresse die Auflagenzahl zu steigern ignorierend habe ich mich mit dem Leid befasst, das durch ein derartiges Geschehen hervorgerufen wird. Die Anwesenden, die Betroffenen, die Angehörigen und die Mitfühlenden werden gleichsam in einen Strudel tief traumatisierender Emotionen gerissen. Trauer, Unverständnis, Wut, Abscheu, Verzweiflung und Hass sind Reaktionen, die über Jahrtausende gewachsen sind und wir können uns ihnen nur schwer entziehen.

Wer gibt einem Menschen die Berechtigung das Leben eines anderen zu nehmen? Weder der Amokläufer noch ein Rechtsstaat dienen mit ihrer Handlung dem Leben selbst, wenn sie etwas Wundervolles auslöschen. Es ist unser höchstes Gut und gilt als schützenswert, vor allen anderen Aspekten. Abschreckung hat noch niemals in der Geschichte verhindern können, dass ein Grenzgänger einen Schritt zu weit in die Unmoral gegangen ist. In Ländern mit der Todesstrafe wird auch nicht weniger gemordet als bei uns, im Gegenteil. In den Gefängnissen der USA werden Outlaws nur perfektioniert. Aufklärung und Prävention scheinen mir die probaten Mittel der Vorbeugung zu sein, was natürlich nur umsetzbar ist, wenn ein durch alle Ebenen der Entwicklung wirksames Bildungssystem die friedliche Aufzucht der Nachkommen gewährleistet und mit Weisheit zum Guten erzieht.

Seit dem Mittelalter hat sich schon viel getan, darum landen wir auch nicht auf dem Scheiterhaufen. Früher galt ein Menschenleben wenig. Anscheinend gehört das alles zur Entwicklung einer derart ausufernden Zivilisation, wie der unseren. Und wir lernen, langsam aber stetig. Lasst und froh sein nicht zu den Betroffenen zu gehören, ich wünsche ihnen ganz viel Kraft und Trost. Wer von uns könnte dem Attentäter in die Augen blicken, während er ihm das Leben nimmt? Ich habe auch überlegt, ob ich als Opfer Rache nehmen könnte, früher wohl eher als heute. Aber ist das Opfer nicht selbst eines? Ich wünsche mir Friiiiiiiieden.

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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon herzblut » Sa 23. Jul 2011, 22:23

Das sehe ich leider anders, ich finde wir bewegen uns mit dieser Gesellschaft wieder rückwärts Richtung Mittelalter, die Barbarei
und das Rafftum erinnern doch sehr an frühere Zeiten - wobei ich mich frage, inwieweit die voranschreitende Verdummung oder sollte man sagen Dummlassung von irgendwoher gelenkt gewollt ist - Bildung und Werte sind vonnöten, um ein Soziales Miteinander auf hohem Niveau zu erlangen und ich denke, seit etwa 20 Jahren befinden wir uns auf dem Rückweg :(
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon herzblut » Sa 23. Jul 2011, 22:25

@Siggi Das sehe ich genauso, ich habe meinm Freund mal bei dem Spiel HITMAN zugesehen, und das ist mir echt zu krass alles - für mich gleicht das virtuellem Training _gruebel_
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon Sarina » Sa 23. Jul 2011, 22:49

mmh ich bin sicher kein WOW Experte, aber ab und an schau ich bei meinem Sohn mal über die Schulter, die Grafik und die Landschaften sind klasse, die Rollen sind fiktive Figuren, meist reden die Abends miteinander über Skype, also eher privater Austausch über alltägliches, übers Spiel, Mangas und dergleichen.
Die hören sich oft schöne Musiktitel auf Youtube gemeinsam an oder witziges, wo er uns dann oft was von zeigt, wie z.B. Maulwurfen _läch_

Ich denke er geht da schon vernünftig mit um, allerdings finde ich schon er könnte sich etwas mehr mit seiner schulischen Ausbildung beschäftigen, da tun wir uns schon schwer mit dem Durchsetzungsvermögen icon_redface

lieben Gruß
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Re: Attentat in Norwegen, Computerspiele & Berichterstattung

Beitragvon liberata » Sa 23. Jul 2011, 23:07

herzblut hat geschrieben: wer so etwas getan hat, hat auf dieser Welt meines Erachtens seinen Platz verwirkt -


Oh, oh, oh... sei mir nicht böse, aber diese Argumentation ist mir zu gefährlich. Wenn wir anfangen, zu bestimmen, welche Taten dazu führen, dass jemand sein Recht auf Leben verwirkt hat, dann ist es nur ein ganz kleiner Schritt hin zum präventiten Töten von "weniger werten" Menschen.



herzblut hat geschrieben:ebenso wie kinder"fickende" Kindsmörder - es muss einfach wieder ein Maß gefunden werden, wann etwas nicht mehr vergeben werden kann, so dass diese Menschen im Vorfeld über die Konsequenzen für sich selbst im Klaren sein müssen.


Diese Menschen sind krank, gestört, "verrückt" und werden sich nicht von möglichen Konsequenzen ihrer Tat abhalten lassen. Gerade Amokläufern oder Terroristen geht es doch nicht darum, nach ihrer Tat als Held gefeiert zu werden oder groß und breit zu erklären, warum sie das getan haben, sondern meistens darum, zu sterben und möglichst viele mitzureißen. Und Triebtäter werden von ihrem Trieb gesteuert und der kann bekanntlich sehr viel stärker sein als jegliches abschreckendes Argument, und sei es noch so klar.


Versteht mich nicht falsch. Ich bin keines Falls dafür, dass die Täter betüddelt werden und man ihnen mehr Beachtung schenkt als den Opfern. Aber auf die selbe Stufe stellen finde ich den falschen Weg. Das ist wie Hand abhaken, wenn einer was klaut. Und DAS ist Mittelalter.
Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.
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