Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

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Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon Velvet » Di 10. Apr 2018, 07:31

Hallo liebe User und Mods,

ist das ok so für Euch, wenn hier mal das ot- Gespräch aus dem Thread "Schmerzreize durch Bewusstseinstraining aufgelöst" von slapstickliebe80, weitergeführt wird und der Thread nach Bedarf weitergenutzt werden kann? Ich wollte mich gern noch zu den aufgekommenen Fragen an mich äußern.


Hallo Herbststurm :),

Darf ich dich fragen, warum das für dich ein Paradoxon ist?


Ist nun also eine Arbeit, die sich aufs Bewusstsein bezieht oder auf den spirituellen Wachstum weniger wert?


Es ist ja aber letztlich die Bezahlung der Arbeitszeit und nicht ein Einkauf von Bewusstsein und spirituellem Wachstum...


Ehrlich gesagt habe ich den ganzen Umfang meiner Äußerung nicht bedacht. Ich hatte gegoogelt und mir erschienen ´zig Seiten zu B.W. mit urheberrechtlich geschützten, typischen Schlagworten der esotherischen Szene, Kursangebote über Kursangebote mit Hotelbindung bei Übernachtung, schwammige, bewusstseinserweiternde Angebote...

Und, ganz subjektiv von mir empfunden, habe ich das Gefühl, dass da jemand nicht sein täglich Brot verdienen möchte, sondern sich eine goldene Nase und weit mehr als das.
Und klar kann er das machen wie er will, und jeder geben und nehmen was er will, aber ich, Velvet, finde, dass Spirit nicht für Geld zu verkaufen ist. Das ist, als wöllte ich Liebe verkaufen. Oder das Werkzeug dafür, Liebe zu installieren, zu kreieren, als wäre es eben etwas, wofür man nur die richtige Technik und Ausrüstung bräuchte, eine tolle Gebrauchsanweisung noch dabei und schon hat man, was man will.

Ich denke, spirituelle Weisheit kann man nicht "haben wollen" und sich auch nicht vornehmen, sie mit allen möglichen Hilfsmitteln und Investitionen erlangen zu können. Und der, der Menschen das verkauft oder verkaufen will, ist für mich nicht in der Bedeutung die sie für mich hat weise, spirituell, erwacht oder was auch immer. Er ist ein guter Vermarkter, seiner selbst und einer Idee, die niemandem gehört und je gehören kann, die an sich unverkäuflich ist, und, wenn überhaupt als _Geschenk_ in das Leben von Menschen kommt.

Und wirklich, Herbststurm, dass ist von mir lediglich ein ganz intuitives Ding, da räum´ ich alle Widersprüche dagegen gern ein!

Liebe Grüße :-)
Velvet


Hallo DesdiNova87 :),

Das muss für andere aber nicht unbedingt nachvollziehbar sein. Wichtig ist nur die Feststellung, dass wir als Gesellschaft den Dingen einen bestimmten (veränderlichen) Wert zuweisen. Der eine kauft sich ein Motorrad, der andere sammelt Briefmarken und ist bereit viel Geld für Sammlerstücke zu zahlen, wo viele Menschen nur noch mit dem Kopf schütteln können.


Ja, das stimmt! So hatte ich das noch nicht gesehen und finde das einen guten Vergleich. Alles dient ja irgendwie dazu, ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen. Angebote dafür gibt es unzählige und es obliegt mir nicht, über die Auswahl anderer zu urteilen.


Wer ist jetzt der Böse, ....


Geht es denn hier in deinen Augen um Gute und Böse? Wie kommst du zu dieser Annahme- frage ich aus Interesse, nicht zynisch oder so gemeint.

:-)
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Re: Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon Seestern » Di 10. Apr 2018, 10:08

Velvet hat geschrieben:
Das muss für andere aber nicht unbedingt nachvollziehbar sein. Wichtig ist nur die Feststellung, dass wir als Gesellschaft den Dingen einen bestimmten (veränderlichen) Wert zuweisen. Der eine kauft sich ein Motorrad, der andere sammelt Briefmarken und ist bereit viel Geld für Sammlerstücke zu zahlen, wo viele Menschen nur noch mit dem Kopf schütteln können.


Ja, das stimmt! So hatte ich das noch nicht gesehen und finde das einen guten Vergleich. Alles dient ja irgendwie dazu, ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen. Angebote dafür gibt es unzählige und es obliegt mir nicht, über die Auswahl anderer zu urteilen.


Genau das ist auch so ein Punkt. Nicht jeder kann sich ein Motorrad oder teure Briefmarken leisten. Hier wird also automatisch von Menschen ausgegangen, die sich so etwas leisten können. Es ist also eine bestimmte Klientel, von der die Rede ist. Die anderen werden gar nicht erst erwähnt, so als gäbe es sie nicht. Armut ist ja auch irgendwie ein unangenehmes Gefühl, oder so.
Nicht jeder kann sich "Spirit" oder Achtsamkeitsseminare leisten, was heißt, dass Achtsamkeit und die Förderung vom besseren Umgang mit Hochsensibilität Luxusgüter sein können. So als könne ein Prekarier oder gut ausgebildeter Hartz4-Empfänger gar nicht hochsensibel und feingeistig sein oder "werden", da er ja das Geld nicht hat. Manche Menschen sind froh, wenn sie bis Ende des Monats ihr Hungerbedürfnis befriedigen können.
Ist das jetzt ein Urteil oder eine nüchterne Feststellung, wenn man diese Menschen auch mal erwähnt oder auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweist? Also, ich habe kein Problem damit, es auszuhalten. :-)
Seestern
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Re: Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon Herbststurm » Di 10. Apr 2018, 10:46

Hey Velvet,
Danke fürs eröffnen... schreibe gerne mit, weiss aber noch nicht wann... heute und morgen hab ich gerade etwas viel um die Ohren...

Ich meld mich sibald ich Zeit finde.

Herzlich,
Herbststurm
sblätter @+@
Gerade heute....
....ärgere dich nicht.
....sorge dich nicht.
....sei mit Dankbarkeit erfüllt.
....arbeite ehrlich und hart (an dir selbst)
....sei dankbar für alles was lebt.
Herbststurm
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Re: Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon atemlos » Di 10. Apr 2018, 11:48

Hey Seestern and all

Ich denke, an dem was du geschrieben hast ist schon was dran, glaub aber da "fehlt" was: Muss denn "Entwicklung/Kultivierung" (nenn ich jetzt einfach so) was bzw. viel kosten? Ich finde z.B. den no method, no teacher-Ansatz ziemlich gut! Disclaimer: Ohne Rationalität/Logik etc. funktioniert der allerdings nicht!

Das richtige (im Sinne von: das was man in der jeweiligen persönlichen Situation bräuchte) Buch zur richtigen Zeit kann einem das Leben umkrempeln, vorrausgesetzt man ist furchtfrei gegenüber neuer Information, und kostet vielleicht gar nichts oder nur 1EUR gebraucht bei der Caritas. Wollte nur anmerken, dass es auch so gehen kann ..natürlich nicht muss. Gibt bestimmt noch andere Szenarien. Es soll auch Menschen geben, die 'vom Leben' so wie es eben gerade ist, versuchen zu lernen. Kann man nicht immer und überall lernen (wenn man möchte)? Und das vielleicht größte Hindernis hierbei ist... ??

Ist es unterm Strich nicht eine Frage der Prioritäten? Wie lebe ich dieses Leben, was fange ich mit dieser Zeit hier an? ...jaja, ich weiß, diese Frage (und jene die darauf folgen) sind brutal! Besser gleich delegieren..

"We are hurtling towards self-destruction at an alarming rate thanks chiefly to an advertising and propaganda system that goads people from infancy towards apathy, isolation, passivity, helplessness and seperation." (N. Chomsky)

MG

PS.: Ich vermute auch, das unattraktive an Entwicklung nur mit/durch Eigeninitiative ist, dass sie sich nur durch 'Resultate' rechtfertig! Wenn ich einen Kurs bei einem Guru mache, bekomme ich vermutlich ein "Diplom" (..Bewusstsein Stufe 2, Reiki Level 5, Telepathi-Meisterin etc.), das kann man dann herzeigen, an die Wand hängen. Vielleicht behält man sogar die Rechnung, um das Ausmaß an spirituellem Wachstum noch genauer zu dokumentieren? Und das unabhängig davon ob es wirklich was bewegt hat, wie praktisch..
atemlos
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Re: Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon DesdiNova87 » Di 10. Apr 2018, 12:43

Ebenfalls danke fürs Eröffnen, wir waren ja doch ganz schön vom Thema abgekommen.


@Velvet
Velvet hat geschrieben:Hallo DesdiNova87 :),

Das muss für andere aber nicht unbedingt nachvollziehbar sein. Wichtig ist nur die Feststellung, dass wir als Gesellschaft den Dingen einen bestimmten (veränderlichen) Wert zuweisen. Der eine kauft sich ein Motorrad, der andere sammelt Briefmarken und ist bereit viel Geld für Sammlerstücke zu zahlen, wo viele Menschen nur noch mit dem Kopf schütteln können.




Ja, das stimmt! So hatte ich das noch nicht gesehen und finde das einen guten Vergleich. Alles dient ja irgendwie dazu, ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen. Angebote dafür gibt es unzählige und es obliegt mir nicht, über die Auswahl anderer zu urteilen.


Richtig, am Anfang steht immer das Bedürfnis. Was uns bizarr erscheinen mag, ist dem Anderen ein essentielles Verlangen.

Velvet hat geschrieben:
Wer ist jetzt der Böse, ....




Geht es denn hier in deinen Augen um Gute und Böse? Wie kommst du zu dieser Annahme- frage ich aus Interesse, nicht zynisch oder so gemeint.

:-)


Das ist eine gute Frage...nein, die Aufteilung in Gut und Böse ist eine Vereinfachung der komplexen Realität. Man müsste auch erstmal wieder klären, welche moralischen Werte man zugrunde legt, um da klare Linien zwischen Gut und Böse ziehen zu können. Mir ging es jetzt erstmal darum aufzuzeigen, dass wir wohl alle, sofern wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, von Zeit zu Zeit auf beiden Seiten wieder finden. Wie man diese Seiten jetzt genau bezeichnen soll, da fällt mir grade auch nichts ein. Nur das man wenn man selbst etwas erwirbt/ersteht, ist man in einem aktiven Prozess, während man beim Zuschauen und Kopfschütteln eher passiv zur Situation ist.


@Seestern

Seestern hat geschrieben:Genau das ist auch so ein Punkt. Nicht jeder kann sich ein Motorrad oder teure Briefmarken leisten. Hier wird also automatisch von Menschen ausgegangen, die sich so etwas leisten können. Es ist also eine bestimmte Klientel, von der die Rede ist. Die anderen werden gar nicht erst erwähnt, so als gäbe es sie nicht. Armut ist ja auch irgendwie ein unangenehmes Gefühl, oder so.
Nicht jeder kann sich "Spirit" oder Achtsamkeitsseminare leisten, was heißt, dass Achtsamkeit und die Förderung vom besseren Umgang mit Hochsensibilität Luxusgüter sein können. So als könne ein Prekarier oder gut ausgebildeter Hartz4-Empfänger gar nicht hochsensibel und feingeistig sein oder "werden", da er ja das Geld nicht hat. Manche Menschen sind froh, wenn sie bis Ende des Monats ihr Hungerbedürfnis befriedigen können.
Ist das jetzt ein Urteil oder eine nüchterne Feststellung, wenn man diese Menschen auch mal erwähnt oder auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweist? Also, ich habe kein Problem damit, es auszuhalten. :-)


Das ist eine sehr eigenwillige Interpretation, die uns wahrscheinlich mehr über dich aussagt, als über meine Position.

Es ist den Einschränkungen des schriftlichen Austausches geschuldet, dass so welche Missdeutungen entstehen. Will man einen Text gegen solche Missdeutungen absichern, müsste man jedesmal an Vertragswerke erinnernde Schriftstücke verfassen, um alle Eventualitäten abzudecken.

Etwas konkreter: Du pickst hier das Thema Armut raus. Genauso gut könnte man z.B. das Thema körperliche Behinderung rausgreifen und monieren, dass ich solche Menschen vergessen habe, bzw. nichtmal erwähne. Denn nicht alle Menschen haben die körperlichen Voraussetzungen um Motorrad zu fahren.

Eine andere Gruppe die ich nichtmal erwähnt habe, sind Kinder und Heranwachsende. Diese dürfen altersbedingt noch kein Fahrzeug führen. Habe ich diese jetzt etwa auch mit meinem Beispiel absichtlich ausgeschlossen?

Ich denke man sollte als denkender Mensch doch in der Lage sein, zu abstrahieren und nicht das Haar in der Suppe suchen.

Im Übrigen ging es mir gar nicht darum, ob jemand viel oder wenig Geld zur Verfügung hat. Sondern es geht mir darum, in welchen Bereichen eine Person bereit ist, in Anbetracht seiner/ihrer jeweiligen finanziellen Verhältnisse einen vergleichsweise großen Teil für etwas aufzuwenden, auf dass man Wert legt.

Auch für die Menschen mit wenig Einkommen gibt es immer noch eine Auswahl zu treffen. Sprechen wir von notwendigen Anschaffungen wie Lebensmitteln, so gibt es dort immer noch aus verschiedenen Geschmacksrichtungen/Marken zu wählen. Dort wird natürlich aufs knappe Geld geschaut, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass sich dann im Einkaufswagen später zumindest ein Artikel findet, bei dem es ein Substitutionsgut ein paar Cent günstiger im selben Regal gibt. Und das ist auch gut so!

Nun, desto mehr verfügbares Einkommen zur Hand ist, umso weiter zieht sich der Kreis der möglichen Verwendungszwecke. Ob jetzt die im Ursprungsthema angesprochenen Therapien oder andere Dinge. Es ist total verständlich für mich, dass dann Leute sagen "Also das wäre mir zu teuer...". Vlt denke ich ja auch so.

Aber was ich herausstellen will, die Kritik daran, dass es so teuer angeboten wird, sollte eigentlich unserem Wirtschaftssystem geschuldet sein und nicht dem Anbieter einer Leistung. Und im Wirtschaftssystem hängen wir alle mit drin, solange wir nicht irgendwo im Urwald wohnen.

LG DesdiNova87
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Re: Nebendiskussion zum Thread "Schmerzre

Beitragvon Velvet » Mi 11. Apr 2018, 06:31

Hallo DesdiNova87,

ja, deine Antwort kann ich gut nachvollziehen, danke für´s Erklären!

Man müsste auch erstmal wieder klären, welche moralischen Werte man zugrunde legt, um da klare Linien zwischen Gut und Böse ziehen zu können. Mir ging es jetzt erstmal darum aufzuzeigen, dass wir wohl alle, sofern wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, von Zeit zu Zeit auf beiden Seiten wieder finden.


Ich frage mich gerade, kann man "gut" und "böse" überhaupt definieren oder trennen? Und wozu? Ist eine Trennung dessen nicht einfach nur _das_ Mittel zur Macht? Was würde passieren, wenn es gar keine "eine" und "andere" Seite gäbe?

Ich persönlich bin der Meinung, dass alles in allem ist. Und "gut" und "böse" auch wieder nur so menschliche Erfindungen sind, die der Rechtfertigung sämtlichen menschlichen Verhaltens dienen. So hat man z.B. immer einen Grund, die eigenen Unzulänglichkeiten/Abgründe im Gegenüber zu bekämpfen und muss sich nicht selbst dafür begegnen...usw.


@Herbsturm

:-) Du brauchst dich ja nicht an- abmelden ;), alles gut. Es ging mir nur drum, dir deine Frage zu beantworten.
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