Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfassung)

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Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfassung)

Beitragvon stanzi » Fr 19. Aug 2011, 15:50

http://www.schmidt-salomon.de/bruno/hum ... gebote.htm

ich habe diese seite zufällig heute im netz gefunden. _10_ ich bin sehr angetan davon.

_angel4_
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Lavendele » Fr 19. Aug 2011, 22:52

1güt ich bin mit dir angetan...bei Punkt 4 war ich zuerst etwas im Zweifel...nach der Erklärung bzw. Beispiel war ich wieder mit dabei, wobei Punkt 7 wieder zum tragen kam _grin_


liebe Grüße Lavendele
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Charda » Sa 20. Aug 2011, 07:01

Ich finde Punkt 4 trotz Erklärung kritisch.

Wie bei religösen Dingen ... dann legt wer Gebote, in diesem Fall Punkt 4 ganz anders aus, beruft sich auf den Punkt, und schwupps ist es hin mit der eigentlichen Gesinnung.
Charda
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Zeitreisender » So 21. Aug 2011, 11:53

Hi Stanzi,

ein halbes Jahr lang habe ich selbst kommprimiert, was ich dreißig Jahre lang zusammen getragen habe, um es am vierten August zu meinen eigenen zehn Geboten zusammen zu schmieden. Vieles deckt sich mit dem Inhalt der humanitären Zehn Gebote.
Dein link regt an und führt zu den üblichen Diskussionen um Wertung und Interpretation, das habe ich in einem eigenen Beitrag zu spüren bekommen, in dem ich mich dem "Guten" verschrieb.
Ich denke, wir alle wissen was gut und human ist, haben sicherlich eine ähnliche Auffassung von Ethik und Moral, und darum geht es in deinem link.
Der Punkt vier muss natürlich polarisieren, denn mit unserer friedlichen Harmonieseele stören wir uns an dem, wozu wir dort aufgefordert werden.
Aber nehmen wir uns nicht einen Apfel, wenn wir verhungern, wehren wir uns nicht, wenn uns jemand erwürgt, erliegen wir nicht intuitiv dem Trieb der Erhaltung und des Schutzes.
Das mit dem Lügen fällt mir etwas schwer, aber wenn es dem Überleben hilft, insbesondere dem meiner Kinder, wird der Zweck die Mittel heiligen.
Niemandem ist damit gedient als Mätyrer seinen irdischen Körper wieder an der Garderobe abzugeben, um das Glück als verband von Elektronen und Photonen zu suchen.
Ein heißes Eisen für philosophierende Gutmenschen, aber mich hat es wie gesagt angeregt. Darum an dieser Stelle meinen Dank.

LG v ZR
Die Zeit kommt aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat zu bestehen. Augustinus
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon stanzi » So 21. Aug 2011, 12:36

@ all, sm_06

4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

es gibt ja noch:..es sei denn supercool .....natürlich gelingt es nicht immer.aber in meinen fundament läßt sich das schon unterbrinegen.

ja bei kindern muß man manchmal mogeln _grin_ ....bei erwachsene ist es nimmer so erforderlich !! meistens wenigstens _grinsevil_
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon stanzi » So 21. Aug 2011, 12:39

Charda hat geschrieben:Ich finde Punkt 4 trotz Erklärung kritisch.

Wie bei religösen Dingen ... dann legt wer Gebote, in diesem Fall Punkt 4 ganz anders aus, beruft sich auf den Punkt, und schwupps ist es hin mit der eigentlichen Gesinnung.


tja, so sind nun mal hsp,s-menschen! sie stellen alles mal in frage.... _hüüh_ 1güt
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Idira » Di 23. Aug 2011, 13:07

Hallo Charda,

Charda hat geschrieben:Ich finde Punkt 4 trotz Erklärung kritisch.

Wie bei religösen Dingen ... dann legt wer Gebote, in diesem Fall Punkt 4 ganz anders aus, beruft sich auf den Punkt, und schwupps ist es hin mit der eigentlichen Gesinnung.



Mich erinnert Punkt 4 und Deine berechtigt kritische Anmerkung an moral-theologische Diskussionen im christlich verankerten Kontext, die mich früher beschäftigten. (Ist schon lange her, ich war früher engagiert katholisch, bin aber inzwischen aus der Kirche ausgetreten.)

Die Diskussion dort läßt sich verkürzt so zusammenfassen:

1.) Die "radikal-bibeltreue" Auslegung der 10 Gebote. Also jene haben unter allen Umständen zu gelten. Ausnahmen kann es nicht geben.
Denn zum einen sind es ja göttliche Gebote und somit nicht in Zweifel zu ziehen, zum anderen wer kann sich anmaßen zu bestimmen wann und welche Ausnahmen gelten sollen.
Es wird auf das Mißbrauchspotential verwiesen.

2.) Eine Bibelauslegung, die das Gebot der Nächstenliebe über alle anderen Gebote stellt.
Was zu der Folgerung führen kann, dass in besonden Ausnahmesituationen z.B. lügen, betrügen, körperliche Gewaltanwendung geradezu christliche Pflicht sein können.

Dies könnte bei folgendem moralischen Dilemma der Fall sein:
In einer politischen Gewaltherschaft (z.B. wie im dritten Reich) versteckt jemand einen Verfolgten.
Nun kommt ein von diesem Unrechtsstaat legitimierter "Rechtsvertreter", also z.B. von der Staatspolizei.
Er fragt: "Ist XY hier?"

Wer sich nun strikt an das Gebot hält nicht zu lügen, liefert den Verfolgten aus, mit den entsprechenden Konsequenzen.
Nach radikal-biblischer Auslegung muß er dies tatsächlich tun!
Wer jedoch als oberste Priorität das Gebot der Nächstenliebe hat, wird genau wegen dieses Gebotes lügen und behaupten, nicht zu wissen, wo XY sich aufhält.

Wenn er die Möglichkeit hat, wird er wegen der Priorität des Gebotes der Nächstenliebe auch z.B. einen Pass für XY fälschen oder eine Fälschung besorgen, also eine betrügerische Handlung begehen.

Notfalls wird er, wenn z.B. der Staatspolizist XY entdeckt und abführen will, diesen niederschlagen, um XY die Flucht zu ermöglichen.

Die Moraltheologische Diskussion fand/findet ihren Höhepunkt in der Frage, ob sogar das Gebot "Du sollst nicht töten" im absoluten Ausnahmefall von dem Gebot der Nächstenliebe übertroffen werden kann.

Hier wird das moralische Dilemma besonders gut durch den Attentats-Versuch auf Hitler durch die Gruppe um Stauffenberg deutlich.
Im Nachkriegs-Deutschland wird diese Tötungsabsicht des Despoten von allen demokratischen politischen Parteien als moralisch berechtigt bewertet.
Von moral-theologischer Seite aus ist aber gerade die Frage, ob es sogar Ausnahmen vom "Du sollst nicht töten" geben darf, nie einheitlich beantwortet worden.

Ich persönlich finde, wie gesagt, Punkt 4 ebenfalls schwierig und kritisch zu betrachen. Könnte dies doch Mißbrauch Tür und Tor öffnen.
ANDERERSEITS möchte ich mir die Tür der "persönlichen Gewissensentscheidung" tatsächlich offenhalten.
Für einen absolut extremen Ausnahmefall, den ich hoffe, nie erleben und entscheiden zu müssen.
Doch will und kann ich für mich nicht ausschließen, dass ich das Gebot der Nächstenliebe / Gebot zur humanistischen Handlungsweise (wie auch immer es genannt werden mag) in einem solchen Extremfall über alle anderen Gebote stellen würde.

Liebe Grüße
Idira
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Lavendele » Di 23. Aug 2011, 14:32

Hallo Idira! wunderbar- so hatte ich es auch gemeint...ich hoffe für mich selber auch, dass ich never ever mal in die Situation komme-> Du sollst nicht töten etc. und dennoch habe ich mir schonmal im stillen Kämmerlein Gedanken darüber gemacht...was wäre, wenn jemand meiner Familie, meinen Kindern etwas antun würde?? Mit klarem Menschenverstand würde ich in diesem Moment sagen, dass ich Selbstjustiz jeglicher Art verabscheue, doch was wäre eben wenn.......puh schwieriges Thema.
Lügen und Betrügen fängt doch meist im Kleinen an...ein Pärchen in unserem Freundeskreis wird sich demnächst trennen- sie hat schon nen neuen- er ist auf der Suche, außer meinem Mann und mir weiß es keiner- noch nicht mal die Kids....am Samstag waren wir bei einem anderen Freund zum grillen- sie war nicht mit, war bei ihrem "neune Freund"- er war da, eine andere Freundin hat mich gefragt- wo ist denn XY..ich wußte ja wo sie ist, mußte aber in dem Moment lügen..ich sollte halt sagen sie ist mit einer Freundin mit dem Wohnmobil unterwegs. ICH HASSE ES,ES ZU LÜGEN! und ich konnte gar nicht so viel essen, wie ich hätte brechen wollen....*seufz* echt blöde Situation.

Liebe Grüße Lavendele
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Re: Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfass

Beitragvon Charda » Di 23. Aug 2011, 20:20

Guter Eintrag, Idira.

Mir behagt auch dieses hier nicht:
4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

Man könnte es so auslegen: Die Humanistik also definiert die Ideale, die für alle zu gelten haben, weil wenn andere dagegen "verstoßen", dürfen/sollen Humanisten dem entgegenhandeln mit der Erlaubnis dieses "Manifestes".

Ich mag sowas nicht, ich halte es für gefährlich... das Vermitteln einer Wahrheit und einer Richtigkeit. Diese Ausschließlichkeit. Da ist die Gefahr einer Missnutzung einfach zu groß. Das führt/e bei den religösen Deutungen schon in katastrophale Zustände des Gegeneinanders.

Ich bin ansonsten dem Humanismus an sich nicht abgeneigt, aber dergleichen Angebote (mag freizügiger klingen... "Angebote", kommt jedoch daher wie die Gebote aus der Bibel im Imperativ) sind mir zu selbstbetont.

Da klingen für mich die herkömmlichen Gesetzestexte freier. Das ist allgemein, gilt für jeden. Das Grundgesetz der BRD ist doch nicht schlecht. Mir reicht das vollkommen, die ersten drei Artikel decken Wesentliches ab, da braucht man nur, will man Gutes tun, sich dran halten. Hat nur keine präsentativen Charme einer elitären Gruppierung (diese Angebote wirken auf mich elitär, weil absolut und alles was dagegen "verstößt", nicht reinpaßt darf passend gemacht werden).

Ich bin auch etwas irritiert, wo diese Angebote auf einmal herkommen, sind die neu? Ich hatte mich mal mit dem Humanismus beschäftigt, da stand aber nicht dergleichen. Daher war ich auch recht angetan davon. Naja, vielleicht nur schlecht mich informierte.
Charda
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