Gebirgsketteneffekt nach HSP/HSS Selbstdiagnose

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Gebirgsketteneffekt nach HSP/HSS Selbstdiagnose

Beitragvon tsdd » Do 12. Okt 2017, 06:54

Hallo Allerseits,

bin der Fritz aus der Schweiz, Selbständig, 30 Jahre jung und weiss erst seit wenigen Tagen, dass es Hochsensibilität/High Sensation Seeking/Scannersein überhaupt gibt.

Nach nun einigen Jahren Behandlung mit Burnout, starken Depressionen und vielen Abklärungen/Klinik etc. bin ich nun nach einem Tipp auf die Thematik hier gestossen. Zwar konnte ich während meinen Behandlungen stets Erfolge aufweisen. Mir wurde z.B. klar, dass ich mich schnell verzettle, mir jegliche Struktur fehlt, ich ungesunde Automatismen z.B. in Punkto Alkohol in den Alltag eingebaut habe, etc. etc. Doch eine wirkliche Erklärung, quasi die Ursache des Problems hab ich bis vor wenigen Tagen nicht gefunden….

Während der letzten Jahren intensiv, aber bereits seit meiner Kindheit war ich immer auf der Suche nach meiner „Behinderung“. Warum war ich stets anders, schlechter als die Norm? Ist es ein Adhs, Bipolarität, Asperger oder gar Schizophrenie? Spielen nur meine Hormone verrückt oder hab ich einen Aids-KrebsTumor im Frontallappen? Mineralienmangel, Schilddrüsen oder Adrenal Fatigue? Ich hätte jede Diagnose mit Handkuss genommen, nur um mich besser zu verstehen und meinen Platz in der Welt zu finden. Jede Diagnose. Nur um nicht immer vor mir selber und der Welt flüchten zu müssen… Irrgeführt, hilflos und missverstanden beschreibt es wohl nicht so schlecht… Nun scheint endlich alles Sinn zu ergeben. Alle bisherigen Widersprüche lassen sich erklären.

Demnach sind mir nun etwa 700kg Materie aus dem Kopf geflogen, als ich mich als HSP bzw. HSS identifizieren konnte. Gebirgsketteneffekt. Habe mich naturgemäss bereits ziemlich tief in die Materie eingelesen und hoffe nun hier weitere Inputs zu bekommen, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Step by Step Lösungen für ein Funktionieren im Alltag zurecht zu basteln. Denke werde jetzt wohl noch paar Wochen benötigen, um die Überwältigung sacken zu lassen. Im Vergleich zur bisherigen Odysee kann es nun aber nur noch besser werden :-) Mittelfristig wird eine Regulation wichtig sein, nicht zu viele und nicht zu wenige Reize zuzulassen bzw. ein Gespühr für meine Energie (-reserven) zu bekommen.

Momentan bin ich noch unsicher, ob HSS und Scanner/Vielbegabung das selbe sind… Bzw. sind alle Scanner HSP? Noch keinen Plan... Konkret sehe ich mich vor allem als typischer HSS mit kognitiven und sensorischen Hochsensibilitätsmerkmalen. Wobei ich auch „Fahigkeiten“ im emotionalen Bereich habe - mir diese aber im Laufe der Jahre wohl etwas abgewöhnt habe. Generell waren viele Punkte in der Kindheit präsenter, wurden aber mit den Jahren weniger. Weil es nicht normal war, wurde vieles wohl als Selbstschutz unterdrückt bzw. wegerzogen… Mal schauen was ich wieder aktivieren und ausleben kann. Konnte diese Woche z.B. Spaziergänge bereits intensiver wahrnehmen, mit dem Hintergedanken, dass z.B. die schöne Herbstdämmerung nicht jeder so intensiv mitbekommt... Hatte beim Erstkontakt vom Zartbesaitet-HSP Test 262p, beim HSS Test 20/20. Kann mir vorstellen, dass z.B. Traumata aus der Kindheit den HSS Typus in mir stark gefördert haben.

Bin übrigens normalerweise nur der ruhige Mitleser in den Foren, musste das aber für mich mal irgendwo festhalten. Und sorry für den komplizierten Schreibstil, es sprudelte bisschen aus mir raus: Die aktuelle Euphorie lässt Grüssen. Aber hey: Hier bin ich und das ist gut so!

Wollte mich noch bei Euch bedanken, habe mich in sehr vielen von Euren Einträgen wiedergefunden, was mich noch mutiger für die Zukunft stimmt.

Respekt aus der Schwiiz, Fritz
tsdd
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Re: Gebirgsketteneffekt nach HSP/HSS Selbstdiagnose

Beitragvon Träumerle » Do 12. Okt 2017, 11:41

Hallo bzw. Grüezi,

und ganz herzlich Willkommen, Fritz :-) .

Ich bin auch noch nicht so wahnsinnig lange hier, finde das Forum aber top. War ursprünglich in drei Foren aktiv... ...jetzt aber nur noch hier, weil es mir hier am besten gefällt.

Ja, mehr oder weniger haben wir alle auf die gleiche Art und Weise gehandelt, als wir noch nichts von unserer "Diagnose" wussten. Am schlimmsten, wie bei dir ja hervorgeht, die Ungewissheit. Da kann ich dich gut verstehen. Man will eben wissen, was mit einem los ist, damit man sich besser fühlen kann.

Momentan bin ich noch unsicher, ob HSS und Scanner/Vielbegabung das selbe sind… Bzw. sind alle Scanner HSP?

Gute Frage. Ich glaube aber, die meisten schon. HSS und Vielbegabung sind eher unterschiedlich.

Schön, dass du dich jetzt besser fühlst.

Eine angenehme Zeit wünscht mit lieben Grüßen
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
Träumerle
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Re: Gebirgsketteneffekt nach HSP/HSS Selbstdiagnose

Beitragvon tsdd » Fr 13. Okt 2017, 06:38

Hallo Träumerle,

besten Dank für Dein Feedback. Habe auch diverse Foren kurz überflogen und mich intuitiv für dieses hier entschieden...

Ja, in der Tat ist/war neben dem Gefühl des Anders sein die Unsicherheit/Ungewissheit wohl eines meiner Hauptprobleme... Und halt das unterschwellige Gefühl, dass ich gleichzeitig alles und nichts machen will. Dies war vor dem Aha gar nicht so greifbar, wie so vieles nicht... Naja, und je nach Lebenssituation war es mal mehr und mal weniger belastend. Alleine auf Weltreise musste ich mich z.B. kaum verstellen/(selbst)rechtfertigen. In der Bundeswehr, welche bei uns obligatorisch ist schon etwas mehr :-)

Glaube die Spezialisten sind sich mit den ganzen Begriffen auch noch nicht so einig... So wie ich es mitbekommen habe, verwenden z.B. viele den Begriff Scanner als Synonym von Vielbegabung (alla Sher), andere sehen den emotionalen Aspekt einer HSP (quasi das Durchschauen anderer Leute) darin. Andere widerum unterscheiden zwischen Hochsensibilität und Hochsensivität...

Für meinen Fall hat es Eliane Reichardt sehr gut zusammengefasst und auch Trappmann-Korr ganz gut auf den Punkt gebracht, als sie von einem 3-fachen Luxusproblem mit Anteil von Hochbegabung schreibt. Eigentlich ist es mir auch gerade egal. Wie ich schon schrieb, wäre ich auch mit einer anderen Erklärung zufrieden. Ob es nun so oder so benamselt wird spielt mir momentan gar nicht so die Rolle.

wünsch Euch eine gute Restwoche, ich geh gleich an einen Schnapsbrenn-Kurs :-)
tsdd
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