Christian aus Frankfurt

Hallo, gut dass du hier bist - wir sind schon neugierig auf dich!

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Christian aus Frankfurt

Beitragvon ButterHart » Mo 28. Nov 2011, 11:10

Hallo, ich bin mit dem Thema HSP noch nicht sehr vertraut, suche hier nach Kontakten, Anregungen oder einfach Informationen.

Zu meinem Hintergrund: Ich bin Ende 30, seit vielen Jahren verheiratet und habe drei Kinder. Ein schwaches Selbstwertgefühl, leichte Kränkbarkeit und eine romantisch-zärtliche Ader haben mir bisher das Leben eher schwer als leicht gemacht. Das passt nicht zu einem gestandenen Mann und macht mich zum Manipulations-Opfer meiner Umwelt.
In Gesellschaft anderer fühle ich mich überhaupt nicht wohl, bin leicht erschöpft und lebe sehr in mich zurückgezogen.
Ich habe mich immer für einen sehr sinnlichen Menschen gehalten und darunter gelitten, dass ich das nicht ausreichend genug ausleben konnte.

Vor ein paar Jahren haben meine Eheprobleme begonnen, vermutlich wegen meiner Sensibilität, die leicht zu Kränkung und Frust bei mir führt. Die Phase, als meine Kinder sehr klein waren, war für mich eine unerträgliche Belastung. All das wirft mir meine Frau vor und kann damit mittlerweile gar nicht umgehen.

Ich habe vor 4 Wochen eine Psychotherapie begonnen, bei der ich gar nicht wusste, welche "Krankheit" ich mir selbst attestieren sollte. Also habe ich erst mal alle meine Probleme aufgezählt. Die Psychologin hat sich das alles angehört und ein paar Vorschläge zur Therapie gemacht. Aber ich hatte irgendwie den Eindruck, solange ich nicht weiß, was mir wirklich fehlt, kann ich nicht an mir arbeiten. Ich hab nach Traumata in meiner Kindheit gesucht und keine gefunden.

Letzte Woche habe ich zufällig einen Beitrag über HSP gelesen und mich irgendwie darin sofort erleichtert wiedergefunden. Ich hab den Test unter hochsensibel.org gemacht und hatte 193 Punkte, ab 163 gilt man als hochsensibel. Diese Erkenntnis habe ich meiner Psychologin vorgestellt, aber die meine nur, es wäre völlig egal, weil mir das sowieso nicht weiter hilft. Es könnte genauso eine schizoide Störung sein oder anderes, es komme nur darauf an, wie man damit umgeht und wie man mir hilft. Sie hat ja ein Stück weit recht, aber ich fühle mich trotzdem wohler, wenn ich das Kind beim Namen nennen kann und mich mit irgendetwas identifizieren kann. HSP kann ich gut annehmen und erkenne darin auch die positive Seite meiner Kreativität, meines Einfühlungsvermögens, meiner Empathie und meiner sehr komplexen Denkweise.

Da ich mittlerweile kurz vor der Trennung von meiner Frau stehe, ist die Beschäftigung mit dem Thema HSP als Ursache für meine Situation ein Teil meines Reifungsprozesses.

Ich hoffe auf nette Kontakte, Menschen mit Verständnis und offenen Worten und regen Gedanken- und Gefühlsaustausch.

Liebe Grüße
Christian
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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon stanzi » Mo 28. Nov 2011, 11:47

ButterHart hat geschrieben:HSP kann ich gut annehmen und erkenne darin auch die positive Seite meiner Kreativität, meines Einfühlungsvermögens, meiner Empathie und meiner sehr komplexen Denkweise.


sehr treffend ausgedrückt 1güt

hallo butterhart,sehr treffender nickname supercool ,sei willkommen hier in unserer forumsgemeinde,wir sind alle hier feinfühlig und leicht verletzlich fragil eben.

ich persönlich sehe meine hochsensibilität als talent an und bin im kunsthandel und design tätig,ein partner kommt für mich nur mehr in frage der ganauso empfindet- alles andere macht keinen sinn mehr für mich.

wir kämpfen hier alle damit manche mehr oder weniger.komm erst mal an.

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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon ButterHart » Mo 28. Nov 2011, 12:01

Vielen Dank, stanzi!

stanzi hat geschrieben:ein partner kommt für mich nur mehr in frage der ganauso empfindet- alles andere macht keinen sinn mehr für mich.


Darüber habe ich auch schon nachgedacht, allerdings kann das mit zwei "empfindlichen Weich-Eiern" bestimmt auf Dauer auch zu Problemen führen, oder?

Ich schaue mich mal hier im Forum um und lasse alles auf mich wirken. Wir werden uns sicher im einen oder anderen Thread noch dazu austauschen können. Erst mal alles Liebe nach Wien!
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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon stanzi » Mo 28. Nov 2011, 12:09

nur kurz bemerkt,weicheier sind nicht lebensunfähig,sondern leben meist in einer kleinen nischen und eben nicht in der masse,
ich(hsp,289) gehe zb,voll arbeiten.

....kann handwerklich so ziehmlich alles sogar holzhacken _grin_

bis bald in anderen treads _hello_
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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon bluesheep » Mo 28. Nov 2011, 18:02

Hallo Christian, auch von mir ein herzliches Willkommen.
Wie ich gerade gelesen habe, hast du ähnliche Probleme wie ich: "Vor ein paar Jahren haben meine Eheprobleme begonnen, vermutlich wegen meiner Sensibilität, die leicht zu Kränkung und Frust bei mir führt."
Dies kenne ich nur zu gut und eine Trennung von meiner Lebensgefährtin (seit mehr als 10 Jahren) steht auch bei uns z.Z. im Raum. Natürlich grüble ich ständig darüber nach, was ich falsch mache und wo die Fehler bei mir liegen. Viel habe ich auch im Internet recherchiert. In einem anderen Board hatte ich kürzlich mal meine Probleme geschildert und daraufhin von einer Psychologin eine sehr interessante Auskunft erhalten: "...Ich würde Dir eine psychoanalytische Psychotherapie empfehlen. Dieses Verfahren arbeitet in und an der therapeutischen Beziehung und ist daher besonders geeignet zur Behandlung der von Dir dargestellten schwerwiegenden Symptomatik. Die Verhaltenstherapie hat in jüngerer Zeit zwar auch ähnliche Verfahren entwickelt. Ich halte psychoanalytisch ausgebildete Therapeuten dennoch für geeigneter, da diese in ihrer zur Ausbildung gehörenden, viele Stunden umfassenden Lehrananalyse in besonderen Maße gelernt haben, auch kleinste Nuancen in der Beziehungsgestaltung zu erfassen...."
Dem werde ich in den nächsten Tagen nachgehen. An einer Verhaltenstherapie hatte ich vor einigen Jahren wegen der sozialen Phobie aus meiner Kindheit teilgenommen. Es hat mir damals auch sehr weiter geholfen. Aber ich denke, in punkto Hypersensiblität könnte die o.g. psychoanalytische Psychotherapie vielleicht der richtige Weg sein!?
Viele Grüße, bluesheep
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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon Kiki » Mi 30. Nov 2011, 19:30

Hallo Christian,
auch von mir ein herzliches Willkommen und Gruß an die südliche Mitte Deutschlands _grin_

Finde es schön und beruhigend hier von sensiblen und reflektierten Männern zu lesen. Da ich mit Stanzi einer Meinung bin (denn für mich kommt wohl auch nur noch eine Beziehung mit einem sensiblen Mann in Frage _yessa_ , ähem, nee Korrektur: sensibel und reflektiert, weil nur sensibel ist dann doch wirklich zu anstrengend, das hatte ich gerade), "höre" ich gern zu bei der sensiblen Männerwelt und staune, freue mich und lerne.

Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr Eure Beziehungen mit den neuen Erkenntnissen vielleicht noch retten könnt. Und falls nicht, ist es vielleicht ein notwendiger Prozess, weil der vorhandene Partner den eigenen Weg nicht mitgehen kann.

Zur Zeit bin ich auch noch im Ablösungs- und Trauerprozess meiner vor 3 Monaten beendeten Beziehung. So traurig es um das Gute dieser Beziehung ist, so sehr fühle ich auch, dass es der richtige Schritt war, mich zu trennen. Mein Partner konnte meine Gedanken- und Seelenwelten nicht teilen. Er war auch sensibel (nicht hochsensibel), aber leider nicht reflektiert. Und ich möchte meine vielfältigen Reflektionen nicht ständig nach unten anpassen, (quasi beschneiden) müssen, nur um meinen Partner nicht zu überfordern oder zu erschrecken. Und Reflektion zieht meistens Veränderung nach sich, und auch dazu war er nicht bereit.

Will damit nicht sagen, dass alles seine "Schuld" ist. Ich habe ihn in Liebe gehen lassen, weil mir klar geworden ist, dass wir mit unseren Gefühlswelten nicht harmonieren und uns mehr schaden, als gut tun. Ein schwerer aber befreiender Schritt. Hatte sofort nach der Trennung das Gefühl "Ja, jetzt habe ich mein LEBEN wieder". Kann meinen Weg gehen, meine ganze Gefühls- und Gedankenbandbreite leben und mit Gleichgesinnten besprechen bzw. in Foren austauschen, mich beruflich verändern und für meine Seele sorgen. Und irgendwann werde ich auf dieser Ebene eine neue Beziehung haben - die vielleicht auch nicht immer einfach sein wird (wg. der zwei Weicheier auf´m Haufen *grins*), aber die eine bessere Basis und damit reellere Überlebenschance hat.

Ups, so viel hatte ich gar nicht schreiben wollen - ja, ja, ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch _reib_ (ein Klischee, das in den meisten Fällen wirklich zutrifft, manno... icon_redface )

Also dann,
Kirsten
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Re: Christian aus Frankfurt

Beitragvon tootsie » Mi 30. Nov 2011, 19:58

Hallo Butterhart!

Oh, das Partnerthema... welch ein interessantes Thema, das mich auch immer beschäftigt.

Vielleicht sollten wir das nicht in Deinem persönlichen Thread besprechen, sondern eher unter einem der Threads "Partner und Beziehung" - dann finden es auch andere Interessenten.

Nur so viel: ich fühle sehr mit Dir (und auch mit Kiki), denn es ist fast unmöglich, jemandem zu erklären, wie man tickt, ohne sich selbst als Sonderling zu fühlen oder den andern als intolerant/unsensibel hinzustellen usw. SEHR schwierig.

Und @ Kiki: diese Gedankenbandbreite, die kenn ich sooo gut! Aber, wenn man seinem Partner kommuniziert, dass man sich über lauter Dinge Gedanken macht, beobachte ich verschiedene Phänomene:
1. Komplette Überforderung des Partners ("Wieso machst Du Dir die Gedanken denn überhaupt, ich kann damit nichts anfangen")
ODER
2. Totale Bewunderung durch den Partner ("Wow, Deine bunten Gedankenwelt bereichert mich und es ist so spannend, Dir zuzuhören"). Ich als Frau finde es störend, wenn der input vornehmlich von mir kommt. Denn ich selbst bin ja MEGA-NEUGIERIG auf den input meines Partners und möchte garnicht die geistreichere, originellere und komplexere Persönlichkeit in der Beziehung haben und mich neben dem Andern langweilen.
ODER
3. Abwertung durch den Partner, der einen als zu kompliziert oder zu sensibel abtut ("Du zerbrichst Dir den Kopf für nichts!" - "Warum machst Dus Dir so schwer").
ODER
4. Man versteckt seine "Gedankenbandbreite" und kreativen Ideen und originellen Lösungsmöglichkeiten, damit der Partner sich nicht doof/unfähig/unsensibel/langweilig/unoriginell fühlt. Dann bleibt man total unter seinen Möglichkeiten und flippt irgendwann aus.

Ich denke, manche von den aufgezählten Phänomenen kommen auch zusammen vor bzw. eins ist die Folge aus dem Andern.

Ich lese derzeit: "LIebe Dich selbst - und es ist egal, wen Du heiratest". Frau Zumhorst hat es geschrieben, nachdem sie selbst eine Ehekrise hatte. IHre These ist tatsächlich: man hätte sich eigentlich von seinem Partner nicht trennen müssen, wenn man die Dynamiken einer Beziehung einmal gerafft hat. Ich bin noch nicht fertig mit dem Buch, sie trägt ihre These aber so überzeugt vor, dass ich glaube, das etwas Wahres dran ist. Übrigens: sie hat sich NICHT getrennt und ihr Mann glaubt mittlerweile genau das Gleiche wie sie: Trennungen wären eigentlich garnicht nötig. Sehr spannend. Wenn ich ne Krise hätte, würd ich mir überlegen, ein Seminar von denen zu belegen. Dann läufts vielleicht wieder1büssi

Viele Grüsse,
Tootsie
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