Ich habe 264 Punkte in dem Test zur Hochsensibilität.
Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt. Bin verheiratet mit zwei Kindern.
Ich weiß, dass ich Situationen und Stimmungen anders wahrnehme.
Ich kann Gewaltszenen in einem Film nicht ertragen.
Ich kann leidende Seelen quasi schreien hören und kann nur sehr schlecht abschalten.
Ich liebe tanzen, power walking auf Musik, Spaziergänge im Wald (wenn meine Gesundheit es zuläßt), Freizeitparks (vor allem Disney in USA), Video schauen, Malen oder Ton arbeiten.
Laut meiner letzten Therapeutin verfüge ich über außergewöhnliche viele Spiegelneuronen.
Ich bin auf der Suche nach mir selbst, seit ich vor wenigen Jahren über Wochen weinend aufwachte und weinend zu Bett ging.
Ich fühle mich verkorkst und arbeite fieberhaft and mehr Orientierung in meinem Leben.
Ich glaube mein innerer Kompass ist kaputt. Was fühle ich wirklich, und was fühlen andere? Was denke ich wirklich und was sind die Gedanken anderer?
Ich habe seit Kind gelernt, dass ich zu funktionieren habe, aber dass meine Gefühlstiefe andere stört.
Ich bin anderen zu laut, zu lebhaft, zu herrisch, zu depressiv, zu ängstlich, zu faul und ungeduldig.
Ich bin tief ins Mark gespalten. Äußerst unsicher und halte wenig von mir selbst. Gleichzeitig bin ich mir vieler Dinge über mich bewußt, die ich auch nicht ändern will...
Es hängt stark von meiner Tagesform ab, wie viel ich aushalte und wie ich reagiere.
Ich bin mir sicher, dass meine Mutter hochsensibel ist.
Ich fürchte meine Tochter ist es auch.
Ich wurde auf Hochsensibilität aufmerksam, durch einen flüchtigen Blick auf die Überschrift eines Artikels in einer Zeitschift vor einen halben Jahr in einer Arztpraxis...gerade before ich aufgerufen wurde...
Alles erschien mir recht esotherisch und abgehoben. Aber es ließ mich nicht mehr los...
Ich habe viel darüber gelesen, Bücher gekauft und über vieles nachgedacht.
Und ich habe dieses Forum umkreist wie die Katze den heißen Brei.
Ich fürchte mich mich zu zeigen und damit angreifbar zu machen, gleichzeitig sehne ich mich danach endlich Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht und zu lernen, wie es ihnen gelingt einen Tag nach dem anderen zu überstehen.
Ich bin das erste Mal aktiv in einem Forum.
Das erste Mal, dass ich mich registiert habe.
Fast sehne ich mich danach mich wieder zu verkriechen.
Und wieder schimpft die Stimme in meinem Kopf, dass ich viel zu viel über mich preis gegeben habe. Sie warnt mich, dass ich lieber verschwinde, bevor ich "senden" klicke und überhaupt ist dieser Kritiker in mir der Ansicht, dass Hochsensibilität nicht mehr ist, als eine Ausrede für Schwäche und Gefühlsduselei...
So.
*tief Luft holend*
Also... darum ein widerstrebendes Hallo....
