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Beitragvon SensItivE » So 27. Nov 2011, 19:57

Hallo ihr alien9 ,

habe dieses Forum hier gesucht und gefunden, nachdem ich einen Test entsprechend des Themas gemacht habe. Laut dieser ca. 30 Fragen gehöre ich zu dieser Gruppe von Menschen - was einiges in meinem Leben erklären würde.
Eigentlich weiß ich nicht so recht, wie ich anfangen soll. Bin 22 Jahre alt, wie im Titel zu sehen weiblich, habe eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin wegen meiner Chefin abgebrochen (Mobbing?), mache derzeit eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, in der ich wieder unglücklich bin und in die ich mich jeden Tag quäle weil ich das eigentlich gar nicht machen möchte und die Kollegen sich super unterhalten und amüsieren, während man mich konsequent ignoriert (was nichts damit zu tun hat, dass ich ständig im Mittelpunkt stehen möchte - ganz im Gegenteil!) und für mich nur die Drecksarbeit, Gemecker und Sätze wie "Ich dulde keinen Widerspruch!" übrig hat.
Durch meinen Erzeuger habe ich in meiner Kindheit jahrelang psychische Gewalt erlebt, sodass ich ein Leben in Angst und ohne Selbstbewusstsein führen musste. Was sich auch noch in meinem heutigen Leben so abspielt.
In mir gibt es immer das Gefühl, dass ich daheim nicht ausziehen möchte, weil ich...ja warum eigentlich? Das hat sich für mich bis heute nicht geklärt. Von meiner Mutter kann mich niemand trennen. 1alie

Außerdem beherrschen mich viele Ängste - darunter welche, die ich mittlerweile durch eigene Kraft, ohne fremde Hilfe überwunden habe.

Zusätzlich habe ich in der Schule 7 1/2 Jahre Mobbing hinter mir. Warum weiß ich bis heute nicht. Ich habe mich weder aufgeführt wie eine Prinzessin, noch wollte ich ständig im Mittelpunkt stehen oder hätte irgendjemandem etwas Schlechtes gewollt. Das heißt nicht, dass nicht auch ich meine Fehler habe - will ich nicht behaupten! Aber ich weiß einfach bis heute nicht WARUM?

Von allen Seiten wurde ich also bisher klein gemacht und habe nie einen Weg gefunden, mich zu wehren. Dabei habe ich noch mehr gelitten, als es irgendjemand anderes getan hätte. Man stempelte mich ab als jemanden der übertreibt oder meint etwas Besseres zu sein - dabei habe ich schlicht und einfach unter allem gelitten wie ein Hund.
Wenn man sich "nicht um mich kümmert" (innerhalb der Familie), gehe ich ein wie ein Blümchen. Ich bin sehr harmoniebedürftig, bekomme aber genau diese Harmonie niemals in meinem Leben. Mein Leben und ich selbst, sind eine einzige Baustelle, dabei will ich doch nur eins: ICH selbst sein, so wie ich sein möchte. Und akzeptiert werden. Selbstbewusstsein haben. Geschätzt und geliebt werden. Ordnung in meinem Leben haben. Wissen wo ich hingehöre. Das sind alles doch so einfache Dinge. Aber ich weiß nicht wo anfangen und jemand anderen kümmert es nicht - das ist genau das, worunter ich leide: Für alle anderen Menschen in meiner Familie gibt es zig Menschen, die sich um ihn/sie sorgen, um sie/ihn kümmern, für ihn/sie da sind oder einfach mal zuhören. Aber *mal unfreundlich formuliert* keinen Deppen interessiert was ICH mache, was ICH will, wie es MIR geht. Aber ich darf ständig für alle da sein (was ich auch gerene mache) und unter den Stimmungen von anderen Menschen leiden.

Ich weiß das hört sich alles an, als ob ich sagen will: hier bin ich, bedauert mich oder alle Anderen sind schuld, nur ich nicht. NEIN! Ich hoffe nur einfach mal eine Stelle gefunden zu haben, wo MIR jemand zuhört und wo Andere mich verstehen!

Noch dazu bin ich von Sternzeichen Fisch - wie sicherlich bekannt ist, sind die sowieso sehr sensibel _biggthump_up

Vielleicht hat euch das ja mal einen Einblick in mein Leben gegeben. Und hoffentlich habe ich euch nicht direkt abgeschreckt.

Allerliebste Grüße, das sensible Mäuschen supercool
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon bluesheep » Mo 28. Nov 2011, 18:19

Hallo Sensitive, gerade habe ich deinen Text gelesen und mich in sehr vielem davon wieder erkannt. Ein starkes Harmoniebedürfnis empfinde ich immer wieder und Sternzeichen Fische bin ich zufällig auch. Was das Mobbing anbelangt, habe ich zweimal jahrelang so etwas durchgemacht: einmal in der Schulzeit, was dann dazu führte dass ich mit 17 die Schule abgebrochen habe. Dann viele Jahre später im beruflichen Bereich Mobbing in Form eines ziemlich fiesen Psychoterrors. Zu der Zeit traute sich zwar niemand mich offen anzugreifen, aber das was hinter meinem Rücken passierte (Lügen, Intrigen, Gerüchte, Telefonterror usw) war so schlimm, dass ich damals eine Zeit lang ziemlich intensiv über Suizid nachgedacht habe. Mit Hilfe einer Psychotherapie und eines Arbeitsplatz-Wechsels habe ich es dann, Gott sei Dank, überstanden.
WARUM wird man gemobbt? Nach meiner Einschätzung immer dann, wenn jemand anders ist als die anderen oder aber schwächer, alleine, eben ein mutmassliches Opfer ist. Zum Glück gibt es inzwischen eine ganze Reihe Mobbing-Beratungsstellen, auch im Internet. Bei einer solchen Beratungsstelle solltest du dir unbedingt mal weiterhelfen und Tipps geben lassen. Jeden Tag mit Angst aufzustehen und sich über den Tag zu quälen, macht dich auf die Dauer nur fertig.
Das andere, was du versuchen müsstes, wäre, dein Selbstvertrauen aufzubauen. Vermutlich am besten mit Hilfe einer Psychotherapeutin. Nach dem was ich bisher von dir gelesen habe, bist du ein guter Mensch und hast überhaupt keinen Grund, dich von anderen fertig machen zu lassen. Dass sich an deiner Arbeitsstelle und im Umfeld niemand für dich interessiert, ist ein Problem unserer Gesellschaft, wo es in erster Linie um Oberflächlichkeiten geht und menschliche Werte leider nur eine Minderheit interessieren. Wie gesagt, eine Psychotherapie ist in der heutigen Zeit überhaupt keine Schande, sondern etwas ganz Normales und Sinnvolles, wenn man Probleme hat und mit niemanden, oder nur ganz wenigen Menschen darüber reden kann. Wenn du dich dazu entschließen solltest und ein paar Tipps braucht, wie man am besten auf der Suche nach der/dem richtigen Therapeutin(en) vorgeht, kann ich dir gerne weiter helfen. Nicht, weil ich in der Branche arbeite (im Gegenteil, ich bin Computerfachmann), sondern weil ich auf die Suche nach der/dem möglichst besten Therapeutin(en) auch schon viel Zeit investiert und dabei einiges gelernt habe, was ich gerne weitergeben kann, wenn es jemanden interessiert.
Viele Grüße,
bluesheep
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon BurningDiamond » Mo 28. Nov 2011, 20:35

Halloechen Sensitive, dann fuehl dich mal pudelwohl hier, echt klasse, das hier auch sehr viele juengere HSP´s landen, da ich auch juenger bin freut mich das :D

Ganz Liebe Gruesse :)
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon SensItivE » Di 29. Nov 2011, 13:50

@ bluesheep: Das mit dem Mobbing habe ich überall mitgemacht, wo ich zur Schule gegangen bin. Immer wieder kannte jemand aus meiner neuen Klasse, jemanden aus der alten Klasse oder Schule. Wir sind 9x umgezogen. Irgendwann habe ich aufgehört mir Freunde zu suchen. Ich konnte nicht mehr, ich wollte nicht mehr. Mit nach Hause bringen durfte ich sowieso niemanden.
Jetzt habe ich das Mobbing das erste Mal in meinem Job. Ich habe gerade eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten angefangen und es wird über mich gelästert, wenn ich nicht im Raum bin. Leider so laut, dass ich es mitbekomme - ich bin auch nicht doof. Wenn ich zurück komme, werde ich angesehen und schnell sind alle ruhig oder fangen ein anderes Thema an. Man gibt sich nicht mal große Mühe es zu verbergen.
Karteikarten verschwinden, alle suchen danach und ich werde dafür verantwortlich gemacht. Mein Attest das sofort nach dem Arztbesuch abgeschickt wurde, kam erst an dem Tag an, als ich wieder arbeiten war (nach 1 Woche!) - angeblich. Ich habe es selbst aus dem Briefkasten gefischt. Vom Chef habe ich dafür das 1. Mal eine Rüge kassiert. Dabei wusste ich nicht mal wie das passiert sein sollte. Genauso wie bei den Karteikarten. Sagen konnte ich aber nichts, denn beweisen konnte ich nichts. Und irgendwann fängt man dann an, an sich selbst und dem eigenen Gedächtnis zu zweifeln. Leider habe ich - obwohl es meine Bauchstimme sagte - nicht auf den Poststempel gesehen, das hätte alles aufgeklärt!
Gestern war wieder ein furchtbarer Tag. Nicht nur, dass ich jetzt regelmäßig für meine Fehler lautstark fertig gemacht werde (nicht vom Chef, sondern den Kolleginnen) und das vor den Patienten (ich möchte mal anmerken dass ich seit ca. 4 Wochen diese Ausbildung angefangen habe und dass da wohl Fehler passieren dürfen). Sondern gestern haben wir dann den Vogel abgeschossen... Wir haben einen Schrank mit den laufenden Karteikarten. Alles was darauf liegt, kommt auch da rein. Logisch. Genauso haben wir auch einen größeren Schrank im anderen Zimmer, in dem alle Karteikarten sind, von denen die Patienten in diesem Quartal noch nicht in der Praxis waren. Ich bin als Auszubildende natürlich für die niederen Aufgaben zuständig und muss diese ständig einräumen. Gestern wurden mir dann anscheinend absichtlich *ich formuliere es jetzt extra mal so direkt und provokant* die falschen Karten hingelegt, wie ich sie dann auch eingeräumt habe. Plötzlich waren dann die aktuellen Patienten, welche sie natürlich zufällig gerade gesucht hat, obwohl sie die Praxis schon verlassen hatten WEG. Und zufällig wusste sie genau wo sie suchen muss und fand zufällig alle Karten in dem Schrank, in dem ich sie mit Sicherheit nicht eingeräumt hätte. Es muss ein abgekartetes Spiel gewesen sein. Aber sag das mal... Und ich stand dann da, durfte mich vor dem patienten fertig machen und als unfähig hinstellen lassen. Dann konnte ich mir Sprüche anhören wie "Irgendwann muss es ja mal klick machen". Und "Heute war ich jetzt etwas heftiger, aber da brauchen Sie gar nicht schlecht Wetter über mich beim Chef zu machen". Ich war vollkommen entsetzt (ich natürlich trotz allem noch in meinem sch**** "alles soll heile Welt bleiben"-Wahn) und meinte nur "Hä?", sie gleich "nein ich meine ja nur". Ich immernoch totla verblüfft "Ich hab KEIN Wort gesagt, dazu hätte ich nicht mal die Gelegenheit gehabt!" - daraufhin meinte sie nur "nein nein ich mein ja nur".

Für mich lässt das nur zwei Möglichkeiten offen: 1. Sie hat Schiss dass ich sie beim Chef verpfeife, weil sie weiß dass es Unrecht ist und Angst hat dass sie Ärger kriegt - und wollte mal vorfühlen ob ich schon was gemacht habe oder 2. Sie wollte mich einschüchtern, damit ich gar nicht erst auf diese Idee komme.

Jedenfalls ist für mich Schluss. Man muss nicht immer überall kämpfen. Ich werde das Feld räumen, sollen sie sich hintennach die Köpfe einschlagen, kann mir wurscht sein, auf Deutsch gesagt. Nicht mehr mein Problem. Ich war lange genug Blitzableiter, Putzfrau und niedere Angestellte. Das brauche ich mir nicht mehr bieten zu lassen und ich kann auch mal das Feld räumen ohne gekämpft und abgewartet zu haben.


Dein Vorschlag mit der Therapie ist nicht schlecht. Darüber habe ich auch schon oft genug nachgedacht. Ich würde es auch machen, damit habe ich gar keine Probleme. Nur bietet sich mir diese Möglichkeit nicht. Ich möchte Medizin studieren und eine eigene Praxis als Psychiaterin eröffnen - da muss man "eine weiße Weste" diesbezüglich haben. Wer selbst mal in Therapie war (und darüber werden Nachforschungen angestellt), kann das abhaken.


Warum, warum leben wir nur in einer solchen Welt? 1alie Gebt mir ein Zepter und ich mache ein Paradies draus! _grin_
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon oase » Di 29. Nov 2011, 15:54

Hallo SensItivE,

Da hast du doch recht gruseliges erlebt.
Ich versuch dir mal zu antworten, vielleicht hilft es dir.

Du hast am Ende deines Posts ein Warum formuliert, versuch das mal auf deine beschriebenen Situationen zu übertragen, dazu folgendes:
Ich habe mir angewöhnt Warum zu fragen, wenn mir jemand irgendwie eine Frage/Aussage der Art entgegenwirft, z.B. bei deinem Chefgespräch, hätte ich verm. gefragt, warum ich das tun sollte, also "Warum ich den Brief (mit Briefmarke) nicht in die Post gegeben haben sollte?" (ich weis gegenüber chef sehr schwierig, da eben chef, aber vielleicht klappts ja bei Kollegen, die wollen ja das du das Mobbing mitbekommst, dann einfach doof tun bis sie so direkt werden, das du ein warum fragen kannst, am besten so das der redende Kollege vor den anderen vorgeführt (deinerseits damit gemobbt/geärgert) wird. Ich weiß ist schwierig (arbeite ich selbst noch dran) und absolut nicht sensibel, tut mir selbst weh wenn ich in der Richtung aktiv werde, die Wirkung ist aber einigermaßen erstaunlich, man hat kaum angefangen, es fängt an irgendwie Spaß zu machen (weis auch nicht) dann hören die anderen auf (man hat seinen über Tage/Wochen/Monate/Jahre aufgebauten Frust dann aber noch gar nicht richtig abgeladen...).
Macht man das öfter sind die Kollegen vermutlich so demotiviert das sie es sein lassen, vor allem wenn man alle seine Fähigkeiten nutzt, denn auf dem Bereich Sensibilität sind deine Kollegen vermutlich total überfordert = sprich sie schalten vermutlich in eine Art Dummy Mode und sagen/denken nur noch "du hast Recht" o.ä., sobald du mit gelebter Sensibilität ankommst, du bist halt in dem Bereich Monopolist du musst den anderen "nur" deine Monopolstellung unsensibel klar machen, was du bspw. alles von ihnen offenbaren kannst, einfach weil du es siehst.
Zur Erinnerung dürfte im späteren Verlauf (also alle paar Tage mal) schon ausreichen, das öfteren mal sich nach den privaten Problemen zu erkundigen, die nie (mit dir) besprochen wurden z.B. sieht ein Kollege schlecht aus (so als wäre etwas mit seiner Familie) dann einfach mitfühlend Fragen wie es seiner Familie geht, um so detailierter um so besser, z.B statt Familie (Ehe-)frau, nur einen Fehler dabei zu machen (z.B. viele kleine fehlerhafte Fragen nach familiären Umständen obwohl es der Familie desjenigen pudelwohl geht) wäre fatal, weil dann würdest du ja auch nur ein Mensch sein...(in den Augen der Kollegen, sprich Dummy Mode = off), ist aber auch nicht so schlimm, man muss sich dann "nur" wieder des öfteren (also vermutlich viel weniger als jetzt) gegenüber den Mobbingattacken/-versuchen der Kollegen durchsetzen die einen dann nicht mehr als Halbgott sehen... .
Du musst das natürlich nicht in dieser Vollständigkeit umsetzen, würde ich denke ich auch nicht, aber es ist möglich und manchmal vielleicht sinnvoll, manche Menschen brauchen Leute zu denen sie aufschauen können, ist halt situationsabhängig.

ich hab jetzt leider für dich (glücklicherweise für mich) nur ein sehr einfaches Beispiel, wo die Grundzüge klar werden:
Familiäres Gartenfest bei Bekannten:
der etwas angetrunkene Onkel fragt mich warum ich nichts trinke (alkoholisches)?
Frag ich ihn zurück, warum ich denn etwas trinken soll?
Nun ja, meine Mutter feierte diese "Heldentat" in dem sie sie weiterverbreitete (nach so was werd ich wohl nie mehr gefragt werden ;) )
Deine Situation ist natürlich um Welten schwieriger, zumal du deinen Ausbildungsplatz nicht riskieren kannst(?).

Liebe Grüße
Jemand der auf Grund von Mobbing/Ärgern jahrelang mit Kopfschmerzen (bei Emotionalangriffen) rumrennt, bei mir ging es aber von Lehrern aus, und ich habe erst zum Ende hin (war/bin Kind) Ansätze des genannten umgesetzt.
Ich bin ein Mensch, und alles andere ist relativ.
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon SensItivE » Di 29. Nov 2011, 20:25

Hallo oase,

das mit der Arbeit ist nicht so schlimm. Bin noch in der Probezeit und morgen lege ich nach der Arbeit die Kündigung auf den Tisch. _läch_ Nur diesen Tag morgen muss ich noch durchstehen...

Aber die Tipps helfen sicher auch in allen anderen dieser Situationen. Mal probieren _gruebel_
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon tootsie » Mi 30. Nov 2011, 14:23

Hallo Sensitive!

Willkommen!!!

Will nur kurz auf eine Sache antworten: soweit ich weiss, ist die Bedingung, dass Du Psychotherapeutin werden kannst, dass Du eine Therapie machst. Also genau umgekehrt, wie Du es schreibst. Das nennt man dann Lehrtherapie oder Lehranalyse. Ich habe 2 Freunde, die Psychotherapeuten sind. Die eine hatte vorher Psychologie studiert, der andere hatte vorher Medizin gemacht. Beide haben obendrauf die Ausbildung als PT gemacht. Es war bei ihnen nicht so, dass ihnen eine Therapie die "weisse Weste" befleckt hätte, sondern dass sie es im Rahmen ihrer Ausbildung machen MUSSTEN.

Bei mir war es so, dass ich immer Psychologie studieren wollten. Dann habe ich gelesen, dass angeblich die Hälfte aller Studenten das studiert, um die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten bzw. sich selbst zu therapieren. Das hat mich abgeschreckt, denn ich wollte nicht die Gefahr laufen, es auch nur aus diesem Grunde zu studieren. Dies nur als kleiner Tipp, falls Du es noch nie gelesen oder gehört hattest und vielleicht von Interesse für Dich ist. Ich war damals dankbar, das zu lesen, denn ich musste mich ehrlich fragen: "Warum willst Du eigentlich Psych. studieren? Für Dich? Für andere? Wirst Du wirklich ein guter Therapeut werden? Oder wirst Du sämtliche Probleme mit nach Hause nehmen und Deine eigenen lösen sich trotzdem nicht in Wohlgefallen auf?

Hmmmmmmmmmmmm... wünsche Dir ein gutes Herumschauen hier.
sm_06 sm_06 sm_06
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon bluesheep » Do 1. Dez 2011, 00:38

@sensitive:
du schreibst: "Ich möchte Medizin studieren und eine eigene Praxis als Psychiaterin eröffnen - da muss man "eine weiße Weste" diesbezüglich haben. Wer selbst mal in Therapie war (und darüber werden Nachforschungen angestellt), kann das abhaken."
-> kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. In diesem Land ist Datenschutz so etwas wie eine heilige Kuh (zumindest für FDP und Grüne!). Und deswegen glaube ich nicht, dass jemand Nachforschungen anstellen darf und Auskünfte erhält, ob jemand schon mal in Therapie war. Vor ein paar Jahren hat mir eine Psychotherapeutin auch mal erzählt, dass sie regelmäßig zu einer anderen Therapeutin (einer sogenannten Supervisorin) gehen muss. Ich habe es so verstanden, dass dies sogar eine zwingende Vorschrift ist. Von daher habe glaube ich nicht, dass du selber keine Therapie mitmachen darfst, wenn du mal Psychiaterin werden willst.
Wenn du Probleme und gemobbt wirst, solltest du dir unbedingt helfen lassen oder dich informieren, welche Möglichkeiten es gibt.
Z.b. bei http://www.beratung-mobbing.de/ oder hier verschiedene Adressen und Telefonnummern: http://www.soliserv.de/mobbing_1.htm#Adressen
Hast du denn inzwischen deinen Job gekündigt? Und schon eine neue (Ausbildungs)stelle in Aussicht?
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon SensItivE » Do 1. Dez 2011, 23:40

Hallo ihr Beiden,

danke für eure Antworten. Ja, dass man das im Rahmen der "Ausbildung" machen muss, mit der Therapie, davon habe ich gehört. Ich dachte eigentlich mehr zu Zwecken des "Damit du selbst mal siehst wie sich deine Patienten fühlen". _gruebel_ Und eher nicht so als "verarbeite deine Kindheit".
Und so habe ich das eben damals gelesen. Mir wäre es auch lieber, wenn es nicht stimmt, denn dann würde ich gerne eine Therapie in Anspruch nehmen. Aber diese Zukunft liegt mir am Herzen, es ist das was ich machen möchte! Es ist mein allergrößter und wichtigster Traum *gleich nach meinem speziellen Traummann, aber das ist wieder ein anderes Thema... _grin_ * der keiner bleiben soll. Und den lasse ich mir mit Sicherheit nicht von einer Therapie kaputt machen, also von einem Fehler, den ich selbst gemacht habe, womit ich dann wieder mal selbst etwas in meinem Leben kaputt gemacht habe. Denn wenn ich in einigen Jahren sagen kann "Oh toll jetzt habe ich zwar ein etwas leichteres Herz was meinen Erzeuger angeht, aber ich bin jetzt als Arbeiter in einer langweiligen Firma gelandet, in die ich niemals wollte", hilft mir das auch nicht wirklich weiter im Leben. Weil dieser Beruf eben mein Lebensinhalt ist, weil es kein Thema und keinen Bereich gibt, der mich mehr interessiert, als Psychologie/Psychiatrie und Medizin. Weil es mein Bestreben ist, alles das zu tun, in einem bestimmten Bereich, um anderen Menschen zu helfen wieder ein einigermaßen normales Leben zu führen. Deswegen gebe ich selbst mich ja nicht auf, so sehe ich das nicht.
Und um eure Frage zu beantworten: Natürlich geht es mir dabei ums Helfen - aber das tut es wohl allen Ärzten, Psychologen und Psychiatern. Sonst hätten sie auch ihren Beruf verfehlt. Aber mir geht es auch um diesen unglaublich schwierigen, undurchsichtigen, spannenden Teil des menschlichen Körpers, die Seele _grin_ Halsschmerzen, gebrochene Beine und Gallen kann ja jeder heilen und operieren - aber die Seele eines Menschen lässt sich nicht so leicht beeindrucken und hat immer wieder was Neues parat, was alle Psychiater immer wieder vor eine neue Aufgabe stellt. Menschen sind einfach interessant. Und wenn ich etwas anderes tun kann, als Autos zusammen zu schrauben, einen Boden zu wischen oder irgendwelche Buchstaben in den Computer zu tippen, dann mache ich das.
Hört sich das nach krankhaftem Helfen an? Ich denke und hoffe nicht. Aber so ganz sicher bin ich mir auch nicht - da ich ja jetzt eine HSP bin _biggthump_up

Hach Leute, ich bin einfach noch so furchtbar durcheinander...
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Re: Eine neue Sie!

Beitragvon tootsie » So 4. Dez 2011, 14:23

Erst durch die Lehranalyse oder Therapie kennst Du Deine eigenen Neurosen und Verletzungen.
Erst wenn Du diese kennst und bearbeitet hast, kannst Du sicherstellen, dass Du Deine privaten Schmerzen nicht an Deinen Patienten auslässt.
Wenn Du Psychiater oder Psychotherapeut bist, baust Du ja eine Beziehung zu Deinem Patienten auf. In diese Beziehung sollten nicht Deine persönlichen Baustellen einfließen, denn damit würde man dem Patienten schaden. Schließlich geht es ja um SEINE Heilung und nicht um die des Therapeuten.

Es ist einfach super, sich ganz ehrlich selbst zu fragen: "Habe ich ein Helfersyndrom?" "Helfe ich vor allem, um mich aufzuwerten und gebraucht zu werden?" "Will ich andere therapieren, um meine eigenen Schlamassel nicht betrachten zu müssen?" Und so weiter. Diese Fragen sind nicht unbedingt an Dich gerichtet, liebe Sensitive. Es sind vielmehr die Fragen, die mir immer wieder in Deinem Alter um die Ohren geflogen sind, wie ein Bumerang, denn ich wollte auch Therapeutin werden. Ich habe es als befreiend erlebt, diesen Fragen ehrlich nachzugehen. Manchmal kamen auch Überraschungen zu Tage, wo ich mir selbst wohl was vorgemacht hatte zuvor...

Mir scheint, Du stellst Dir die richtigen Fragen...

Nun, ich hoffe, das klingt hier alles nicht oberlehrerhaft. Bin einfach in grosser Eile und fahre morgen für 1 Wo weg und habe jetzt nicht Zeit, den Beitrag noch 5x zu redigieren, damit er ganz sanft und lieb daherkommt, wie er egientlich gemeint ist _lüpe_

Viele, viele Grüsse,
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