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Hallo

Beitragvon Kopfhaus » Do 2. Feb 2012, 15:42

Es ist schon etwas seltsam, normalerweise schaue ich mich erstmal lange in neuen Foren um, ehe ich mich anmelde und bin überhaupt nur in einem aktiv. Doch musste ich ehrlich gesagt anfangen zu weinen, als ich dieses Forum fand und die ersten Beiträge las. Zum ersten Mal in meinem Leben, fühle ich mich von Aussagen anderer Menschen wiedergespiegelt und alleine schon diese Tatsache macht mich extrem glücklich. Ich weis nicht so recht, wo und wie ich anfangen soll mich vorzustellen, denn mir gehen gerade 1000 Dinge durch den Kopf die ich schreiben könnte - andererseits falle ich ungern mit der Tür ins Haus und ehe ich etwas von mir preis gebe dauert es normalerweise sehr lange. Ich werde versuchen hier eine Art Kurzbeschreibung abzugeben, was mir offen gesagt, schwer fällt.

Ich bin 28 Jahre alt, wie man mir sagte ein ganz ansehnliches Weibsbild ;) und definiere mich jedoch am stärksten durch mein Tun. Die wichtigsten Dinge, nenne ich häufig zuletzt (wie im englischen). Als Kind war mein größtes Gefühl "sich unverstanden zu fühlen", ich hatte eigentlich immer Kopfschmerzen, war jedoch trotzdem einer der besten Schülerinnen (zumindest auf dem Papier, denn mündlich beteiligte ich mich kaum). Ich hatte nie viele Freunde, dafür einige wenige, sehr enge Freundschaften, die teilweise einer Schwesternschaft glichen. Ich war lieber mit Jungs zusammen, oder mit Mädchen, die eben keine typischen Mädchen waren, so wie ich. Als sich dann- in der Pubertät, einige meiner Klassenkameraden und Freunde "in mich verguckten" dachte ich, "ich bin doch nicht schwul" und es hat mir zwar geschmeichelt, doch konnte ich mit dieser Veränderung kaum umgehen. Tatsächlich sah ich mich selbst auch immer eher als kleinen Jungen und war vielmehr Technik-begeistert und hatte Spaß an Logik-Aufgaben, Rätzeln und Konstruktivem allgemein. Das Mädchen in mir, kam durch meinen Sinn, Dinge zu gestalten und verändern, heraus, auch wenn ich sonst alles andere als begeistert von Veränderungen war. Mein Elternhaus konnte mir nie die geforderte Struktur und den Zuspruch geben, die ich brauchte - auch schien sich Niemand darum sonderlich zu bemühen, sodass ich nur ein sehr geringes Selbstwertgefühl entwickelte. Wenn ich jedoch mal Jemanden fand, der mich unterstützte und positiv pushte, platzte ich vor lauter Freude aus allen Nähten :). Heute habe ich das Gefühl, das ich so richtig bin, wie ich bin, doch unverstanden fühle ich mich immer noch und dadurch häufig sehr einsam. Von selbst baue ich keine Kontakte auf, doch wenn sich Jemand bemüht mich kennen zu lernen bin ich sehr offenherzig und ehrlich (Wenn ich denke: Er oder Sie ist O.K;) ). Häufig wird mir fälschlicherweise Arroganz quittiert (auch da ich manchmal nicht reden kann - ich tue so, als ob ich Bekannte auf der Straße nicht sehe um einer Konversation zu entgehen - was ich selbst für eine Sozialphobie halte). Als Kind hatten Erwachsene oft Angst oder waren befremdet, da ich sehr altklug redete und offensichtlich mehr verstand als ihnen lieb war.. Auch wenn ich als Kind schüchtern war, legte ich mich mit Jungs an und prügelte mich sogar, wenn mehrere ein anderes Kind ärgerten. Ich weine manchmal über das Leid der Welt und bin am glücklichsten wenn ich anderen helfen kann. Heute kann ich vieles in Bahnen lenken und gehe von selbst Menschenmengen aus dem Weg - auf große Partys gehe ich ebenso wenig oder bin schnell wieder weg. Ich genieße ruhige Abende mit Freunden. Momentan geht es mir sehr schlecht, da mir die Struktur fehlt und ich einen sinnlosen Job mache, für den ich mich dummerweise selbst beworben habe (Hauptsache man hat Arbeit). Das ist auch mein größtes Problem, ich habe nicht auf mein Gefühl, sondern nur auf meinen Verstand gehört. Mir war unterbewusst klar, dass ich mich damit unglücklich mache und mein privates Umfeld darunter leiden würde. Ich stecke nicht im falschen Körper, jedoch in der falschen Tätigkeit. Jeden Tag etwas tun zu müssen, was man eigentlich zutiefst ablehnt ist für mich so konfus, das ich an Schlafstörungen und Depressionen leide. Ich möchte jedoch für meine Familie stark sein, ich weis dass ich es kann, wenn ich eine Arbeit habe die mir sinnvoll erscheint, und bei welcher Erfolgserlebnisse quittiert werden. Wie gesagt, ich definiere mich am meisten über mein Schaffen und bewerbe mich aktuell weiter.Zeit meines Lebens dachte ich, ich wäre "die letzte meiner Art", so eine Art aussterbender Charakter. Im Kreise oberflächlicher Menschen fühle ich mich oft unwohl , da einsam. Ich möchte meine Sensibilität nicht aufgeben (da ich aus ihr meine Kreativität schöpfe und sie liebe) , sondern das Beste aus ihr-also mir herausholen. Dafür erhoffe ich mir hier Hilfestellungen, Tipps und Verständnis. Ich glaube daran, dass dies eine Stärke ist. Ich halte auch nicht viel von Sebstmitleid, auch wenn ich oft jammere - es muss dann einfach raus, damit ich den Kopf wieder für Konstruktives frei habe.

Ich bin oft widersprüchlich, den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann man anhand dieses Textes und der vorangegangenen Behauptung :ich würde mich "kurzfassen" bemessen ;-) . Ich entschuldige mich dafür, so oft das Wort "ich" gebraucht zu haben, doch ist dessen Vermeidung in einer Selbstbeschreibung oft schwierig.

So , ich "klopfe nun einmal auf den Tisch" um die Runde zu begrüßen :-) und bitte gleichzeitig im Vorhinein um Verständnis, wenn ich mal auf etwas nicht antworten "kann". Ich muss dann erst mal die ein oder andere Blockade aufheben :) (Phasenabhängig)
Aus dem Kinderbuch: "Was Niemand wissen kann" von Martin Auer - Zauberkünstler & Autor:

http://www.ktu-linz.ac.at/cms/media/kin ... pfhaus.pdf
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Re: Hallo

Beitragvon wind-und-wellen » Do 2. Feb 2012, 23:20

Hallöchen Kopfhaus!

Dann wünsche ich dir mal als Ebenso-Foren-Neuling ein: Herzliches Willkommen!!! sm_06

Lieben Dank für deine Vorstellung - bei einigen Passagen habe ich geschmunzelt, da sie mir irgendwie auch aus meinem Leben bekannt vorkommen.

Ich drücke dir die Daumen, dass dir möglichst bald dein Traum-Job über den Weg läuft!!!
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Hallo

Beitragvon Eliniell » Do 2. Feb 2012, 23:37

Hallo Kopflaus

Bei deinem Text musste ich ein wenig schmunzeln und es hat mich sehr berührt, was du geschrieben hast. Ich denke mit der Einstellung, die du zu dir und dem Leben hast, kannst du alles schaffen.
Und der erste Schritt zu einer Veränderung was den Beruf anbelangt hast du ja schon gemacht, indem du erkannt hast, dass er dir überhaupt nicht gut tut.
Ich drücke dir in diesem Sinne die Daumen, dass sich bald etwas Besseres ergibt und finde es schön, dass du dich endlich einmal verstanden fühlst.

Alles Liebe

Eliniell
Das Glück deines Lebens hängt ab von der Beschaffenheit deiner Gedanken.

Marc Aurel
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Re: Hallo

Beitragvon Kopfkino » Do 2. Feb 2012, 23:57

Hallo Kopfhaus!

Herzlich willkommen im Forum! sm_06

Hier bei Dir spiegelt sich mir so einiges, vielleicht daher auch die Erwähnung der Kopflastigkeit per Nick. Eine Passage in Deiner Vorstellung kenne ich so gut, nämlich dass man zu sehr nach dem Verstand geht, selbst wenn man dieses mulmige Gefühl im Magen hat, dessen Grund man oft kennt.

Lieben Gruß,

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Re: Hallo

Beitragvon stanzi » Fr 3. Feb 2012, 09:30

hallo kopfhaus,

ich mußte einige mal nicken bei deiner vorstellung _yessa_ .geschlechtsspezifisch fühle ich mich auch nicht als mädchen.

ich freue mich das du da bist.

sm_06

lieben gruß stanzi
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Re: Hallo

Beitragvon Libelle » Fr 3. Feb 2012, 12:18

Ja, wieso hören wir nicht öfter auf unsere Intuition oder unser Gefühl, sondern hintergehen dieses immer wieder, lassen unseren Verstand entscheiden nur damit uns unser Gefühl später doch wieder eines besseren belehrt und sagt: "siehst du, ich hab's dir doch gesagt!" _gruebel_

Natürlich auch von mir ein herzliches Willkommen, Kopfhaus! sm_06
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Re: Hallo

Beitragvon Kopfhaus » Sa 4. Feb 2012, 23:58

Habt lieben Dank für den Willkommensgruß und für euer Verständnis. Ich muss wohl meinem Kopf noch beibringen, dass er das Bauchgefühl stärker in seiner Entscheidungsfindung werten muss :-) . Es ist schon sehr widersprüchlich wenn man einerseits ein Kopfmensch ist, anderseits so sensibel. Bei meinem aktuellen Job ist es permanent laut und voller Menschen. Beides meide ich in meinem Alltag..doch ich bin ja nicht nur für mich selbst verantwortlich und denke da oft zuerst an meine Liebsten, wenn ich etwas entscheide. Auch wenn ich natürlich nicht möchte, das andere leiden, freue ich mich total das es anderen Menschen in der Hinsicht auch so geht und ich da
nicht alleine bin. Normalerweise nutze ich meine sensible Art auch eher selbstbewusst und kreativ, indem ich zeichne oder alles mögliche gestalte (Fotos,Videos,Möbel, Zimmer..) doch durch diesen negativen Dauerstress bin ich selbst da nun gänzlich blockiert. Mein Kopf und mein Gefühl sagen mir jedoch beide, dass ich etwas angemesseneres finden werde. Es wundert mich selbst das ich da so zuversichtlich bin :-) .

Es ist so schön, dieses Forum gefunden zu haben. Ich freue mich sogar auf die kommenden Konversationen :-).
Aus dem Kinderbuch: "Was Niemand wissen kann" von Martin Auer - Zauberkünstler & Autor:

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Re: Hallo

Beitragvon Amelia » So 5. Feb 2012, 11:13

Hallo Kopfhaus

Ich danke dir für deine Worte und deine Art dich vorzustellen! Ich bin selber ganz neu hier und auf der Suche nach mir selbst. Ich ringe mit mir, mich selber anzunehmen, dabei bin ich doch eigentlich ganz in Ordnung. Deine Worte haben mich berührt und ich finde mich in ihnen wieder.
Wenn ich mich hier im Forum umschaue entdecke ich so viel, dass es mich sprachlos macht und ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Also: Danke!!!!

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Re: Hallo

Beitragvon Kopfhaus » Mo 6. Feb 2012, 01:00

Das empfinde ich ganz genauso.. die Beiträge berühren mein Innerstes. An Kopfkino: Bei meinem Nicknamen ist es auch so wie du es beschreibst. Ich habe meinen speziell von einem Kindergedicht von Martin Auer aus dem Buch "Was Niemand wissen kann". Meine Tante schenkte es mir zu meinem 7. Geburtstag und ich kann es bis heute auswendig. Es ist insgesamt ein tolles Buch, was ich jedem "tiefgründigerem" Kind empfehlen würde. Meine Tante war damals eine der wenigen Menschen, von denen ich mich "gesehen" fühlte. Noch heute stehen wir uns sehr nahe. Und obwohl ich mich definitiv als erwachsen bezeichne, habe ich noch eine starke Bindung dazu..besonders dann, wenn es mir nicht so besonders geht..
Aus dem Kinderbuch: "Was Niemand wissen kann" von Martin Auer - Zauberkünstler & Autor:

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