Hochsensibel?

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Hochsensibel?

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 14:27

Hallo an alle hier im Forum.
Ich habe heute mal im Internet nach "Ängsten bei Kindern" gesucht, vielmehr nach eventuellen Ratgebern...
Auf der Suche danach, kam ich als erstes auf einen Beitrag von "Kristallkindern" über viele weitere Seiten dann zu Hochsensibilität, und schließlich zu diesem Forum hier.

Kurz zu mir: Ich bin Mama(40) von einem 11 jährigen Sohn. Seit 2007 vom Kindsvater getrennt, seit 2008 in einer neuen Beziehung lebend. Wir wohnen in einer gemeinsamen Wohnung.

Was mich hier bewegt hat zu schreiben.....nun, ich glaube selbst hochsensibel zu sein, und ein ebensolches Kind zu haben.
Mein Sohn wird schon immer als "Sensibelchen" bezeichnet. Er ist irgendwie kein "typischer Junge"...
Er liebt z.Bsp. die schönen Dinge wie, Musik, Kunst, singt gerne...sein Zimmer gleicht einem Lichtermeer...er liebt die Gemütlichkeit.Sport macht er nur, weil es ein Pflichtfach in der Schule ist...
Auch sonst traut er sich nur wenig zu....wenn gleich er dann wieder manchmal zu spontanem Mut neigt. (Beispiel: an einem Rundflug mit dem Hubschrauber teilnehmen; ohne Mama!)
Zu viel Unruhe und Hektik lehnt er ab, es scheint ihn teilweise zu erschöpfen.
Nach unserem Umzug in einen anderen Stadtteil, dauerte es gut ein halbes Jahr, bis er feste Freundschaften gefunden hatte.
Ich sehe ihn oft als einen "Träumer"...und andersrum wird ihm nachgesagt, er rede zu erwachsen...er mache sich zu viele Gedanken um andere...

Und...wir haben ein Problem, das viel mehr andere als eines empfinden, weniger ich...
Es gibt seid er ca. 1 Jahr alt war Schlafprobleme. Diese äußern sich so, dass er immerwieder Momente hat, wo er nicht alleine schlafen möchte. Mein Sohn "kämpft" dann so lange mit mir, bis ich schließlich bei ihm schlafe, oder er bei mir. Wenn er weiß, dass ich die Nacht bei ihm verbringe, schläft er SOFORT friedlich ein.
Dann gibt es wieder Wochen, da klappt das alleine schlafen super.
Ich fühle mich in diesen Momenten, in denen er mich braucht, teils etwas hilflos....denn....ich weiß das es aus pädagogischer Sicht besser wäre, ihn allein schlafen zu lassen, zumindest wird mir das immer wieder nahegelegt...kann dem aber nicht standhalten...denn, liege ich bei ihm...verspüre ich wohl die gleiche innere Ruhe wie mein Sohn.
Dieses Bedürfniss nach nächtlicher Nähe, tritt meist dann bei meinem Sohn auf, wenn er etwas erlebt hat, das er wohl abends nicht schafft zu verarbeiten.

Es ist schwer mit außenstehenden darüber zu reden...denn die meisten glauben wohl, man verstecke sich hinter einer "neuen Erfindung" - Hochsensibilität....doch wenn ich hier die Beiträge mitlese, fühle ich mich irgendwie verstanden.

Meine Frage an euch ist.....habt ihr selbst Erfahrungen mit hochsensiblen Kindern gemacht, oder erinnert ihr euch an die eigenen Gefühle in eurer Kindheit?
Und...wie gehe ich mit der eventuellen Hochsensibiltät meines Sohnes um?
Sage ich ihm, dass ich glaube, das er hochsensibel ist? Fällt es ihm so vielleicht leichter, sich selbst besser anzunehmen?

Ich würde mich sehr freuen hier eure Erfahrungen zu lesen, und mich einfach mal verstanden zu fühlen...

Liebe Grüße
sensibelmum _hello_
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon ja » Mo 7. Nov 2011, 14:37

Hallo hs-mum!


Herzlich willkommen,
wie schön das du dich anmeldest um deinen so zu unterstützen!!!


weitere eltern hatten folgende threads:

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/vorstellungsrunde-waere-toll-wenn-wir-dich-hier-ein-wenig-kennenlernen-duerfen-f6/vater-sucht-antworten-t666.html

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/vorstellungsrunde-waere-toll-wenn-wir-dich-hier-ein-wenig-kennenlernen-duerfen-f6/unser-kind-t307.html


vielleicht mags du da mal stöbern.



Es grüsst dich lieb,
ja.
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 14:42

hallo ja....

vielen dank für die nette begrüßung danke2

leider kann ich die links nicht öffnen.... _nüxweiss_

eben beim schreiben kam mir der gedanke...ob es sinn machen würde, meinem sohn quasi 2 tage in der woche anzubieten, in denen das zusammenschlafen erlaubt ist....
vielleicht gebe ich ihm damit einfach das gefühl, er ist nicht allein....und auch ich würde mich gut damit fühlen, denn....hm..ich kann's nicht erklären....es gibt auch mir eine innere ruhe...wenn ich bei ihm schlafe.
wenn da nur dieser verstand nicht wäre....bzw. die "gut gemeinten ratschläge" der anderen...die meinen, dass es meinem kind schade..... soakes
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon ja » Mo 7. Nov 2011, 14:47

oh wie schade,

nun solltest du andere elltern zum thema lesen wollen,
hier im vorstellungs-thread-bereich unter:

"vater sucht antworten"
und
"unser kind"

ein paar "seiten" weiter hinten _yessa_


ja.
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 14:48

dankeschön....hab's gefunden...

_hello_
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 14:53

ich hoffe dennoch...viele, weitere antworten zu erhalten.... _help_
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon Anke » Mo 7. Nov 2011, 14:55

Herzlich Willkommen sensibelmum!

Mmh, ja das ist wirklich nicht leicht die richtige Entscheidung mit dem Schlafen zu treffen, vor allem wenn das ganze Umfeld seinen Senf dazugibt...
Dein Sohn scheint ja sehr Deine Nähe zu brauchen, ist er sonst auch eher der kuschelige Typ? Habt Ihr ein Zubettgehritual? Vielleicht würde es ihm ja helfen, wenn Ihr Euch vor dem Einschlafen eine halbe Stunde Zeit nehmt um zusammen im Bett zu liegen, über den Tag zu sprechen, du könntest ihm etwas vorlesen (ja, das genießen auch 11 jährige noch _yessa_ ) und einfach die Nähe genießen. Vielleicht hilft ihm das ja schon.
Ansonsten würde ich mir nicht so große Sorgen machen, wenn es für dich okay ist, das er bei Dir schläft und es Dir doch auch gut tut. Ich bin mit 11 Jahren auch noch oft nachts ins Bett meiner Eltern gewandert und habe zu ihren Füßen geschlafen...

Liebe Grüße

Anke
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 15:07

hallo Anke....

deine worte haben mir gerade richtig gut getan...danke dafür.
ja, wir haben ein "zubettgehritual"....wir lesen immer gemeinsam vor dem schlafen.
und ja, mein sohn ist ein sehr kuscheliger typ....und ich liebe das auch sehr an ihm...
es gibt aber auch zeiten, da braucht er seine ruhe, die ich ihm dann auch lasse.

das umfeld...ja, das macht es mir nicht immer leicht...sätze wie : "so lernt dein kind nie selbstvertrauen zu entwickeln" , " das muss er mal alleine schaffen" usw...höre ich ständig.
dennoch ist er in vielen dingen viel selbständiger geworden. manchmal überrascht er mich sogar...:-)

im moment hat er für sich die variante gewählt, die matraze auf den boden zu legen, und neben sich unseren hund zu betten....dann hält er zum einschlafen ihre pfote... _knüddel_
doch das beruhigt ihn eben nicht immer....gestern brauchte er, dass ich bei ihm schlafe.
er war am wochenende bei oma, da schläft er mit ihr in einem zimmer...und wenn er dann nach hause kommt...braucht er erstmal wieder eine gemeinsame nacht mit mir....danach schläft er dann wieder allein....

mein sohn war schon immer ein sehr pflegeleichtes, ruhiges kind...hat wenig geschrien als baby...hat schon in meinem bauch viel geschlafen...*grins*.
kinder die laut oder rebellisch waren, hat er gemieden....dann hat er lieber mit den mädchen gespielt.
auch heute sucht er eher freunde, die ähnlich ruhig wie er sind....
mein sohn ist höflich, hilfsbereit...und nimmt in der schule bei den konfliktlotsen teil... icon_winkle

kann es denn sein, dass er hochsensibel ist? ich meine...das was ich hier lese...spricht mir quasi aus der seele....

liebe grüße
sensibelmum
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon Anke » Mo 7. Nov 2011, 15:27

Das freut mich, dass ich die richtigen Worte gefunden habe _biggrin_
Ich bin ja jetzt noch nicht so lange hier dabei und noch kein HS-Experte, aber ich denke schon, dass dein Sohn auch einer sein könnte. Ich finde es aber gar nicht so übermäßig wichtig es mit 100 prozentiger Sicherheit zu wissen. Höre doch einfach auf Dein Gefühl. Mache das was ihm und Dir gut tut. Lasse ihm Raum sich zu entwickeln. Solange Du nicht den Eindruck hast, dass er leidet, er Sachen schwer nimmt, weil er besonders sensibel ist doch eigentlich alles gut. Oder hat er ein Problem damit, dass andere ihn für zu wenig Selbstbewusst halten? Wird er gehänselt?
Vertraue auf Deine guten Fähigkeiten als Mutter und lass Dich nicht von andersdenkenden / -fühlenden Menschen verunsichern. Natürlich ist man manchmal auf dem Holzweg und sollte die Ohren vor gutgemeinten Ratschlägen nicht völlig verschließen, aber ich finde man sollte nie vergessen diese kritisch zu hinterfragen

Liebe Grüße

Anke
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Re: Hochsensibel?

Beitragvon BurningDiamond » Mo 7. Nov 2011, 16:01

Hallo und Herzlich Willkommen hier :)
Einen Tip, den ich geben kann.

"Liebe statt Strenge"

Ich hab gelesen, dass HSP´s eher auf eine liebevolle als auf eine strenge Erziehung anschlagen.

Ich weiss auch, dass mich meine Mom sehr liebevoll erzogen bin, ich deshalb vllt sehr extrovertiert geworden bin, wogegen ich frueher sehr sehr introvertiert war.

Als sich meine Mom mal belas ueber HSP´s, hat sie selbst die ganzen Parallelen feststellen koennen.
Sie sagte, dass sie schon immer das Gefuehl hatte, als wuerde ich mich nicht richtig auf der Welt fuehlen, so fing ich auch jedesmal bei lauten Geraeuschen an zu weinen ( da reichte schon der Staubsauger )
Dann musste meine Mom auch immer die Groessenschilder aus den Klamotten entfernen,
schon sehr frueh fing ich auch an zu lesen, so bekam ich in der ersten Klasse Tadel, weil ich waehrend
alle anderen Kinder noch beim MA-MA und PA-PA waren, ich schon weiter hinten die komplexen Geschichten las...
( das muss man sich mal vor Augen fuehren, Tadel weil man schlauer ist als andere? O_o )

Dann hatte mir meine Mom auch immer mal erzaehlt, immer wenn sie mich abholte aus dem kindergarten,
sass ich alleine in der Ecke irgendwo und beschaeftigte mich jedesmal nur mit mir selber, was sie schon ein bisschen traurig machte, sie dachte sicherlich es geht mir nicht gut dabei.

An was ich mich selber sehr gut erinnern kann ist eine Situation in der 1. Klasse.
Und zwar war das an einer Ecke des Schulgebaeudes, ich war dort mit meinen "2 besten Freunden...." bewusst in Anfuehrungszeichen gesetzt.

Dort war ein Wasserhahn und an dem hing ( vorsicht, jetzt wirds eklig ) ein Rotzfaden, der ziemlich lang war.
Einer der Beiden hatte einen Stein in der Hand, ich nahm den, um den Rotzfaden quasi anzustupsen..also nichts Schlimmes.
Was danach kam befindet sich nicht mehr in meinem Gedaechtnis ( auf jeden Fall hatten mich beide sehr schlimm verpruegelt ), auf jeden Fall lag ich dann danach etwa 10 - 20 Meter weiter...
---zusammengekruemmt, schluchzend, alle Kinder waren schon laengst wieder drin, die STunde fing schon laengst wieder an.
Ich blieb liegen und schluchzte, bis ein Jugendlicher kam und mich in die Klasse brachte...

Warum weinte ich?
Vor Schmerzen? Nein, keineswegs, die waren schon laengst weg....nein, ich weinte, weil ich nicht verstand wie ein mensch sowas tun kann,w egen nichts und dann auch noch 2,
die sich "Beste Freunde" schimpfen...

Ich wollte das nicht verstehen :(
Ich glaub nicht mal das Verpruegeln selber empfand ich als das Schlimmste, wohl eher,

dass mich beide in diesem Zustand liegen gelassen haben ....

Das ist so das Frueheste, was ich mich wohl erinnern kann, dass ich damals dachte wie ein HSP eben.
Noch eine Sache, die vorher irgendwann war, ich sie aber nur von meiner Mom weiss.

Als mein Erzeuger abhaute, uns verliess standen meine Mom und ich noch am Fenster.
Kurioserweise lachte ich beim Winken...
Heutzutage weiss ich weshalb, die ganze Zeit hab ich scheinbar die ganzen Disharmonien bemerkt...

An der Stelle moechte ich noch kurz erwaehnen, dass ich meine ganz ganz doll lieb hab :>
Ich hatte mich schonmal bei ihr bedankt, dass sie mich trotz des HSP´s so gut erzogen hat, dass ich ein gluecklicher Mensch bin,
wenn ich mal nicht gerade in einer Phase des Weltschmerzes bin ...
"Ein Diamant verbrennt, genau wie ein empfindsamer Mensch, der Kieselstein ueberlebt, woran der Diamant zugrunde geht."
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