Hallo,
ich bin über das Buch von Lüllings "Hochsensible Lastenträger" auf das Thema HS gestoßen. Bin Christin und fand das Buch sehr erhellend.
Meine Herausforderungen sind:
- ich höre alles (werde von allem wach, schlafe schlecht)
- nehme die Stimmungen der anderen schnell und meist treffsicher wahr
--> deshalb eile ich oft als Erste zu Hilfe (und übertrete meine Zuständigkeiten und Kräftegrenzen)
--> deshalb bin ich sauer auf andere, die scheinbar tatenlos zusehen, wenn jemand leidet (in Wirklichkeit haben sie es oft einfach garnicht bemerkt. Das begreife ich aber jetzt erst.)
--> bin schlecht darin, mich abzugrenzen und Nein zu sagen. Werde dann sauer auf die andern (die können ja nichts dafür!).
- speichere viele Informationen ab, die ich bei Anfragen auch zur Hand habe und gegeneinander abwäge. Diese Eigenschaft hielt ich immer für selbstverständlich und setzte mich deshalb auch nicht durch, wenn jemand anderes meine Argumente (Gegenargumente, Warnungen) nicht ernst nahm. Später ärgere ich mich dann sehr über mich selbst (wenn sich meine Informationen/Meinung als richtig erweist), weil ich mich im entscheidenden Moment nicht durchgesetzt habe bzw. nicht auf meine (meist sehr fundierte) Ansicht verlassen habe. Fühle mich auch nicht ernst genommen, das ist sicher ein weiteres Problem...
- liebe Musik, Fotografie und eigentlich alles, was Gefühlen Ausdruck verleiht. Besonders Musik verleiht mir Flügel...
--> leide aber darunter, dass ich in diesen Feldern nicht mehr aktiv bin. Hab früher gemalt, musiziert, geschauspieltert. Würde gerne alles machen und mache zurzeit fast nichts mehr davon.
- liebe den Umgang mit Kindern sowie alten (oft weisen!), kranken (oft demütigen) und geistig behinderten (oft authentisch und lustig) Menschen.
--> leider arbeite ich aber nicht mit ihnen. Habe selbst noch keine Familie und auch keine Grosseltern. Ich frage mich, warum ich nicht einen Beruf ergreife, der damit zu tun hat.
- mein beruflicher Fleiß hält sich in Grenzen und manchmal hoffe ich, dass es keiner merkt. Denn eigentlich habe ich eine gute und grosszügige Ausbildung von meinen Eltern ermöglicht bekommen und ich habe den Eindruck, dass ich diese Ausbildung und Talente garnicht ausschöpfe. Am liebsten würde ich nur halbtags arbeiten, weil bei Schreibtischarbeiten meine Konzentration schon nach 3-4 Stunden nachlässt. Aber mit Anfang 30 ist mir das peinlich, dass ich anscheinend "faul" oder "langsam" bin.
Nur bei Arbeit mit Menschen bin ich unermüdlich, merke garnicht wie die Zeit vergeht und starte durch wie eine Kanone...
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MEIN HAUPTANLIEGEN:
Wie und wo finde ich meine Berufung?
Bin für alle Tipps dankbar! Ich bin auch bereit, Berufsfindungsseminare zu belegen oder mir Bücher anzuschaffen.
Ich will eigentlich aus der Kommunikationsagentur, wo ich arbeite weg. Mein Chef schummelt mir viel zu viel und denkt auch noch, dass ich es nicht merke. Meine Kollegin ist lieb, aber von einem total andern Stern. Ich arbeite hier als Selbständige, also rechne nur so viele Stunden ab, wie ich tatsächlich arbeite. Das erlaubt mir einen gewissen Freiraum.
Aber doch bin ich nicht glücklich. Alles plätschert vor sich hin. Viele Dienstleistungen, die wir anbieten, finde ich doof und überflüssig. Ich hätte ausserdem gerne ein Kollegium, wo man sich austauscht und mal zusammen Mittagessen geht oder ähnliches. Wir sind zu dritt und kommen gut aus, haben aber privat nichts gemein.
Mir fehlt der
- Umgang mit netten und fähigen Kollegen
- einen Beitrag zu etwas GUTEM leisten zu können
- einen motivierenden Chef zu haben, mit dem man GEMEINSAM arbeitet (er lässt mich immer so machen, wie ich will, aber da lerne ich nichts)
- im direkten Austausch mit Menschen zu sein
Ist jetzt wirklich lang geworden
Ich weiss, ich bin sehr anspruchsvoll mit dem, was ich suche, aber man sollte nie aufhören, nach den Sternen zu greifen, oder?
Viele Grüsse,
Eure Tootsie
Öhöm: leider krieg ich die süssen Smileys nicht hier in meinen Post rein. Habe keine Übung darin... schade (-:


- Fahre im Sommer jeweils 1 Woche (als Studentin konnt ich auch mehrere Wochen) auf ein Sommerlager mit Menschen mit Behinderung. Meistens im Ausland. Das ist die beste Woche meines Jahres. Ich erhalte viele "Geschenke" von den Gästen, die mich ins Staunen versetzen. Natürlich: ich selbst im Gegenzug gebe auch viel Energie. Aber es ist eine Energie, die ich gerne investiere und ich fühle dabei: ich lebe!