Hallo zusammen,
ich stecke, seit ich vor ein paar Tagen das erste mal über HPS gelesen habe, in einem Gefühlschaos, soll heißen, ich schwanke zwischen Hoffnung, Angst vor Enttäuschung, Selbstvorwürfen uns sonstigem...
Um das besser erklären zu können, fang ich am besten mal von vorn an. Ich heiße Beatrice und bin 17 Jahre alt. Seit ich denken kann, gehöre ich zu der Sorte "schüchtern" und "maulfaul". Sagen zumindest die meisten Leute, mit denen ich zu tun habe... und es stimmt eigentlich auch, von außen betrachtet. Ich rede nicht so viel, oder gerne. Smalltalk ist mir ein Grauß und statt mit massenhaft Freunden auf eine Party zu gehen, bleib ich lieber daheim und lese oder höre Musik oder träume auch einfach vor mich hin. Die Konsequenz daraus... ich hab fast keine "Freunde" mehr, meine alten Freunde haben sich nach dem Realschulabschluss in alle Winde zerstreut und ich schaffe es einfach nicht über Telefon und Wochenenddiscobesuchen mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Mit meinen Klassenkameraden verstehe ich mich zwar eigentlich ziemlich gut, aber gemeinsam mit irgendjemandem etwas unternehmen?
Ich mag keinen Alkohol, Discos oder irgendwelche oberflächlichen Gespräche, welcher Junge jetzt am coolsten ist, das mochte ich noch nie... allerdings scheint das niemand zu verstehen.
Ich mag viel lieber andere Dinge: Klavier spielen oder lesen zum Beispiel. Auch bin ich jeden Tag mind. 1 Stunde draußen beim Spazierengehen, Musikhören und Gedanken ziehen lassen. Bis vor kurzem hab ich mich mit meinen Eigenheiten zwar nicht wirklich wohl gefühlt, aber was sollte ich schon tun? Vor ein paar Tagen bin ich dann auf eine Seite gestoßen, die sich mit HPS beschäftigt. Ich hab mich in so vielem wiedererkannt, das gibt es gar nicht! Dieser Weltschmerz zuerst einmal, manchmal muss ich am Abend einfach weinen, warum weiß ich dabei selbst nicht. Es kommt mir nur alles so ungerecht vor.
Oder wenn in meiner Klasse mal wieder alle mit dem Lehrer diskutieren und ich mir denke, ist doch ganz einfach. Oder in der Schule, jedesmal wenn jemand etwas mißversteht, ob Lehrer oder Schüler, ich merke das, trau mich aber natürlich nichts zu sagen. Lehrer und Schüler reden dann immer an einander vorbei und ich denke mir wie blöd kann man eigentlich sein? Oh man, das klingt jetzt aber auch ziemlich hochnäßig...
Heute wollte ich dann mit meiner Psychologielehrerinn über diese Möglichkeit sprechen (unter 4 Augen natürlich), allerdings habe ich dann promt zu heulen begonnen, ich weiß nicht wieso. Meine Lehrerinn hat mich auch nicht verstanden, sie war zwar sehr nett und wollte mich trösten, hat aber gemeint, ich solle Freunde Schritt für Schritt gewinnen, in dem ich erst kleinere, dann größere Unternehmungen organisieren soll. Genau das will ich aber nicht. Ich will nicht mehr auf irgendwelche Partys, wo sich alle die Birne voll saufen lassen und ich nur blöd daneben steh und nicht weiß was ich sagen soll und sowieso nur noch raus will...
Na prima, jetzt hab ich schon einen halben Roman geschrieben. Ich hör jetzt lieber auf... aber danke fürs lesen, es tut gut endlich mal alles aufzuschreiben, weil reden will ich jetzt mit niemandem mehr drüber.
Liebe Grüße, Beatrice

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