Hallo Gleichgesinnte,
auch Ich möchte mich kurz vorstellen und beschreiben, wie ich scheinbar endlich in heimliche Gefilde gefunden habe.
Ich bin 18 Jahre alt und gehöre als einer der Letzten, die noch 13 Jahre Schulalltag genießen durften, zu denen, die im Frühjahr 2011 ihr Abitur zu meistern haben. In der Absicht, Schwächeren beizustehen, Ungerechtigkeit zu bekämpfen, aber vor allem um die Wahrheit ans Licht zu bringen und keine Frage ungelöst zu lassen, habe ich schon vor Jahren den Beruf des Staatsanwaltes als berufliches Ziel in mein Auge gefasst, weshalb sich hoffentlich nach dem Abitur ein Jura-Studienplatz ergibt.
Ich fühlte mich oft in meinem bisher beinahe rein schulisch geprägten Umfeld missverstanden. In der Sorge euch zu langweilen fange ich dennoch ganz am Anfang mit einer kurzen Geschichte aus meiner Grundschulzeit an.
Damals gab es einen Jungen in unserer Klasse, der sehr aggressiv gegen uns Mitschüler vorging und auch den Lehrern gegenüber nicht vor Gewalt zurückschreckte und dementsprechend herzlich wenig Freunde besaß. Während aber alle anderen hinter seinem Rücken tuschelten oder als Gruppe vor ihn traten, um ihn zu beleidigen und seine Ausgrenzung zu untermalen, wollte ich ihm ein Freund sein, in dem Gedanken, dass niemand es verdient hätte, isoliert zu sein, unabhängig seines Auftretens oder seiner Art. Auch wenn wir uns nach der Grundschule aus den Augen verloren haben werde ich doch nie den Moment vergessen, in dem er mich einfach nur fröhlich angelächelt hat.
Naja, nach der Grundschule wechselte ich auf ein Gymnasium. Wenige Freunde blieben, wenige gingen, einige kamen hinzu, doch in Situationen, in denen eine Person gezielt erniedrigt oder "Ziel des Spottes" wurde, konnte ich nie mitlachen, da ich immer mitfühlte, wie miserabel sich derjenige/diejenige gerade fühlen musste. Es schien fast, als wäre ich der Erniedrigte.
Zu der Zeit wurde mir auch langsam deutlich, dass ich anders zu sein schien, als die meisten, die ich kannte.
- Ich hörte andere Musik - Wert darauf legend, dass die Melodie einen innerlich mitschwingen lässt oder der Text einen tieferen Sinn hatte und es nicht um Bässe, Techno oder E-Gitarren ging.
- Ich trug keine extravaganten Klamotten - darauf bedacht, dass mich Andere so sehen, nehmen und akzeptieren sollten, wie ich BIN und was ich SEIN MÖCHTE und nicht wie ich AUSSEHE und SEIN SOLL.
- Ich mied Parties und große Ansammlungen von fremden Menschen - um dem Gefühl des "sich unwohl fühlens" zu entgehen und weil der Lärm auf vielen Parties mir einfach unschlüssig erschien
- Ich versuchte perfekt zu sein - um anderen so wenig Möglichkeiten wie möglich zu geben, in denen sie mir offen sagen konnten, dass ich anders bin.
- Ich fühlte anders - mich oft von anderen missverstanden, übersensibel und wurde oft als "Softie" oder "Mädchen" bezeichnet.
- Ich verarbeitete anders - da ich nie jemanden zu haben schien, der mich WIRKLICH versteht, habe ich viel Gedichte geschrieben, in denen ich meine Gefühle und Umwelt zu verstehen versuchte. Freundinnen (auf Freunde habe ich verzichtet, der Reaktionen halber) reagierten zwar mit "wunderschön" und Anfragen, sich einzelne Gedichte eingerahmt ins Zimmer zu hängen, doch verstanden fühlte ich mich trotzdem nicht.
- Ich dachte anders - wollte die Welt verändern, nicht an Geld oder Weltliches gebunden sein, sondern machen. Und gleichzeitig TAT ich doch nichts, da niemand mich verstehen würde und mir immernoch Bereiche unbedacht schienen.
Und so bin ich und ist es auch heute noch.
Ich habe natürlich auch einige Freunde, für die ich alles tun würde und bei denen ich mir sicher bin, dass sie auch alles für mich tun würden, doch suchte ich immernoch jemanden, der mein Inneres besser zu verstehen schien.
Und damit beginnt mein Weg zu euch.
Durch die Google-Suche nach "Forum Gefühle" stieß ich erst auf ein Forum, in dem von HSP berichtet wurde und die Suche nach HSP brachte mich dann zu eurem Thread, in welchem dieser Test verlinkt war: http://www.zartbesaitet.net/hsptest_neu/
Nun, nach einem Ergebnis von 299 Punkten und der damit verbundenen an "Gewissheit grenzende[n] Sicherheit eine HSP" zu sein, aber einem gewissen Misstrauen gegenüber Internettest, stöberte ich ein bisschen durch euer Forum und fühlte mich mehr und mehr zu hause - geborgen.
Ja - hier bin ich also nun und hoffe auf ein gegenseitiges Verständnis und einen Austausch, der uns alle bereichert.
Und in der Hoffnung euch mit meinem Roman jetzt nicht gleich zu überschütten, verabschiede ich mich jetzt auch vorerst in mein geliebtes Bettchen;
es ist ja schon reichlich spät geworden.
Gute Nacht an euch da draußen,
Panda

....lieben gruß aus wien stanzi 
)