Vater sucht Antworten

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Vater sucht Antworten

Beitragvon Fjöllmir » Mo 1. Aug 2011, 23:32

Hallo zusammen,

unsere zwei Kinder (3 Jahre und 5 Jahre) sind sehr sensibel (vor allem der Jüngere) und möglicherweise hochbegabt. Das erste Mal stieß ich auf die Thematik HB/HSP als wir vergangenen Winter zwei Wochen in einer Eltern-Kind-Kur eine Therapeutin kennenlernten, die sich schon lange mit HB beschäftigte und uns nahelegte, das Verhalten und die Gefühlswelt unserer Kinder mal unter diesem Aspekt zu betrachten. Im darauffolgenden halben Jahr versuchten wir durch genaues Beobachten des Verhaltens, das Sammeln von Informationen aus dem Netz und das Aufsuchen einer Beratungsstelle für hochbegabte Kinder unsere zwei wundervollen Kinder besser zu verstehen.

T. (3) ist ein zarter feinfühliger Junge mit eher blassem Teint (dünne Haut!) und hellwachem klarem Blick, der sehr stark an meiner Frau hängt und sich in Gegenwart anderer Menschen (vor allem Kinder) erst frei bewegen kann, wenn er sich absolut sicher fühlt. Prasseln zu viele Reize auf ihn ein, scheint es, als ob er diese nur ertragen kann, wenn er ganz eng bei mir oder meiner Frau ist. So kann es auf dem Spielplatz passieren, dass er erst einmal eine Stunde auf meinem Schoß sitzt und den anderen Kindern beim Spielen zuschaut. Dann löst er sich plötzlich und nimmt Kontakt auf. Vom Kindergarten haben wir ihn jetzt wieder abgemeldet, da die Eingewöhnungszeit mit der Möglichkeit der Elternbegleitung nun vorbei ist und ein Verbleiben nur mit Zwang möglich wäre.
Für die Umwelt (Nachbarn, Kindergarten und Spielplatzbekanntschaften) sind wir als Eltern verantwortlich für das "nonkonforme" Verhalten. "Das arme Kind kann ja gar kein Selbstvertrauen entwickeln, wenn sie es nicht loslassen"; "Sie verweichlichen ja das Kind, sie müssen ihm zutrauen, dass er das auch ohne sie schafft" .......
Bei unserm Ältesten ist es ähnlich, wir denken, dass auch er in der Entwicklung seiner Einzigartigkeit von der Gesellschaft eher behindert als unterstützt wird. Das fordert uns als Eltern heraus, neue Wege zu gehen und kreativ mit den Gegebenheiten umzugehen.

Soweit in aller Kürze ein kleiner Einblick. Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, da ich sehr interessiert bin an euren Erfahrungen als Kindergarten-, Vorschul-, Grunschulkinder bzw. an Erfahrungen anderer Eltern mit HSP/HB Kindern.

Was uns ebenfalls helfen würde, wäre ein Forum für "betroffene" (ein furchtbares Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein) Eltern oder sogar eine Gruppe in der Nähe von Freiburg i.B.

Den Thread mit den Schulzeiterfahrungen habe ich mit großem Interesse gelesen, sonst habe ich unter der Suche "Kindergarten" leider nicht viel im Forum gefunden.

Vielen Dank und liebe Grüße

Fjöllmir
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon herzblut » Di 2. Aug 2011, 00:52

Hallo Fjöllmir,
herzlich Willkommen bei uns sm_06
Ich hoffe, ich verunsichere dich nicht, wenn ich die Parallele zu ADS hier noch miteinbeziehe -
denn im Berich HS / ADS und HB gibt es wahnsinnig viele Schnittmengen - dies soll nur ein
Hinweis sein, nicht heißen, deine Kinder seien betroffen!!

Ich hoffe, du findest noch die ein oder andere Antwort - empfehle Dir auch, in unserm Archiv aus dem Alten Treffpunkt
zu schauen, dort hatten wir häufiger das Thema.

Ich hoffe, eure Kinder können ihre Kindheit schön erleben.

Ich sah neulich diesen jungen Mann im Interview und er sagte etwas bemerkenswertes - nämlich, dass er nur so leben kann, wie er es heute tut und soweit kommen konnte, weil seine Eltern im auch als Kind die Gelegenheit gegeben haben, sich wehzutun und Verletzungen zu erleiden! Die meisten Kinder mit Behinderungen werden einfach nur abgeschirmt und gepampert - und das behindert sie später erst recht!

http://www.andyholzer.com/portrait.php

Lieben Gruß, herzblut
„Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen.“
Hermann Hesse
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon ja » Di 2. Aug 2011, 12:38

Hallo fjöllmir!


Wie schön das du nachfragst! Deine kids haben es gut.

Die forschungslage zu hs ist extrem dünn,
überkreuzungen zu hb und anderem quasi nicht vorhanden,
leider.

So sind wir hier ein „haufen suchender“, menschen die sich strategien und raum suchen zu sein .
Und sehr offene,
wenn du also fragen hast, stelle sie, mache eigene threads dazu auf – damit unterstützt du deine kids und uns user hier auch, da wir angeregt werden uns selbst anzuzschauen.


Übrigens war vor einiger zeit ein weiterer vater hier der sich ähnliche überlegungen machte
Hier kannst du auch stöbern:

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/vorstellungsrunde-waere-toll-wenn-wir-dich-hier-ein-wenig-kennenlernen-duerfen-f6/unser-kind-t307.html



Grüsschens,
ja.
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon Zeitreisender » Di 2. Aug 2011, 17:14

Hallo Fjöllmir,

ich beglückwünsche deine Kinder zu ihrem Vater, oder ihren Eltern und stelle mir als erstes die Frage, woher die Kinder die Gabe haben. Ihr kennt euch als Eltern selbst am Besten und mindestens einer wird über die Sensibilät verfügen sich in die Seelen der Kleinen hinein zu versetzen.
Aus meiner Kindheit kann ich sagen, dass mir Gewalt zuwider war und meine Mutter mich trotzdem ersuchte den Kampf aufzunehem. Gleichzeitig stellte sie sich schützend vor mich. Wenn ihr eure Kinder schützen wollt, denkt bitte immer an die harten Bedingungen in der Kindesumwelt, und die Zeiten werden nicht besser. Man kann mit List und Intelligenz um jede Prügelei herumkommen.

Sensibilität und Hochbegabung liegen meistens dicht beieinnader, es gibt ein Buch von A. Brackmann, was sich aus Sicht des Psychologen unter anderem an Eltern wendet, dort bekommt ihr sehr viele Hinweise.
Und als Mitfühlender denke ich, dass ihr versuchen solltet, alle Fragen der Kinder zu beantworten, auch wenn sie philosophischer Natur sind und viel zu früh kommen. Gebt den suchenden Seelen Futter und Anleitung und redet in der Sprache, die sie verstehen, auch wenn dies nicht unbedingt altersgerecht erscheinen mag. Meine Kinder stehen inzwischen auf eigenen Beinen und ich bringe ihnen heute noch bei, dass sie stets auf ihre Intuition hören sollen, Vertrauen in sich und ihre Andersartigkeit haben und jederzeit zu mir kommen können.

ZR
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon Fjöllmir » Di 2. Aug 2011, 17:58

Vielen Dank euch allen für die aufbauenden Worte. Der empfohlene Thread enthält einen Vortrag (http://www.evelynrittmeyer.de/ERC_Vortrag_Hochsensibilitaet.pdf), der für mich sehr hilfreich ist.

wenn du also fragen hast, stelle sie, mache eigene threads dazu auf – damit unterstützt du deine kids und uns user hier auch, da wir angeregt werden uns selbst anzuschauen


Das werde ich machen _yessa_

Grüße

Fjöllmir
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon Zeitreisender » Mi 3. Aug 2011, 10:43

Hallo Fjöllmir, Hallo Suchende,

warum es so ist vermag ich nicht zu sagen, aber gestern bin ich auf die Lichtkinder gestoßen. Googelt einfach mal Lichtkinder, Kristallkinder oder Indigokinder. Ich denke, da wird sich mancher von uns wiedersehen. Auch das öffnet die Augen, wenn man es noch nicht kennt.

ZR
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Re: Vater sucht Antworten

Beitragvon sensibelmum » Mo 7. Nov 2011, 16:35

"Das arme Kind kann ja gar kein Selbstvertrauen entwickeln, wenn sie es nicht loslassen"; "Sie verweichlichen ja das Kind, sie müssen ihm zutrauen, dass er das auch ohne sie schafft" .......


oh wie gut ich diese sätze kenne.... _yessa_

hallo Fjöllmir....

ich habe mich hier heute angemeldet...und habe dank eines Tipps einer Teilnehmerin, deinen beitrag gefunden.....
ich weiss genau, wie ihr euch fühlt...und wie oben bereits geschrieben, kenne ich diese anmerkungen außenstehender sehr gut!
in unserer gesellschaft sind kinder die "mutig" sind...die überall raufklettern...alles ausprobieren ohne groß darüber nachzudenken, wohl immer noch anerkannter als die, die sich ihre welt erstmal genauer ansehen...die überlegen, bevor sie sich etwas zutrauen...die eben erstmal beim papa oder bei der mama auf dem schoß sitzen bleiben...ehe sie sich unter die spielenden kinder mischen...
warum ist sensibilität manchen so fremd?
ich finde es eher entspannt, dass mein sohn kein "draufgänger" ist....klar wünsche ich mir manchmal, er würde in gewissen dinger mutiger herangehen...aber er ist eben so wie er ist....
und was ich auch immer wieder feststelle...desto mehr ich versucht habe ihn zu "mutigen taten" zu überreden...desto mehr hat er sich zurückgezogen....wenn ich ihn hingegen einfach "machen" lasse...klappt das viel besser...

als wir auf der flugausstellung waren...hatte er sich vorher schon vorgenommen, mit einem hubschrauber mitzufliegen.....dann zögerte er doch...und entschied sich aber letztlich, sein vorhaben durchzuziehen....
ich sagte zu ihm...tu das, was du dir zutraust...ich glaube an dich!!!
er war danach stolz wie oscar...:-)

was ich damit sagen will ist, das sensible kinder keine "memmen" sind...als das sie leider oft bezeichnet werden...sie überlegen einfach nur länger...ob sie sich etwas zutrauen oder nicht....


viele grüße
eine betroffene mama.... _hello_
sensibelmum
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