Hallo Ja,
danke für Deine Ermutigung.
Hm, jetzt setze ich meinen Beitrag doch anders an, als den letzten. Dir ging es darum, ob HS und Resilienz irgendwie einen ähnlichen biologischen oder neurologischen Ursprung haben. Also, daß beides miteinander gekoppelt sein könnte.
Dazu müßte man sich aber erstmal über die Ursachen jedes der beiden "Phänomene" klar sein.
In der "Gehirn&Geist" war Resilienz mal das Titelthema. Ich habe es damals mit Interesse gelesen. Es gab 2 Artikel dazu: in dem einen ging es eher um die erbliche Komponente, also in wie weit Resilienz durch bestimmte Genkombinationen begünstigt wird; im anderen, wie ein stabiles soziales Umfeld von klein auf zu einer gesteigerten Belastbarkeit in Krisenzeiten beitragen kann.
Ähm, boah, ich kriege gerade doch keinen klaren Gedanken hin.
Also, ich wollte eigentlich erstmal darauf hinaus, welche Usrsachen HS hat.
Wie Svarianer mal schrieb, daß HS anscheinend dadurch entsteht, daß Reize, egal welcher Art, weniger gefiltert in unser Bewußtsein eindringen. Der Thalamus, als Torhüter zum Bewußtsein, sondert bei HSPs anscheinend zu wenig Reize aus. Es kommt mehr an Informationen in unserem Bewußtsein an. Und zusätzlich sind verschiedene Gehirnareale stärker miteinander verschaltet, daß ein Informations- bzw. Reizfluss stärker/intensiver stattfindet, als bei Nicht-HSPs. All diese Besonderheiten führen zu den uns bekannten Symptomen der HS!
Gleichzeitig geht die Forschung aber auch dahin, daß bei HSPs von Geburt an ein erhöhter Cortisolspiegel meßbar ist. Ebenso wie der Botenstoff Vasopressin, der die verscheidensten Streßsymptome auslöst. Allerdings hat diese Erklärung eher was mit Streßbelastungen, die im mütterlichen Organsismus oder ihrer Lebensgeschichte stattfanden, zu tun. Solche Belastungen "vererben" sich epigenetisch und sind fest in der Gen-Austattung des Kindes verankert. Das Kind ist ebenfalls empfindlich, hellsichtig. Das Gehirn paßt sich dieser erhöhten streßbedingten Aufmerksamkeit schnell an. Es kommt auch zu geringeren inneren Filtern und starker Verschaltung der Hirnareale. Es stellt sich die Frage: gibt es 2 Varianten der Entstehung für HS?
Einmal, daß das Gehirn eben von Geburt an stark verschaltet ist. Zum Anderen, das Gehirn wird direkt nach der Geburt so von Streßhormonen überflutet, daß es die gleichen Verschaltungen vornimmt. Am Ende kommt das Gleiche Resultat heraus. Der Mensch hat eine erhöhte Reizaufnahme und eine erhöhte Streßhormonproduktion.
Ich erwähne das, weil in der ResilienzForschung die erhöhte Streßhormonproduktion auch eine große Rolle spielt. In Untersuchungen sind weniger widerstandsfähige Menschen in ihrer Grundstimmung schon schneller gestreßt. Das würde sich ja mit der Theorie beißen, in der HS und Resilienz in Kombination auftreten.
Oje, ich bin echt gerade voll durcheinander. Ich schreibe später nochmal weiter.
Liebe Grüße
Bonbon
Der Thalamus entscheidet praktisch was uns ins Bewusstsein kommt und was herausgefiltert werden soll, weils unwichtig ist! In Kombination mit den Basalganglien ist es DIE zentrale Schaltstelle unseres Bewusstseins. Da ein HSP scheinbar von Geburt an seine Fähigkeiten besitzt und alle Hirnteile (Limbisches System, Temporallappen, Basalganglien, Thalamus) auch einwandfrei und blitzschnell miteinader kommunizieren ist hier von bestehenden vererbbaren neuralen Verbindungen auszugehen. Denn wäre nur ein Teil "nicht normal" (zuwenig bestimmter Synapsen, Transmitterungleichgewicht, mechanische Beschädigungen) würde das ganze schlichtweg nicht funktionieren. Die wiss. Quelle lege ich nach, habs jetzt nur ausm Kopf.
