Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

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Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Arouet » Mo 9. Jul 2018, 22:49

Hallo :)

Ich mache mir seit ner Weile Gedanken um ein bestimmtes Thema und würde mich sehr für eure Meinung dazu interessieren. Genauer gesagt ist es so, dass ich immer das Gefühl habe, fiktive Dinge wie Filme, Serien oder Bücher nicht mehr so zu genießen wie früher. Für die längste Zeit konnte ich mich in sowas total hineinfühlen, irgendwie hatte alles, auch jeder noch so kleine Moment, immer seine ganz eigene individuelle Stimmung, aber irgendwie nehme ich sowas immer weniger wahr und kann mich nicht mehr so hineinversetzen wenn ich was lese oder ansehe wie noch als Kind oder vor ein paar Jahren.

Wie ist das bei euch? Kennt ihr das, wenn ihr euch in all diese Dinge intensiv hineinversetzen könnt und jeder Moment so ein besonderes, einzigartiges Gefühl hervorruft? Oder wenn ihr bei nem guten Film oder so nebenbei mal total happy seid, dann euch wieder die Tränen kommen wenn es trauriger wird? Wie nehmt ihr fiktive Dinge wahr?

Ich frage, weil ich das ebenfalls wieder lernen will, sowas mehr wahrzunehmen. Es war nämlich voll schön, sowas wirklich genießen zu können und ich vermisse es ehrlichgesagt etwas..

Eure Erfahrungen würden mich total interessieren <3 Ich hoffe, es geht euch gut und ihr macht euch einen schönen Abend.

Liebe Grüße!
Arouet
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Anders » Di 10. Jul 2018, 10:45

Hallo Arouet. Das Gefühl was du beschreibst kenne ich, aber ich habe es nicht sehr oft weil ich es nur in sehr bestimmten Situationen habe. So habe ich zum Beispiel überhaupt das Problem, einen Film zu finden der es schafft, dieses Gefühl bei mir auszulösen. Ich vermute, dass das auch etwas mit "sich öffnen" zu tun hat, sich in eine Situation komplett hinein fallen lassen können, sich ganz dem Augenblick hingeben.

Wie ist das bei dir, bist du hochsensibel? Das finde ich schon wichtig zu wissen, wenn es um Tipps über sich einfühlen geht.
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Hortensie » Di 10. Jul 2018, 14:48

Hallo Anders,

hier im Forum ist es nicht üblich, andere User zu fragen, ob sie tatsächlich hochsensibel sind. Generell setzen wir das voraus - egal wer sich hier anmeldet!
Und wenn es um das Feingefühl geht: Tipps darf man jederzeit geben - dafür muss man nicht unbedingt feinfühlig sein oder sich absolut auf jemanden einlassen.

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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Rakete » Di 10. Jul 2018, 17:02

Hey Arouet,

was du beschreibst kenne ich auch. Früher guckte ich mir sehr gerne Filme an oder las Bücher (nein, ich hab die gefressen!)
und war davon total gebannt und konnte mich sehr gut reinfühlem. Mittlerweile habe ich seit gut 15 Jahren kein Fernseher
mehr, und lese auch viel weniger. Filme gucken? Nur ganz selten. Es kommt schon vor mal zu Tränen gerührt zu sein,
aber sonst? Naja, irgendwann hat man wohl alles gesehen, und alles ist nur Wiederholung, man wird schon etwas stumpfer
mit der Zeit. Oder wird die Schwelle einfach höher bis sich die Gefühle melden?
Aber man soll das auch wieder lernen können, Achtsamkeit klingt grad so modisch, aber es ist etwas dran.
Manchmal entwickelt man auch eine gewisse Anhedonie, oder auch Dysthymie. Keine Ahnung, oder man wird
einfach erwachsen. Supi.

Als Kind studiert man Erwachsene um klug zu werden, als Erwachsener studiert man Kinder, um wieder glücklich zu werden.

Oder verschiebt sich die Empathie? Oder lernt einfach sich mehr abzugrenzen? Oder unterscheidet zwischen fiktiv und real?

M.
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Mirror » Di 10. Jul 2018, 20:14

Hallo Arouet,

es gelingt mir nicht bei jedem Film oder Autor. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, wie authentisch das Gefühl transportiert wird.
Bei Büchern gelingt es mir auch besser, als bei Spielfilmen, bei denen die Gefühle der Schauspieler eben "nur" gespielt sind. Wobei es da natürlich immer Ausnahmen gibt. Liveberichte und Dokus können noch mal wieder ganz anders erlebt werden.
Während Romane zumeist das Gefühl des Autors transportieren, der die Szene beschreibt. Da gibt es himmelweite Unterschiede.
So kann ein und die selbe Szene bei mir ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, je nach Autor eben und kann mit unter soweit gehen, das ich nicht weiter lese, weil das Mitgefühl zuweilen sehr schmerzhaft sein kann. Kommt aber nur selten vor.

Spontan fällt mir dazu ein, wenn du das wirklich trainieren willst, fang mit den herkömmlichen Sinnen an. Riechen, Schmecken, Tasten, Hören, Sehen und rufe dir Gefühle und Emotionen, die du in der Vergangenheit erlebt hast, in die Erinnerung. Von Hass, Schmerz, bis Trauer und Liebe und alle Zwischentöne erlebter Emotionen. Aber ob das so erstrebenswert ist?! U72(

Auch hängt es davon ab, welche "Störungen/Belastungen/Attraktionen" im Alltag daran hindern, ein wirkliches Einlassen und Fokussieren auf eine Geschichte zuzulassen.

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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Anders » Mi 11. Jul 2018, 08:17

Hortensie hat geschrieben:hier im Forum ist es nicht üblich, andere User zu fragen, ob sie tatsächlich hochsensibel sind. Generell setzen wir das voraus - egal wer sich hier anmeldet!

Von "tatsächlich" habe ich nichts geschrieben. Es melden sich hier auch User an, die sich nicht sicher sind ob sie hochsensibel sind.
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Hortensie » Mi 11. Jul 2018, 14:59

Denen kann man dann auch Tipps geben. Ich finde, das klappt hier im Forum ganz gut.

Weiterhin LG,
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Source » Do 12. Jul 2018, 17:49

Hallo Arouet,

Zitat Arouet:
"Ich mache mir seit ner Weile Gedanken um ein bestimmtes Thema und würde mich sehr für eure Meinung dazu interessieren. Genauer gesagt ist es so, dass ich immer das Gefühl habe, fiktive Dinge wie Filme, Serien oder Bücher nicht mehr so zu genießen wie früher. Für die längste Zeit konnte ich mich in sowas total hineinfühlen, irgendwie hatte alles, auch jeder noch so kleine Moment, immer seine ganz eigene individuelle Stimmung, aber irgendwie nehme ich sowas immer weniger wahr und kann mich nicht mehr so hineinversetzen wenn ich was lese oder ansehe wie noch als Kind oder vor ein paar Jahren."

Das ist eine spannende Frage! Gleich beim Lesen fiel mir ein Autor ein, dessen Werke mich immer berühren. Es ist Hermann Hesse. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt. Seine Themen gehen in die Tiefe, aber auch seine Art zu schreiben berührt mich. Wenn ich dran denke, was und worüber er geschrieben hat, bin ich mir sicher, dass er vieles verstanden hat. Bei Filmen geht es mir im Moment des Anschauens manchmal ähnlich, aber ich vergesse das Gesehene oft wieder.
Offenbar ist es bei mir eher so, dass ich im Vergleich zu meiner Kindheit heute Alltägliches weniger genießen kann. Beispielsweise ein schöner Sommerabend, so etwas geht heute eher mal an mir vorbei.

Liebe Grüße
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Lilien.zart » Di 17. Jul 2018, 20:14

Hallo Arouet,
das finde ich sehr fein beobachtet. Vielleicht hängt es auch ein bisschen davon ab, in welcher Lebensphase man sich befindet: Als Schüler/Auszubildender hat man noch nicht soviel Verantwortung im Leben, da hat man viel mehr innere Ruhe für Filme und Bücher. Je mehr da hinzukommt, destomehr ist man dann gefordert. Da bleiben diese Dinge immer mehr auf der Strecke - bei mir war es so. Dieses Nicht-mehr-genießen-können bezieht sich für mich auch auf andere Gebiete, z.B. das Genießen von Essen, von guten Gesprächen usw. Wir können es aber besser erkennen, als Andere, wenn es so ist.

Also, wenn es bei dir eher eine altersbedingte Sache ist, würde ich versuchen, an anderer Stelle etwas rauszunehmen, wo zuviel Hektik herrscht und dafür Ruheinseln schaffen.
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Re: Hochsensibilität und Filme/Serien/Bücher

Beitragvon Arouet » Di 31. Jul 2018, 03:28

Hey :)

Danke für eure vielen, guten Antworten und sorry, dass ich erst jetzt nach Wochen dazu komme, zu antworten.

Bezüglich meiner eigenen Hochsensibilität (weil du gefragt hast, Anders): Ich habe es leider nicht attestiert, erfülle aber die meisten, nicht alle, der Merkmale. Ich bin also nicht sicher, ob ich tatsächlich hochsensibel bin :/

Es war sehr interessant zu lesen, wie ihr fiktive Werke empfindet und danke für die vielen Hilfestellungen bzw. Denkansätze zu meinem Problem, darunter waren auch viele, an die ich so nicht gedacht hätte und die mir durchaus weiterhalfen:
Zunächst ist da der Punkt, den mehrere von euch erwähnt haben, dass ich natürlich nie ganz in einem fiktiven Werk versinken kann, das heißt, ich habe bestimme Umstände immer im Hinterkopf. Verantwortungen, Pflichten, aufgeschobene Aufgaben, Sorgen usw. die mich dann daran hindern können, mich wirklich zu öffnen und innerlich ruhig zu sein. Ich glaube also, dass ich erst meine reale Situation im Griff haben muss, bevor ich Bücher oder Filme wirklich genießen kann. Inzwischen erledige ich also immer all die Dinge die ich im Alltag so aufschiebe, bevor ich versuche, mich auf eine Geschichte einzulassen. Das allein macht es bereits einfacher^^
Dann wäre da der Punkt des Älter-werdens: Ich möchte das nicht akzeptieren, da es einfach so schade wäre, wenn ich diese Dinge nicht mehr so intensiv wahrnehmen könnte, nur weil ich älter werde und Gefühle dadurch abstumpfen :/ Außerdem gibt es doch so viele Menschen deutlich älter als ich es bin, die trotzdem noch für bestimmten Bücher total viel Faszination zeigen. Deshalb mache ich mir weiterhin Hoffnungen, dass es nicht am Älter-werden liegt (und unvermeidlich wäre), sondern an mir selbst und ich das auch wieder ändern kann.
Mirror hat außerdem vorgeschlagen, dass ich mit den üblichen Sinnen anfangen und dann mich mehr auf Emotionen konzentrieren sollte. Ich hab das auch versucht, weiß aber nicht, ob es mir geholfen hat. Also das ist schwierig einzuschätzen, es fällt mir inzwischen tatsächlich wieder einfacher, solche Dinge zu genießen, vielleicht liegt es ja wirklich daran. Wobei mir auch aufgefallen ist, dass es ganz stark von der eigenen Stimmung und vom Tag abhängt. Also an manchen Tagen bin ich naturgemäß viel empfänglicher für solche Dinge, als an anderen.

Es stimmt übrigens, dass sich das Nicht-genießen wenn ich so drauf achte auch auf andere Dinge bezieht, vorallem diese ganzen kleinen Dinge des Alltags. Wenn ich Tee trinke zB. achte ich viel zu wenig auf den guten Geschmack oder beim Duschen auf das schöne Gefühl des Wassers auf der Haut.. Ich glaube, da sollte ich anfangen, womit wir wieder dabei sind, sich mehr auf die üblichen 5 Sinne zu konzentrieren. Es gibt doch ohnehin den Begriff "Genussfähigkeit", ich glaub, da informiere ich mich mal ausgiebig, womit die zusammenhängt, was sie blockiert, wie man sie stärken kann und so weiter^^

Auch wenn ich es immer noch nicht richtig schaffe, dieses magische Gefühl wenn man sich ganz in etwas einleben kann wirklich wieder zu empfinden, zumindest komme ich dem Ganzen wieder näher :)

Also danke nochmals an Alle für eure hilfreichen und lieben Antworten!

Liebe Grüße
Arouet
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