"Das hat nichts mit mir zu tun"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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"Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon HopingSoul » Di 11. Jun 2013, 09:28

Ein Thema, dass wir vermutlich alle kennen.
Las es grad erst in einem Thread, erfahre es selbst ständig.

Wir dürfen nicht den Fehler begehen,( aufgrund des HSP,) zu denken, dass wir in andere hineinschauen könnten.
Ich habe oft das Gefühl, dass das Verhalten eines anderen, weil es in einem zeitlichen Zusammenhang steht, auf mich bezogen ist.
Z.B. Ich schreibe etwas - der andere antwortet verzögert, erst ein, zwei Tage später, und ich glaube, derjenige hätte vielleicht etwas falsch/schlecht aufgefasst und würde nun nicht schreiben wollen. Oder es folgt irgendeine Handlung, die ich auf mich beziehen könnte.

Und schon steh ich da und ich fühle mich schlecht, mache mir Sorgen, durchleuchte meine Worte oder mein Verhalten, entwickele vllt. Wutgefühle (Du bist nicht fair, wenn du schlecht von mir denkst).

Und schon wurde reichlich Stoff für Missverständnise und Konflikte geboren.
Vom Unwohlsein ganz abgesehen.

Die Frage der Fragen: wie lege ich dieses Gefühl ab? Man kann ja mal fragen, um es abzuklären, aber würde ich jedesmal, wenn ich ein schlechtes Gefühl entwickle, nachhaken, würde man mich irgendwann für bescheuert halten. Der Punkt ist ja: es dreht sich nicht alles um mich! Ist es also ein sich -selbst-zu-wichtig-nehmen?

Wie trenne ich emotional den zeitlichen Zusammenhang von dem realen Grund, den ich ja noch garnicht kenne?
Ich möchte mich ja nicht ständig schlecht fühlen, weil ich mir etwas ausmale?
Kennt ihr Strategien, außer eben Nachfragen?

Liebe Grüße, Sarah
Ein befreiendes Gefühl, wenn man merkt, dass man wieder ein Stück loslassen kann- und losgelassen wird. Ich atme Sonne und Leben. Habt einen schönen Tag voll positiver Momente und wenig Blicken zurück. Das Leben ist JETZT. Ihr steht mit euren Füßen drauf, umarmt es, umhüllt euch damit. Wie wollt ihr etwas belastendes festhalten, wenn eure Arme schon voller Leben sind?
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Re: "Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon kikilino » Di 11. Jun 2013, 09:39

Oh ja, das kenne ich auch.

Eine lösung habe ich nicht...aushalten und sich ablenken vielleicht, den Fokus auf etwas anderes setzen.

Ich denke aber nicht, dass es daher kommt weil sich alles um mich dreht sondern eher, weil ich mich um andere drehe. Natürlich möchte ich verstanden werden, aber ich möchte, dass der andere versteht, dass ich mich ganz auf ihn einlasse und mich selbst zurück nehme. Das möchte ich, damit er sich darauf einlassen kann und es nutzen kann.

Eines ist jedoch definitiv ein eigenes problem: ich kann es nicht leiden, wenn man mir etwas unterstellt und mich falsch beurteilt. Vielleicht weil ich mich zu oft zurück nehme und das nicht gewürdigt wird. Es stellt dieses Zurücknehmen in Frage, es erscheint einam, als würde das nichts nutzen. Das wiederrum gibt den egoistischen menschen recht und diese Auffassung von einem Miteinander ist nicht meine. Ich glaube einfach fest daran, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn die Menschen einfühlsamer wären und sich selbst nicht ständig über andere stellen würden.
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Re: "Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon wind-und-wellen » Di 11. Jun 2013, 10:17

Hm, das erinnert mich an meinen "besten Freund" - mein überzogenes Verantwortungsgefühl... Mir hilft da nur: Fragen, fragen, fragen - ich fange bei mir an, sobald ich das kleinste Anzeichen von Unsicherheit oder Gedankenspirale merke. Ich frage mich selbst, ob und wofür ich wirklich verantwortlich bin.

Ist es dann so etwas, wie beschrieben mit der verzögerten Antwort, dann überwinde ich mich und frage die andere Person. Mit vollem Bewusstsein, dass das auch schief gehen kann - aber mir hilft dann in solchen Momenten, dass es ja eigentlich KEINE dummen Fragen, sondern nur dumme ANTWORTEN gibt icon_winkle

Meine Erfahrung ist: Je klarer ich mich formuliere - vielleicht auch ganz kurz schildere, wieso ich frage - umso einfacher ist es für mein Gegenüber.
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: "Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon Karin » Di 11. Jun 2013, 10:28

Bei mir ist es so:
wenn ich etwas schreibe oder in einer Runde sage, dann bin ich immer ganz überrascht, wenn jemand anderer Notiz davon nimmt und reagiert. Ich freue mich dann jedes mal.
Unangenehm wird es für mich immer, wenn meine Worte fehlinterpretiert werden, oder auseinander gepflückt und gegen mich gerichtet werden. Oder wenn sich die Aufmerksamkeit zu sehr auf mich richtet.
Das ist eine meiner Befürchtungen, die mich oft blockieren etwas zu sagen bzw, zu schreiben.

Aber das ist jetzt, so denke ich, auch wenig, bis gar nicht hilfreich für dich.
Liebe Grüße
Karin

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Re: "Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon kikilino » Di 11. Jun 2013, 10:38

MMh... ich habe in der letzten zeit die Erfahrung gemacht, dass nachfragen meistens nicht beantwortet werden. Aber das sind eben auch alles Menschen, die relativ unreflektiert sind, es alles möglichst 'unkompliziert' haben möchten und unkompliziert eben anders definieren als ich. _grinsevil_ Ich finde es unkompliziert, wenn man ganz offen über die Dinge redet...aber das finde ich wohl auch nur, weil ich viele Dinge klar sehe die andere sich erst 'erarbeiten' müssen. Also ich meine, dass ich meistens weiß, was in mir vorgeht, Kommunikationsprobleme erkenne usw. Klingt jetzt überheblich, ich weiß. Aber so meine ich das nicht.

Habe mich gestern mit einem menschen unterhalten, den ich erst kennen gelernt habe. Er ist sicherlich intelligent, aber bei vielen Fragen die ich stellte oder Anmerkungen meinerseits habe ich die Antwort bekommen: habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Bei solchen Gelegenheiten fällt mir immer wieder auf, dass es oftmals Dinge sind, über die ich gar nicht bewußt länger nachdachte sondern die mir einfach recht schnell klar erscheinen. Gestern dachte ich dann bei mir, 'ja, ich erscheine meinem Gegenüber sicherlich als furchtbar kompliziert'. _läch_ Und, bei Kompliziertem nehmen die menschen gerne schnell Abstand. Würde mir sicher auch so gehen, wenn ich einem Chemiker begegne, der mir chemische Prozesse erklärt. Das problem ist nur, dass meine Fähigkeiten eben die menschlichen Umgangsformen, Gefühle, Prozesse betrifft wobei ich dann immer wieder irgendwie fassungslos bin, dass das andere gar nicht interessiert. Es ist doch etwas, das den Alltag bestimmt...dafür muss man sich doch einfach interessieren. man muss doch daran interessiert sein wie man mit Menschen möglichst fair umgeht usw. _läch_
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Re: "Das hat nichts mit mir zu tun"

Beitragvon masch » Di 11. Jun 2013, 19:34

dieser satz ist gut, wenn man über andere menschen zuviel nachdenkt. wenn man sich sorgen über alles mögliche macht - dann ist er sicher eine unterstützung.

andererseits find ich ihn gefährlich - wenn einer um hilfe schreit und alle denken "das hat nix mit mir zu tun"...
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