"In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Blackhills » Mi 2. Jan 2019, 17:28

Dankeschön. _rosegirl_ icon_winkle Kam aus tiefstem, ehrlichen Herzen.
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Source » Do 3. Jan 2019, 13:25

Blackhills hat geschrieben:Die Wertschätzung und Anerkennung, die dir zusteht, aufgrund deiner Leistung, kommt einfach nicht. Und wenn du es aussprichst, wirst du auch noch als arrogant bezeichnet und danach stürzen sie sich erst recht auf jeglichen Fehler, der einem passiert.


Meiner Erfahrung nach hat nicht nur eine Partei einen Anteil daran, wenn es zum Konflikt kommt.

Einerseits wird ein Anspruch auf Anerkennung formuliert. Versteh mich nicht falsch, natürlich soll jeder für seine Leistung anerkannt werden. Problematisch ist die Anspruchshaltung, die sicherlich bei manchem Kollegen oder Chef auf Widerstand stoßen wird, vor allem, wenn sie mit der Vehemenz vorgebracht wird, die hier mitschwingt.

Zum anderen gibt es etwas, das für viele Hochbegabte offenbar ein großes Problem darstellt: in Teams gibt es Spielregeln, die HBs entweder nicht kennen oder nicht beachten. Wenn du Karriere machen und überhaupt anerkannt werden willst, dann gehört neben deiner fachlichen Brillianz auch die Einhaltung von ungeschriebenen Spielregeln und der geschickte Umgang mit Macht dazu. So kannst du dich natürlich über die ignoranten Anderen ärgern, die deine Leistungen nicht anerkennen, und versuchen, als brillianter Einzelkämpfer weiterzukommen. Sinniger wäre es, sich Verbündete zu suchen.

Oder zu gehen und sich selbständig zu machen, um kein Rädchen im Getriebe mehr zu sein.

PS: Ich habe eine zeitlang versucht, mich mit meiner Rolle im Team zu arrangieren und habe Verbündete gefunden. Allerdings musste ich feststellen, dass es dort für mich keine Entwicklungschancen gab. Deshalb gehe ich nun den Weg außerhalb des "Getriebes".
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Blackhills » Do 3. Jan 2019, 21:39

Hallo Source,

Du hast sehr vieles angesprochen. Ich meinte eher: Wenn Anerkennung, dann allen, die am Erfolg beteiligt sind, nicht nur ein paar oder gar dem Falschen, vielleicht ist das korrekter ausgedrückt. Einen Anspruch darauf hat man natürlich nicht, da gebe ich dir recht. Ob man etwas tut, sollte man mit sich selbst schon vorher ausmachen, ohne auf Anerkennung zu warten. Nur um der Anerkennung Willen ist es sogar gefährlich.

Selbständigkeit ist da sogar das Günstigste, finde ich auch, aber nicht jedem gelingt das oder er hat auch die ausreichenden Bedingungen dafür. Mein Beitrag war auf Mika und Teamarbeit zugeschnitten.

Hinsichtlich Spielregeln... da würde ich mich auch schwer tun damit. Ob das an HB liegt oder „typisch“, wage ich auch nicht zu sagen. Ich selbst meine, es ist Charaktersache, Erziehung, moralische Grundsätze usw., nicht nur auf hohe Sensibilität zurückzuführen - allerdings manchmal auch dumm, es nicht zu tun, also „anständiger zu sein“. icon_winkle Es bringt nicht weiter. Spielen andere unfair, warum man selbst nicht auch mal? icon_winkle
Verbündete zu finden, auf die man sich auch verlassen kann, ist äußerst schwierig, wie ich feststellen durfte. Daher war auch ich lieber „Alleinspieler“. Selber machen, selber ausbügeln, und wenn es Erfolg hatte, sich darüber freuen. Unabhängigkeit.

Schöne Grüße!
Blackhills
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Source » Do 3. Jan 2019, 23:04

Hallo Blackhils,

Blackhills hat geschrieben: Selber machen, selber ausbügeln, und wenn es Erfolg hatte, sich darüber freuen. Unabhängigkeit.


das sehe ich heute auch so! _thum_

Schöne Grüße
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon mika1983 » Fr 4. Jan 2019, 08:31

Blackhills hat geschrieben: Selber machen, selber ausbügeln, und wenn es Erfolg hatte, sich darüber freuen. Unabhängigkeit.


Same Here!

Liebe(r) Blackhills,

bin gestern leider nicht dazu gekommen zu antworten, daher jetzt.

Vielen Dank für deine wohltuenden und aufbauenden Worte. Manchmal tut es einfach nur gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich denke ich werde meine innere Haltung diesbezüglich verändern (müssen), um endlich inneren Frieden zu erlangen.

Selbständigkeit ist mein großes Ziel, ist aktuell aber (noch) nicht möglich.
(Vermutlich ist genau diese Situation des "Gefangenseins" ein Katalysator für meine Probleme)

Das mit den Spielregeln hab ich nicht so richtig verstanden. Ich denke aber, es sind weniger die HB die sich nicht an die Spielregeln halten, sondern doch eher die anderen.
Nicht selten, dass ich erlebt habe, dass Menschen Regeln in aller Vielfalt ausarbeiten ( -Schk_ hihi "ausarbeiten") und erst viel später feststellen, dass sich diese widersprechen oder gar nutlos sind. (HB und insbesondere HSP weisen meist schon zu Beginn darauf hin und werden mit "ach was du wieder hast" abserviert)

Ich könnte noch so viel mehr schreiben leider fehlt mir grad etwas die Zeit. smuld

Lasst es euch gut gehen
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Dark Rose » Sa 12. Jan 2019, 13:42

Das kenne ich auch. Ich bin auch hochbegabt und oft, wenn ich etwas zu erklären versuche, sehe ich bei anderen nur Fragezeichen im Gesicht und wenn ich dann frage, wo ich sie abgehängt habe, sind sie noch recht am Anfang. Mich hat das an der Uni viele Freundschaften oder besser gute Bekannte gekostet, den Satz "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm" habe ich da sehr oft gehört, genauso wie "wie machst du das?" und wenn man sehr gute Noten hat, aber nicht erklären kann warum man etwas richtig macht, weil das für einen absolut logisch und verständlich und automatisch eben so und nicht anders gemacht werden muss, ist nicht möglich. In der Schule war das vor allem im Mathe Unterricht schwer für mich, weil ich viele Zwischenschritte nicht gebraucht habe und mir dann oft unterstellt wurde, ich hätte in Prüfungen geschummelt oder bei den Hausaufgaben ein Lösungsbuch benutzt, weil ich halt oft einfach nur das Ergebnis hingeschrieben habe und keinen Lösungsweg, weil ich das im Kopf gerechnet hatte. Dieses ständige den Weg zur Lösung klein klein erklären empfinde ich oft als sehr anstrengend.

Bei mir kommen aber auch oft Selbstzweifel dazu - wenn ich bei etwas unsicher bin und das dann gegenüber einer anderen Person andeute dann kommt immer nur ein Lachen und sowas wie "ach du bist bestimmt wie immer perfekt" oder "ach quatsch du lügst doch" - irgendwie so etwas. Es werden außergewöhnliche Leistungen vorausgesetzt und das schafft Druck und ich denke da ist es normal auch mal an sich zu zweifeln und wenn das dann nicht ernst genommen wird ist das - zumindest für mich - belastend.
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon neko » Do 17. Jan 2019, 09:39

mika1983 hat geschrieben:eine Aussage, die mich sehr stutzig gemacht hat.
Ich finde, viel zu Wissen und auf Korrektheit zu achten schon sehr wichtig und ich kann auch auf sehr viele Fragen Antworten geben.
Ein Mittel- oder Mindestmaß an Korrektheit finde auch ich wichtig und hilfreich.
Auf welches Wissen beziehst Du Dich?

mika1983 hat geschrieben:Ja und andere fühlen sich schlichtweg ausgegrenzt, weil sie keine so dollen Ergebnisse präsentieren können.
Leider gibt es nur wenige die das Schätzen können.
Das Schätzen von was? Viele können nicht gut schätzen, also Maße oder andere Werte und Ergebnisse. In welchem Bereich und in Bezug auf dein Anliegen hier können andere nicht schätzen? Irgendwie habe ich Probleme mit dem Satzbau, weil ich es anders gelernt habe.

mika1983 hat geschrieben:Habt ihr ähnliches erlebt?
Nein. Zwar weiß ich sehr genau, was ich kann und was nicht und war gut in der Schule, obwohl ich dort fast nur geschlafen habe, aber dieses Neidproblem anderer ist mir so bisher noch nicht begegnet, oder ich habe es tatsächlich verpennt. Bei der Arbeit bin ich meist so hoch konzentriert, dass ich Anfeindungen wahrscheinlich gar nicht mitbekommen würde.

Dark Rose hat geschrieben:In der Schule war das vor allem im Mathe Unterricht schwer für mich, weil ich viele Zwischenschritte nicht gebraucht habe und mir dann oft unterstellt wurde, ich hätte in Prüfungen geschummelt oder bei den Hausaufgaben ein Lösungsbuch benutzt, weil ich halt oft einfach nur das Ergebnis hingeschrieben habe und keinen Lösungsweg, weil ich das im Kopf gerechnet hatte. Dieses ständige den Weg zur Lösung klein klein erklären empfinde ich oft als sehr anstrengend.
Du warst oft neidischen Unterstellungen ausgesetzt, hast trotzdem oft so weitergemacht wie bisher und nur das Ergebnis aufgeschrieben, da du oft keine Lust auf weitere Aufzeichnungen hattest. Kann ich nicht nachvollziehen. Diesen Fehler würde einmal machen, indem ich daraus lerne und mir überlege, was das kleinere Übel ist, Anfeindungen oder weitere Notizen.

Dark Rose hat geschrieben:Mich hat das an der Uni viele Freundschaften oder besser gute Bekannte gekostet, den Satz "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm" habe ich da sehr oft gehört, genauso wie "wie machst du das?" und wenn man sehr gute Noten hat, aber nicht erklären kann warum man etwas richtig macht, weil das für einen absolut logisch und verständlich und automatisch eben so und nicht anders gemacht werden muss, ist nicht möglich.
Hier habe ich wie eingangs Verständnisprobleme, weil der Satz sehr lang und verschachtelt ist und ich diese Anordnung der Satzzeichen nicht ganz verstehe. Besonders beim Satzteil nach dem letzten Komma "ist nicht möglich" verstehe ich den Bezug zum Rest des Satzes nicht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich zuletzt kaum auf Deutsch kommuniziert habe und auch kein Geisteswissenschaftler bin. _gruebel_
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon mika1983 » Mo 21. Jan 2019, 10:34

Lieber neko,

sowohl DarkRose, Blackhils als auch mir geht es ziemlich ähnlich in der Hinsicht.

Es geht hier um kein spezielles Wissen, sondern generell um die Fähigkeit Probleme schnell zu erkennen und zu lösen. Viele (und an deiner wiederholten Frage nach dem Satzbau zähle ich dich einfach mal Kraft eigener Arroganz mit dazu :) (nicht falsch verstehen)) können diesem Tempo nicht standhalten, fühlen sich eben ausgegrenzt oder werden frech und unverschämt.

Nichts anderes wollten wir in diesem Faden erörtern,

Lieben Gruß
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon izmi » Mo 21. Jan 2019, 13:05

Wobei, Grammatik ist so ein Thema. Ich spüre, wo Kommata hinmüssen, aber ich kann es nicht erklären. Ich erinnere mich an eine 5 in einer Deutscharbeit genau deswegen - weil da Regeln abgefragt wurden und ich die Regeln nie verstanden habe.
_panik_
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Re: "In deiner Gegenwart fühle ich mich dumm"

Beitragvon Dark Rose » Mi 23. Jan 2019, 01:20

Kommata sind meine natürlichen Feinde - ich setze die irgendwie immer falsch, keine Ahnung warum. Vielleicht lese ich zu viel auf Englisch, da werden deutlich weniger Kommas gesetzt als im Deutschen aber wer weiß, wahrscheinlich mache ich es nach deren Regeln auch falsch U72(
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