15% der Menschen HSP?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon ja » Do 19. Jul 2012, 13:41

Hallo jamania!

du scheibst:

... Als Randerscheinung von HS habe ich eine für mich sehr reizvolle Gruppe von HSP (ob jetzt bewiesen oder nicht) wahrnehmen können, die sich primär auf deine Signatur berufen und von denen ich immens profitiert habe, egal ob auf Sinneswahrnehmung bezogen oder auf anderes.
Die beiden auf deinen Beitrag folgenden Zustimmungen bestätigen diesen Eindruck, allerdings gehe ich weiter davon aus, dass es eine eher kleine Gruppe innerhalb von HS ausmacht und ich würde sie eindeutig dem Bereich erhöhte Emotionale Intelligenz zuschreiben. ...


ich fände es schön wenn du diese Gruppe irgendwie genauer benennen könntest
- ich versuche das immerwieder (mit überlegungen zu hss, hhs und co)
und bin weiterhin auf dem stand
a) es gibt sie und b) ich kann sie nicht erfassen ...

_Mij_
ja.
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon Jamania » Do 19. Jul 2012, 18:16

Liebe ja, _hello_

oh-oh, das mit dem genauer benennen als gesamte Gruppe, fürchte ich, kriege ich nicht hin.

Aber es gibt Versatzstücke, die mir aufgefallen sind, wenn ich mich auf diese „Gruppe“ beziehe, von denen ich meine, dass sie Merkmale für ausgeprägt emotionale Intelligenz darstellen könnten (die aber natürlich keine Alleinstellungsmerkmale sein sollen).

Noch einmal, um nicht falsch verstanden zu werden: es geht mir nicht um die „wahren“ HSP, sondern ich beziehe mich auf eine Gruppe von Menschen, die ich in HSP-Foren meine als Randerscheinung identifiziert zu haben.

Ich versuche mal ungeordnet meine Eindrücke aufzulisten:

- eher KEIN kühler Intellekt, sondern ein dauernder Abgleich von Sach- und Emotionsebene, in den sehr viele Details einfließen, um zu einem Schluss zu kommen

- die Fähigkeit, das Wesentliche von Botschaften zu erkennen und zu benennen

- differenzierte Denk- und Betrachtensweise

- ein Bedürfnis, wenn eine Seite zu lastig dargestellt wird, die andere argumentativ zu beschweren

- eher Unabhängigkeit bei Gruppendynamik

- haben meistens für sich Strategien gefunden mit ihren jeweiligen Anlagen und Schwierigkeiten umzugehen, die individuell sind und in der Regel zufrieden stellen

- legen hohen Wert auf Eigenverantwortung

- kritisieren oder verurteilen selten ganze Themengebiete, sondern eher individuelle Einstellungen zu diesen Themen
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon ja » Do 19. Jul 2012, 19:49

Danke jamania,

da werde ich mal gepflegt drüber nachdenken!
direkt ergänzen würde ich das ganze noch durch das ausleben von HS ist gesund! (also in keinsterweise eine krankheit noch als solche klassifizierbar)


erstmal einen wunderschönen abend dir,
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon GoldenTulip » Fr 20. Jul 2012, 06:36

Guten Morgen,

ich habe mich sehr über die Antworten gefreut, endlich "in medias res".
Mir ist persönlich nicht soo wichtig, ob die meist eher langsame wissenschaftliche Bühne ihren Stempel unter die Phänomene macht. Entscheidend war und ist ein besserer Umgang mit mir selbst.
So tough und belastbar, wie ich es mir "verordnet hatte", bin ich nicht. Ich brauche viel mehr Pause, mehr Ruhe, mehr Abstand, weil die Eindrücklichkeit der Eindrücke eben ihren Tribut fordert.
Ich kann jetzt um mehr Rücksicht bitten (und es funktioniert!), fühle mich "normaler", an die Stelle von "Ich bin anders, komisch, passe nicht in die Welt" ist eine neue Art der Wertschätzung mir selbst gegenüber getreten, so in Richtung einverstandener mit mir selbst zu sein, sich nicht andauernd für seine Existenz entschuldigen zu müssen.

Und ich habe durch das Lesen hier einen Einblick in eine andere Welt bekommen, durch die vielen offenen Berichte über individuelle Empfindlichkeiten, mich hat das liebevoller gemacht, im normalen Alltag bekommt man wenig vom Innenerleben anderer Menschen mit, ich bin etwas weniger "feldwebelig" geworden, der Maßstab, den man an sich selbst anlegt, den trägt man ja auch an andere heran, und da ist es gut, viel gnädiger mit sich und anderen umzugehen.

Liebe Grüße
Conny
Differenzierung ist der Untergang der Gedankenlosigkeit -Tse-Tse
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon Jamania » Fr 20. Jul 2012, 08:28

GoldenTulip hat geschrieben:Mir ist persönlich nicht soo wichtig, ob die meist eher langsame wissenschaftliche Bühne ihren Stempel unter die Phänomene macht. Entscheidend war und ist ein besserer Umgang mit mir selbst.


Da hast du sowas von Recht!!!
Und ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich hier irgendjemanden missionieren oder von HS wegbringen will.

Andererseits kann und will ich mich nicht davon frei sprechen, durch die kürzliche Diskussion mit der HS-Autorität für den deutschsprachigen Raum, Georg Parlow, doch sehr schockiert über die simple Herangehensweise sowohl in der Argumentation als auch (dadurch nochmal verstärkt) in der Vorgabe des Konzepts HS zu sein und da jetzt auch eine Parallele zu ziehen.

Zu meiner Verteidigung: ich war auch schon vorher eine Zweiflerin und habe immer wieder dieselben Fragen gestellt und versucht, für mich Antworten zu finden, als für mich die Zeit der empirischen Selbsterforschung vorbei war.

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Dass dieses Forum das hier mit trägt, ist für mich immer noch ein Phänomen und etwas bei dem ich einen Wahnsinnsrespekt vor den Verantwortlichen - admin und Mods (danke, liebe ja) habe.
Ich greife dadurch ja die Basis an, auf die sich dieses Forum beruft, obwohl die Gemeinschaft der Menschen, die dahinter steckt, für mich auch so funktionieren würde - unabhängig vom Thema.
Vielleicht ist das der Trick...


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Ich kann HS eben nur bedingt für mich zulassen, obwohl ich durch die Tests mittendrin wäre.
Analytisch denkender Wissensfreak bin ich eigentlich gar nicht, Glaube - hmmmh schwierig, aber manchmal möglich.
Vermutlich ist es hier das fehlende Vertrauen, eine Erahnung von hilfloser Machtposition ohne das entsprechende Selbstbewusstsein und fachliche Kompetenz...

Ich würde sehr gerne mal mit dem Heiler Parlow diskutieren, was und wie er in seiner Praxis behandelt, wenn jemand zu ihm kommt und sagt: "ich leide unter HS"
Gibt er an einen Traumatherapeuten ab, wenn er merkt, ein Trauma liegt zugrunde oder hat sich entwickelt, oder behandelt er das mit neuem Ansatz (eben aus der HS-Ecke)?
Und mit welchen Methoden?

GoldenTulip hat geschrieben:Und ich habe durch das Lesen hier einen Einblick in eine andere Welt bekommen, durch die vielen offenen Berichte über individuelle Empfindlichkeiten, mich hat das liebevoller gemacht, im normalen Alltag bekommt man wenig vom Innenerleben anderer Menschen mit, ich bin etwas weniger "feldwebelig" geworden, der Maßstab, den man an sich selbst anlegt, den trägt man ja auch an andere heran, und da ist es gut, viel gnädiger mit sich und anderen umzugehen.


Erstaunlicherweise war das bei mir die Auswirkung, wenn ich jetzt nach außen schaue, also auf die Menschen, die noch nie was von HS gehört haben.
Ich kann mir so viel, was ich vorher als unbedacht, unhöflich oder ignorant bewertet habe, jetzt erklären, denn da draußen rennen auch ganz viele Menschen rum, die im Hamsterrad nur einen Teil des Lebens gebacken bekommen, und ansonsten stur gerade aus gehen und ganz viel ausblenden, um schnell zum nächsten Punkt zu kommen, der für sie wichtig ist.
Ob meine Motive und meine Strategien, da immer die höher entwickelteren (bzw. höher sensibilisierten) sind, ob ich manchmal nicht einfach nur mehr Zeit oder Glück oder Wahl habe..., diese Fragen stelle ich mir seit einiger Zeit.
Jamania
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon cindy sun » So 17. Feb 2019, 14:33

Hochschieb _Mij_

Auch alte Threads dürfen gerne wiederbelebt werden.
.
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--- Ich nehme mein Leben zu dem Preis, den es mir gekostet hat und noch kosten wird. --- H.G. Nobis
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Re: 15% der Menschen HSP?

Beitragvon Eisvogel » Mo 18. Feb 2019, 11:49

Bibliophilus schreibt:
ich weiß nicht, ob das hier schon mal in einem eigenen Thread diskutiert worden ist. In mehreren Beiträgen hab ich jetzt schon gelesen, dass es viele von euch nicht nachvollziehen können, dass wirklich 15% der Menschen hochsensibel sein sollen (ich persönlich kann es auch nicht).

Was meint ihr, woran das liegt? Sind die Statistiken falsch? Oder ist die HS einfach so verschieden ausgeprägt - bei dem einen stärker, bei dem anderen weniger? Was meint ihr?
Ich war z.B. erst vor Kurzem auf einer Fortbildung mit 50 Leuten und während ich vollkommen reizüberflutet war und nur versucht habe, mich an den Rand der Menschenmenge zu stellen, um mich nicht so erdrückt zu fühlen, schienen sich dort die anderen alle pudelwohl zu fühlen (selbst ein Arbeitskollege, den ich persönlich auch für hs halte). Dabei hätten da doch ingesamt knapp 10 HSPs sein sollen..

Bei einer zufälligen Begegnung oder Gruppierung ist es doch klar, dass die Zahlen abweichen. Das alles ist auf die Gauskurve, Standardabweichung usw. bezogen, nicht auf zufällig zusammengestellte Gruppen mit einer geringen Anzahl an Personen.

Angenommen, laut Gausverteilung hat jeder dritte Mensch blaue Augen, so geht man doch nicht mit verbundenen Augen in eine zufällg zusammengekommene Gruppe von ca. 50 Personen, zählt der Reihe nach durch und fischt jeden dritten raus, macht dann die Augenbinde auf und hat dann tatsächlich jeden mit blauen Augen herausgesucht. Das geht nicht, weil es Zufall ist. Es kann passieren, dass du in einer zufälligen Gruppierung von Menschen gar keine blauen Augen auffindest, bei anderen mehr. Es hängt von vielen weiteren Bedingungen ab, vom Kontinent, von der Ethnie.... Die Wahrscheinlichkeit, unter 50 Personen bei einem HSP-Treffen diese angenommenen 15% zu finden, dürfte höher sein als bei einer Gruppe, die sich nicht explizit unter dieser Kategorie versammelt hat.
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