Abgrenzung / Grenzen ziehen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Abgrenzung / Grenzen ziehen

Beitragvon Anke36 » Di 22. Mai 2012, 10:36

Hallo zusammen _flöwer_
Seit zwei Jahren weiß ich dass ich eine HSP bin die Bücher von G.Parlow und Aron haben mir in vielen Situationen und Fragen schon sehr weitergeholfen. Dennoch falle ich immer wieder über das Problem, dass ich einige Menschen immer noch zu sehr in mein Leben lasse - ja mein Leben von Ihnen so stark beeinflusst wird, dass ich nur nach Ihren Vorstellungen und Willen handele - meine eigenen Wünsche, Meinungen oder Träume aber hintenüber werfe was mich wiederum dann wieder letztendlich in eine Krise stürzt.

Beispiel: Meine Mutter - sie ist sehr dominant und vereinamt mich gerne - wenn Sie ein Problem hat muss ich sofort springen und auch die Antworten geben, die sie hören möchte - obgleich ich grade aus dem Krankenhaus komme (zwei Wochen zurück liegend), es mir mental nicht gut geht - ich habe zu reagieren - wie es mir geht wird nicht gefragt. Ich lasse es Einwände zu erheben, da ich die Auseinandersetzung scheue - ja sie mir auch Angst macht.

Ich weiß es ist kindisch - ich bin 36 Jahre alt, glücklich verheiratet und wünsche mir schon seit Jahren einen Hund - alle Notwendigkeiten hierfür sind gegeben - aber da ist wieder die Angst vor ihrer Reaktion - da sie (hat selber einen Dackel) es für uns jungen Leute nicht für gut befindet einen Hund zu haben etc. Die Vorstellung ihrer Reaktion löst bei mir regelrechte Panikattacken, Beklemmungen und schon wieder Angst aus.
Aber ich habe das Gefühl dass ich nicht mein Leben lebe, sondern eines um ihr zu gefallen. Sie scheint mich immer noch nicht als erwachsene Frau mit eigenen Bedürfnissen und als Freundin zu erkennen, sondern immer noch als Kind.

Wie kann ich mich bei solchen Geschichten schützen / Abgrenzen ich bin leider nicht immer mental so stark auf Konfrontationskurs zu gehen... _nüxweiss_
Lg Eure Anke
Anke36
 

Re: Abgrenzung / Grenzen ziehen

Beitragvon bumblebee » Di 22. Mai 2012, 21:27

Hallo Anke36,

hier hab ich ein paar Threads mit ähnlichen Themen zusammengefasst, da ist schon fleißig diskutiert worden.

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/viewtopic.php?nxu=11590502nx46300&f=19&t=1859&p=32880&hilit=grenzen#p32880

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/viewtopic.php?nxu=11590502nx46300&f=8&t=1754&p=31616&hilit=grenzen#p31616

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/viewtopic.php?nxu=11590502nx46300&f=8&t=1659&p=30386&hilit=grenzen#p30386

http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/wo-liegen-eure-grenzen-wuensche-im-miteinander-t1360.html


Liebe Grüße

bumblebee
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Re: Abgrenzung / Grenzen ziehen

Beitragvon Anke » Mi 23. Mai 2012, 09:09

Danke bumbelbee, das gleiche wollte ich auch gerade machen _grin_

Hallo Anke,

zunächst einmal ein herzliches sm_06 hier im Forum. Vielleicht magst Du Dich ja auch noch ein wenig im Vorstellungsbereich vorstellen?

Die Thematik, die Du ansprichst ist schon einige Male in verschiedenen Nuancen hier angesprochen worden, vielleicht sind deswegen noch keine weiteren Antworten gekommen...

Ich habe das Gefühl, dass Du Dich immer noch nicht von Deiner Mutter gelöst hast. Du hast zwar eine eigenen Familie, reagierst aber immer noch wie die nicht erwachsene Tochter und Deine Mutter eben genauso....

Sie scheint mich immer noch nicht als erwachsene Frau mit eigenen Bedürfnissen und als Freundin zu erkennen, sondern immer noch als Kind.


Das ist etwas was ich auch erst noch lernen musste! Meine Mutter kann NICHT meine Freundin sein. Man kann eine gutes Verhältnis haben, aber irgendwo sind dann auch ganz natürliche Grenzen. Es ist und bleibt nun mal ein Mutter-Tochter-Verhältnis! Ich kann Dir nur empfehlen, Dein Verhältnis zu Deiner Mutter erst einmal für Dich selbst zu überdenken. Wenn Du Deine Einstellung änderst, dann fällt es Dir auch leichter, Deiner Mutter klarer gegebüber zu treten. Ich habe gemerkt, dass viele Grenzüberschreitungen meiner Mutter gar nicht mehr so oft vorkommen, wenn ich mir klar darüber bin, wei ich zu ihr stehe. Außerdem akzeptiere ich meine Mutter inzwischen einfach so wie sie ist. Sie hat nun mal ihre Fehler und das wird sich auch sicher nicht mehr ändern. Wenn mir etwas zu viel wird oder sie sich zu sehr einmischt, dann sage ich ihr das direkt und dann ist es auch gut. Früher habe ich so etwas dann ewig mit mir rumgeschleppt und vor mich hin gelitten. Das will ich heute nicht mehr.
Um es ihr und mir leichter zu machen habe ich auch den Kontakt reduziert. Ich rufe definitiv ein mal in der Woche an (früher waren es tägliche Telefonate). Wir beide wissen aber, dass der andere im Notfall immer erreichbar ist. Mit dieser Reduzierung freuen wir uns in der Regel auch wenn wir einander hören...

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Schöne Grüße

Anke
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Re: Abgrenzung /Mutter - Tochter-Konflikt

Beitragvon Anke36 » Do 24. Mai 2012, 08:14

Hallo Ihr Lieben :-)

Vielen Dank für die prompten Anregungen und Antworten. Ich habe mir in den vergangenen Tage etwas Zeit genommen, um über diese Problematik nachzudenken - eine optimale Lösung habe ich in der kurzen Zeit natürlich noch nicht gefunden, dennoch bin ich auch zu dem Entschluss gekommen den Kontakt erst einmal wieder herunter zu fahren. Es geht mir im Augenblick mental nicht besonders gut, obwohl mein Umfeld (Mann, Nachbarn..) sehr lieb und harmonisch zu sein scheint. In diesen Phasen fällt es mir wegen der "Hirnwichserei" dann schwer rationelle Entscheidungen zu treffen - aber ich gestehe mir dann auch mittlerweile zu, dass ich dann eben in diesen Momenten keine Lösung und Entscheidung habe, was mir dann persönlich hilft herunterzufahren bzw. mich nicht weiter unter Druck zu setzen. Vor ca. eineinhalb Jahren bin ich wegen diesem Mutter-Tochter-Konflikt in einem Coaching gewesen und man hat festgestellt, dass die Rollen eindeutig vertauscht sind - ich hatte die Rolle der Erwachsenen übernommen und meine Mutter die des Kindes. Dazu muss man wissen, dass mein Vater 2004 an Knochenkrebs verstorben ist und ich in dieser Zeit die Hauptlast getragen habe - medizinische Angelegenheiten etc. sie hat immer gefordert dass ich als Physiotherapeutin eine genaue Diagnose geben kann die sich natürlich zum Guten wenden sollte etc. - ich wusste jedoch, dass er es nicht schaffen würde und auch dass er sich unter Morphium(quasi als aktive Sterbehilfe) setzen lassen wollte da er zu sehr litt. Er erzählte mir: " Ich bin kein Pessimist aber Realist" , und ich möchte es so machen aber bitte sag' ihr nichts, sie würde es nicht akzeptieren und ich möchte keine Diskussionen mehr." Das war ziemlich harter Tabak - ich wusste das er am nächsten Tag sterben würde während sie der überzeugung war er befände sich auf dem Weg der Besserung - und ich hatte ihm versprochen nichts zu erzählen, was ich auch nicht tat. Ich hatte nach seinem Tod kaum die Möglichkeit zu trauern, da meine Mutter meine Unterstützung einforderte - umgekehrt gab es kein Auffangen ihrerseits. Nach einigen sehr egomanen Monaten, wo ich immer nur von ihr hörte "ich", "ich", "ich", teilte ich ihr mit dass ich von der Entscheidung und dem Willen meines Vaters gewusst habe und Lieben heißt auch Loszulassen - darauf sprang sie auf und knallte mir eine.

Es gibt hunderte dieser Situationen aber ich habe mich immer für sie verantwortlich gefühlt, doch ich denke es ist an der Zeit mein eigenes Leben zu beginnen - auch wenn ich im Augenblick noch etwas ratlos bin - bzgl. des WIE?

Wenn es Euch ähnlich ergeht oder Ihr Anrgegungen und Tipps habt würde mich das sehr freuen.

Ganz liebe Grüße
Eure Anke
Anke36
 



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