Abgrenzung - wie macht ihr das?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon samadhi » Di 23. Sep 2014, 21:02

Hallo zusammen _Mij_

ich bin ganz neu hier. Habe schon sehr viel still mitgelesen und freue mich auf den Austausch mit euch.

Zur Zeit bin ich (wieder mal) an dem Punkt, an dem ich mich frage: Wie lerne ich es, mich abzugrenzen?!
Ich habe vor kurzem den Arbeitsbereich gewechselt und allein diese große Veränderung hat schon sehr viel von mir abverlangt. Aber insgesamt fühle ich mich mit der neuen Arbeit sehr sehr wohl und finde mich allmählich gut ein. Ich habe natürlich auch neue Kollegen. Ich habe scheinbar das Talent an Menschen zu geraten, die gerne viiiiel und durcheinander erzählen. Die auch sehr viel abladen wollen. Menschen die sich und ihre Ansichten als sehr wichtig empfinden, was daran deutlich wird, dass sie keine Gelegenheit auslassen diese lautstark zu verkünden.
Ich spüre, dass ich sehr stark auf diese Menschen reagiere. Besonders, wenn diese nicht zuhören, wenn man selbst gerade etwas sagt, oder die einem permanent ins Wort fallen. Aktuell ist es eine Kollegin, die bei mir diese Dinge auslöst. Ich schätze ihre Arbeit, ihre Ideen, ihre Motivation. Sie ist auch neu und noch in der Ausbildung. Wenn sie mir etwas erzählt, mit ihrer schnellen, wirren Art zu sprechen, dann bekomme ich richtige körperliche Symptome. Mein Herz rast, ich spüre, dass ich innerlich aufgewühlt werde, nervös und kurzatmig.
Sie kommt einem sehr nah, sieht einen die ganze Zeit erwartungsvoll an beim Reden, als wäre sie auf der Suche nach Bestätigung. Ich versuche mich dabei immer ruhig und gelassen auf das Gespräch einzulassen, doch in den meisten Fällen gelingt es mir nicht. Mein Körper reagiert und ich spüre, dass ich gereizt werde. Oft kann ich Antworten dann nicht in dem freundlichen Ton übermitteln, wie ich es gerne würde. Weil ich entweder fünf Anläufe brauche um zu Wort zu kommen, unterbrochen werde, sodass ich nur noch froh bin, endlich was dazu sagen zu können.
Ich fühle mich nach Gesprächen mit ihr oft ausgelaugt, erschöpft, müde. Als hätte sie meine Energiereserven angezapft und entleert.

Ich weiß, dass es an mir liegt, an dieser Situation etwas zu ändern. Ich muss und will nicht SIE ändern, ihre Art, ihre Mimik oder ihr Wesen. Ich muss für mich einen Weg finden, mich davon besser abzugrenzen, sowohl innerlich als auch nach Außen hin.

Kennt ihr auch solche Menschen, die ähnliche Gefühle bei euch auslösen? Wie geht ihr damit um?

Ich nehme mir schon manchmal ein paar Minuten Auszeit um tief durchzuatmen, mich zu erden und zu sammeln. Doch meistens erst hinterher und dann ist es ja im Grunde schon zu spät. Ich würde gerne souverän und gelassen auftreten können, meine Grenzen klar haben und diese auch vertreten. Und mich auch unterhalten können ohne danach das Gefühl zu haben, einen Marathon gelaufen zu sein.

Über Rückmeldungen, Rat oder einfach eure Erfahrungen mit dem Thema würde ich mich sehr freuen _hih_
samadhi
 

Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon Rhiannon » Di 23. Sep 2014, 21:28

Hallo samadhi,

ja, ich kenne auch jemanden, der mich niederredet. Vielleicht ist es besser vorher zu reagieren, bevor man wütend wird. Ich würde mich z.B. nicht unterbrechen lassen, indem ich einfach in aller Ruhe laut weiterrede und den anderen dabei anschaue. Du könntest dann auch mal aussprechen, dass du gern ausreden möchtest. Dabei solltest du auch körperlich Signale senden, dass es dir damit ernst ist, also nicht demütig lächeln. Falls der andere pausenlos auf dich einredet, könntest du seine Verschnaufpause nutzen, um wieder selbst etwas beizutragen. Und wenn du keine Lust mehr auf die Unterhaltung hast, könntest du z.B. sagen, dass du jetzt aber wieder weiterarbeitest oder sonst etwas anderes tun willst. Ich glaube wichtig ist der Augenkontakt, der auch eine Botschaft übermittelt, nämlich dass du wehrhaft bist.
Grüßle
Rhiannon
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Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon steffi190384 » Mi 24. Sep 2014, 03:04

Hallo Samadhi,

also ich muss dir ehrlich sagen, nicht du musst du dich ändern, sondern sie muss an ihrem Verhalten etwas ändern. Wie unhöflich ist es bitte, wenn man andere Menschen nicht zu Wort kommen lässt und dann den Leute noch zu nah auf die Pelle kriecht? s_032 Bei solchen Leuten kriege ich auch Zustände und irgendwann knallt mir dann mal was raus, was ich eigentlich gar nicht sagen wollte. Ich werde dann innerlich richtig aggressiv und irgendwann explodiert es dann, wenn das immer wieder passiert. Ich würde die Frau einmal höflich darauf hinweisen und wenn sie dir wieder ins Wort fällt, fall ihr ins Wort und sage ihr, wie unhöflich du diese Art findest. Ein gewisser körperlicher Abstand muss auch gewährleistet sein. Ich kenne auch einige Leute, die immer so nah rankriechen, aber bei mir persönlich dürfen das nur die wenigsten. Zeitweise hatte ich sogar Probleme mit meiner besten Freundin auf der Couch zu sitzen und Körperkontakt zu haben. Irgendwann hat sie dann ihre Beine über meine gepackt und meinte, ich soll nicht so sein. Wir würden uns lange u gut genug kennen. Sie ist eine von wenigen, die das überhaupt darf. Damit haben aber viele HSP ein Problem. Eine gute Freundin sagte mir vor ein paar Jahren mal, dass der Höflichkeitsmeter eingehalten werden muss und es ist so...

Viele Grüße, Steffi
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Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon Die_Lucy » Mi 24. Sep 2014, 10:03

Bei mir war es bisher so, dass ich in sämtlichen Gruppen, auch an der Arbeit, eine Außenseiterposition hatte und dadurch mehr oder weniger in Ruhe gelassen wurde. Ich habe mich aber auch immer bewusst zurückgezogen, nicht an "Spaß-Aktivitäten" teilgenommen zum Beispiel. Dadurch hat man natürlich eine Sonderrolle und geht nicht in der Gruppe auf, was je nach Gruppe zu Problemen führt.
Wie fühlst Du Dich in der Gruppe, bzw. welchen Platz in der Gruppe möchtest Du haben?

Zum Thema "Höflichkeitsmeter" denke ich da gleiche, wie hier schon beschrieben wurde. Geht gar nicht, wenn Leute so nahe kommen OIO Da werd ich ganz gestresst und weiche automatisch erschrocken zurück. Blöd wenn Leute dann nachrücken, weil sie es nicht verstehen.
Den Höflichkeitsmeter zur Not mit Zähnen und Klauen verteidigen.
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Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon Vinkona » Do 25. Sep 2014, 18:58

Das Problem mit der fehlenden Abgrenzung kenne ich leider auch sehr gut.

Ich konnte mich lange überhaupt nicht abgrenzen, habe geglaubt, ich müsse es aushalten und ertragen, wenn jemand mich "totgeredet" hat. Ich sehe dann absolut keine Chance, dem zu entkommen. Hinterher bin ich fix und alle, gleichzeitig überfüllt und leergesaugt.

In manchen Fällen habe ich den Kontakt deswegen ganz abbrechen müssen - ich sah keine andere Möglichkeit, um mich irgendwie zu schützen. Ganz oder gar nicht. Entweder ich stehe ganz, mit Haut und Haar, und immer zur Verfügung - oder es muss der Kontakt komplett abgebrochen werden. Dazwischen gibt es irgendwie nichts.

Aber im Arbeitsbereich geht das ja nicht, den Kontakt ganz abzubrechen. Man kann sich auch nicht wirklich aus dem Weg gehen bzw. ist auch darauf angewiesen, dass die Stimmung nicht völlig kippt.

Ich wurde auch schon krank, wenn ich mich in Beziehungen über längere Zeit nicht abgrenzen konnte. Es war die Notbremse, die mein Körper gezogen hat. Ich konnte mich erst aufgrund der Krankheit zurückziehen.

Ich wollte es so gern können, mich auf gute Art abzugrenzen. Nicht den Kontakt abbrechen müssen. Nicht mit einem Wutausbruch mich und mein Gegenüber erschrecken, wenn ich es einfach nicht mehr aushalte und regelrecht explodiere.

Sondern rechtzeitig meine Grenzen wahrnehmen und mich auf friedliche Art abgrenzen.

Jetzt habe ich das Buch "Bis hierher und nicht weiter" von Rolf Sellin gefunden. Er greift genau diese Themen auf und zwar in Bezug auf HSP. Ich erkenne mich in den Beispielen eins zu eins wieder.

Übrigens kenne ich es auch, dass ich es nicht mag, wenn man mir körperlich zu nahe rückt. Und ich habe dann immer geglaubt bzw. mir sagen lassen müssen, ich "stelle mich an", ich sei "überempfindlich". Dabei brauche ich einfach diesen Abstand- Und ich habe ein Recht darauf, jawohl _grinsevil_ !!
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Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon samadhi » Sa 27. Sep 2014, 23:38

Vielen Dank für eure Antworten!

@Rhiannon: Danke dir für deine Ratschläge! Du hast Recht, die entsprechende Körpersprache spielt dabei auch eine große Rolle um sich zu positionieren und seine Grenzen deutlich zu machen.
Ich habe es nun auch schon ausprobiert, einfach weiterzureden, wenn die andere Person dazwischenredet. Es erfordert für mich recht viel Konzentration, weil ich dann irgendwie gleichzeitig zuhöre und rede und dann schnell durcheinanderkomme. Aber zuletzt ist es mir ganz gut gelungen, ich habe lauter weiter gesprochen und auch wenn die andere Person dann in dem Moment wieder nicht zugehört hat, weil sie ja im selben Augenblick geredet hat, war es mir wichtig, bei mir zu bleiben und zu Ende zu sprechen.
Kürzlich hatte ich auch eine Situation, nachdem ich wieder "totgeredet" wurde und dann auch etwas gesagt habe, hat mein Gegenüber sich offensichtlich direkt mit etwas anderem beschäftigt und mich dann einfach unterbrochen mit einer total banalen Aussage, die überhaupt nichts mit dem zu tun hatte, was ich zuvor gesagt habe. So unter dem Motto "schönes Wetter heute". Ich habe gedacht ich hör nicht richtig und habe dann nur fest in ihre Augen gesehen und gesagt: "Danke fürs Gespräch!" Die andere Person hat sich dann entschuldigt und nochmal nachgefragt was ich gesagt habe. Das war echt super unverschämt und ich glaube sie hat es auch gemerkt.

@Steffi: Ohja, das kenne ich zu gut, was du schreibst, dass du innerlich dann so aggressiv wirst, und beinahe explodierst. Bei mir ist das ganz genauso. Ich weiß was du meinst, wenn du schreibst, sie muss ihr Verhalten ändern! Und ich sehe es genauso...Nur wenn ich mein Verhalten nicht änder bzw. ihr nicht meine Grenzen zeige wird sie diese weiterhin platt trampeln.... Deshalb meinte ich, ich muss mich, mein Auftreten etc ändern, damit sie spürt, so geht das bei mir nicht. Aber ich bin da ganz bei dir, der Höflichkeitsmeter muss eingehalten werden. _yessa_

@ Lucy: Was du beschreibst kenne ich auch sehr gut! Ich habe in Gruppen solange ich denken kann immer eher eine Außenseiterrolle eingenommen... seit ein paar Jahren hat sich das etwas geändert. Also ich war früher sehr sehr unsicher und habe mich aufgrund dessen von anderen zurückgezogen oder war in Gruppensituationen immer sehr still, sodass ich automatisch die "unscheinbare" war. Ich bin nun etwas präsenter geworden, da ich mehr Selbstvertrauen dazu gewonnen habe.
Und zu deiner Frage welche Rolle ich einnehmen möchte... das ist eine interessante Frage. Ich habe ohnehin eine für mich sehr neue Position auf der Arbeit (sozusagen Teamkoordination), neben mir noch eine Hauptamliche (mit der ich sehr gut zurecht komme) und ansonsten Studienpraktikanten und Honorarkräfte. Das heißt, von mir wird eine gewisse Präsenz im Team ohnehin gefordert, die ich auch gerne erfülle. Aber ich spüre auch, obwohl die Praktikanten nicht sehr viel jünger sind als ich, ist da schon auch eine gewisse Distanz was die Interessen angeht und bei manchen Themen merke ich einfach, das ist nicht meine Welt... Da kommt aber auch wieder die HSP ins Spiel denke ich.
Ich trinke zB keinen Alkohol und besagte Kollegin bzw Praktikantin hat mich gefragt warum nicht, ob ich "aus dem Alter raus bin". Ich fand die Art und den Ton wie sie fragte etwas übergriffig, so unter dem Motto : "Hälst du dich für etwas besseres oder für schon so erwachsen, dass du nichts mehr trinkst."
Und da spür ich dann zB, bei Gesprächen wie besoffen sie auf der letzten Party war, bin ich raus - aber das auch sehr gerne...

@Vinkona: Danke für deinen Beitrag. Es tut mir leid für dich, dass du diese Problematik auch so gut kennst und sogar bereits komplett den Kontakt zu anderen Menschen abbrechen musstest deshalb. Aber ich finde das zeigt auch, dass du für dich sorgen kannst und deine Grenzen, wenn sie dann auch sehr konsequent sind, ziehen kannst.
Das was du über Krankheiten schreibst aufgrund fehlender Abgrenzung kenne ich auch sooo gut! Mein Körper reagiert darauf auch super empfindlich und ich spüre sehr schnell, wenn ich jemandem zu viel Raum gegeben habe. An meinem letzten Arbeitsplatz war das auch bereits Thema, nur noch heftiger als jetzt, dass mich eine Kollegin totgeredet hat und da war ich oft krank.

Ich glaube auch aufgrund der HSP kennen wir alle dieses Gefühl so gut, wenn uns jemand zu nah auf die Pelle rückt und uns das unangenehm wird. Bei manchen Menschen habe ich den Eindruck sie haben diesen persönlichen Sicherheits- / Höflichkeitsradius um sich herum überhaupt nicht und sind sehr distanzlos, auch bei fremden, die sie gerade erst kennen lernen. Ich spüre das sofort, wenn jemand in meinem "persönlichen Raum " steht, manchmal so heftig, als würde der Mensch mich schon berühren, obwohl noch ein geringer körperlicher Abstand gegeben ist. Aber diesen Meter müssen wir wirklich verteidigen _yessa_
samadhi
 

Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon samadhi » Sa 27. Sep 2014, 23:43

Ach und danke noch für den Buchtipp Rolf Sellin... Ich habe jetzt schon öfter gehört bzw. gelesen, dass seine Bücher sehr gut sein sollen und glaube da werd ich mir bald mal eines zulegen :)
samadhi
 

Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon Widar » So 28. Sep 2014, 01:15

Hey samadhi,
danke für den Beitrag. Das kann man lernen und sollte man auch. Ich denke für Frauen ist das sogar noch eine ganze Ecke schwieriger, deswegen weiß ich nicht wie gut ich dir da helfen kann.
Es ist schon mal sehr gut, wenn du dich immer mal wieder auf dich besinnst. Eine ruhige Atmung bewahren, eine aufrechte Haltung annehmen, ein klarer bestimmter Blick. Dann kommt es nur noch darauf an was du denkst. Sie es als Herausforderung an, als Lernfeld.
Was passiert wenn du dir vorstellst dich umgibt eigentlich eine gemeingefährliche metallische Stachel-Aura ? :D
Und wie die Person sich, mit jedem Schritt die sie in dich rein will, selbst verletzt. Und äußerlich machst du erstmal nichts. Sowas mach ich schonmal wenn's mal ganz schlimm wird, psychopathische Seelenvampire.... ich weiß ja nicht wie schlimms bei dir schon ist :D Du musst dir vorstellen, dass du Nichts an sie abgibst, dann tust du das auch nicht. Du kannst die Situation mental dominieren. Alles andere folgt dann schon von selbst.
Ich meine, ich weiß ja nicht was das Problem von diesem Menschen im speziellen ist. Aber es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Menschen sich (unbewusst ?) gezielt solche aussuchen, die eben sehr offen sind. Weil sie merken, da ist was zu holen. Andere wollen was abladen. Schmerzen zuführen, die sie selbst erfahren mussten, was auch immer. Im Grunde kann einem das ja nur Leid tun... Aber da musst du ganz bestimmt bleiben! Vielleicht kannst du dem Menschen dann ja doch auf die ein oder andere Weise helfen und dabei aber selbst entscheiden was du ihm geben kannst, und wo und wann Schluss ist.
Oder du versuchst dich so plump zu verhalten wie manch anderer Mensch, wenn dir das gelingt icon_winkle

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Re: Abgrenzung - wie macht ihr das?

Beitragvon Rhiannon » So 28. Sep 2014, 11:35

Hallo samadhi,

das freut mich sehr, dass dir meine Tipps geholfen haben.
Du hast geschrieben:"Kürzlich hatte ich auch eine Situation, nachdem ich wieder "totgeredet" wurde und dann auch etwas gesagt habe, hat mein Gegenüber sich offensichtlich direkt mit etwas anderem beschäftigt und mich dann einfach unterbrochen mit einer total banalen Aussage, die überhaupt nichts mit dem zu tun hatte, was ich zuvor gesagt habe. So unter dem Motto "schönes Wetter heute".
Das ist wirklich krass. Unglaublich, wie sich manche Menschen verhalten. Du hast toll reagiert. _thum_ Früher war ich so naiv, dass ich nur an das Gute im Menschen glaubte, und wurde dementsprechend behandelt. Heute lebe ich eher nach dem Motto, wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Im Privaten kann man sich die Leute aussuchen, aber auf der Arbeit nicht. Das hat sich auf mein Berufsleben so nachteilig ausgewirkt, dass allein beim Gedanken wieder arbeiten zu müssen, Angst aufsteigt. Bei mir hat sich das Thema leider erledigt. 647&/
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Verschiedene Techniken der Abgrenzung

Beitragvon Equilibrium » So 5. Okt 2014, 16:55

Mich beschäftigt schon lange wie ich mich vernünftig Abgrenzen kann. Es scheint für viele von uns das wesentliche Problem zu sein. Ich bin selbst noch dabei zu lernen, doch ich fasse hier mal zusammen was ich alles gefunden oder erlernt habe:

- Kontakt mit der Natur -> Wandern, Gartenarbeit, Kontakt zu Pflanzen und Mutter-Erde
- Energetischer Selbstschutz (Abgrenzung auf Energieebene)
- Allein Sein und eine räumliche Distanz schaffen oder ggf Schweigen ->sich in irgendeiner Form dem Anderen entziehen und wieder zu sich kommen -> Meditation
- Arme und Beine überkreuzen (schließt die Aura) -> absichtlich, wenn es für den Anderen Sichtbar sein soll
- Situation von außen, aus der Perspektive eines Dritten betrachten -> innerlich auf Abstand zu sich gehen und sich selbst und die Situation beobachten -> in eine Beobachterrolle schlüpfen
- Selbstliebe ->je mehr man mit sich im reinen ist, sich akzeptiert und liebt, desto weniger bringt etwas äußeres ins Ungleichgewicht
- Filtern von eigenen und fremden Gefühlen ->schwierig aber sehr wesentlich

- Persönlichkeitsentwicklung:
-> Projektionen zurück nehmen -> Schatten-Themen abbauen und nach innen sehen. Die Wirklichkeit so annehmen wie sie ist.
-> http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/religion-und-spiritualitaet-f13/empfehlungen-fuer-spirituelle-buecher-t5748-s10.html#p118104
-> Glaubenssätze hinterfragen und hinderliche Glaubenssätze umkehren (wirken stärker als bei Normalsensiblen, durch das intensivere Energiefeld von HSP)
-> eigene Erwartungshaltungen wahrnehmen und Stück für Stück abbauen (die wirken bei empatischen HSP sehr stark auf andere)
-> Stabiles Ich-Gefühl entwickeln -> die 1. Natur entdecken und leben
(2. Natur ist die von Gesellschaft, Eltern & Umfeld anerzogene Persönlichkeit (lat. persona=Maske, Rolle), darunter liegt die eigentliche Natur, so wie wir wirklich sind ->der einfachste Weg (für mich) das heraus zu finden war ein vernünftiges Horoskop anfertigen zu lassen ->z.B. hier
-> Sich selbst, die Gefühle und Wahrnehmungen bejahen und Widerstände abbauen

Aus dem Buch "Empathie - Ein Leben ohne Haut" von Gitta Peyn:
- Energetischer Schutz speziell für Empathen ->Abgrenzen und bewusst öffnen, mit dem späteren Ziel des durch sich hindurch fließen lassens -> sie beschreibt die Endhaltung als "zärtliches Interesse" an anderen.
- Schließende und öffnende Ernährung -> Schließend: Kohlehydrate, Tierisches Eiweiß (außer Joghurt), Zucker, Salz, Nüsse, Roh öffnet eher als es schließt und alles was nicht schließt, öffnet
-> möglichst im Bewusstsein der Wirkung verzehren
- Täglich Barfuss laufen und sich mit der Erde bewusst verbinden, überschüssige Energie ableiten

Aus dem "Handbuch für Hochsensible - Ein Arbeitsbuch für die optimale Nutzung der Gabe Hochsensitivität" von Piegsda & Sawitza:
- Einen inneren Ort der Sicherheit visualisieren und diese Vorstellung mit einer Berührung verknüpfen, so das in stressigen Situationen durch die Berührung die Entspannung des sicheren Ortes wirken kann (die Berührung ist der Auslöser für das Gefühl und die Erinnerung des sicheren Ortes)
- Verlagern der Aufmerksamkeit in den eigenen Körper (Herzschlag, Atmung, Hände, Füße, Muskulatur)
- Verlagern der Aufmerksamkeit auf eine Handlung -> z.B. bewusstes Gehen
- Bilaterale Stimulation der Gehirnhälften -> Über Kreuz im Sekundentakt Tippen (rechte Hand, linke Schulter; Linke Hand, rechte Schulter - oder mit den Beinen)
- Transparentes Kommunizieren über die eigene Wahrnehmung -> mit Sorgfalt und Bedacht in einer stärkenden Atmosphäre
- Energie in Liebe transformieren -> Die Autoren schreiben, es sei einfacher als man denkt _klp_



So, das ist jetzt viel mehr geworden als ich dachte und aus dem "mal kurz" wurde nichts freüde
Aber so hab ich für mich endlich einigermaßen sortiert was ich erlernt oder in letzter Zeit erfahren habe. Die beiden genannten Bücher sind empfehlenswert um sich eingehender damit zu beschäftigen. Ich hoffe mein Überblick hilft euch, das passende zu finden.

Gruß iwikx
Equilibrium
Findet euch selbst, seid ihr selbst, folgt euren eigenen Eingebungen und Impulsen, nichts und niemand anderem. Zerstört alle Bilder, die ihr euch von euch selbst, von den anderen und von den Rollen der Geschlechter gemacht habt, und vertraut dem Wildwuchs eurer eigenen Natur.
Safi Nidiaye


-->Ich bin hier nicht mehr aktiv. Du darfst mir jedoch gern eine Email schreiben. Ich bin offen für Austausch über das Nichtalltägliche.
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