Auto fahren mit Angst?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon Taurus » Di 4. Nov 2014, 21:16

@Tina
Das Einkaufen ist natürlich lästig. Ich muss ja für Vier einkaufen und tue es im Grunde jeden Tag, entweder vor oder nach der Arbeit, denn die Getränke nehmen schon sehr viel Platz ein in der Fahrradtasche. Die leichten Sachen kommen an den Lenker. Nur bei Schnee wird es schwierig, dann muss ich das Rad schieben, denn tragen wäre ja noch schlimmer.
Es ist okay, denn ich möchte ja ohne Auto auskommen, also geht alles auch ohne Auto. _thum_
Gruß
Michaela
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon derKleine » Mi 5. Nov 2014, 09:36

TinaL. hat geschrieben: Manchmal ist es mit dem Auto einfach angenehmer.


Ich denke, wenn man sowieso eines besitzt, ist es sicher nicht schlecht, es zu behalten. Für Notfälle (wie z.B. die kommenden Bahnstreiks) ist es natürlich gut, wenn man eine Alternative hat.

Da ich aber sowieso nie ein Auto besessen habe, stellt sich für mich die Frage nicht. Abgesehen davon - bei meinem aktuellen Lebenswandel (ich reise gern) könnte ich mir ein Auto gar nicht leisten.
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon Liandri » Mo 10. Nov 2014, 18:12

Hallo Ihr Lieben,

befasse mich erst seit kurzem mit HSP/HSS und bin schon beim ersten Thread sooooo erleichert das es anderen auch so geht :)

Ich bin jahrelang nicht gefahren, da ich in einer Großstadt gelebt hatte. Dann auf dem Land brauchte ich aus beruflichen Gründen ein Auto. Ich hatte dann ein paar Übungsstunden genommen, doch mein "zweiter" Fahrlehrer meinte nach drei Fahrten wir bräuchten keine mehr, da ich gut fahre trotz so weniger Übung.

Doch kurz darauf fingen die Probleme an....ich bin immer fix und fertig ausgestiegen und schon total erschöpft in der Arbeit angekommen. So richtig verstanden hat mich mein Umfeld nicht :( entweder kam: du fährst doch super oder hab dich nicht so
Einen kleinen Unfall hatte ich dann auch, doch auch wenn ich geschockt war, war ich doch auch überrascht wie schnell meine Reaktion war..nur ein Zaun musste leiden ;)

Doch irgendwann ging nichts mehr, ich bekam immer häufiger Migräneanfalle und Herzrasen, weil mir die Inputs zu viel wurden und auch das ich fühlen konnte wenn es den Hintermann mal zu langsam ging oder einfach nur jemand gestresst ist.

Ich war dann heilfroh, als ich wieder an meinem festen Arbeitsplatz war und alle körperlichen Probleme waren wie weggeblasen.
Die letzten drei Jahre hatte ich mich auch damit befasst, ob es eine Angststörung ist und woher und wie ich es in den Griff kriege.

Ich denke schon das sich das so steigern kann, das daraus eine Angststörung entsteht.

Jedoch jetzt zu wissen was der eigentliche Grund bei mir ist versetzt mir ein Dauergrinsen ins Gesicht und ich verstehe mich endlich.

Ich werde das Autofahren bestimmt wieder probieren, nur mit einem Automatik :)
Liandri
 

Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon katrin.blume » Mo 10. Nov 2014, 18:54

Wie ungern ich doch Auto fahre. Ich wünschte, ich könnte mit den Öffentlichen zur Arbeit und durch die Gegend fahren aber wir wohnen recht ländlich, so dass es einfach nicht geht. Und jetzt im Winter hasse ich es noch viel mehr, weil es so dunkel ist und ich wenig sehe.
Nein, Auto fahren ist nicht meins. Ich bin auch zig Mal durch die praktische Prüfung gefallen - nicht etwa weil ich dumm wäre, sondern weil ich zu viel Angst hatte. Inzwischen fahre ich seit 3 Jahren richtig viel. Aber mögen tue ich es deshalb noch lange nicht. Ich geb die Schlüssel auch gern ab, wenn ich kann... und lasse meinen Freund fahren.
"Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt." (J.W. von Goethe)
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon derKleine » Mo 10. Nov 2014, 20:41

Ich bin wirklich froh, dass es hier einige Gleichgesinnte gibt. Im normalen Leben kann mich kaum jemand verstehen. Gerade als Mann muss man doch das Autofahren lieben, das tut doch jeder... sagen die Leute zumindest. Wie oft ich das schon erklären musste und meistens verständnislose Blicke geerntet habe...

Erst vor wenigen Wochen wieder hatte ich so ein Gespräch: ich erklärte, warum ich nicht gern Auto fahre, und mein Gesprächspartner schüttelte ungläubig den Kopf und meinte, das könnte gar nicht sein. Autofahren wäre doch so einfach und würde so viel Spaß machen...
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon Ellie » Fr 5. Dez 2014, 22:16

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe das Thema angestoßen und verfolge es immer wieder.
Ich kann Euch gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass es mir nicht
alleine so geht.

Ich kann hier bei uns auf dem Land und Umgebung ganz gut fahren.
Jedoch zwinge ich mich nicht mehr dazu, in der Großstadt und
auf Autobahnen zu fahren. Für mich und mein extrem empfindliches
Nervenkostüm, dazu noch "ohne Filter im Kopf" - ich schaffe es nicht
und habe für mich entschieden, mich so anzunehmen, wie ich bin.
Es sind halt nicht alle Menschen gleich und nicht jeder kommt mit
allen Situationen gut zurecht. Bevor ich vor lauter Nervosität noch
einen schlimmen Unfall verursache, lasse ich es lieber.
Mein Mann ist beruflich sehr viel unterwegs und Vielfahrer, aber
auch er sagt, die Situation auf den Autobahnen und in den Großstädten
sei eine Katastrophe und nichts für schwache Nerven. Am WE fährt
er freiwillig nirgendwo hin!!!!!!! sondern wir laufen in den Wald.
Menschenansammlungen und Blechlawinen sind für mich so abtörnend.
Ich denke, viele gerade auch alte Menschen,(letzte Woche bei uns auf
der B10 - 87-jähriger übersieht LKW!!!!!!!) - sind mit dem heutigen
Verkehr schlichtweg überfordert und wollen es sich nicht eingestehen,
es passieren immer wieder sehr sehr schlimme Unfälle mit Todesfolgen
und das müsste nicht sein, wenn die Menschen einsichtiger wären z. B.
auch das Thema Geisterfahrer usw.

Liebe Grüße Eure Ellie iwikx
Ellie
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon Andy » Mo 8. Dez 2014, 12:00

Hallo !

Was bin ich froh, dass es euch gleich geht wie mir! Ich hab den Führerschein seit 35 Jahren und bin noch nie allein gefahren. Bei allen Versuchen, mit meinem Mann zu fahren, habe ich schlaflose Nächte, Herzrasen, richtige Panik wenn ich nur dran denke. Ich bin völlig überfordert mit den vielen Reizen, die da auf einen einströmen. Ich glaube, für die Menschheit ist es besser, wennn ich das Fahren bleiben lasse.
Bis jetzt habe ich mich aber deshalb immer als Mensch 2. Klasse gefühlt, aber jetzt, wo ich sehe, dass es so vielen gleich geht wie mir, kann ich das vielleicht akzeptieren.

Gruß Andy
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon derKleine » Mo 8. Dez 2014, 13:28

Andy hat geschrieben:Ich glaube, für die Menschheit ist es besser, wennn ich das Fahren bleiben lasse.


Das glaube ich bei mir auch.. _läch_

Ich wäre wohl eher ein Verkehrshindernis... Das ist sowieso einer der Aspekte, die ich beim Autofahren irgendwie nicht kapiere: ich habe oft den Eindruck, dass man schon als Verkehrshindernis gilt, wenn man sich an die Regeln und Geschwindigkeitsbeschränkungen hält. Wann immer ich bisher selber gefahren bin, habe ich mich ziemlich genau an die jeweilige Geschwindigkeitsbeschränkung gehalten - oft mit dem Effekt, dass sich hinter mir eine Schlange von Autos mit wütenden Fahrern bildete. Auch als Beifahrer habe ich oft das Gefühl, dass man mindestens 20 km/h schneller fahren muss als angegeben, um die Autos hinter sich nicht aufzuhalten.

Und auf Autobahnen mit Geschwindigkeitsbeschränkung erlebe ich oft Autos, die auf der Überholspur wesentlich schneller als vorgeschrieben vorbeisausen...

Was ich auch überhaupt nicht gern mache: Überholen auf zweispurigen Straßen. Schlimm finde ich es, wenn ich an erster Stelle hinter einem sehr langsamen Fahrzeug herfahren muss, denn hinter mir drängeln wieder die eiligen Fahrer, und ich an vorderster Stelle müsste jetzt überholen, aber ich traue mich nicht... In solchen Fällen bin ich früher oft bei nächstbester Gelegenheit kurz rausgefahren, habe die Schlange vorbeiziehen lassen (dann kann jeder überholen, wann und wie er es für richtig hält), und nach Beruhigung der Lage bin ich dann weitergefahren.
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon Andy » Mo 8. Dez 2014, 13:48

derKleine hat geschrieben:denn hinter mir drängeln wieder die eiligen Fahrer, und ich an vorderster Stelle müsste jetzt überholen, aber ich traue mich nicht...


Das war sicher mein Mann, der da hinter dir drängelt _läch_

Und das ist auch ein Problem: Mein Mann fährt sicher gut, aber schnell, mit viel Überholen, usw. Manchmal mach ich am Beifahrersitz einfach die Augen zu und bin heilfroh, nicht selber fahren zu müssen.
Es gibt bei uns eine Sommerrodelbahn, wo man mit so kleinen Wagen den Berg runterfährt. Ich bin einmal damit gefahren..............Habe alle aufgehalten, weil ich nur gebremst habe. Meinen Kindern war das sehr peinlich! So würde ich wahrscheinlich auch Autofahren, ein Hindernis für alle.

Andy
PS.Nie wieder Sommerrodelbahn !
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Re: Auto fahren mit Angst?

Beitragvon derKleine » Mo 8. Dez 2014, 14:33

Andy hat geschrieben:Und das ist auch ein Problem: Mein Mann fährt sicher gut, aber schnell, mit viel Überholen, usw. Manchmal mach ich am Beifahrersitz einfach die Augen zu und bin heilfroh, nicht selber fahren zu müssen.


Oh ja, speziell mit der Überholerei habe ich Probleme, auch als Beifahrer... Ich hatte mal einen Freund, der auch meinte, bei jeder Gelegenheit überholen zu müssen, auch an unübersichtlichen Stellen. Zeitweise hatte ich regelrecht Panik, und ehrlich gesagt: so manche Situation haben wir nur durch pures Glück heil überstanden. Manchmal konnte ich ihn nur mit viel Überredungsgeschick von einem riskanten Überholmanöver abhalten.
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