Auto fahren

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Auto fahren

Beitragvon Ratte » Mo 4. Apr 2011, 09:33

Wie geht's euch eigentlich im Straßenverkehr?
Ich habe gerade in letzter Zeit bemerkt, dass es ziemlich viele rücksichtslose Autofahrer gibt (Raser, Drängler, etc.) und ich muss sagen, das macht mich ziemlich fertig. Vielleicht ist einer der Gründe dafür, dass ich selber schon mal einen relativ schweren Autounfall hatte, den ich noch dazu selbst verursacht habe und wegen dem ich noch immer ziemliche Schuldgefühle habe. Es ist dabei niemand getötet oder schwer verletzt worden, aber allein die Tatsache, dass ich daran Schuld habe, macht mir noch immer zu schaffen, obwohl das jetzt schon drei Jahre her ist.

Aber ich habe oft richtig panische Angst, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, weil ich fast schon fühle, was jetzt alles passieren könnte. Hauptsächlich das so, wenn ich mich für meine "Fahrgäste" verantwortlich fühle, aber auch, wenn ich alleine unterwegs bin.
Außerdem spüre ich jeden kleinen Luftwiderstand gegen das Auto, jeden Steinschlag, etc., außerdem ist es mM nach auch eine ziemliche Reizüberflutung, wenn man z.B. mit über 80 km/h unterwegs ist - man muss auf so vieles achten, auch wenn sich nach Jahren des Fahrens schon vieles automatisiert hat.
Besonder schlimm ist für mich Regen, Glatteis oder Schnee, weil ich oft finde, dass die anderen Fahrer nicht diesen veränderten Wetterverhältnissen angepasst fahren und ich bekomme in diesen Situationen ganz besonders Angst.
Kennt ihr das?
Ratte
 

Re: Auto fahren

Beitragvon Nicky » Di 5. Apr 2011, 09:47

Hallo Ratte,

ich empfinde Autofahren als eine sehr beruhigende Situation. In meinem Auto fühle ich mich sicher.
Immerhin werde ich da nicht so mit Reizen vollgespamt wie in einem öffentlichen Verkehrsmittel.

Beim Autofahren kann ich abschalten und finde es auch nicht schlimm richtig schnell zu fahren. Dabei kann ich meine Sinne mal richtig schärfen.

Ich empfinde das Autofahren als echten Segen. Aber ich weiß auch, dass es viele Leute nicht so sehen.

Liebe Grüße

Nicky
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In jedem von uns steckt die Macht, sein Leben so zu gestalten wie man es sich wünscht!
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Re: Auto fahren

Beitragvon ja » Di 5. Apr 2011, 13:21

Lieber ratte,


meinem erfahrungswert nach geht es vielen mesnchen mit hs so wie du es beschrieben hast.
Wenn du zeit und muse hast kannst du ein wenig im „archiv allgemeines“ stöbern, da ist das thema immermal wieder präsent ...
egal ob öffentliche verkehrsmittel oder private pkw's – sie sind für menschen mit hs oft eine quelle des grauen.


Scheint wohl nur das laufen übrig zu bleiben _francais_


einen prima tag dir,
ja.
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+ ja ist im März 2017 nach langer schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen +
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Re: Auto fahren

Beitragvon Hamlet » Di 5. Apr 2011, 14:20

Auto fahren ist so eine Sache.

Ich drücke mich gern davor, da es unheimlich anstrengend ist. Nach 2h Fahrt könnte ich sofort eine Stunde schlafen. Ich bin hochkonzentriert und kann mich dabei nicht wirklich entspannen. Richtig schlimm ist es, wenn ich einen Beifahrer dabei habe. Dann achte ich auch noch auf dessen Stimmung. Ich höre beim Auto fahren immer eine bestimmte CD, die gibt mir etwas Vertrautes.

LG Hamlet
Hamlet
 

Re: Auto fahren

Beitragvon Ratte » Di 5. Apr 2011, 14:39

Hallo, ja!
Wenn ich mal Zeit habe, werde ich sicher mal stöbern... da sind auch sicher andere interessante Artikel dabei :)

Hamlet, das mit der Musik kenne ich auch gut... ich höre beim Autofahren meistens Musik, die ich normalerweise zum Chillen höre.

Nicky, ich kann auch sozusagen "meditativ" Auto fahren, wenn ich z.B. in der Nacht um den See fahre, weil da niemand außer mir auf der Straße ist. Oder wenn ich nach dem Abendverkehr allein auf der Autobahn bin, dann hat es auch etwas Entspannendes für mich, vor Allem wenn auch schönes Wetter ist und ein schöner Sonnenuntergang.
Ratte
 

Re: Auto fahren

Beitragvon Tammika » Di 5. Apr 2011, 19:20

Liebe Ratte,

ich hatte vor ca. 18 Jahren einen auch selbst verschuldeten Autounfal, bei Aquaplaning allerdings. Es gab auch keine Schwerverletzten, ich habe mir auch niemals Schuldgefühle gemacht.
Allerdings hatte ich seit diesem Zeitpunkt extreme Panik bei starkem Regen, Schnee oder Glatteis zu fahren. Im vorletzten Winter mußte ich sogar einmal bei extremen Schneefall anhalten und umdrehen, weil ich eine Panikattacke bekam.

Komischerweise allerdings habe ich dieses Problem seit Dezember 2010 nicht mehr. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, vielleicht weil ich fahren "musste" unter schwersten Bedingungen. Mein Freund schenkte mir zu Weihnachten einen sog. Kurs vom ADAC und eine Woche vor Weihnachten konnte ich ihm freudestrahlend berichten, dass ich keine Panik mehr habe. Da war die Entäuschung bei ihm natürlich groß.

Allerdings habe ich heute noch extreme Probleme in der Nacht zu fahren, wenn ich weiter weg zur Promo fahre ist es ein Greuel für mich abends bei Dunkelheit nach Hause zu fahren.

LG

Tammi
***************************************************************************************
Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln...
Dalai Lama XIV.
eig. Tanchu Dhondup
geistliches Oberhaupt der tibet. Buddhisten, 1989
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Re: Auto fahren

Beitragvon Ratte » Mi 6. Apr 2011, 08:38

Hallo, Tammika!
Bei Regen und Schneefall bekomme ich auch immer die totale Panik, allerdings nicht so stark, dass ich wirkliche Panikattacken hätte. Aber meine Reaktionsfähigkeit ist schon eingeschränkt und das ist sicher nicht ungefährlich...
So eine Art Fahrsicherheitstraining würde mir glaub ich auch gut tun, aber ich hab Angst, dass ich danach gleich mit einer Nachschulung des Führerscheins anfangen muss icon_redface
Das hat nämlich meinem Dad und mir viel Zeit, Geld und Nerven gekostet, bis ich den Schein endlich hatte!
Ratte
 

Re: Auto fahren

Beitragvon Lesley » Mi 15. Jun 2011, 22:37

Ich fahre beruflich bedingt viel Auto und bin immer wieder schockiert wie rücksichtslos und unverantwortlich viele Leute fahren. Das Auto ist immerhin eine "Waffe", mit dem man Menschen uU töten kann.
Leider ist es zu einem Statussymbol hochstilisiert worden, so dass der ursprüngliche Zweck völlig untergegangen ist.
Wenn ich mit Fahrrad zu meinen Kunden fahre, dann werde ich oft erstaunt angeschaut. Aber warum soll das Fahrrad nicht gleichwertig sein? Es geht doch nur darum, von A nach B zu kommen. Das Verkehrsmittel ist doch eigentlich nebensächlich...

nachdenkliche Grüße
Lesley
"Von dem Menschen, den du geliebt hast, wird immer etwas in deinem Herzen zurückbleiben."
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Re: Auto fahren

Beitragvon Eule » Mi 15. Jun 2011, 22:45

Hallo Lesley,

Respekt, dass du so viel Fahrrad fährst im Alltag. Ich selbst habe das vor gut 10 Jahren aufgegeben, weil das Radeln in einer Großstadt Rücksichtslosigkeit und Frechheit voraussetzt. Es wird bei Rot gefahren, es wird weder auf andere Radler noch Fußgänger Rücksicht genommen. Die Radler schießen durch die kleinsten Lücken auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone. Wenn ich mein Fahrrad an der Haltestelle geparkt habe um mit der Bahn weiter zu fahren, kam es immer wieder zu Zerstörungen an Lampe oder Rad. Das letzte Rad war eine Ruine als ich es aufgab.

Jetzt gehe ich zu Fuß, fahre öffentlich oder mit meinem kleinen Auto. Es ist alt, hat Kratzer und repräsentiert mich damit sehr lebensecht. Es erfüllt seinen Zweck, bringt mich von A nach B.

Ich fühle mich in der Karosserie besser aufgehoben als auf einem Radsattel.

Lieber Eulengruß
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Re: Auto fahren

Beitragvon Siggi » Do 16. Jun 2011, 18:39

Hallo Eule

Du schreibst:
Ich selbst habe das vor gut 10 Jahren aufgegeben, weil das Radeln in einer Großstadt Rücksichtslosigkeit und Frechheit voraussetzt. Es
wird bei Rot gefahren, es wird weder auf andere Radler noch Fußgänger Rücksicht genommen.

Das kann ich so nicht bestätigen. Ich fahre selbst viel Fahrrad, zu Hause wie im Urlaub, dabei sind die Fahrradkilometer mit 6000-7000 pro Jahr das 3-4 fache der Autokilometer, die ich fahre. Es hängt von jedem einzelnen ab, ob er Rücksichtslos durch Fussgängerzonen rast, oder über rote Ampeln oder Zebrastreifen hinwegfährt ohne anzuhalten. Ich halte mich im Strassenverkehr immer an die Verkehrsordnung und in einer Fussgängerzone schiebe ich das Rad. Rücksichtslose Verkehrsteilnehmer, Fussgänger, Radfahrer und Autofahrer gibt es überall. Aber man muss gewiss nicht rücksichtslos sei um in er Stadt mit dem Rad zu fahren.

Mir geht es da wie Lesley, das Fahrrad ist Mittel zum Zweck, von A nach B kommen, vielleicht etwas einkaufen, das kann ich mit dem Rad genauso machen wie mit dem Auto. Schont die Umwelt und gleichzeitig auch den Geldbeutel.

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