Bilder hören und "sehen"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Bilder hören und "sehen"

Beitragvon TaKat » Mo 20. Jan 2020, 09:40

Hi!

Ich weiß nicht ob es hier schon so ein Thema gibt und ob das überhaupt mit HS zu tun hat.

Ich weiß nicht ob das irgendwer von euch kennt, aber manchmal schaue ich auf Bilder/Fotos und sehe diese sich bewegen wie einen Film, oder/und ich höre sie auch. Hier ein Beispiel: Am öftesten hab ich es bei Bildern vom Meer, wo die Wellen gerade auf Felsen in der Brandung, oder auf Sand treffen. Natürlich ist das Bild eine Momentaufnahme und trotzdem sehe ich öfter die Wellen sich bewegen, als wäre es ein Film und immer wieder höre ich auch Meeresrauschen. Vlt kommt es aus Erinnerungen, keine Ahnung. Ein anderes Beispiel wäre, wenn ein Bild in einer Bewegung aufgenommen/gezeichnet wurde. Bsp eine Flasche ist gezeichnet und daraus rinnt ein Wasserstrahl, oder ein Gebäude aus dem aus dem Schornstein Rauch entweicht. Bei diesen bewegen sich manchmal Wasser (rinnt) und Rauch (weht weiter und es kommt neuer nach).

Kennt das irgendwer von euch, oder hat das was mit HS, oder einfach mit guter bildlicher Vorstellungskraft zu tun? Ich finde es immer wieder unheimlich, wenn mir das passiert. ^^'

LG
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon DesdiNova87 » Mo 20. Jan 2020, 19:47

Hi TaKat,

TaKat hat geschrieben:Kennt das irgendwer von euch, oder hat das was mit HS, oder einfach mit guter bildlicher Vorstellungskraft zu tun? Ich finde es immer wieder unheimlich, wenn mir das passiert. ^^'


Ich will meinen das hat einfach damit zu tun, wie das menschliche Gehirn optische Signale verarbeitet, der Fachbegriff dafür ist Bildwahrnehmung.

Man sagt ja, Bilder entstehen erst vollständig im Gehirn und es laufen viele komplizierte Prozesse ab, bis wir das Bild "empfangen". Da diese Dinge alle quasi in Echtzeit passieren, nehmen wir das so gar nicht wahr.

Im Grunde werden alle Formen und Farben die wir erblicken, im Gehirn erst verarbeitet und dann mit uns bekannten Eindrücken abgeglichen. Neben diesen "bewegten" Bildern die du beschreibst, kann man das besonders gut bei Bildern die mit optischen Täuschungen arbeiten, feststellen.

Hier ein Beispiel, alle "Schwesternpaare" sind gleich groß, auch wenn unser Gehirn uns was anderes sagt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Optische_ ... roesse.jpg

Von solchen Beispielen lassen sich viele finden, einfach mal in die Suchmaschine deiner Wahl "optische Täuschung" eingeben.

Wo mir persönlich meine Bildwahrnehmung einen Streich gespielt hat, war beim Zelten. Nach ein paar Tagen mit wenig Schlaf, war mein Gehirn offensichtlich damit überfordert, in der Dunkelheit noch aus allen Formen die richtigen Bilder abzuleiten, und so habe ich in Baumstümpfen und Sträuchern Personen gesehen. Es war schon echt verrückt, weil ich genau wusste, dass dort niemand war, aber wegen der Erschöpfung und der schlechten Lichtverhältnisse, konnte mein Gehirn das nicht mehr richtig verarbeiten.

In dem Zusammenhang fällt mir noch die berühmte Ballade vom Erlkönig von Goethe ein:

In einer stürmischen Nacht reitet ein Vater, seinen kleinen Sohn im Arm, durch einen dunklen Wald. Das Kind glaubt in der Finsternis die Gestalt des Erlkönigs zu erkennen und ängstigt sich. Der Vater beruhigt seinen Sohn: was er sehe, sei nur „ein Nebelstreif“. Doch die gespenstische Gestalt lässt das Kind nicht mehr los. Mit verführerischen Worten bittet der Erlkönig den „feinen Knaben“, mit in sein Reich zu kommen und sich dort von seinen Töchtern verwöhnen zu lassen. Das Kind aber wird immer unruhiger.

Wieder bemüht sich der Vater, für dessen Halluzinationen eine natürliche Erklärung zu finden: Alles sei nur das Rascheln der Blätter und der Widerschein der alten Weiden. Doch die Gestalt wird immer bedrohlicher, und der Sohn reagiert immer panischer. Als der Erlkönig das sich sträubende Kind schließlich mit Gewalt an sich reißen will, verliert auch der Vater seine Fassung und versucht, so schnell er reiten kann, den heimatlichen Hof zu erreichen. Doch zu spät – das Kind in seinen Armen ist tot.


https://de.wikipedia.org/wiki/Erlkönig_(Ballade)
(Link vollständig in die Adresszeile des Browsers kopieren, sonst funktioniert er nicht)

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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon TaKat » Di 21. Jan 2020, 11:37

Danke DesdiNova87 für die ausführliche Antwort!

In meinem Freundeskreis und Bekanntenkreis/Familie kenne ich keinen der Bilder/Fotos so wahrnimmt deshalb war ich mir nicht sicher womit das zusammenhängt, dass ich dieses Phänomen habe.

Bei optischen Täuschungen haben es ja sehr viele, dass sie die Bilder bewegen, aber bei normalen Bildern kenne ich das bisher nur von mir selbst.

LG
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon DesdiNova87 » Di 21. Jan 2020, 12:39

Hi TaKat,

TaKat hat geschrieben:In meinem Freundeskreis und Bekanntenkreis/Familie kenne ich keinen der Bilder/Fotos so wahrnimmt deshalb war ich mir nicht sicher womit das zusammenhängt, dass ich dieses Phänomen habe.

Bei optischen Täuschungen haben es ja sehr viele, dass sie die Bilder bewegen, aber bei normalen Bildern kenne ich das bisher nur von mir selbst.


Optische Täuschung ist ja nur der Oberbegriff, für ein Phänomen das generell bei der Bildwahrnehmung auftritt. Solche Täuschungen können in allen Bereichen auftreten; so "Testbilder" sind ja nur dazu da um das zu verdeutlichen (Hervorhebungen durch mich):

Eine optische Täuschung oder auch visuelle Illusion ist eine Wahrnehmungstäuschung des Gesichtssinns.

Optische Täuschungen können nahezu alle Aspekte des Sehens betreffen. Es gibt Tiefenillusionen, Farbillusionen, geometrische Illusionen, Bewegungsillusionen und einige mehr. In all diesen Fällen scheint das Sehsystem falsche Annahmen über die Natur des Sehreizes zu treffen, wie sich unter Zuhilfenahme weiterer Sinne oder durch Entfernen der auslösenden Faktoren zeigen lässt.

Optische Täuschungen werden in der Wahrnehmungspsychologie untersucht, da aus ihnen Rückschlüsse über die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn gewonnen werden können. Optische Täuschungen beruhen auf der Tatsache, dass Wahrnehmung auf unvollständiger Information beruht. Systematisch produziert und analysiert wurden optische Täuschungen zuerst in der Gestaltpsychologie.


https://de.wikipedia.org/wiki/Optische_T%C3%A4uschung

Da sich auf den von dir beschriebenen Bildern nicht wirklich was bewegt oder Geräsuche zu hören sind, sind das eben auch optische bzw. akustische Täuschungen.

Das ist also ein völlig alltägliches und gut untersuchtes Phänomen icon_winkle. Ich weiß noch, wie ich in meiner Kindheit einige optische Täuschungen erlebt hatte und diese auch reproduzieren konnte. Damals vermutete ich eine Superkraft dahinter, die nur ich habe^^ Der Biologieunterricht hat diese Illusion dann bald zerstört...

LG DesdiNova87
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon Iwie » Di 28. Jan 2020, 20:11

Hallo TaKat,

Ich habe sowas bei Zahlen oder Zahlenfolgen.
Manche Zahlenfolgen „höre“ und fühle ich. Wenn mir jemand eine (für mich) schöne Telefonnummer sagt, höre ich eine Art Melodie. Nicht annähernd das, was beim Tippen von Nummer ertönt. Es klingt dann einfach. Schwer zu beschreiben...
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon Träumerle » Di 28. Jan 2020, 20:43

Hallo Iwie,

das hört sich nach Synästhesie an. Und in der Tat geht überhaupt das von TaKat geschilderte Phänomen arg in die Richtung. Faszinierend, wie viele HSP's das bei sich beobachten können. :-)

LG
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da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon TaKat » Di 28. Jan 2020, 20:46

Träumerle hat geschrieben:das hört sich nach Synästhesie an. Und in der Tat geht überhaupt das von TaKat geschilderte Phänomen arg in die Richtung. Faszinierend, wie viele HSP's das bei sich beobachten können. :-)


Hi Träumererle. Danke für den Tipp. Werde mich da mal reinlesen.
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon Wyllt » Sa 15. Feb 2020, 20:22

TaKat hat geschrieben:Ich weiß nicht ob das irgendwer von euch kennt, aber manchmal schaue ich auf Bilder/Fotos und sehe diese sich bewegen wie einen Film, oder/und ich höre sie auch. Hier ein Beispiel: Am öftesten hab ich es bei Bildern vom Meer, wo die Wellen gerade auf Felsen in der Brandung, oder auf Sand treffen. Natürlich ist das Bild eine Momentaufnahme und trotzdem sehe ich öfter die Wellen sich bewegen, als wäre es ein Film und immer wieder höre ich auch Meeresrauschen. Vlt kommt es aus Erinnerungen, keine Ahnung. Ein anderes Beispiel wäre, wenn ein Bild in einer Bewegung aufgenommen/gezeichnet wurde. Bsp eine Flasche ist gezeichnet und daraus rinnt ein Wasserstrahl, oder ein Gebäude aus dem aus dem Schornstein Rauch entweicht. Bei diesen bewegen sich manchmal Wasser (rinnt) und Rauch (weht weiter und es kommt neuer nach).
Kennt das irgendwer von euch, oder hat das was mit HS, oder einfach mit guter bildlicher Vorstellungskraft zu tun? Ich finde es immer wieder unheimlich, wenn mir das passiert. ^^'



Ja, es ist ein alltägliches Phänomen und kommt aus Erinnerungen. Vereinfacht ausgedrückt meint auch Impressionismus den Eindruck einer flüchtigen Momentaufnahme, eines Ausschnitts aus mehr oder weniger bekannten Motiven, der dann beim Betrachter genau die Assoziationen auslösen, die er damit in Verbindung bringt, weil er sie kennt oder erlernt hat. Diese Vorstellungskraft haben fast alle Menschen und sind vom Künstler in einem bestimmten Kontext auch so beabsichtigt. Bei Wikipedia steht über Impressionisten:

"Der Kunstkritiker Jules-Antoine Castagnary erörterte in seinem Aufsatz unter anderem die Frage, wie die Künstlergruppe zu nennen sei. Mit Verweis auf Monets Gemälde Impression - soleil levant (Impressions - Sonnenaufgang) kommentierte er: „Wollte man sie mit einem erläuternden Wort charakterisieren, müsste man den neuen Begriff Impressionisten schaffen. Sie sind Impressionisten in dem Sinn, dass sie nicht eine Landschaft wiedergeben, sondern den von ihr hervorgerufenen Eindruck."
(https://de.wikipedia.org/wiki/Impressionismus)

Betrachtet man also eine Welle, z.B. Die Große Welle Vor Kanagawa, so löst diese Momentaufnahme beim Betrachter auf mehreren Ebenen Wahrnehmungen aus. (Exemplarisch gemeint.)
Ebenso Musik nutzt bestimmte Stilmittel um bereits bekanntes "Wissen" im Kontext zu betrachten. Beim Lied "Madman Across The Water" wird Madman, das sinkende Schiff, beim Sinken (auf den [Kon-]Text bezogen mit einem bestimmten Streicherarrangement, also bestimmtem Kadenzen, Sequenzen, Frequenzen etc., dargestellt, wobei fast jeder auch ohne alles darum herum ein langsam sinkendes Schiff assoziiert. Niemand würde hier mit Kokosnussschalen auf den Asphalt klappern, was nach einem galloppierenden Pferd klingen könnte...
Nicht nur das, selbst das Wrack wird von einigen sensiblen Rezipienten sogar noch tiefschichtiger dort unten am Grund wahrgenommen. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich gar nicht um ein Boot oder Schiff handelt, sondern um einen Menschen mit einer bestimmten Vita...

Eigentlich funktionieren Kunstwerke sehr einfach, wenn sie bestimmte, nicht allen Menschen zugänglichen Ebenen entsprechen, denn dann gelingt sowohl Mainstream als auch echter Indie. icon_winkle

Mit Synästhesie haben deine Beschreibungen meiner Meinung nach nichts zu tun, denn dazu liegen die "Assoziationen" von z.B. Ziffern/Zahlen zu Farben, Musik zu Sound/Arrangements usw. für das allgemeine Alltagsverständnis viel zu weit auseinander. Zur Abgrenzung zu Synästhesie würde ich eher hier mal nachsehen:
http://www.synaesthesie.org/de/synaesthesie

Etwas weiter geht auch die Comicforschung. Der Literaturwissenschaftler Günter Damman hat tatsächlich verschriftlicht, was ich als Rezipient zuerst nur als besonderen Genuss wahrgenommen hatte, da ich indirekt wusste oder aber assoziierte, was ich bereits kannte.

Eine besondere Schwierigkeit bei der Analyse eines Comics besteht natürlich in der Erzählzeit, da es hier zwischen mehreren Ebenen zu unterscheiden gilt. Der Literaturwissenschaftler Gérard Genettes führte 1986 zur Untersuchung der Zeit in Erzählwerken unter anderem den Begriff "durée" bzw. "vitesse" ein. Zur detaillierten Untersuchung von "Erzählzeit" und "erzählter Zeit" im Comic hat Günter Dammann diesen Begriff noch weiter aufgefächert. Damit trug er den besonderen Schwierigkeiten bei der Analyse von Comics Rechnung, die darin bestehen, dass herkömmliche literaturwissenschaftliche Untersuchungskriterien auf graphisch dargestellte Erzählungen wie in Comics nur teilweise übertragbar sind. Dammann unterscheidet bei seiner Analyse von Comics z.B. drei Ebenen…

Das Zusammenspiel dieser Ebenen bestimmt die temporalen Strukturen des Erzählens im Comic. Um Ebene Eins genauer zu beschreiben, bezieht Dammann sich auf die Begriffe "durata rappresentata" und "durata raccontata", die Daniele Barbieri 1991 geprägt hat. Der erste bezeichnet die abgebildete Dauer und der zweite die erzählte Dauer. Dammann präzisiert diese als "direkt abgebildete Zeit oder Dauer" und "indirekt mitgeteilte Zeit oder Dauer". Des Weiteren merkt Damman zur ersten Ebene an, dass jedes einzelne Panel ein Segment einer Gesamtheit darstellt, die aus Anfang, Mitte und Schluss besteht. Mal so als kleiner Exkurs...
Zuletzt geändert von Wyllt am Sa 15. Feb 2020, 20:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon Wyllt » Sa 15. Feb 2020, 20:24

Teil 2:

Dammanns Bezüge zu Musiktheorie stellen in meinen Augen ein sehr logisches Interpretationsmodell dar. Sein Zergliedern literaturwissenschaftlicher Untersuchungen mithilfe von Anleihen bei Wissenschaften, die "synästhetisch" und "illustrativ" zu verstehen sind, wie die Notation aus der Musikwissenschaft, gehen über seine Neigung, Narratives durch Begriffe zu beschreiben, die auch in Naturwissenschaften benutzt werden, hinaus. Er abstrahiert in visueller Form; wie etwa bei seinem Beispiel, ein einzelnes Panel als Segment (Abschnitt eines Kreises) zu betrachten. Er sagt z.B. :"Das einzelne Panel stellt jeweils ein Segment aus dieser Gesamtheit dar. Einem solchen Segment kommt dabei auch eine beschreibbare Dauer an fiktionaler Zeit zu." Wie eine Amplitude, oder? Shehe ich auch vor dem inneren Auge.

Geschwindigkeit wird in vielen Comics durch eine ungerade Panelfolge, wie in der Musik eine Triole, dargestellt. Im einzelnen Panel selbst, durch Spirallinien ("speed lines") u.v.m..

In Dammans Beschreibungen sehe dasselbe oder das Gleiche, was ich nie so gut verschriftlichen konnte und erkannte, warum ich bei Außenstehenden auf Irritationen und Unverständnis stieß. Ich kann alles sehr genau nachvollziehen, was er meint. Selbst wenn er schwammig wird, während er allgemein von "Modulierung" bei den Panels spricht, er meint offenbar Notation, die allerdings auf "Modulation" als musikalischen Fachbegriff abzielt. Dieses wird besonders bei der Varianz der Bildgröße sehr gut deutlich, aber dennoch – er ist ja auch kein Musikwissenschaftler, sondern vermutlich auch hochsensibel. Ich drifte ab. *+*

Damals dachte ich jedenfalls, alle Leser bemerken diese unterschiedlich ineinander verwobenen Ebenen, aber heute weiß ich, dass nur ein sehr geringer Anteil Menschen diese wahrnimmt. Doch auch dieses Phänomen ist keine klassische Synästhesie, sondern eher eine seltene Besonderheit, die ich auf Hochsensibilität zurückführe.
Ein Freund, der in der Comicforschung unterwegs ist, ist im Bereich Konturen und Schatten Super-Recognizer, kann besonders gut Ohrmuschelformen wiedererkennen und vergleichen. Auch er dachte als Kind, dass alle Menschen so genau und schnell differenzieren können.
Ich bin im Bereich Darstellung und Abstraktion von Schriftstil (Schriftarten) und Schreibstil-, Cluster und Mustererkennung Super-Recognizer. Zudem habe ich ein ganz gutes visuelles (3-D-)Gedächtnis und konnte als Kind sehr schnell den Zauberwürfel, da ich mir bestimmte Züge vorstellen und merken kann. Bei bestimmter Anordnung von Comicpanels erkenne ich den Aufbau von bestimmte Kadenzen wieder und "höre" auch irgendwie die Erzählung...

In Musik erkenne ich Aufbau von Stücken und kann zudem sehr gut einzelne Passagen und herausfiltern und benennen. Auch habe ich bei vielen lauten Geräuschen, natürlich so lange sie für einen Menschen nicht überdurchschnittlich laut sind, kein Problem, störende Geräusche auszublenden oder mich darauf zu fixieren. Das alles hat mit Hochsensibilität zu tun, denke ich, denn Forschung hat ergeben, dass das nur wenige können oder auch verstehen. U72(
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Re: Bilder hören und "sehen"

Beitragvon TaKat » Mo 17. Feb 2020, 15:02

Danke für die lange Antwort
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