bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon susili » Fr 5. Sep 2014, 17:35

hallo zusammen,

ich schreibe klein, weil meine linke hand replantiert ist.

nächstes jahr werde ich 50. schon seit längerer zeit weiß ich, daß ich zum kreis hochsensibel dazu gehöre.

gesundheitlich habe ich so gut, wie alles schlimme erlebt. es hat mich sehr oft zurückgeworfen. jedoch bin ich immer wieder aufgestanden und versuchte einen neustart ins leben - manachmal gelang es, ein anderes mal ging alles schief.

es ist schön, daß ich eure seite gefunden habe.

lange zeit war ich mir unsicher, wie ich all diese sog. eigenarten in mein leben integrieren kann.

gerade habe ich das buch "außergewöhlich normal" von anne heintze gelesen. ja, ich finde mich wieder, ich finde mich bestätigt, ich fühle mich nicht mehr so allein in dieser komplexen welt.

auch, wenn ich es schon länger weiß und meine kreativität beim homepage bauen ausleben kann, bin ich sehr ratlos, wenn es darum geht, diese gaben im gesamten leben sinnvoll, eventuell auch mal gewinnbringend zu nutzen.

möglicherweise könnte ich mich auch bei "borderline persönlichkeitsstörung" wiederfinden - jedoch - das wäre mir zu wenig angesichts meiner komplexität.

nun brauche ich ein wenig hilfe von euch - wenn ihr mögt - ?

geht es euch auch so, daß ihr sehr oft den eindruck habt, überall anzuecken? nicht in die sog normale schiene zu passen? überhaupt probleme habt, euch im mainstream zu integrieren - und nicht zu verzweifeln, weil ihr entsetzt feststellt, daß ihr irgendwie nicht dazu gehört? es eventuell auch gar nicht wollt - aber ab und zu mal normal wäre doch auch nicht schlecht... hmmm...

hier meine persönliche homepage, damit ihr mich kennenlernt - und hoffentlich nachvollziehen könnt, daß ich sehr oft eine gewisse angst vor mir selber habe.

http://www.susili.de

so, das in hoffentlich erträglicher kürze zu mir.

herzliche grüße, susili
wer wenig denkt, irrt sich oft (leonardo da vinci)
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon Lumatris » Fr 5. Sep 2014, 18:09

Hallo susili.

Schön, das Du hier schreibst.

Das mit dem Anecken begleitet mich schon mein ganzes Leben. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, damit umzugehen und mich im normalen Leben auch irgendwie als „Normaler“ zu tarnen. Dabei brauche ich mich nicht zu verbiegen.

Auf das Mainstream habe ich keine Lust, was bei einem Hochsensiblen aber auch eher die Ausnahme ist. Im beruflichen Alltag gebe ich mich extrovertiert, im privaten Bereich eher introvertiert, auf der Suche nach Ruhe und Entspannung. Gelärmt wird in dieser Welt ja täglich schon zu Genüge.

Deine Homepage habe ich mir angeschaut und bin erschrocken, wieviel hier Du über Dich an die Öffentlichkeit gelangt. Ich habe mich mal durchgeklickt, wollte aber nicht wirklich alles lesen, um Dich kennenzulernen.
Ich habe den ersten Eindruck gewonnen, dass Du gerne über Dich schreibst und dies Anderen in allen Facetten mitteilen möchtest. Du provozierst (davon vielleicht das Anecken :-)), sagst was Deiner Meinung nach Sache ist oder auch nicht funktioniert. Die Vielfältigkeit Deiner Themen ist beeindruckend. Ebenso die Leidenschaft mit der Du schreibst.

Allerdings ist mir noch schleierhaft, welche Hilfe Du von mir erwartest.
Lumatris
 

Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon susili » Fr 5. Sep 2014, 18:25

hallo rainer,

die susili.de seite ist entstanden, weil ich ja die rätselbuchseite als große homepage habe, und viele fragen zu meiner person kamen.

zudem bin ich deshalb sehr offen, weil ich - was auf beiden homepage seiten zu lesen ist, auf meiner seite von unglaublichen gesundheitliche problemen, die ich seinerzeit überhaupt nicht mehr erfassen konnte begleitet war.

ich wurde dann sehr oft gefragt, wenn es dir so schlimm ergangen ist, warum erzählst du es nicht einfach, damit man dich und deine beweggründe versteht.

vor 5 jahren war alles persönliche mit auf der rätselbuch seite. es war nur konsequent, das einmal zu trennen.

irgendwann war mir so oder so alles egal, hauptsache es kommt jemand, der mir alle "wie" und "warum" fragen zu meiner person beantwortet.

so einige antworten habe ich bis jetzt erhalten - aber das reicht mir nicht. ich suche nach menschen, gleichgesinnten, die ebenso, wie ich eine sehr bewegte vergangenheit haben, vieles, und wie sie dort hinein geschlittert sind anfangs auch nicht verstanden - und jetzt mit 30 oder 50 jahren - vor einer vergangenheit stehen, bei der einem angst und bange wird.

ich möchte mich vielleicht einfach nicht so einsam fühlen.

privat und im familienkreis habe einige kontakte, aber auch dort ist es nicht einfach. ich ecke an... :)

herzliche grüße, susili
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon Lumatris » Fr 5. Sep 2014, 18:36

Liebe susili.

Die Vergangenheit spielt eine große Rolle in Deinem Leben. Welche Chancen willst Du der Gegenwart geben? Du lebst im Jetzt, befindest Dich aber im Gestern und vielleicht auch schon im Morgen. Die Vergangenheit hat Dich geprägt, wen nicht.

Du hast noch viele Fragen, aber keine Antworten.
Was ist jetzt im Moment, die wichtigste Frage, die Dich bewegt?????? Nur die eine Frage!
Lumatris
 

Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon susili » Fr 5. Sep 2014, 18:46

lieber rainer,

zu vergangenheit, gegenwart und zukunft gibt es sehr viel - vor allem gute - zitate.

welches zu mir passt, weiß ich nicht.

wenn ich 50 jahre alt werde, nächstes jahr - oh graus - ist das ja zumindest eine große sinnkrise.

mich beschäftig ein punkt besonders:

wenn ich nochmal 50 jahre lebe, wie schaffe ich es endlich das insgesamt erreichte als positiv zu werten, und dabei meine totale innere unruhe und zukunftsangst zu verlieren?

herzliche grüße, susili

p.s. ein befreundeter pastor sagte vor 35 jahren folgendes zu mir: susanne, du solltest niemals "W" fragen stellen. darauf wirst du nie eine antwort erhalten.
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon gyn » Fr 5. Sep 2014, 20:24

Hallo Susili,

Wie gehst du denn mit deiner inneren Unruhe und den Zukunftsängsten um?
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon susili » Fr 5. Sep 2014, 20:40

hallo gyn,

die innere unruhe treibt mich vor sich her - so schlimm - seit sehr vielen jahren, daß ich sie schwerlich und leider akzeptiert habe. aber weil sie mich verrückt macht, am liebsten bekämpfen würde, nur weiß ich beim besten willen nicht wie.

zukunftsangst ist ein zweischneidiges schwert. einerseite - ich bin religiös - hatte ich ständig das gefühl, bei allen schweren gesundheitlichen und existenziellen problemen von gott beschützt worden zu sein. (Carlos Kern: man kann nie tiefer fallen, als in gottes hand)

jedoch - weiß ich nicht, ob das auch in zukunft der fall ist, stichwort: wie lange reicht mein gottvertrauen noch aus.

ich bin dauerhaft krank, erhalte ein erwerbsunfähigkeitsrente, und weil die nicht reicht, zusätzlich grundsicherung. das bedeutet natürlich auch existenzielle bzw. finanzielle sorgen - so nach dem motto: habe ich trotzdem ein erfülltes, glückliches und zukunftsorientiertes leben?

herzliche grüße, susili
Zuletzt geändert von susili am Sa 6. Sep 2014, 08:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon gyn » Fr 5. Sep 2014, 20:54

susili hat geschrieben:hallo gyn,

die innere unruhe treibt mich vor sich her - so schlimm - seit sehr vielen jahren, daß ich sie schwerlich und leider akzeptiert habe. aber weil sie mich verrückt macht, am liebsten bekämpfen würde, nur weiß ich beim besten willen nicht wie.


Hm, da würde ich gerne nochmal nachhaken: Was macht dich verrückt? Die innere Unruhe, oder das Gefühl, nichts dagegen machen zu können? Die Ohnmacht, nichts dagegen machen zu können? Diese Unterscheidung finde ich sehr wichtig, um wirklich zu wissen, um was es eigentlich geht.
Du schreibst, du würdest das am liebsten bekämpfen, das hatte ich schon befürchtet. Was passiert denn, wenn du etwas im Inneren bekämpfst, hast du das schon einmal beobachtet?

susili hat geschrieben:zukunftsangst ist ein zweischneidiges schwert. einerseite - ich bin religiös - hatte ich ständig das gefühl, bei allen schweren gesundheitlichen und existenziellen problemen von gott beschützt worden zu sein. (jesus sirach: man kann nie tiefer fallen, als in gottes hand)

jedoch - weiß ich nicht, ob das auch in zukunft der fall ist, stichwort: wie lange reicht mein gottvertrauen noch aus.

ich bin dauerhaft krank, erhalte ein erwerbsunfähigkeitsrente, und weil die nicht reicht, zusätzlich grundsicherung. das bedeutet natürlich auch existenzielle bzw. finanzielle sorgen - so nach dem motto: habe ich trotzdem ein erfülltes, glückliches und zukunftsorientiertes leben?

herzliche grüße, susili


Was macht denn für dich ein erfülltes und glückliches Leben aus?

Liebe Grüße

Günter
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon susili » Fr 5. Sep 2014, 21:20

lieber günter,

ich bin extremst emotional. auch - aufgrund meines medikaments, welches ich gegen epilepsie nehme.

sobald mich etwas zu sehr berührt, ich superviel kämpfen muß, weil ich zu allem überfluß auch noch konflikte mit engen freunden auslebe, entwickle ich psychische störungen, bin völlig fertig - ja aufgelöst, daß es schon 3x zu einer heftigen psychose, auch durch obiges zentral wirksame medikament, mit allem drum und dran kam.

das darf nie wieder passieren, vielleicht kommt aus dieser angst vor psychischer instabilität auch meine innere unruhe. das dann zusätzlich diese innere unruhe noch schlimmer macht.

wenn ich also jetzt etwas erlebe, was mich zutiefst berührt,kommt mein mentales, allerdings auch seltenes gleichgewicht ins wanken. um mich nun unter eine sichere glocke zu begeben und vor äußeren einflussen zu schützen verschrieb mir meine psychiaterin ein neuroleptikum.

da mir aber stets und ständig bewußt ist, daß dieses neuroleptikum mein erleben dämpft, drehe ich mich im kreis. also sehr doof und kompliziert. was war zuerst, die henne oder das ei.

zudem kommt noch ein trauma aus meiner frühesten kindheit. ich habe angst vor ablehnung und will es immer allen recht machen. das funktioniert aber nicht - weil - das nicht geht, wenn man hochbegabt und hochsensibel ist und gerade das die eigenen eltern nicht erkennen oder fördern.

zukunftsangst: glücklich und zufrieden wäre ich dann, wenn ich sicher und sorglos in meine zukunft blicken könnte, ohne obige probleme. dazu gehören sicherlich auch so elementare umstände wie: reicht mein geld aus? gehts meinen liebsten und mir selbst auch dauerhaft gut? hören existenzielle sorgen hoffentlich bald mal auf?

so, hoffentlich war's nicht zu lang...hmmm..

herzliche grüße, susili
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Re: bin verunsichert durch mich selbst ... hmm...

Beitragvon gyn » Fr 5. Sep 2014, 23:38

Oje, ich trau mich da nicht, dir irgendetwas zu raten, fühle mich gerade auch etwas hilflos. Ich kenne mich auch mit deinen ganzen Krankheiten, die du leider hast, auch nicht aus, hab da keinen Einblick. Bevor ich jetzt etwas falsches sage, sage ich lieber gar nichts, das ist mir zu heikel. Ich weiß im Moment echt nicht, wie ich dir helfen könnte, tut mir leid. Vielleicht hat sonst jemand, der sich mit der Materie besser auskennt, irgendeine Idee?

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und daß du Wege findest, damit es dir besser geht und du mit dem Leben besser klarkommst! _magic_

Liebe Grüße

Günter
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