das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon nana » Di 11. Jan 2011, 12:48

hallo zusammen _hello_

also, nur mal so vorneweg: ich lese zeitweise ziemlich viel, aber wennn ich ein buch erwische, das mich nicht richtig "zieht", muss ich es nicht unbedingt zu ende lesen bzw. kann und möchte ich mich dazu auch nicht zwingen. andererseits gibt es bücher, die ich bspw. trotz 500 seiten in zwei tagen verschlinge _grin_
am buch "zartbesaitet" lese ich jetzt eigentlich schon ca. zwei wochen, was bedeutet, daß es mich nicht so "zieht", wie ich es von anderen büchern kenne.
ich bin nach wie vor froh, darauf gestoßen zu sein usw. und ich habe viele stellen angestrichen, weil ich das buch dann gerne ein paar bestimmten personen geben möchte, in der hoffnung, daß sie mich dann vielleicht etwas besser verstehen.
beim lesen sind meine gedanken zum überwiegenden teil dieser art: "ja, klar", "stimmt, logo", "kenne ich", *gähn*, "is bei mir auch so"... und jedesmal denke ich, man, ich will jetzt nicht mehr wissen, was ich eh schon weiß, sondern ich will wissen, wie "es" bei anderen leuten ist, ganz besonders, wie deren gedankenwelt gestrickt ist! _gruebel_

ich für meinen teil glaube, daß ich etwas besser mit meiner umwelt umgehen könnte, wenn ich wüßte, wie sie "tickt" _nüxweiss_
(...hmm, mir kommt gerade der gedanke, daß das dann vielleicht auch zu einem noch gesteigerterem anpassungsbedürfnis führen könnte; wär so rum dann vielleicht auch nicht gerade förderlich _gruebel_ )
naja, und mit den selbstmenagement-tpis in diesem buch kann ich auch nicht wirklich was anfangen, ganz besonders "liegt" mir diese "kleinkindkörper"-geschichte nicht _nüxweiss_


was waren denn eure gedanken beim lesen von "zartbesaitet"?
habt ihr daraus was in euren alltag integriert (selbstmenagement)?
gibt es ein "gegen-buch"?

*wissbegieriges schimmelchen* _hippy2_
nana
 

Re: das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon ja » Di 11. Jan 2011, 13:45

Hallo schimmelchen!



Der „parlow“,
hmmm – sehe ich mittlerweile als historisch an,
war der erste deutschsprachige versuch zum thema. Und von daher ein meilenstein! mit dem versuch wenig esoterisch zusein, auch keine selbstverständlichkeit.



Wenn du mal unter amazon, hsp eingibst bekommst du eine auswahl zum thema.
http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?_ ... p&x=7&y=19

alternativ hausgemacht _grinsevil_ ,
hatte ich versucht eine zusammenfassung des input aus dem forum zu machen.
Das war allerdings schon gut 1 jahr her und stilistisch naja, inhaltlich aber noch aktuell. (hsp für fortgeschrittten – ich schieb mal hoch)




grüsschens,
ja.
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Re: das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon bonbon » So 16. Jan 2011, 22:35

Hallo Schimmelchen,

Schimmelchen hat geschrieben:was waren denn eure gedanken beim lesen von "zartbesaitet"?
habt ihr daraus was in euren alltag integriert (selbstmenagement)?
gibt es ein "gegen-buch"?


Ich weiß nicht mehr so genau, was ich alles beim Lesen des Buches dachte. Aber ich fand es sehr gut. Es hat mir mal wieder viele Aha-Erlebnisse beschert. Und in vielem habe ich mich wiedergefunden. Ich lese ja viel, auch Ratgeber und so einiges an Psychobüchern, aber ich muß zugeben, daß ich die Übungen und Anregungen, was man so alles gegen die "Syptome", über die es in den jeweiligen Büchern geht, nie nachmache. Selbst wenn ich sie plausibel und hilfreich finde. Komisch, anscheinend geht es mir da eher um die reine Wissensanhäufung. _nüxweiss_

Trotzdem ist mir gerade die Idee vom Kleinkindkörper in Erinnerung geblieben, weil ich sie auch treffend für mich fand. Ich kenne meine körperlichen Grenzen nicht so, weil ich mich meist an anderen (Nicht-HSPs) orientiere. Und dann bin ich auch oft genervt, wenn ich schlapp mache. Sei es wegen Überreizung oder schlichter körperlicher Überforderung. Und der Gedanke, den Körper einfach als Kleinkind zu sehen, das eben nicht so belastbar ist, fand ich persönlich nett.
Ansonsten habe ich aus dem "Zart besaitet" nur meine Erkenntnisse in mein Weltbild integriert, aber nichts von den Selbstmanagementtipps weiterverfolgt. Dafür lese ich zuviel, als daß ich alles umsetzen könnte.

Ich will auch immer wissen, wie andere ticken. Sowohl wie andere HSPs sind, als auch Nicht-HSPs. Kann sein, daß es auch deshalb ist, um sich besser anpassen zu können. Aber es interessiert mich schlicht und ergreifend auch, wie andere Menschen denken und fühlen. Es ist einfach spannend, wie die Welt aus den Augen anderer sich anfühlt.
Wie sich das Leben als Nicht-Sensibler gestaltet, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen. Aber ich mußte auch mit meinem Vorurteil aufräumen, daß sie irgendwie dumpfer sind und einem gedanklich nicht so schnell folgen können. Was ich aber denke, ist, daß sie nicht so schnell abgelenkt und gedankenzerfahren sind, wie unsereins. Aber vielleicht ist das auch nur ein spezielles Problem von mir. _hüüh_


Liebe Grüße
Bonbon
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Re: das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon nana » Di 18. Jan 2011, 13:26

hallo zusammen

@ja: danke fürs hoch schieb en. find ich gut, was du da gemacht hast _yessa_ 1güt

@bonbon:
bonbon hat geschrieben:Kann sein, daß es auch deshalb ist, um sich besser anpassen zu können.

also auf grund einiger persönlicher erlebnisse der letzten tage glaube ich, daß genau das das problem ist, jedenfalls meins.
man erlebt bestimmte dinge und erlebt dabei einerseits natürlich sich selbst, bspw. wie man damit umgeht oder welche gefühle dies in einem auslöst und andererseits weiß man von anderen leuten, wie anders sie damit umgehen (würden). und da bei mir als HS scheinbar viele solcher erlebnisse und besonders gefühle "extremer" sind, als bei anderen, versucht man sich anpassen, einerseits damit man nicht aneckt, andererseits in der hoffnung, daß es nicht mehr so "schlimm" ist.
und da kam mir gestern der gedanke, daß ein anpassen an andere eigentlich von einem selbst wegführt. und deshalb wird es immer schlimmer, weil man (ich) immer mehr von mir selbst abweiche... _hüüh_ _gruebel_
is ja klar, daß das nicht funktionieren kann.

...vielleicht war das auch so eine hoffnung von mir, beim lesen der selbstmenagement-tips zu erfahren, wie man sich besser anpassen oder "umpolen" kann _nüxweiss_
dabei geht es ja eigentlich darum, sich selbst erstmal gescheit wahrzunehmen, anzunehmen und auf sich selbst zu hören und zu vertrauen und dann entsprechende möglichkeiten (menagement) zu entwickeln, mit all den "dingen in der welt" klarzukommen.
und vor allem sich selbst zuzugestehen, daß es völlig ok ist, wie man ist wub
das fällt etwas schwer, wenn man immer so oft gehört hat man solle so oder so, oder nicht mehr so oder so sein...

_miiting_
nana
 

Re: das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon Eule » Di 18. Jan 2011, 21:26

Hallo Schimmelchen,

wünsche dir viel Glück dabei, es dir selbst recht zu machen, so dass du dich wohl fühlst. Wer sich nach vielen anderen richtet, ist irgendwann komplett verdreht.

Liebe Eulengrüße
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Re: das "gegenteil" von "zartbesaitet"

Beitragvon bonbon » Mi 19. Jan 2011, 17:02

Hallo Schimmelchen,

man könnte es natürlich auch netter formulieren. Nicht daß man sich besser anpassen kann, sondern daß man besser auf den anderen eingehen kann. Das setzt aber voraus, daß man sich natürlich auch selbst gut kennt und auch seine eigenen Bedürfnisse im Auge behält. Beim Anpassen ist das ja nicht der Fall.
Schimmelchen hat geschrieben:und da kam mir gestern der gedanke, daß ein anpassen an andere eigentlich von einem selbst wegführt. und deshalb wird es immer schlimmer, weil man (ich) immer mehr von mir selbst abweiche...

So sehe ich das auch.
Wenn man sich anpaßt und die Bedürfnisse des anderen übernimmt, führt das immer weiter von den eigenen Wünschen und Vorstellungen, die man an eine Beziehung oder Freundschaft hat, weg. Und dann irgendwann fühlt man sich nicht dabei wohl, weil man sich selbst ständig verleugnen oder vernachlässigen muß. Damit ist niemanden geholfen.
Es ist zwar ein Geben und Nehmen. Aber anscheinend haben HSP eher das Problem, daß sie zuviel geben, weil sie sich so gut in andere hineinversetzen können. Und Anpassen ist ja in dem Sinne auch einfach, weil man Konflikten erstmal aus dem Weg geht.

Ich glaube in dem Buch "Zart besaitet" ging es aber eher darum, SEINE EIGENEN Bedürfnisse besser kennenzulernen und damit auch umgehen zu können. Man kann die hohe Sensibilität nicht wegerziehen. Man kann nur lernen, sie zu aktzeptieren und Mechanismen finden, seine niedrige Belastbarkeit erträglicher zu machen. Und in einer Welt leben lernen, die eben hauptsächlich aus "Normal-Sensiblen" besteht. _nüxweiss_
Und das scheint eine Lebensaufgabe zu sein. _yessa_

Liebe Grüße
Bonbon
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